Textesammlung

  • Ich finde, es wurde ein paar Gedanken aus dem Text durchaus liegen lassen und man sollte "Das Recht auf Faulheit" eben nicht (nur) als marxistische Analyse lesen, sondern eher als (durchaus moralisch aufgeladenes) Pamphlet und wirklich von jemanden sehr trotzigen und mit sehr übertriebenen Standpunkt.

    Also ich kann Herrn Schmitts Fazit, die (individualisierte) Moral sei in analytischen Fragen wenig hilfreich nur zustimmen.

  • Im Anhang Althusser - Über die Reproduktion, Kapitel 2:

    Inhaltsverzeichnis:



    Das Kapitel ist wie eine gute und sehr verständlich geschriebene Einführung zur Produktionsweise des Kapitalismus auf soziologischer Ebene (Kapitalist, Arbeiter, Lohn usw.) auf nur 24 Seiten. Althusser schreibt allgemein sehr verständlich. Jedem kann ich auch das ganze Buch als Einführung zu den grundlegenden Ideen von Marx empfehlen. (neben zb Gerald Cohens Marx's Theory of History, analytischer Marxismus)


    Leider musste ich das PDF zweimal komprimieren, da man hier nur 1 MB große Dateien hochladen kann, aber ist trotzdem gut lesbar IMO.


  • https://twitter.com/Natascha_S…tatus/1446943682649853954


  • https://twitter.com/Natascha_S…tatus/1446943682649853954

    Haha sehr gut 👍


  • https://www.youtube.com/watch?v=YcgtMeZag7w


    Ich finde, es wurde ein paar Gedanken aus dem Text durchaus liegen lassen und man sollte "Das Recht auf Faulheit" eben nicht (nur) als marxistische Analyse lesen, sondern eher als (durchaus moralisch aufgeladenes) Pamphlet und wirklich von jemanden sehr trotzigen und mit sehr übertriebenen Standpunkt.

    https://www.goodreads.com/book…4-laziness-does-not-exist


    Passend dazu Devon Price, Laziness does not exist:


    From social psychologist Dr. Devon Price, a conversational, stirring call to “a better, more human way to live” (Cal Newport, New York Times bestselling author) that examines the “laziness lie”—which falsely tells us we are not working or learning hard enough.



    Extra-curricular activities. Honors classes. 60-hour work weeks. Side hustles.



    Like many Americans, Dr. Devon Price believed that productivity was the best way to measure self-worth. Price was an overachiever from the start, graduating from both college and graduate school early, but that success came at a cost. After Price was diagnosed with a severe case of anemia and heart complications from overexertion, they were forced to examine the darker side of all this productivity.



    Laziness Does Not Exist explores the psychological underpinnings of the “laziness lie,” including its origins from the Puritans and how it has continued to proliferate as digital work tools have blurred the boundaries between work and life. Using in-depth research, Price explains that people today do far more work than nearly any other humans in history yet most of us often still feel we are not doing enough.



    Filled with practical and accessible advice for overcoming society’s pressure to do more, and featuring interviews with researchers, consultants, and experiences from real people drowning in too much work, Laziness Does Not Exist “is the book we all need right now” (Caroline Dooner, author of The F*ck It Diet

  • Bürgertum im 19. Jahrhundert. Band 1: Einheit und Vielfalt Europas. 265 Seite, 57 MB, 1995, Sammelband (Aufsatzsammlung von verschiedenen Autoren)


    https://digi20.digitale-sammlu…ay/bsb00044682_00001.html


    Aus dem Vorwort:


    Im letzten Jahrzehnt ist die historische Bürgertumsforschung zu einem Wachstumssektor geworden, dessen zahlreiche Forschun-gen und neuen Ergebnisse unser Bild von der deutschen Geschich-te in Europa im 19. und 20. Jahrhundert erheblich verändern. Das Untersuchungsgebiet ist weiter in Bewegung. Es findet breites Interesse, nicht nur bei Wissenschaftlern, Lehrern und Studenten, sondern auch beim nicht-spezialisiertem Publikum.

    Der besondere Reiz der neueren Bürgertumsgeschichte liegt sicher zum Teil dann begründet, daß es ihr gelungen ist, her-kömmliche Sozialgeschichte mit neuerer Kulturgeschichte zu ver-binden und dabei den Anschluß an die großen Fragen der Wirt-schafts- und Politikgeschichte - Industrialisierung, Kapitalismus, Demokratisierung, deutscher »Sonderweg«, Einheit und Vielfalt Europas - nicht zu verlieren. Die Geschichte der Bürger hat viel zur Geschichte der sozialen Ungleichheit wie auch zur Geschlech-tergeschichte beizutragen. Sie geht in die Geschichte der bürgerli-chen Gesellschaft über und mündet damit in die Diskussion grundsätzlicher Fragen der Gegenwart ein. Denn als »Bürgerge-sellschaft« oder »civil society« stellt das bürgerliche Projekt ein bis heute nirgends voll eingelöstes Versprechen dar, das seine kultu-relle und politische Anziehungskraft nicht verloren hat. Gleichzei-tig bündeln sich in der aus vielen Richtungen kommenden Kritik an Bürgertum, Bürgerlichkeit und bürgerlicher Gesellschaft oft grundlegende Einwände gegen die dunklen Seiten der Moderni-sierung westlichen Zuschnitts.

