Textesammlung

  • Kapital und Ideologie, Thomas Piketty.


    Liegt schon seit es erschienen ist hier in meinem Regal🤔 Leider noch nicht die Zeit gefunden, es zu lesen 😑 Aber Kemper hat in einem seiner Videos darauf aufmerksam gemacht, dass Piketty in seinem Buch von Propertarianismus spricht. Mit diesem Begriff beschreibt er eine Bewegung des 18. u. 19. Jahrhunderts, die Ähnlichkeit mit dem Anarchokapitalismus hat, aber im Kontext der französischen Revolution entstanden ist, als die neue Eigentumsordnung kodifiziert wurde. Die ideengeschichtliche Genese der Eigentumsordnung wäre mal sehr interessant. Wie finde ich nur die Zeit für das alles:/holy moly.

  • Es ist doch unfassbar, was Beatrice Webb und ihr Mann alles veröffentlich haben.


    History of Trade Unionism, zwei Bände 900 Seiten.


    Industrial Democracy, 900 Seiten.


    Consumer's Cooperative Movement, 500 Seiten.


    History of English Local Government, 10 Bände 🤔


    Und noch einiges mehr. Auf Wikipedia steht, dass Beatrice und ihr Mann von Beatrices vererbtem Vermögen gelebt haben und sich daher mit ihren Forschungen beschäftigen konnten. Kein Wunder. Ein Arbeiter mit 16 Stunden Arbeitstag kann das natürlich nicht, da bleibt nur Alk und Hahnenkämpfe im nächsten Pub vom Arbeitgeber. Naja, soll jetzt kein Vorwurf sein. Sind ja schon wichtige Arbeiten, später auch bei den Fabianern und im Labour Government, die die geleistet haben.

  • Hab jetzt nochmal die Literatur zur Industrialisierung in England durchgeschaut und eine kleine, natürlich unvollständige, Einführungsbibliographie zusammengestellt.


    The Town Labourer, Hammonds.

    The Village Labourer, Hammonds.

    The Skilled Labourer, Hammonds.

    The Age of the Chartists, Hammonds.


    Am besten immer die neuesten Ausgaben (die aber alle auch schon älter sind).

    Diese vier Bände sind absolute Pflicht. The Skilled Labourer eignet sich vor allem, weil in einzelnen Kapitel auf die Berufsgruppen chronologisch (im Hinblick auf die Gesetzgebung) eingegangen wird, bzw. die Entwicklung dieser Berufsgruppen von ca. 1760 an bis zum Reformation Act 1832 oder ähnliche Zeit (Wolle, Baumwolle, Minen ect. und Untergruppen).

    The Town Labourer ist besonders gut für die Geschichte der Kinderarbeit (auch chronologisch). Wer ein paar Horrorstories über die düstersten Abgründe der Menschheit lesen will, der wird nicht entäuscht werden. In The Village Labourer ist der Schwerpunkt die Einhegung von bäuerlichem Gemeindeland. 12 wichtige Enclosure-Acts sind in dem Buch im Original abgedruckt (transkribiert halt). Age of Chartist hab ich bis jetzt nur mal durchgelesen, aber hab es mir heute im Antiquariat gekauft. Die Chartisten waren die erste selbstbewusste und auch Massen-Arbeiter und Gewerkschaftsbewegung.


    Die Reihenfolge der Bücher ist eigentlich egal, weil bis auf das Buch über die Chartisten, alle im Zeitraum 1760-1832 spielen, nur jeweils mit anderem Subjekt.


    Weitere Einführungen sind:


    Lectures on the Industrial Revolution in England, Toynbee.


    Die erste Studie in der die Industrielle Revolution als eigenes Konzept benutzt wird. Auch gute Übersicht über die Entwicklungen ab 1760.


    The Industrial Revolution 1760 - 1830, T. S. Ashton.


