#537 - Richard David Precht returns

  • Hey Leute, ich dachte hier werden einzelne Zitate von Precht zitiert und differenziert diskutiert aus dem Interview, stattdessen geht es zu 90% ums beiläufige Gendern Zitat, was Tilo ganz nebenbei erwähnt hat. Ich bin ein klein bisschen enttäuscht von der Zufallskommunikation in diesem Forum.

    Es ist, was zB du drauß machst :)


    Schieß los. Welche Aussagen magst du diskutieren?

  • Meine These:

    Meiner Meinung nach war RDP an einer Stelle viel zu optimistisch, nämlich als es darum ging, dass C. Lindner Finanzminister wird. Und dann als Finanzminister in Zukunft akribisch arbeiten müsse und ihm vielleicht die Lust an dem Amt vergeht bzw. es für ihn eine Art Strafe wäre.


    Das ist dahingehend optimistisch, weil RDP annimmt, dass ein C. Lindner (oder allgemein aFDP-ler:innen) tatsächlich selbst arbeiten würde. Falls ein C. Lindner im Finanzministerium landet wird doch die ganze Arbeit ausgesourced! Da kommt Roland Berger, McKinsey und EY ins Haus und die sagen wo es lang geht. C. Lindner "managed" das alles nur und im Erfolgsfall bekommt er die Lorbeeren und im Misserfolgsfall weiß er von nichts und war bei der Entscheidungsfindung nicht beteiligt.... usw.

  • fand seine aussage auch total undurchdacht. sich darüber freuen, dass einem c. lindner das finanzministerium gar nicht so zusagt kann auch nur ein mensch, der so privilegiert ist, dass ihn die auswirkungen der schlechten politik durch einen finanzminister lindner gar nicht treffen. die mehrheit der bevölkerung wird damit beschäftigt sein lindners stuss auszubaden, da wird nicht viel zeit sein sich an schadenfreude zu ergötzen. also wenn müsste lindner das finanzministerium so beschissen finden, dass er nach ein paar monaten zurücktritt, aber das kann er sich gar nicht erlauben nachdem er sich so darauf festgelegt hat. und @Duke Nukems bedenken teile ich auch.

  • oh mann, zuerst Prechts Geschwurbel in der Gesellschaftspolitik... und nun mit Lanz bei Corona...der Spiegel titelt zu Recht, Mister Wirrkopf, wer bin ich, und wenn ja wie viele...

    Unfassbar, wieviel Fakten hier zurecht gelogen werden, von Precht...

    damit hat er sich m.E. wirklich disqualifiziert.... Schuster bleib bei Deinen Leisten... aber wir haben ja neuerdings wahnsinnig viele "Expert*innen", Kimmich, Hildmann, Precht, Wagenknecht und andere..von der manche ihr Halbwissen, gepaart mit innbrünstiger Verve in deutschen talkshows auskotzen... wenn interessiert das, was diese Promis zu komplexen Epidemien sagen...Leute lasst Virologen, Ärzte und Wissende reden... aber Hauptsache Quote und Streit...vermarktet sich gut...

    Precht schau ich mir nicht mehr an, bin gespannt, ob Thilo ihn weiter einlädt...


    ich finde intellektuell ist Precht dramatisch abgestürzt....


    Love and peace

    Sasha

  • „Unfassbar, wieviel Fakten hier zurecht gelogen werden, von Precht...“


    Hey Sasha, ich fand Precht eigentlich immer ganz okay, auch da im Podcast. Wo lügt er denn, deiner Meinung nach?

    hey Becky, ich fand Precht bis vor kurzem auch gut, bis er seinen podcast mit Lanz machte, Thema Sprache..und nun corona

    er verdreht Fakten, z.B.


    - unabsehbarer Eingriff in die Entwicklung von Kindern, genetisch, lt- überwiegender Meinung der Wissenschaft nicht haltbar

    - Maßnahmen stehen nicht auf dem Boden der Verfassung, da frage ich Precht welche denn...wir haben Gewaltenteilung, und leben in einem Rechtstaat...das ist Querdenker Niveau

    - Langzeitfolgen sind nicht absehbar, die überwiegende Mehrheit der Wissenschaft schließt das aus, hat Lauterbach auch überzeugend bei Will erklärt

    - und dann seine Lüge, es sterben mehr an Grippe als an covid..das ist am leichtesten zu widerlegen..s. Spiegel, und andere seriöse Medien, oder wissenschaftliche Ausarbeitungen..