    Die hier veröffentlichten Beiträge behandeln vor allem das 19. Jahrhundert, das zu Recht oft als das »bürgerliche« bezeichnet wird. Sie befassen sich mit der kleinen Minderheit - je nach Defini-tion nur etwa 5 bis 15 Prozent der Bevölkerung -, die dieses Jahr-hundert mehr als jede andere Sozialformation prägte, in Wirt-schaft, Wissenschaft und Kultur, in der Form des Familienlebens, in der Lebensweise überhaupt, auf dem Gebiet der Moral, biswei-len sogar in der Politik. Es geht um Kaufleute, Bankiers und Fabrikunternehmer, um Ärzte, Anwälte, Professoren und Beamte, nur am Rand um das große Kleinbürgertum der Handwerker, Kleinhändler und Angestellten. Gefragt wird nach ihrem Verhält-nis zu anderen sozialen Klassen und Gruppen, vor allem zum Adel und zu den unteren Schichten, einschließlich der Arbeiter-7 schaft. Was hielt das Bürgertum als solches zusammen, worin bestand seine Kraft und wie gestalteten sich Aufstieg und Abstieg des Bürgertums im Zeitverlauf? Die Einleitung erweitert das Blickfeld bis an unsere Gegenwart heran. Die deutsche Entwick-lung steht im Vordergrund des Interesses. Inwiefern glich das deutsche Bürgertum den Bürgertümern in anderen europäischen Ländern? Wodurch unterschied es sich? Einzelne Beiträge berich-ten im Überblick über die Geschichte der Bürger in England, Frankreich, Italien, Österreich, Ungarn und der Schweiz. Andere vergleichen.

    Die folgenden Beiträge sind ursprünglich aus einer Forschungs-gruppe hervorgegangen, die ein Jahr lang (1986/87) am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld arbeitete. Die Ergebnisse wurden veröffentlicht: Bürgertum im 19.Jahrhundert. Deutschland im europäischen Vergleich, hg. v.

    Jürgen Kocka und Ute Frevert, 3 Bände, München (dtv) 1988. Es folgten Ausgaben in Auswahl auf italienisch (Borghesia europee dell'ottocento, hg. v. A. M. Banti, Venedig 1989) und englisch (Bourgeois society in nineteenth-century Europe, Oxford 1993).


    Eine französische Teilausgabe ist in Vorbereitung. Von diesem Werk sind vielfältige Anstöße auf die historische Bürgertumslor-schung ausgegangen.

  • Hab das erste Kapitel gelesen und bin sehr begeistert 👌Die These des Buchs ist (soweit), dass die Menschheitsgeschichte und der Mensch viel komplexer ist als nur eine der beiden Möglichkeiten der Menschenbilder von Roussaeu (edle und egalitäre wilde) und Hobbes (bellum omnium contra omnes). Im ersten Kapitel fand ich die Seiten interessant über den Fakt, dass viele der von den Ureinwohnern von den Kolonien in den USA entführten Siedlern, nachdem sie von ihren Familien wiedergefunden wurden, sich geweigert haben zurück in die "Zivilisation" nach England zu gehen, oder sogar von dort aus wieder zurück zu den Ureinwohnern geflohen sind. Dazu gibt es einige Berichten, fast alle dieser Entführten sind geblieben oder zurück. Das sagt ja schon einiges aus.

  • Hab das erste Kapitel gelesen und bin sehr begeistert 👌Die These des Buchs ist (soweit), dass die Menschheitsgeschichte und der Mensch viel komplexer ist als nur eine der beiden Möglichkeiten der Menschenbilder von Roussaeu (edle und egalitäre wilde) und Hobbes (bellum omnium contra omnes). Im ersten Kapitel fand ich die Seiten interessant über den Fakt, dass viele der von den Ureinwohnern von den Kolonien in den USA entführten Siedlern, nachdem sie von ihren Familien wiedergefunden wurden, sich geweigert haben zurück in die "Zivilisation" nach England zu gehen, oder sogar von dort aus wieder zurück zu den Ureinwohnern geflohen sind. Dazu gibt es einige Berichten, fast alle dieser Entführten sind geblieben oder zurück. Das sagt ja schon einiges aus.

    Man sagt Ureinwohner nicht mehr, weil quasi ziemlich direkt gesagt wird, dass diese Völker aus der Urzeit stammen, worin sich nicht nur Eurozentrismus, sondern auch Rassismus hinter verbirgt.

  • https://twitter.com/St_Kroll/status/1451599852710866954

  • Mir egal, was diese Einzelmeinung sagt. Kein Mensch verbindet Ureinwohner mit uralte Einwohner, sondern mit ursprüngliche Einwohner.