    Noch nicht reingeschaut, wird aber als eines der wichtigsten Bücher gesehen (oft zitiert ect.). Ashton gehört zu den Optimisten, also zu den Forschern, die der Meinung sind, der Lebensstandard wäre, im Vergleich zu früher, gestiegen. Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten, weil zu wenig wirtschaftliche Dokumente zu Arbeit und Bevölkerung überliefert sind. Über die Bevölkerungszahl kann man nur spekulieren, der erste Zensus war 1801.

  • https://www.cambridge.org/core…A1FFD448D9ABB750A722860AF


    The Brenner Debate.


    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Brenner_debate


    Ein Sammelband zu der sogenannten Brenner-Debatte. Ausgelöst durch Robert Brenners Aufsatz Agrarian Class Structure and Economic Development in Pre-Industrial Europe, wurde in den 70igern und 80iger eine neue Debatte zum Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus geführt (anschließend an frühere Debatten dazu). Brenner sieht den Grund für die Entwicklung hin zu selbsterhaltendem Wachstum nicht in der Kommerzialisierung oder im Bevölkerungswachstum (sich oft auf Malthus beziehend), sondern in den sich damals seit dem 16. Jahrhundert veränderten Eigentumsverhältnissen. In Frankreich und Deutschland konnten die Bauern die Enteignung ihres Landes verhindern und stark den Adel in seiner politischen Macht schwächen, was zu einer ganz anderen Entwicklung der Industrialisierung als in England geführt hat, wo weder König noch Bauern die Enteignungsprozesse verhindert haben und der Landadel praktisch allein geherrscht hat. Verschiedene Eigentumsordnungen führen demnach zu verschiedenen Arten von Wachstum.

  • Jemand eine Empfehlung für ein Mittelalter-Buch oder Text?

    solltest du oder jemand anderes sich für ein Thema etwas abseits der Wissenschaft interessieren und mehr der Fantasy, dem geschichten erzählen angetan ist, dem kann ich die japanische, ins englische übersetzte Light Novel (Ōkami to Kōshinryō) bzw Spice And Wolf Empfehlen.

    Vom Goldschmuggel im mittelalter hin zu Spekulationen mit Termingeschäften (Derivaten) über demorage (wertverändernd von Münzen im Mittelalter) hin zu der Erschaffung einer eigenen Währung, Währungskriegen, hin zu den Vorreitern von dem Bankengeschäft den sogenannten Wechseln, hin zu dem Missbrauch von Wechseln ist alles dabei.

    Auch die Kirche als institution spielt eine entscheidende Rolle. Zudem ich habe selber vor ein Buch zu schreiben und mir dazu spice and Wolf als Vorbild zu nehmen. (Obwohl meins in der Deutschen Sprache geschrieben ist.)


    Ich habe schon ein paar Texte gelesen, in denen es um Wirtschaftspolitik im Mittelalter ging und wo ich dann nach dem Lesen von Spice and Wolf dachte, weiß ich doch alles schon.

    Um eine allgemeine Vorstellung von Wirtschaftssystemen verschiedener Zeitalter und deren Auswirkungen eignen sich meiner Ansicht nach wissenschaftliche Texte eher schlechter da diese Zäher sind und man gar nicht wirklich eine Vorstellung davon bekommt was einzelne Handlungen überhaupt für Auswirkungen haben. Nicht gegen Wissenschaft aber zum im Gedächtnis bleiben eignen sich Geschichten eben weitaus besser.


    Zudem die Ideen von Spice and wolf haben sich 3 Bücher zum Vorbild genommen:
    siehe dazu:

    2:07 The Golden Bough
    2:15 Gold & Spices 2:24 Sakuran (for Holos Speech Patterns not for economics)


    Es gibt einen Anime und Manga davon. Ich persönlich stehe der Anime/Manga Kunstform Folgenderweise gegenüber

    1. Es braucht weniger Personen um einen Manga/Anime herauszubringen, dies wiederum führt zu einer größeren Nähe am Originalwerk. Weswegen ich einen guten Anime nahezu immer einer guten serie vorziehen würde.


    2. Man ist nicht an Reale Gebäude/Menschen/Umgebungen/Bühnen etc gebunden und kann daher viel freier Agieren und Gefühle viel besser herüberbringen, die Übertreibung von Gefühlsdarstellungen ist gar ein entscheidender Faktor bei Animes/Mangas.

