"Wirtschaftsbriefing" mit Maurice

  • Wenn die Ausgaben von jemandem die Einnahmen eines anderen sind.

    Wie kann dann die Wirtschaft Global gesehen wachsen?

    Unter Strich kann es doch dann kein Wachstum geben.


    Lg

    Deine Beobachtung ist korrekt. Die bürgerliche Ökonomie, wozu auch die MMT gehört, behauptet, dass es in unserer Wirtschaftsordnung, dem Kapitalismus, einen Äquivalententausch bei wirtschaftlichen Transaktionen gibt. Das heißt, der Arbeiter verdient genau den Lohn, den er Wert ist, Waren kosten genau das, was sie Wert sind, usw. Wenn das so wäre wie behauptet, wieso existiert dann eigentlich so eine massive Vermögens- und Einkommensungleichheit? Wieso gibt es in einer Klasse Wachstum und in einer anderen Klasse Stagnation oder Niedergang? Die Lösung ist, dass es sich bei den Transaktionen eben nicht um einen Äquivalententausch handelt. Der Arbeiter verdient zwar einen Lohn, aber dieser Lohn liegt immer unter dem eigentlichen Wert, den der Arbeiter durch seine Arbeit geschaffen hat. Die Differenz zwischen dem vom Arbeiter geschaffenen Wert und seinem Lohn, ist der Mehrwert und der wird am Markt veräußert in Warenform und fließt in das Eigentum des Arbeitgebers. Der Arbeitgeber hat mehrere Möglichkeiten den Mehrwert weiter zu investieren. Entweder er behält einen Teil für sich oder er investiert ihn in z. B. technologische Innovation oder aber auch in Immobilien, Aktien usw. An diesem System ändert auch nichts was Marx "tricks of circulation" genannt hat, d. h. im Kontext der MMT das Drucken von Geld. Es ändert nichts an den sozialen Verhältnisse in der Produktion. Vielleicht wird die MMT irgendwann mal kurz vor dem Faschismus eingeführt, bevor das System zusammenbricht. Aber angesichts der geforderten Jobgarantie nur mit größtem Widerstand des Kapitals und ihrer Ideologen. Also die Situation muss dann schon sehr schlimm sein. Weil eine Jobgarantie die Verhandlungsmacht der Arbeiter erhöht. (keine angst mehr vor jobverlust)

  • Damit will ich aber nicht sagen, dass ich das Wirtschaftsbriefing nicht gut finde. Gefällt mir super. Und gegen Reformen, die das Leben von Menschen besser machen hab ich natürlich auch nichts. Und die Schuldenbremse und Schwarze Null ist auch nur eine Form von Ideologie.

  • Tilo

    Hat den Titel des Themas von „"Wirtschaftsbriefing" mit Maurice Höfgen“ zu „"Wirtschaftsbriefing" mit Maurice“ geändert.
  • Ich hätte 2 Fragen, als Anregung für die nächste Folge:

    - Was bedeutet die Börse Makroökonomisch gesehen und welche Vor- und Nachteile ergeben sich (sozial, Produktivität, Effizienz, Gewinnmaximierung,...)?

    - Wie kann man nicht monetäre Wohlstandsfaktoren in die Wirtschaft einbauen, die in Richtung Gemeinwohl gehen (Klima, Zeitwohlstand, Gerechtigkeit, Kriminalität, Gesundheit, Naturschutz, Müll,...)

  • - Wenn man jetzt theoretisch sehr vielen Menschen eine Ausgleichszahlung geben würde, würde es die Preise nochmal steigen lassen, weil dann die Nachfrage wieder "normalisiert" wird, oder hätte es keinen so großen Einfluss wenn man nur 20% der unteren Einkommen entlasten würde?


    - Wie könnte man auch Leute dazu bewegen Energie einzusparen, die es eigentlich finanziell nicht müssten? Oder anders: haben höhere Preise eine Lenkungsrichtung für alle Teile der Bevölkerung oder hauptsächlich für die unteren Einkommen?


    - Wie kann man die in der letzten Live-Diskussion besprochenen nicht monetären "Wachstumsziele" in die Wirtschaft implementieren? Würde so etwas durch steuern gelenkt werden? Würde das dann einfach bedeuten, dass die die dem Gemeinwohl dienen auch mehr (monetäre) Vorteile hätten -> Wäre das nicht wieder Geldwachstum oder verdrehe ich da was?

  • MauriceHoefgen

    du sagtest das harz 4 Empfänger gas (heizung) und strom eh bezahlt bekommen. finde es traurig das du das neoliberale narativ einfach so weitergibst. es stimmt einfach nicht. beim heizen wird ein angemessener betrag vonm jobcenter übernommen. wie der berechnet wird ??? das weiss nur der jobcenter.

    auch sagtest du das der Strom übernommen wird und das ist ganz falsch. °

    Es wäre für nicht wenige, auch bzw gerade links-sozial-liberale Ökonomen sehr hilfreich, wenn sie eine längere Weile mal unter solchen Umständen leben müssten.


    Über etwas reden oder etwas wirklich kennen - Zwei sehr unterschiedliche Paar Schuhe. Auch wenn man sich sehr viel Mühe gibt, äusserliche das Eine dem Anderen ähnlich wirken zu lassen.

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