    Zu dem Buch:


    Falls sich jemand wundert, weil der gute David Graeber leider frühzeit gestorben ist: Das Buch wurde drei Wochen vor seinem Tod fertiggestellt mit Co-Autor David Wengrow. In der Einführung steht, dass beide zusammen seit über 10 Jahren daran geschrieben haben und viele Ideen in dem Buch auch Grundlage für Seminare an der Uni waren.


    Und nochmal zur These des Buch: Die Idee ist, dass die Aufklärung und Vorstellungen von Demokratie und vor allem von sozialer Ungleichheit/sozialer Gerechtigkeit eigentlich von Intellektuellen aus Amerika kommen, die die Intellektuellen in Europa stark beeinflusst haben. Der Grund, warum es diesen Einfluss gab, war weil die Siedler häufig in Kontakt mit den amerikanischen Einwohnern waren und diese Einwohner eben noch in einer ganz anderen Form von egalitärer Gesellschaft gelebt haben (Jäger und Sammler ähnlich). Und die Kritik dieser egalitären Gesellschaften an der Lebensform der Siedler in Amerika hat erst die Diskussion über Ungleichheit und Freiheit in Europa ausgelöst, wurde aufgenommen und darüber diskutiert. In Europa waren diese Ideen vorher eigentlich undenkbar, weder gab es ein Konzept von Ungleichheit oder Demokratie im Mittelalter noch in der Antike (ungleichheit war so akzeptiert und wurde nicht hinterfragt, man war feindlich gegenüber demokratie). Damit fällt die Behauptung, unsere sogenannte Werte stammen aus dem antiken und christlichen Abendland, sondern kommen von einer Kritik von egalitären Gesellschaften an unserem Lebensstil. Und es sei eben genau dieses Bild, dass sich in letzten Jahren in der Anthropologie und anderen Gesellschaftswissenschaften herausgestellt hat, aber nur zögerlich verbreitet wird. Das jedenfalls soweit ich gelesen hab.

  • Mir egal, was diese Einzelmeinung sagt. Kein Mensch verbindet Ureinwohner mit uralte Einwohner, sondern mit ursprüngliche Einwohner.

    Das weißt du doch nicht. Die beschriebene Konnotation war eher, dass diese Einwohner eine Lebensweise pflegten wie aus der Urzeit im Gegensatz zu einer europäischen Zivilisation/Hochkultur. Nur damit man das mal gehört hat. Im Kontext zu dem Thema ist das vlt ganz interessant.

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    In Europa waren diese Ideen vorher eigentlich undenkbar, weder gab es ein Konzept von Ungleichheit oder Demokratie im Mittelalter noch in der Antike (ungleichheit war so akzeptiert und wurde nicht hinterfragt, man war feindlich gegenüber demokratie). Damit fällt die Behauptung, unsere sogenannte Werte stammen aus dem antiken und christlichen Abendland, sondern kommen von einer Kritik von egalitären Gesellschaften an unserem Lebensstil. Und es sei eben genau dieses Bild, dass sich in letzten Jahren in der Anthropologie und anderen Gesellschaftswissenschaften herausgestellt hat, aber nur zögerlich verbreitet wird. Das jedenfalls soweit ich gelesen hab.

    Das ist natürlich eine Provokation. Muss mir selbst mal durchlesen, wie genau er das gemeint hat bzw. herleitet, weil in der gesamten GeWi sucht man nach den Ursprüngen der Demokratie. Es kann ja auch sein, dass die amerikanischen Intellektuellen dort sehr stark projektzierten und eben die indigene Bev. mystifizierten.


    In Aristoteles Geschichte von Athen ist soziale Ungleichheit quasie das erste Thema, was dann über Umwegen (in Verbindung damit, dass ath. Krieger mehr Rechte haben wollten) zu den Reformen von Drakon geführt haben soll oder eben Solon, Kleisthenes (kommt nat. darauf an, was genau Gaeber meint, dass es nicht hinterfragt wurde). Im Mittelalter sagt man gerne, dass es das Konzept der konsensualen Herrschaft gibt, wodurch Herrschaft ausgehandelt wurde und gerade in Städten die Wirtschaft und die Stadtbevölkerung stark mitbestimmte.


    Zur Zeiten der Aufklärung gabe es eher so Berichte von George Forster, wo dann auch eher die Einwohner positiv mystifiziert werden, davor eher Berichte, die durchaus negativ mystifiziert und eben auch rass. aufgeladen.

    kA, würde eher sagen, dass erst in der ersten Häfte/in der Mitte des 20.Jh. es bspw. mit Claude Levi-Strauss, Pierre Bourdieu usw. es wirklich brauchbare, nüchterne Berichte gab.Habermas würde natürlich sagen, dass das eher dieser Strukturwandel der Öffentlichkeit war, der dann solche Ideen wie soz. Gleichheit diskutiertbar macht.


    Allgemein sucht man überall (bis zu den größten Diktaturen) den Ursprung der Demokratie. wie eben auch bei Hedwigs Richter "Demokratie. Eine Deutsche Affäre", was imho komplett Banane ist.

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