    3. Man ist nicht groß eingeschränkt in der verwendeten Sprache. Eine Diskussion über die Verwendung von "Gläubiger oder Gläubigerin" komm zum Glück nicht vor. Auch kann man anhand der Reaktionen auf eher für Manche makaber anmutende Szenen sehen, wem es um die richtigen Probleme geht und wer Bloß die Verwendung von Wörtern/Zeichnungen etc verbieten will und so eine generelle Art von Zensur vornehmen möchte. (so gab es etwa eine ziemlich bescheuerte Gender Debatte bei tate no yusha no shield hero, welche meinte man dürfe doch keine frauen zeigen die so tun, als würden sie Vergewaltigt worden sein. Nicht für Ungut aber ja das darf man und dies zu verbieten grenzt an Zensur Fantasien. Es grenzt daran künstler Mundtod zu machen welche ja versuchen etwas Darzustellen. Mich würde mal Interessieren Wie Annalena Baerbock auf so eine Geschichte reagieren würde. Ich würde die Grünen ja öfter wählen aber diese Auswüchse der Sprachzensur, um es mal sehr Polemisch zu formulieren, lassen mich immer wieder zweifeln, ob die Grünen zu wählen wirklich die richtige Wahl war. Ich bin mir sicher, würden sie es lassen hätten sie bestimmt einige % mehr an Stimmen. Sry aber das musste raus, last die künster Künstler sein und schränkt nicht deren künstlerische Freiheit ein. Vor allem, wenn die Autorin dann auch noch eine Frau ist. PS: Merz Politikvorstellungen sind trotzdem Mist.

    4. Die hinterlegte Musik in Animes regt sehr viel stärker an, es gibt Animes, bei denen ich heulen musste oder sehr stark lachen musste, bei Realserien gibt es dies bei mir nicht. Durch die Verwendung der Musik in Kombination mit Bildern kommen bei mir sehr viel mehr Gefühle hervor.

    Negatives ergänze ich nach dem Essen.

    EDIT (Negatives):


    1. Die Produktionskosten eines Animes sind weit niedriger, leider ist die Bezahlung auch niedriger als etwa von schauspielern, generell ist die Bezahlung niedriger und es wird häufiger was aber denke ich ein generelles Problem ist, das adaptiert was billig produziert ist und wo man selbst Erfahrungen hat. So um das mal übertrieben zu sagen kann man jede neue Season erstmal 90 % der Werke ignorieren. (ganz besonders ist hier die Kombination Ecchie Harem school zum Ignorieren zu nennen.)
    Auch wenn vieles billig Produktionen sind, gibt es eben auch genügend ausnahmen, diese Ausnahmen gilt es zu finden.


    2. Viele animes sind unabgeschlossen und dienen teilweise wie eine Art Werbung zum Lesen der Light Novel. Bei Spice and Wolf habe ich etwa die LN, nach dem Schauen des Animes ab dem Punkt wo der Anime aufhört gelesen und es nicht bereut. Der Anime ist wirklich sehr nahe am original. Ganz besonders interessant war hier die Ausnutzung der Funktionen eines Wechsels (die Vorläufer von unserem Bankensystem).


    PS: Ich suche noch immer nach etwas vergleichbaren im Serienbereich, konnte aber bis jetzt nichts finden. Aufgrund der oben genannten Punkte ist die Chance auf Einzigartigkeit im Animebereich höher als etwa im Serienbereich. Filme gucke ich nicht, wozu auch, sind diese doch zu kurz um eine tiefergehende Story erzählen zu können.