    er ist einfach kein Epidemologe, Mediziner und schwadroniert munter drauf los, bei gefährlichem Halbwissen.. und verdreht und vernebelt den unleugbaren Fakt, dass die negativen Folgen von Corona deutlich größer sind, als die der Impfung.....


    und es gibt long covid bei Kindern, das wischt er beiseite, und meint ist halt so, man stirbt auch an Grippe, is halt so...what..was ist dass den für eine ethische Haltung...jeder Ungeimpfte mit Kind gefährtet eben dieses, meine Meinung


    Und Kimmich, darf sagen was er denkt, prominent in der Blöd Zeitung, er ist frei, erhält m.W. keine Todesdrohungen wie Lauterbach und Drosten...aber es gibt eine Hetzjagd, und unerträglichen Druck...das hat Precht beobachtet, im Spiel gegen Gladbach, er sah, dass auf Kimmich was lastet...aha...er sieht nun durch den Fernseher wie es um Kimmich psychologisch steht... scheint ja dann in Berlin wieder gut gewesen zu sein...das ist intellektuell alles unterirdisch...


    Im Spiegel wird dies noch detaillierter widerlegt,


    Für mich ist Precht ausgeschieden, ich schau den nicht mehr, wer leugent, dass Frauen in Deutschland noch immer auf allen Ebenen signifikant benachteiligt sind, wer so abwertend übers ´gendern spricht, und nun noch Corona, ähnlich dem muss ich nicht ehr zuhören


    Mittlerweile finde ich, es sollte halt echt Schluss sein damit, dass jeder A, B und C Promi seinen halbgaren Stuß über Corona auskotzt, lasst bitte Leute reden öffentlich, die Ahnung haben und sich auskennen. Fachleute..und da auch gern unterschiedliche Sichten..es gibt nicht die Wissenschaft, aber man verschone mich bitte vor den Kimmichs, Prechts und Wagenknechts...bitte mehr von Virologen, Medizinern, und Wissenschaftsjournalisten... und von Lauterbach, Drosten Brinkmann und der wunderbaren Nguyen-Kim

  • Sasha_Bosch du hast da ein paar Dinger in deinem Post, die man öfter hört und liest, die aber meiner Meinung nach zurecht gerückt gehören. Auch wenn ich Impfbefürworter (aber nicht für Coronaimpfpflicht) und alles andere als Precht-, oder Lanzfan bin.


    lt- überwiegender Meinung der Wissenschaft nicht haltbar

    Das ist kein Ausschluß, das ist bisher nur ein "soweit wir wissen" und bei Langzeitauswirkungen naturgemäß eine schwierige Voraussage.


    Maßnahmen stehen nicht auf dem Boden der Verfassung, da frage ich Precht welche denn...wir haben Gewaltenteilung, und leben in einem Rechtstaat...das ist Querdenker Niveau

    Da steckt einiges drin, ein Entwirrungsversuch:

    Verfassungsmäßigkeit will ich jetzt garnicht prüfen, das hätte aber auch nur bedingt etwas mit Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit zu tun. unsere Verfassung sieht in vielen Bereichen gerade keine strenge Gewaltenteilung vor, so können Bundeskanzler und -minister (Exekutive) Angehörige des Bundestages (Legislative) sein. Auch wenn es um die Besetzung von Exekutive und Judikative geht, sieht man dass Gewalten die sich nicht überschneiden doch zumindest verschränkt sind. Auch beim Thema Rechtsstaat passiert es immer wieder, dass das Argument "wir leben doch in einem Rechtsstaat" dafür verwendet wird, dass alles in Ordnung ist, nur keine Unruhe. Wenn man den Rechtsstaat aber axiomatisch einfach als gegeben annimmt, unterbleibt seine Verteidigung und er kann weggewischt werden, es waren keine Selbstläufer, dass der Große Lauschangriff, die Vorratsdatenspeicherung, oder das Luftsicherheitsgesetz vom BVerfG in Teilen kassiert wurden; letztlich ist Verfassungsgerichtssprechung auch ein politischer Prozess, welcher von der Entwicklung der Stimmung und dem Empfinden im Lande abhängt.


    er ist einfach kein Epidemologe, Mediziner und schwadroniert munter drauf los, bei gefährlichem Halbwissen..

