Unsere Energieversorgung

  • Nachdem Habeck (und damit die Regeln zur Befüllung der Gasspeicher) weg ist und die Gas-Ministerin übernommen hat, sehen wir endlich wieder wie großartig der freie Markt funktioniert...oder halt auch nicht.

    Vielleicht muss die Gasministerin auch mal nach Katar fahren und einen Knicks vor dem Emir machen?

  • Vor allen Dingen glaube ich eigentlich nicht, dass die US-Fracking-Industrie mal eben dreimal soviel Gas liefern kann. ... Aber gut, vielleicht verkaufen Sie es einfach nur zum 3fachen Preis. Völlig irre.


    Übrigens im Vergleich zum letzten Jahr:



    Geht die Zahl von Förderanlagen seit einigen Monaten wieder hoch:



    Es kann aber sein, dass das schon den Übergang zu weniger produktiven Lagerstätten darstellt. Müsste man sich auch noch anschauen, wieviel insgesamt gefördert wird.

  • Aus diesem Bloomberg-Artikel über den Schaden an der ukrainischen Erdgasinfrastruktur:


    Zitat

    [...] The EU gas inventories are still below historic norms, leaving the region vulnerable to potential disruptions. Cold winter could quickly drain reserves and cause more price spikes, adding pressure on consumers.


    Da die deutschen Erdgasspeicher einen großen Anteil der Gesamtkapazität in der EU ausmachen sollten, kann das durchaus:


    Mut zur Lücke


    Unsere Lücke sein. Und die ist ja nun gewählt, weil unser neues Regime den armen Markt von den gemeinen Daumenschrauben eines verordneten hohen Füllstands befreit hat. Eventuell ist die Lücke tatsächlich auch mutig, denn sie könnte sich je nach Intensität des Winters als Wagnis herausstellen.


    https://www.bloomberg.com/news…wer-than-usual-gas-stocks


  • Da passt aber noch ein bisschen rein:


    https://www.bundesnetzagentur.…d/Speicherfuellstand.html

    Technisch ja, wir haben aktuell nur etwa 190TWh von 250TWh maximaler Speicherkapazität, 60 würden also noch reingehen.


    Aber es ist vermutlich zu spät den Speicher noch richtig voll zu machen, die Heizsaison hat begonnen und die letzten Tage ist der Füllstand bereits leicht gesunken, es wurden zB vorgestern 320GWh Gas entnommen, aber nur 57GWh nachgefüllt und am Tag davor wurden sogar 576GWh verbraucht und nur 94GWh nachgefüllt.

    Und eigentlich ist es jetzt ja noch relativ warm, wenn es richtig kalt wird liegt der tägliche Verbrauch im TWh Bereich.

  • In Siebenmeilenstiefeln zurück zur Runderneuerung des 20. Jahrhunderts:


  • Da würde ich erstmal abwarten, der (deutlich günstigere) Zubau von PV und Wind sowie Speicherkapazität nimmt auch in Polen langsam fahrt auf und den Zahlen nach...

    Polen ringt um Finanzierung für das geplante Atomkraftwerk

    ...

    Ein Differenzvertrag (Contract for Difference) soll PEJ einen festen Abnahmepreis für den erzeugten Strom sichern und so die Rückzahlung der Kredite ermöglichen. Das Industrieministerium nennt einen Preisrahmen von 112 Euro bis 131 Euro je Megawattstunde.

    ...wird das ein absolutes Verlustgeschäft, da brauch man das nur mal mit den Börsenstrompreisen aus zB Deutschland vergleichen, da liegen wir je nach Jahreszeit so zwischen 50-100€ je Megawattstunde, wobei wir vorallem im Sommerhalbjahr mittlerweile durch sehr viel Solarenergie fast durchgehend sehr günstige Preise sehen und durch den Import und Export über das europäische Stromnetz hat das ja auch Auswirkungen auf die Nachbarländer.


    Atomkraft ist öknomische Totengräberei, dafür muss man nur mal nach Frankreich gucken, denn da steigen die Strompreise nicht ohne Grund.