  • https://www.nyu.edu/projects/ollman/docs/di_ch08.php


    Über die Methode von Marx, Geschichte "rückwärts" zu untersuchen. Marx verwendete nicht die typische historische Methode, die in der Vergangenheit anfängt und von dort aus chronologisch in die Gegenwart gelangt. Marx hat Geschichte unter dem Aspekt von Resultat und Grundbedingung gesehen. Wenn ich einen Holztisch habe und seine Geschichte aufschreiben will, dann fange ich nicht mit Baum, Sägewerk, Schreiner, Verkauf an, sondern ich schaue mir an, welche Strukturen es geben muss, dass es überhaupt Holztische gibt (z. B. Arbeiter, die den Baum fällen, Unternehmen, das den Tisch verkauft, Menschen, die Geld haben, um den Tisch zu kaufen usw.) 🤔

  • https://www.nyu.edu/projects/ollman/docs/di_ch08.php


    Über die Methode von Marx, Geschichte "rückwärts" zu untersuchen. Marx verwendete nicht die typische historische Methode, die in der Vergangenheit anfängt und von dort aus chronologisch in die Gegenwart gelangt. Marx hat Geschichte unter dem Aspekt von Resultat und Grundbedingung gesehen. Wenn ich einen Holztisch habe und seine Geschichte aufschreiben will, dann fange ich nicht mit Baum, Sägewerk, Schreiner, Verkauf an, sondern ich schaue mir an, welche Strukturen es geben muss, dass es überhaupt Holztische gibt (z. B. Arbeiter, die den Baum fällen, Unternehmen, das den Tisch verkauft, Menschen, die Geld haben, um den Tisch zu kaufen usw.) 🤔

    An sowas dachte ich auch mal. Aber ist Geschichte nicht immer eine Erzählung darüber, wie die Gegenwart zustande gekommen ist? Deswegen war das Fach auch sehr legitimatorisch in Kaiserzeit und Drittem Reich und hat 1968 sehr viel Kritik von den Studentenprotesten bekommen.

  • G. A. Cohen, Karl Marx's Theory of History. A Defence.


    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Analytical_Marxism


    Cohen wird dem analytischen Marxismus zugerechnet. In dem Buch wird sehr konkret eine Theorie des Historischen Materialismus entworfen, die auch nicht unbedingt mit den Modellen von Marx übereinstimmt bzw. auch aus Gründen absichtlich davon abweicht. Es ist aber schon sehr konkret. So gut wie alles ist klar definiert. Solche soziologischen und historischen Theorien haben natürlich immer ihre Problem. Aber wegen der Darstellung kann man schon einige zu Marx lernen.

  • G. A. Cohen, Karl Marx's Theory of History. A Defence.


    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Analytical_Marxism


    Cohen wird dem analytischen Marxismus zugerechnet. In dem Buch wird sehr konkret eine Theorie des Historischen Materialismus entworfen, die auch nicht unbedingt mit den Modellen von Marx übereinstimmt bzw. auch aus Gründen absichtlich davon abweicht. Es ist aber schon sehr konkret. So gut wie alles ist klar definiert. Solche soziologischen und historischen Theorien haben natürlich immer ihre Problem. Aber wegen der Darstellung kann man schon einige zu Marx lernen.

    Hab das Buch jetzt teilweise gelesen. Ich kann es Einsteigern empfehlen. Der Historische Materialismus wird sehr konkret dargestellt und Begriffe definiert. Cohen hat natürlich seine eigene Interpretation von Marx, aber ich denke, es ist einfacher, vom Konkreten ins Abstrakte oder ins Allgemeine zu denken. Hat man erstmal eine konkrete und gut definierte Vorstellung der Konzepte, kann man leichter auf andere Interpretationen abstrahieren. Cohen benutzt Techniken der analytischen Philosophy. Viele Argumente haben diese Form:


    Interpretation A

    Interpretation B


    A ist plausibler als B aus dem und dem Grund.


    Produktionsverhältnisse:

    ...ist Sklave von...

    ...ist Diener von...

    ...ist Grundherr von...

    ...ist Arbeitgeber von...

    usw.


    Eigentumsverhältnisse:


    X besitzt o ganz.

    X besitzt einen Teil von o.

    X besitzt teilweise einen Teil von o.

    usw.


    Also diese Form von Argumenten benutzt er. Oft muss man aber auch sehr genau lesen, um den Argumenten zu folgen, aber alles kein Hexenwerk.

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