    Eine reine Expertokratie halte ich auch nicht für erstrebenswert, da sie notwendigerweise nicht mehr demokratisch kontrolliert werden dürfte. Schon freie, gleiche Wahlen wären in dem System unnötig weil nur Politikexperten zu entscheiden hätten wer den regieren sollte... irgendwann kommen wir da an das Grundproblem wer denn die Legitimation erteilt zu regieren, Experte zu sein etc pp, da ist eine Demokratie mit Meinungs und Redefreiheit ganz gut. Ob die Demokratie ein paar direkterre Elemente vertrüge is wieder was anderes.


    Für mich ist Precht ausgeschieden, ich schau den nicht mehr

    Das ist das gute an unserer Redefreiheit, es gibt keine Zuhörpflicht. Ich mag ihn auch nicht besonders, aber ich hör immer mal wieder bei den verschiedensten Typen rein um mitzubekommen was so an Gedanken durch die Köpfe geistert, zuhören ist noch lange kein Zuspruch.


    ...bitte mehr von Virologen, Medizinern, und Wissenschaftsjournalisten... und von Lauterbach, Drosten Brinkmann und der wunderbaren Nguyen-Kim

    Die schiere Masse sollte mittlerweile mehr als ausreichend sein, Qualität sollte man weiterhin produzieren, und grade Mai hat in ihrer neuen Show stark abgebaut, wirklich nur show.

  • Diese Pandemie findet, mit all ihren Auswirkungen, nunmal nicht nur auf der biologischen Ebene statt. Prechts und Wagenknechts Anspruch ist es sich über das Infektionsgeschehen hinaus zu äußern, da Corona, oder genauer gesagt die Coronamaßnahmen, Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben. Man kann es also durchaus nicht nur rein medizinisch diskutieren, obwohl auf dieser Ebene natürlich die entscheidenen Dinge passieren. „Es sollen mal alle, die das nicht studiert habe (und Streek natürlich!) die Klappe halten!“… ist so eine Forderung, die ich auf Twitter jeden Tag lesen kann, aber hilft uns DIESE Haltung wirklich weiter? Bislang mussten extrem viele Vorhersagen und Einschätzungen, auch von anerkannten „Experten“, bereits nach wenigen Wochen wieder eingefangen werden. Auf der anderen Seite wurden qua Verordnung teilweise Fakten geschaffen, die normalerweise nur auf Grundlage eindeutiger und nicht mehr dran zu rüttelnder Erkenntnisse, gerechtfertigt werden können. Wir befinden uns also noch immer in einem Bereich der Abwägung und von daher spielen natürlich ethische, philosophische oder politische Haltungen eine gewichtige Rolle.

  • ...es gibt nicht die Wissenschaft, aber man verschone mich bitte vor den Kimmichs, Prechts und Wagenknechts...bitte mehr von Virologen, Medizinern, und Wissenschaftsjournalisten... und von Lauterbach, Drosten Brinkmann und der wunderbaren Nguyen-Kim


    Ich finde das ist ein bisschen das Gegenteil vom Gottesstaat, ein Wissenschaftsstaat ... ähnlich indoktriniert. Mich nervt diese keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassender Dauerbelehrungszustand mindestens so wie ein Attila. Die Wissenschaft irrt sich empor, wie wir gelernt haben, sie irrt umher und morgen ist die Faktenlage vielleicht eine ganze andere. Tausende Medikamente hat man nach wissenschaftlichen Studien/Kontrollen/Zulassungen wieder vom Markt nehmen müssen weil sie Schaden angerichtet haben, das kommt regelmäßig vor.


    Ist nicht persönlich gemeint weil ich Dich gerade zitiere, ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden : )



  • hmmmm...ich rede davon, dass wenn man von Corona redet, über die medizinischen Details, sollte man eben Ahnung haben, und das spreche ich sowohl Kimmich, als auch Precht und Wagenknecht ab...das ist unerträgliches Gewäsch, weil es eben komplex ist, für einfache Parolen....

    wenn Precht, Wagenknecht über Themen rund um Corona reden, psychische Auswirkung auf Kinder, Ausstattung Krankenhäuser, etc... das ist was komplett anderes... das meinte ich nicht... ich bin auch für Meinungsfreiheit.. aber das war nicht mein Punkt...mir ist in der Corona Diskussion viel zu viel Halbwissen, und wenn Precht sagt, Grippe ist mehr wie Corona, Sterberate.. ich habe heute nochmal ne offizielle Statistik gesehen, das ist einfach nur dreist gelogen... Corona ist ein Vielfaches... das ist einfach nur billige Polemik, und eigentlich Precht unwürdig.... Lanz müsste das auch wissen..aber der ist ja intellektuell ...... Sasha sei lieb.... hahahahaha

    und ja es gibt Meinungsfreiheit, und keine Zuhörpflicht... aber ich werde mir Precht nicht mehr antun ... muss ich ja auch nicht...