    Ende der Billigstrom-Ära: Frankreich erhöht Atomstrompreise um 67 Prozent

    Frankreich mit seinem großen Atomkraft-Park galt bisher als Billigstromland. Allerdings werden die Elektrizitätspreise dort vom Staat künstlich niedrig gehalten. Diese Praxis soll zu Ende gehen, denn die gedeckelten Preise für Atomstrom werden ab 2026 deutlich erhöht, und zwar um 67 Prozent. Darauf haben sich die Regierung und der staatliche Energiekonzern EDF geeinigte. Ob die Erhöhung ausreicht, um die AKW kostendeckend zu betreiben und die geplante Serie neuer Reaktoren zu finanzieren, bleibt aber fraglich.

    Fachleute erwarten, dass die EDF-Schulden bis zur Preiserhöhung 2026 weiter anwachsen werden. Dabei muss der Konzern in den nächsten Jahren enorme Investitionen sowohl im Atom- wie im Erneuerbaren-Sektor schultern. Die Kosten der beschlossenen Verlängerung der Betriebsdauer bestehender AKW auf 50 Jahre oder mehr werden auf rund 66 Milliarden Euro geschätzt, für den Bau neuer Rektoren sind 56 bis 58 Milliarden veranschlagt, und der Rückbau stillgelegter Reaktoren soll 18,4 Milliarden kosten.

    Nicht nur Atomkritiker:innen warnen, dass diese Schätzungen zu niedrig liegen. Auch der staatliche Rechnungshof geht von deutlich höheren Werten etwa für die Stilllegung aus.

    Und abgesehen von stark steigenden Kosten...

    Fachleute bezweifeln, dass die Kostenschätzungen für die sechs neuen AKW von unter 60 Milliarden Euro und die veranschlagten Summen für Laufzeitverlängerung und den Rückbau stillgelegter Reaktoren realistisch sind. Sie verweisen auf den EPR-Prototyp in Flamanville am Ärmelkanal, der derzeit noch im Bau ist und 2025, mit zwölf Jahren Verspätung, ans Netz gehen soll. Die Baukosten sind hier laut EDF von 3,3 auf 13,2 Milliarden Euro angestiegen. Eine ähnliche Kostensteigerung gab es auch beim zweiten EPR-Projekt in Finnland, und ein weiterer Doppelreaktor-Neubau in Großbritannien wurde zuletzt auf Kosten von umgerechnet rund 38 Milliarden Euro taxiert.

    ...hat man es ja auch bei allen AKW Projekten mit immer längeren Bauzeiten zu tun und ich vermute die Polen werden sich da einfach einreihen.


    Und in diesem Zeitraum - also bis das AKW evt in Betrieb geht - werden ja wie gesagt auch weiterhin PV und WKA und Speicher gebaut, ich denke das es neben der ökonomischen Problematik auch rein technisch bis dahin wenig Bedarf für teuren AKW Strom geben wird.


    Wenn überhaupt dürfte der eigentliche Grund nicht technisch oder ökonomisch sein, sondern sehr wahrscheinlich eher militärisch, so wie bei allen anderen AKW.

    Eine empirische Erhebung aller jemals gebauten 674 Atomkraftwerke zeigt, dass privatwirtschaftliche Motive von Anfang an keine Rolle gespielt haben, sondern militärische Interessen. Selbst bei Vernachlässigung der Kosten für den Rückbau der Atomkraftwerke und die langfristige Lagerung des Atommülls wären rein privatwirtschaftliche Investitionen in Atomkraftwerke mit hohen Verlusten verbunden – im Durchschnitt knapp fünf Milliarden Euro pro Kraftwerk, wie eine betriebswirtschaftliche Simulation zeigt. In Ländern, in denen noch Atomkraftwerke gebaut werden, wie etwa China und Russland, spielen private Investitionen auch keine Rolle.

  • https://www.heise.de/hintergru…resse-daran-10375904.html


    Ach Chinesen, Popesen. Die Idee haben sie uns auch wieder geklaut.


    Zitat

    Ein experimenteller Thorium-Reaktor läuft seit einigen Monaten stabil. Zudem sei er im laufenden Betrieb erstmals mit neuem Brennstoff versorgt worden, das haben chinesische Forschende kürzlich berichtet. Die Nachricht sorgte weltweit für Aufsehen, denn zumindest in der Theorie bieten Thorium-Reaktoren eine Reihe von Vorteilen gegenüber Atomkraftwerken, die mit Uran oder Plutonium betrieben werden.

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