Energiekrise 2022/2023

  • Frisch vom Reichsparteitag:



    "Think global, act local"


    handsome-businessman-suit-glasses-cross-arms-chest-look_176420-21750.jpg

  • In meiner Heimat laufen diesem Laden hier übrigens die ausländischen Kunden weg:


    https://www.ksta.de/region/eus…9979488?cb=1665996996419&


    Weiß nicht, ob das im Artikel steht, da das aber eigentlich ein großer Arbeitgeber in der sonst recht strukturschwachen Gegend ist und ich sowohl Familienangehörige als auch Freunde habe, die dort arbeiten, kann ich sagen, dass die sich nicht sicher sind, ob sie nächstes Jahr noch existieren.... oder sie produzieren halt nur ein paar Monate nicht.

  • Sehr schlecht, wenn es stimmt:


    https://www.bloomberg.com/news…yers-to-ensure-own-supply


    Zitat

    China told its state-owned gas importers to stop reselling LNG to energy-starved buyers in Europe and Asia in order to ensure its own supply for the winter heating season.


    The National Development and Reform Commission, the nation’s top economic planner, asked PetroChina Co., Sinopec and Cnooc Ltd. to keep winter cargoes for domestic use, according to people with knowledge of the matter who asked not to be named as the information isn’t public.


    Nebenbei zum Preisverfall zuletzt:


    Zitat

    While the sales had offered some relief to European buyers, rapidly filling inventories and record-high shipping costs also reduced the appeal of reshipping fuel, they said.


    Im Prinzip fehlt uns aktuell die Kapazität mehr Erdgas zu speichern, aber die wird schneller wieder frei als uns lieb ist und dann bräuchten wir auch wieder mehr Flüssigerdgas zum Beispiel über China.

  • Aktuell fallen die Preise trotzdem signifikant:



    https://www.theice.com/product…res/data?marketId=5439161


    Im Spot kostet Gas "nur" noch 70€/MWh. Die milden Temperaturen und die hohen Gasspeicherstände machen es möglich.


    Interessant fand ich diese Meldung:


    Das heißt, dass viele Marktakteure entweder im Spotmarkt ihr Glück versuchen wollen, oder sich nicht sicher darüber sind, ob Sie im kommenden Jahr überhaupt Strom und Gas abnehmen wollen. 50% weniger OTC, heißt 50% weniger festpreisgebundene Verträge, wenn nicht irgendwelche PPAs diesen Handel ersetzt haben. Zwei Dinge leiten sich daraus für mich ab:


    1. Eine enorme Unsicherheit bei den Marktakteuren. Ich könnte jetzt gar nicht mehr einschätzen wohin die Reise hier überhaupt noch geht. Es wurden ja nicht nur Strom- und Gasmengen nicht GEKAUFT, es wurden ja auch durchaus vorhandene Strom- und Gasmengen nicht VERKAUFT.

    Der von Hohli ins Forum gebrachte Betrieb steht da als ein Vertreter von vielen. Auch die werden mit Sicherheit noch keinen Strom- bzw. Gasvertrag in diesem Jahr für das kommende Jahr geschlossen haben. Aktuell scheinen alle mal abzuwarten was unseren Politikern noch so einfällt. Mit dem 1. Januar fällt dann "der Hammer" und man wird sehen wie sich Angebot und Nachfrage so austarieren lassen (meine naive Vorstellung).

    Aktuell übernehmen die Bären das Ruder. Noch 2 Wochen die gleiche Richtung und wir können von einer "Entspannung" reden.


    2. Die Krise wird Spuren hinterlassen. Ein derartiges Marktverhalten offenbart einen massiven Vertrauensverlust in den Energiemarkt und auch in den Wirtschaftsstandort als solchen. Hier möchte ich wirklich von einem Bruch reden. Dabei müssen die Folgen nicht ausschließlich negativ sein. Man kann schließlich auch davon ausgehen, dass bspw. Energie eingespart wurde und dass Akteure auf andere Quellen umstiegen; sei es Heizöl oder erneuerbare (PV-Strom auf dem Dach selber genutzt).


    Ich kann nur mutmaßen, aber ein kalter Winter in Verbindung mit einer solchen Beschaffungssituation, könnte für viele das Aus bedeuten. Ein milder und windiger Winter sollte hingegen die Krise vorerst runterkochen.

  • In meiner Heimat laufen diesem Laden hier übrigens die ausländischen Kunden weg:


    https://www.ksta.de/region/eus…9979488?cb=1665996996419&

    Zitat

    Kritik an Gesetz und Abhängigkeit von Russland


    Stattdessen müsse die Politik beim Strom weg vom Preisbildungsgesetz. Aktuell richtet sich der Strompreis nach dem teuersten Erzeuger – und das ist Strom aus Gas. Kritik übt er auch an der Abhängigkeit von Russland: „Als Geschäftsführer eines Unternehmens würde ich keine so einseitige Lieferabhängigkeiten eingehen.“ Denn es geht ja nicht nur um die Kosten für Gas. Es geht ja auch um die Frage, ob das Gas überhaupt verfügbar ist: „Wenn wir in einer Mangellage sind, bestimmt die Bundesnetzagentur, wer Gas bekommt.“