    und zu meiner Verteidigung muss ich sagen, ich les die Welt, die Blöd Zeitung, die Faz...das ist für ne linke Socke wie mich echt meist schwer erträglich.... intellektuell, und vor allem in gesellschaftlichen Themen für mich schlimmster Masochismus...ich versuch nicht nur in meiner Blase zu sein.... neulich las ich sogar die meisten Leserbriefe unter einem Artikel in der Welt über Tessa Ganserer...der Artikel war gar nicht schlimm...aber die Leserbriefe in der Welt...wirklich schwer erträglich für einen queeren Menschen...und es war da keiner dabei, mit bisschen Empathie... ich war den Rest des Tages down, weil es wirklich fast ausschl. böse war, voller Abneigung und Häme....

    egal....


    Love and Peace
    Sasha

  • Ich frage mich, welche gesellschaftliche Instanz darüber entscheiden soll, welche Sprecher zu einem bestimmten Thema etwas sagen dürfen, und nach welche Kriterien so etwas beurteilt werden soll. Dürfen sich nur noch Experten über ein bestimmtes Thema äußern? Also, nur noch Politiker sollen über Politik sprechen dürfen? Und Journalisten dürfen nur noch über Journalismus sprechen (z.B. über Klatsch und Tratsch oder über Meinungsumfragen)?

    Für mich ist das eine ziemlich autoritäre Haltung, das Sprechen den vermeintlichen Experten zu überlassen. Aus meiner Sicht sollten wir es als Gesellschaft aushalten, Sprechakte so wenig wie möglich einzuschränken. Es liegt ein Stück weit auch in der Verantwortung des Rezipienten, zum Gehörten oder Gelesenen auf Distanz zu gehen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.


    Davon abgesehen, finde ich ziemlich schräg, wie hart doch viele Sprecher angegangen werden. Anstatt vom Schlimmsten auszugehen ("Precht ist ein Faschist bzw. Querdenker"), kann man vielleicht auch von der einfachsten Grundannahme ausgehen: Precht hat sich vielleicht in einer Frage geirrt oder verhoben. Kein Grund, gleich an die Decke zu gehen und die Leute zu diskreditieren. Es ist ja auch nicht so, dass man nur "Schwurbler" vom Diskurs ausschließen will. Auch Alexander Kekulé hat man unterstellt, er sei ja gar kein richtiger Wissenschaftler, und könne daher nicht ernst genommen werden ... nur weil er in einigen Detailfragen rund um Corona andere Akzente gesetzt hatte. Für mich ist der Bogen deutlich überspannt.

  • Ich frage mich, welche gesellschaftliche Instanz darüber entscheiden soll, welche Sprecher zu einem bestimmten Thema etwas sagen dürfen, und nach welche Kriterien so etwas beurteilt werden soll. Dürfen sich nur noch Experten über ein bestimmtes Thema äußern? Also, nur noch Politiker sollen über Politik sprechen dürfen? Und Journalisten dürfen nur noch über Journalismus sprechen (z.B. über Klatsch und Tratsch oder über Meinungsumfragen)?

    Für mich ist das eine ziemlich autoritäre Haltung, das Sprechen den vermeintlichen Experten zu überlassen. Aus meiner Sicht sollten wir es als Gesellschaft aushalten, Sprechakte so wenig wie möglich einzuschränken. Es liegt ein Stück weit auch in der Verantwortung des Rezipienten, zum Gehörten oder Gelesenen auf Distanz zu gehen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.


    Davon abgesehen, finde ich ziemlich schräg, wie hart doch viele Sprecher angegangen werden. Anstatt vom Schlimmsten auszugehen ("Precht ist ein Faschist bzw. Querdenker"), kann man vielleicht auch von der einfachsten Grundannahme ausgehen: Precht hat sich vielleicht in einer Frage geirrt oder verhoben. Kein Grund, gleich an die Decke zu gehen und die Leute zu diskreditieren. Es ist ja auch nicht so, dass man nur "Schwurbler" vom Diskurs ausschließen will. Auch Alexander Kekulé hat man unterstellt, er sei ja gar kein richtiger Wissenschaftler, und könne daher nicht ernst genommen werden ... nur weil er in einigen Detailfragen rund um Corona andere Akzente gesetzt hatte. Für mich ist der Bogen deutlich überspannt.

