Nach der Wahl ist vor der Wahl - US-Politik nach Trump

  • Ich glaube ein guter Teil Leute, die Trump gewählt haben, ist kurz davor sie zu wählen oder hat sie schon gewählt. Das implizieren jedenfalls die Umfragen.

    Ich denke nicht dass der Teil so groß ist. Wer 2016 Trump gewählt hat, der wird es dieses Jahr wahrscheinlich wieder tun. Ich vermute und hoffe aber, dass deutlich mehr Unabhängige / Anhänger der Demokraten dieses Jahr überhaupt wählen werden, die 2016 zu Hause geblieben sind.

  • Ich glaube, die Umfragen werden unter sogenannten "likely voters" gemacht. Wenn man da in den Anteilen Verschiebungen sieht, weißt das denke ich durchaus auf eine gewisse Wählerwanderung hin. Nicht alle die Trump 2016 gewählt haben, sind dann seinem Kult beigetreten. Viele mochten Clinton nicht und dachten Trump ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und daher gut mit der Wirtschaft. Jetzt ist die Wirtschaft ruiniert, ergo wählt man ihn wieder ab.

  • Ich weiß nicht ob es hier schon angesprochen wurde, Bill Maher erklärt in diesem Clip wie die Republikaner dank einer Gesetzeslücke auch dann die Wahl für sich entscheiden können, wenn Trump diese verliert:

    Danach können die republikanischen Wahlmänner einfach sagen "wir glauben das Wahlergebnis ist manipuliert und spiegelt nicht den wahren Willen unserer Wähler wieder. Daher geben wir unsere Stimme an den anderen Kandidaten."

  • Man sieht die deutschen Medien fallen prompt auf das Trumpsche framing rein, aber haben sie bestimmt von US-Medien übernommen. Seine These war nie, dass die Briefwahl fehleranfällig ist, sondern dass sie manipuliert ist. Brooklyn / Kings County wählt überwiegend demokratisch. Wenn es ein Fehler ist, sind vorallem die Demokraten betroffen.


    Und das ist wohl ein größerer, aber diese Art von Fehlern durchsetzt das gesamte US-Wahlsystem. Von der Registrierung bis zu den Computern, auf denen gewählt wird. Kein Briefwahlphänomen, zumal Trumps Regierung und seine Kampagnenanwälte gegen die reguläre Abwicklung der Briefwahl arbeiten.

  • Ich weiß nicht ob es hier schon angesprochen wurde, Bill Maher erklärt in diesem Clip wie die Republikaner dank einer Gesetzeslücke auch dann die Wahl für sich entscheiden können, wenn Trump diese verliert:

    Danach können die republikanischen Wahlmänner einfach sagen "wir glauben das Wahlergebnis ist manipuliert und spiegelt nicht den wahren Willen unserer Wähler wieder. Daher geben wir unsere Stimme an den anderen Kandidaten."

    Das ist meines Erachtens keine Lücke, das war so gewollt. Die Verfassung der USA sollte eine Bürgerherrschaft installieren, allerdings fällt das was wir heute darunter verstehen und was damals verstanden wurde deutlich auseinander. Damals gab es noch eine feine Unterscheidung zwischen Bürger und Pöbel; genau vor der demokratischen Machtergreifung dieses Pöbels sollte diese Pufferinstitution schützen.

    Heute könnte man behaupten der Pöbel herrscht und nutzt einfach die gleichen Mittel zur Verteidigung der Macht, wie sie sich die Väter der Verfassung bereitgelegt haben.

  • So viel muss man da wahrscheinlich gar nicht spekulieren, die Gründer der USA haben auch darüber sicherlich geschrieben. Ich meine der Sinn des Electoral College lag aber schon darin, dass man Wahlmänner hat, die den Willen des Volkes repräsentieren, und nicht den der Regierungen der Bundesstaaten. Was ja hier de facto der Fall wäre, auch wenn das Argument umgekehrt ist, die Wahl hat den Willen des Volkes in dem Bundesstaat verfälscht und er wird durch das Parlament berichtigt. Ist freilich ein bisschen durchschaubar, wenn man das bereits vor der Wahl sagt.

  • Wie wir wissen endet ein Kult gerne mal mit einem Massenselbstmord. Ist es soweit?


    https://edition.cnn.com/2020/1…p-covid-friday/index.html


    Zitat

    Washington (CNN) President Donald Trump will emerge from his Covid-forced isolation Saturday for a speech from a White House balcony, according to a White House official, allowing the public its first independent glimpse in days of a leader recovering from coronavirus.


    Two thousand guests have been invited to the White House, according to a person familiar with the event, despite concerns about a late September ceremony in the Rose Garden that may have acted as the nexus for a viral outbreak that has ripped through Trump's staff.


    Ergänzung: Ist schon gelaufen. Die gute Nachricht ist, sieht so aus, als ob das Personal diesmal dank Fanpferch besser Abstand halten konnte.



    AP_20284663839004.jpg

  • Zitat

    Wie wir wissen endet ein Kult gerne mal mit einem Massenselbstmord. Ist es soweit?

    Künstlerische Erinnerung an Heavens Gate: "Last Chance to evacuate Earth before it is recycled ....." (Porcupine Tree)



    On March 19–20, 1997, Marshall Applewhite taped himself in Do's Final Exit, speaking of mass suicide and "the only way to evacuate this Earth". After asserting that a spacecraft was trailing Comet Hale–Bopp and that this event would represent the "closure to Heaven's Gate", Applewhite persuaded 38 followers to prepare for ritual suicide so their souls could board the supposed craft. Applewhite believed that after their deaths an unidentified flying object (UFO) would take their souls to another "level of existence above human", which he described as being both physical and spiritual. Their preparations included each member's videotaping a farewell message.

    Es könnte einen tatsächlich das Gefühl beschleichen, dass sich da in den USA eine Massenbewegung auf den Spuren von Heavens Gate befindet.

  • Das ist meines Erachtens keine Lücke, das war so gewollt. Die Verfassung der USA sollte eine Bürgerherrschaft installieren, allerdings fällt das was wir heute darunter verstehen und was damals verstanden wurde deutlich auseinander. Damals gab es noch eine feine Unterscheidung zwischen Bürger und Pöbel; genau vor der demokratischen Machtergreifung dieses Pöbels sollte diese Pufferinstitution schützen.

    Heute könnte man behaupten der Pöbel herrscht und nutzt einfach die gleichen Mittel zur Verteidigung der Macht, wie sie sich die Väter der Verfassung bereitgelegt haben.

    Klingt plausibel. Erinnert mich an das Buch "Formen bürgerlicher Herrschaft" von Reinhardt Kühnl. Darin weist der Autor nach "dass die im Titel genannten Formen der Staatsorganisation - Liberalismus und Faschismus - keine Gegenpole, sondern artverwandte Formen des bürgerlichen Staates sind." Muß ich mal wieder lesen.

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