#5xx - Christian Lindner (FDP)

  • Tilo

    Hat das Label Jung & Naiv hinzugefügt
  • Gerade weil ich in den letzten Wochen öfters den Ansatz von Louis Rossmann verfolge, der in den USA sich politisch für "right to repair" engagiert, würde ich mir wünschen, dass dies allen Politikern, aber natürlich insb. den Wirtschaftsliberalen als Fragenkomplex gestellt wird, so nach dem Motto:


    1. Kennen Sie den Begriff der geplanten Obsoleszenz?

    2, Glauben Sie, dass heutige Smartphones so schlecht sind, dass sie im Schnitt nach 2 Jahren weggeworfen und ersetzt werden sollten?

    3. Haben Sie schonmal darüber nachgedacht, ob eine Wirtschaft menschlicher und besser wäre, wo nicht die Produktion von neuen Gütern, sondern die Reparatur von bestehenden Gütern im Mittelpunkt steht?

    4. Es geht nicht darum, Neuproduktion zu beenden, sondern sich zu fragen, ob es gut wäre, diese zu reduzieren - glauben Sie, dass die Intensität unseres Konsums eine wesentliche Ursache für viele Probleme ist oder glauben Sie, dass die Intensität unseres Konsum so bestehen bleiben sollte oder gar noch weiter ausgebaut werden sollte?

    5. Wie können wir Hersteller/Konzerne dazu kriegen, sich mehr für Wirtschaftsprozesse rund um Reparaturen einzusetzen bzw. im Lebensmittelbereich sich für Wirtschaftsprozesse rund um das Auffüllen, statt dem Verkaufen von verpackten Produkten zu engagieren?


    Ich denke, hier gäbe es noch viele Fragen, die man rund um dieses Thema stellen kann.


    Auch Fragen bzgl. Fleischproduktion wären interessant.


    - Wie finden Sie es, dass Deutschland als Hochtechnologie- und Maschinenbau-Standort in den letzten 10 Jahren zu einem der grössten Fleischexporteure geworden ist und wir eine riesige Billigfleisch-Industrie federführend betreiben?

    - Finden Sie, dass Sie als Politiker hier Weichenstellungen schaffen sollten, die das ändern?

    - Ist die enorme Landwirtschafts/Lebensmittel-Überproduktion in Europa überhaupt eine gute Sache?


    Und natürlich wären Fragen zur Ressourcenbeschaffung interessant. Durch Auslagerung in Sub-Sub-Unternehmen im internationalen Ressourcenhandel ist es völlig normal, dass in weniger stabilen Staaten Menschen krass ausgebeutet werden - wovon wir aber stark profitieren. Was kann unsere Politik hier überhaupt tun? Ist man gewillt etwas zu tun?


    Das kann man mit Fragen garnieren, ob der Interview-Partner die aktuelle Art, wie wir global, aber auch in Deutschland Wirtschaft betreiben gut findet, oder eher nicht. Also auch, ob derjenige denkt, dass der enorme Rendite-Zwang in Konzernen nicht automatisch dazu führen muss, dass wir uns in einer Wegwerfgesellschaft mit extrem hohen Ressourcen- und Energieverbrauch befinden MÜSSEN.


    Und am Ende dieses Komplexes könnte man fragen, ob der Interviewpartner schonmal darüber nachgedacht hat, was die Menschen in 200 oder gar 500 Jahren wohl zu unserem Ressourcenverbrauch in unserer globalen Wirtschaft denken/sagen würden.

  • Lieber Christian

    Das Programm der FDP lässt sich als "Trickle Down Economy" zusammenfassen.

    Es gibt keine Studie die den Trickle down effect bisher statistisch nachgewiesen hat.

    Es gibt aber Studien die zeigen, dass Steuergeschenke für Reiche und Unternehmen keinen der von dir erhofften Effekte (wie Wachstum oder Arbeitsplätze) haben.

    Haben wir das jetzt nicht schon die letzten 30 Jahre probiert und sind damit gescheitert?


    We find that major tax cuts for the rich push up income inequality, as measured by the top 1% share of pre-tax national income. The size of the effect is substantial: on average, each major tax cut results in a rise of 0.8 percentage points in top 1% share of pre-tax national income. The effect holds in both the short and medium term. Turning our attention to economic performance, we find no significant effects of major tax cuts for the rich. More specifically, the trajectories of real GDP per capita and the unemployment rate are unaffected by significant reductions in taxes on the rich in both the short and medium term.