    Ich glaube im Fall Precht ist das Problem eher die Auswahl, warum muss man den Precht der wirklich oft seine Meinung veröffentlicht für so etwas eine Bühne geben?

  • Mit etwas Verspätung möchte ich einen Gedanken formulieren, der sich mir aufdrängt hat, als Tilo und Precht über das Grundeinkommen "philosophiert" haben - und zwar einen Gedanken, der die Klima- und die Gerechtigkeitsdebatte vielleicht etwas näher zusammenbringt. - Zunächst ist zu sagen, daß Prechts Larifari-Forderung 1500€ Netto Grundgehalt und dann noch halbtags 1500€ Netto hinzuverdienen, sodaß man auf 3000€ Netto kommt, mir wirklichkeitsfremd vorkommt. Und was soll der Glückspilz, der quasi mit Nichtstun auf 3000€ kommt, mit der Kohle anfangen? - Soll er damit an unserer Glücks-Konsum-Antiklima-Gesellschaft teilhaben und teilnehmen, von der er bisher aus rein ökonomischen Gründen ausgeschlossen war? - Wäre es nicht - und das ist mein Gedanke - an der Zeit, die linken Forderungen nach Verteilungsgerechtigkeit mit den vollkommen berechtigten FfF-Forderungen Forderungen so zu verbinden, daß man nicht das niedrige ökonomische Niveau an die hohen Niveaus und Konsum-Niveaus heranführt, sondern daß man umgekehrt die hohen Niveaus hinabführt und angleicht an niedrigere Niveaus (irgendwo derzeit im Bereich 1000€ Netto pro Nase zzgl. Miete)? - Wenn wir aus Klimagründen einen Systemwandel brauchen, dann kann dieser nicht beinhalten, meine ich, daß die, die jetzt nix haben, später soviel haben, daß sie den Konsum ungebremst und unreflektiert weitertreiben! Stattdessen sollte das Ideal eines klimaneutralen Lebens beinhalten, daß einer wenig hat und trotzdem, obwohl er nicht mehr im Konsumrausch der letzten 50Jahre schwelgen kann, etwas mit seinem Leben anzufangen weiß. Mein Gedanke etwas plakativ auf die Spitze getrieben: Der Harzer sollte (in ökonomischer Hinsicht) das Erfolgs-Ideal sein, nicht der Multimillionär. Nur so ließen sich Verteilungsgerechtigkeit und Klima global zusammenführen, ist wenigstens meine Vermutung.

    Von Precht als Philosophen hätte ich mir in folgender Frage mehr erwartet, als sinnlose und überzogene ökonomische Forderungen zu formulieren - nämlich Antworten auf die Frage, wie ein Menschenleben ohne Konsum und ohne ökonomischen Reichtum reich, erfüllt und lebenswert sein kann. Können wir nur glücklich werden, wenn wir 3000€ Netto in der Tasche haben? - Das ist doch DIE Frage der Zeit, die sich (insbesondere im Zusammenhang mit der Idee eines Grundeinkommens) stellt, weil wir, wenn wir 1,5Grad erreichen wollen, nicht nur CO2 einsparen müssen, sondern viel Grundsätzlicheres verändern müssen in unserem Konsumverhalten, in unserem Lebensselbstverständnis, in unserer Weise, wie wir "Erfolg" und "Gelingen" definieren, was eine ganz andere als geldlastige Einstellung und Erfolgsdefinition zu einem gelingenden Leben voraussetzen würde. Von geistvollen Menschen erwarte ich in dieser Frage Antworten - und diese Antworten müssen wir finden, wenn das globale kapitalistische System ernsthaft überwunden werden soll, um das Klima retten zu können. Precht hat hier nichteinmal eine Idee formuliert - sehr enttäuschend bzw., wenn man Precht aus seinen eigenen Interview-Formaten kennt, erwartbar.

  • Ich find Precht berücksichtigt vieles was du ihm absprichst durchaus. Er sagt doch das die Menschen mit einem Grundeinkommen viel mehr Zeit für sinnvolle Dinge hätten bzw. gesellschaftliches Engament.


    Außerdem finde ich nicht das man mit 1500€ netto jetzt die Leute zu einem Konsumrausch erzieht. Für viele wäre das überhaupt erstmal eine grundlegende finanzielle Absicherung.

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