    Das hat sich wirklich als Mythos rausgebildet. Deutschland hat innerhalb der einfachen Möglichkeiten an Erdgas zu kommen diversifiziert. Bevor die Niederländer die Produktion eingestellt haben, kam Pipelinegas zu ähnlichen Teilen aus Norwegen, Russland und den Niederlanden. Die fehlende Flüssigerdgas-Importinfrastruktur könnte man als Versäumnis sehen, aber so wie sich andere Länder darauf verlassen haben, dass sie russisches Pipelinegas auf dem Spotmarkt kaufen können, wenn sie es nicht mehr direkt kaufen wollen, haben wir uns darauf verlassen Flüssigerdgas auf diesem Wege zu kaufen und das hat ja auch tatsächlich funktioniert. Genaugenommen haben wir vermutlich gar nicht erst daran gedacht, uns darauf verlassen zu müssen, aus dem gleichen Grund warum diese Infrastruktur in Deutschland kaum entstanden ist, Flüssigerdgas konnte preislich einfach nicht mit dem Pipelinegas mithalten, hätte also subventioniert werden müssen. Und das ergibt eigentlich nur Sinn, wenn man vor hatte in einen größeren Konflikt mit Norwegen oder Russland zu geraten. Und letzteres haben sich zwar viele von uns gewünscht, aber hatten wir eigentlich nicht vor.


    Alles darüberhinaus ist dann nicht mehr einfach. Etwa das Süd-Pars-Gasfeld im Persischen Golf, das auch für potentiellen europäischen Verbrauch entwickelt werden sollte. Da hat im Prinzip die Auseinandersetzung zwischen Iran, Israel und USA und die entsprechenden Sanktionen seit vielen Jahren Fortschritte verhindert. Um westafrikanische Quellen anzuzapfen, war es vielleicht keine gute Idee die Sicherheitslage in Nordafrika, insbesondere Libyen, so zu destabilisieren. Gut, man hätte halt auch noch Fracking an diversen Orten Europas zulassen können.


    Schließlich diversifiziert hieße, dass Russland trotzdem mit im Mix drin ist. Und selbst wenn wir noch ein, zwei weitere große Lieferanten hinzunehmen, wäre ein Komplettausfall eines Viertels immer noch spürbar. Was die russischen Gasimporte vorallem geleistet haben, war relativ niedrige Preise zu ermöglichen. Ein Mix, in den man etwa Flüssigerdgas bewusst mit reingenommen hätte, hätte dieses Preisniveau nicht geliefert.


    Ein wirkliches Versäumnis war es die irgendwann sowieso nötigen Alternativen zur Erdgasförderung nicht schneller zu entwickeln.

  • Nun die Betriebskosten werden hochgegangen sein wie für alles andere auch. Gleichzeitig ist das ein Handelssegment, das durch die aufkommenden Rezessionen in verschiedenen Ländern bisher nicht in der Nachfrage beeinträchtigt ist. Die Flüssigerdgastanker dürften weltweit ausgelastet sein. Das spricht zusammen für steigende Preise.


    Für Schiffe die aus Ostasien kommen müssten, kann sich durch die aktuell gesunkenen Preise in der EU, die längere Strecke vielleicht auch deswegen weniger lohnen. Ich vermute allerdings, dass das von der Differenz im Kaufpreis des Flüssigerdgases immer noch erschlagen wird. Müsste man sich aber die Kalkulation anschauen.

  • Das hat sich wirklich als Mythos rausgebildet. Deutschland hat innerhalb der einfachen Möglichkeiten an Erdgas zu kommen diversifiziert.

    Das schon, aber die Möglichkeiten der Stromerzeugung haben wir nicht diversifiziert. Die 30% Atomstrom kämen uns heute gut zu pass. Wenigstens hätten wir genug Kraftwerke in Reserve halten müssen, die Kohle und Öl verbrauchen, dass wir notfalls auf Gas verzichten können zur Stromerzeugung. Da wir keine Diskussion haben, die still gelegten Kohlekraftwerke wieder anzuwerfen, nehme ich an, die hat man einfach abgerissen.

  • Das schon, aber die Möglichkeiten der Stromerzeugung haben wir nicht diversifiziert. Die 30% Atomstrom kämen uns heute gut zu pass. Wenigstens hätten wir genug Kraftwerke in Reserve halten müssen, die Kohle und Öl verbrauchen, dass wir notfalls auf Gas verzichten können zur Stromerzeugung. Da wir keine Diskussion haben, die still gelegten Kohlekraftwerke wieder anzuwerfen, nehme ich an, die hat man einfach abgerissen.


    Du stehst auf Kerntechnik oder? Und es gehen doch die ganze Zeit Kohlekraftwerke wieder an Netz?


    https://www.swr.de/swraktuell/…-wieder-ans-netz-100.html

    https://www.handelsblatt.com/u…-in-betrieb/28563814.html

    https://www.handelsblatt.com/u…trieb-gehen/28717510.html

    https://www.mdr.de/nachrichten…rve-jaenschwalde-100.html

  • Die Türkei spielt auf allen Seiten, Respekt!


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