  • Lieber Christian

    Das Programm der FDP lässt sich als "Trickle Down Economy" zusammenfassen.

    Es gibt keine Studie die den Trickle down effect bisher statistisch nachgewiesen hat.

    Es gibt aber Studien die zeigen, dass Steuergeschenke für Reiche und Unternehmen keinen der von dir erhofften Effekte (wie Wachstum oder Arbeitsplätze) haben.

    Haben wir das jetzt nicht schon die letzten 30 Jahre probiert und sind damit gescheitert?

    AlienObserver


    Die Studie fasst die letzten 50 Jahre Steuerpolitik aus 18 OECD Ländern zusammen - nur um mal die Größenordnung dieser Studie darzustellen! Hier müsste Tilo dann (wenn Christian sich traut) wirklich am Ball bleiben, weil diesen Umstand kann man nicht einfach abwatschen.

  • Was ist ein Markt?


    Was ist Kapitalismus?


    In Deutschland hat der Staat immer eine herausragende Rolle bei der Wirtschafts und Sozialpolitik gespielt, der Liberalismus war hier nie so stark verbreitet wie in den USA. Denkst du, dass eine liberale Partei in Deutschland jemals zu einer Volkspartei werden kann, die CDU/SPD ähnlich viele Wähler erreicht?


    (ok die fdp war schon in koalitionen, aber trotzdem ist sie keine volkspartei)


    Welche Wählergruppen spricht er hauptsächlich an? (sozio-ökonomisch)

  • Ja, die FDP kann eine Volkspartei werden, weil sie als einzige die Probleme unserer Zeit angeht (Rente und Klima) und damit zur Volkspartei von morgen werden kann.


    Quarks hat die Wirkung der Parteiprogramme auf den Klimawandel wissenschaftlich verglichen, wobei die FDP Platz 1 belegt hat, deutlich vor den Grünen.


    Mit der Aktienrente wird das Volk endlich stetig steigend am Produktivkapital beteiligt.


    Jeder Marxist*In und jeder Klimaschützer*In muss sein Kreuz eigentlich bei der FDP machen, wenn er*In sachlich entscheidet.


    Bei Wählern von 18-29 ist die FDP zweitstärkste Kraft nach den Grünen. Wenig überraschend, weil gerade für junge Leute sind die Bekämpfung des Klimawandels und eine Reaktion auf den demographischen Wandel besonders wichtig.


    Zudem hat die FDP die höchste Wirtschaftskompetenz und von allen Parteien die größte Wertschätzung der europäischen Idee.

    Eine Idee, die für den Frieden in Europa unverzichtbar ist und bei den anderen Parteien immer mehr an Gewicht verliert oder sogar offen angefeindet wird (AfD).


    Dass die FDP die Volkspartei der Zukunft werden kann, zeigt nicht zuletzt auch, dass selbst ehemalige SPDler mittlerweile zur FDP wechseln und dort in wichtige Führungsämter integriert werden.


  • lügenindi

  • Nach Berechnungen des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) will deine Partei die oberen Einkommen 3x so stark entlasten, wie die mittleren Einkommen. Darüber hinaus berechnet das Institut ein Haushaltsdefizit in Höhe von 88 Milliarden durch diese Einkommensteuerreform.

    Ist die FDP die Schuldenpartei? Oder wie soll das enorme Defizit ausgeglichen werden.

    (Alternativ: Wieso will die FDP die Oberschicht stärker entlasten als wie die Mittelschicht?)



    Quellen:

    https://www.zew.de/fileadmin/F…ZEW_Kurzexpertise2105.pdf


    https://www.zew.de/presse/pres…gsbeteiligung-profitieren



    Edit: Ich schaue mir gerade maybrit illner vom 02.09.2021 an. Lindner will nicht auf Basis der zew diskutieren.


    Das IW (arbeitgebernah) hat ebenfalls ein Paper veröffentlicht, was in eine ähnliche Richtung deutet. Zumindest wenn es darum geht, dass die FDP wohlhabende stärker entlasten will, als wie die Mitte.



    Quelle:

    https://www.iwkoeln.de/fileadm…steuertarife-Parteien.pdf

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