Textesammlung

  • Im Buch heißt es, dass aufgrund der Entdeckung dieser fremden Kulturen und ihren egalitären und "primitiven" (aus Sicht der Kolonisten) Gesellschaften, es zu Diskussionen in Europa darüber gekommen ist, wie wohl der Mensch in diesem "Urzustand" (state of nature) genau war. Dabei waren dann Hobbes (Krieg jeder gegen Jeden) und Rousseau (edle Wilde) wichtig. Später wurden dann Berichte über das Wendat-Volk von jesuitischen Missionaren in Neu-Frankreich und vor allem der Text von Lahontan, der beim französichen Militär zu der Zeit war und in Neu-Frankreich aktiv war, in Frankreich veröffentlich. In den Berichten und in dem Text wurde über die indigene Bevölkerung berichtet und auch deren Meinung über die Missionare und deren Lebensstil wiedergeben. Und ihre Meinung war von solcher grundlegender Kritik an der europäischen Zivilisation, dass die Veröffentlichungen eine Diskussion unter den Intellektuellen in Frankreich und bei den Denkern der Aufklärung ausgelöst haben, sich diese Denker in ihren Schriften aber immernur indirekt auf die Äußerungen der indigenen Bevölkerung als Quelle beziehen, Beispiel ist Rousseau mit seinem Second-Discours of Inequalty. Die Indigenen kritisierten das Christentum, Geldwirtschaft, Egoismus, Unterwürfigkeit, Königherrschaft, Existenz von Armut, Macht durch Besitz von Eigentum usw. Das war zur Zeit der Industrialisierung, wo Lohnarbeit, Kapitalismus und viele neue Hierarchien entstanden sind.


  • Das war natürlich etwas voreilig damit, dass ich gesagt habe, die These des gesamten Buchs wäre, dass die europäische Kultur in der Neuzeit von der indigenen Bevölkerung aus den USA kommt, das ist ein ein Kapitel davon😄

    Die These des Buchs ist, dass Menschen im Grunde Anarchisten sind.

  • Da ich mich derzeit wieder mit Konsumkultur beschäftige, hier mal ein Zitat aus Wikipedia von dem Artikel eines sehr einflussreichen Marktpsychologen, der die Werbeindustrie beeinflusst hat:



    Ernest Dichter:


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ernest_Dichter


    Ernest Dichter (14 August 1907 in Vienna – 21 November 1991 in Peekskill, New York) was an American psychologist and marketing expert known as the "father of motivational research." Dichter pioneered the application of Freudian psychoanalytic concepts and techniques to business — in particular to the study of consumer behavior in the marketplace. Ideas he established were a significant influence on the practices of the advertising industry in the twentieth century. Dichter promised the "mobilisation and manipulation of human needs as they exist in the consumer".

    As America entered the 1950s, the decade of heightened commodity fetishism, Dichter offered consumers moral permission to embrace sex and consumption, and forged a philosophy of corporate hedonism, which he thought would make people immune to dangerous totalitarian ideas.[1]


    Tja. Das gemeine Arbeitsviech darf bloß nicht anfangen, sich mit Ideen zu beschäftigen, die es womöglich aus dem allgemeinen tagtäglichen Hamsterrad befreien könnte. Sonst wäre ja der Kapitalismus als einzige Möglichkeit über sich und seine Umwelt nachzudenken und sich den Herren der Industrie weiter zu unterwerfen gefährdet. 🥴 Dann lieber einlullen mit Konsumwahn. Ist eh günstiger als früher, wo man streikenden Arbeitern noch mit dem Knüppel den Schädel eingeschlagen hat. Die schönen alten Zeiten, in denen man es Arbeitern verboten hat, sich zusammenzuschließen sind ja leider vorbei😢

  • Ein paar gute Bücher zur Geschichte des Konsums von Frank Trentmann :


    Herrschaft der Dinge. Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute. (über 1000 Seiten)


    The Making of the Consumer: Knowledge, Power and Identity in the Modern World.


    Soweit ich die Rezensionen auf hist-soz gelesen hab, ist Trentmann zwar kein Antikapitalist, aber marktliberalen Ideen skeptisch gegenüber.


    Ein anderes Buch, das darlegt, wie Marktpsychologen wie Ernest Dichter und Co. mit ihren Techniken die Massen zum Konsum hin manipulieren wollten, ist:


    The Hidden Persuaders, Vance Packard.


    Das Buch hat in den 60igern, als Ernest und Co. ihre Ideen verbreitet und an konkreten Projekten mitgearbeitet haben, stark rezepiert als Kritik an diesen Methoden.

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