Nach der Wahl ist vor der Wahl - US-Politik nach Trump

  • Dieser sexuelle Belästiger und Spendengeldbetrüger Dore und so ein anderer russischer Agent haben mal wieder nichts schäbigeres zu tun, als die arme Alexandria zu verhöhnen, bloß weil sie Uncle "#NotTrump" joe bei seiner uneingeschränkten Solidarität mit dem kubanischen Volk wider die kommunistische Mordmaschine des Regimes unterstützt.



    Selbst Schuld, diese Diktatur, wenn sie sich ein Embargo einfängt, weil sie sich immer noch so ideologisch verbohrt dagegen wehrt, endlich mal die kapitalistische Realität™ anzuerkennen.

  • Hm, stimmt die Darstellung? Wenn man diesem Lösch-Verzeichnis glauben darf, sind die einzigen Einträge, die sie zu dem Thema gelöscht ein vier-teiliger spanisch-sprachiger Beitrag:


    https://projects.propublica.org/politwoops/user/AOC


    Der danach nur leicht modifiziert als offizielle Verlautbarung von Ocasio-Cortez wieder veröffentlicht wurde und jetzt noch da steht:


    https://twitter.com/RepAOC/status/1415828334789996546



    Und da verurteilt sie die Repression der kubanischen Demonstranten durch die Regierung, aber spricht auch direkt das Embargo an. Einen gelöschten Beitrag, wo sie ausschließlich die Regierung der Republik Kuba verurteilt, scheint es dagegen nicht zu geben.

  • Tja lieber Wemir. Dich kann sie mit dem Doppelsprech vielleicht beeindrucken. Aber sie wird schon wissen, warum sie den Tweet gelöscht hat. Es macht ihre Verurteilung des Embargos natürlich nicht glaubwürdiger, wenn sie gleichzeitig so Dinge vom Stapel lässt, wie sie sei gegen Interventionen, solange man keinen Plan hat.

  • Kuba hat ein international anerkanntes Gesundheitssystem, eine geringe Säuglingssterblichkeit wie Deutschland und das ist Free-Medcare. Es gibt geringe Studiengebühren für ein Vollstudium, in den USA um Faktor 100 höher. Mit was genau wollen die Ex-Zuckerplantagenbesitzer in den USA Kuba doch gleich "beglücken"? Ihre Version dessen wie man Menschen coldbloody auspresst?


    Kuba wäre ein sehr erfolgreiches Land wenn die USA es nicht seit 60+ Jahren boykottieren, mit aller Macht. Ich höre Biden steht an der Seite der "kubanischen Leute", das sagten sie auch zu den libyschen Leuten, syrischen Leuten, irakischen, iranischen und ukrainischen und afghanischen Leuten - in der Regel profitieren "Leute" nicht von US-Beistand.



  • Hm, stimmt die Darstellung? Wenn man diesem Lösch-Verzeichnis glauben darf, sind die einzigen Einträge, die sie zu dem Thema gelöscht ein vier-teiliger spanisch-sprachiger Beitrag:

    Du meinst, der Screenshot des ursprünglichen tweets ist ein Fake?


    Das mit der Ignoranz gegenüber dem Embargo habe ich allerdings etwas leichtfertig dazu gedichtet. Das hat sie dann tatsächlch recht scharf verurteilt.


    Allerdings kritisiert sie weiterhin - auf spanisch wie auf englisch - an erster Stelle das Kubanische Regime. Da gibt es allerdings mittlerweile recht unterschiedliche Aufassungen davon, wie massiv dieser Anti-Regierungs-Protest tatsächlich ist.

    Ich kann das nicht wirklich beurteilen, aber die Erfahrung der letzten Jahr(zehnt)e lässt leider den begründeten Verdacht zu, dass da entweder eine relativ kleine Zahl an - sagen wir mal vorsichtig: dem westlichen Wertesystem eher zugeneigten - AktivistInnen, oder einfach die öffentlich geäußerte Verzweiflung der Menschen unter den Auswirkungen der Pandemie in den US-Medien zu einer beginnenden Farben(konter-)revolution hochgepusht wurde und Frau Occasio-Cortez da zunächst mal mit auf den Hype-Train aufgesprungen ist.


    Blumenthal sagt ja auch in dem kurzen Video mit Jimmy Dore, dass sie sich dann auf Druck von links relativ bald korrigiert und ihre erste Reaktion mit der Kritik am Embargo relativiert habe. Das ganze ist sicher eher eine Kritik an der generellen Schwammigkeit und politischen Wendehälsigkeit der "progressiven" Ikone, als an konkreten Inhalten.

  • Aber sie wird schon wissen, warum sie den Tweet gelöscht hat.


    Die vier tweets und da sie diese auf ihrem öffentlichen account gelöscht hat, um sie auf ihrem offiziellen account als Kongressabgeordnete wieder zu veröffentlichen, würde ich erstmal nicht mehr darin sehen, als eben, dass sie ein offizielle Verlautbarung daraus machen wollte.


    Du meinst, der Screenshot des ursprünglichen tweets ist ein Fake?


    Keine Ahnung, was der erste eingeblendete screenshot ist. Blumenthal spricht von einem Beitrag auf Spanisch, der ist auf Englisch. Ich nehme an, er spricht über den zweiten eingeblendeten screenshot, der laut dem Lösch-Verzeichnis von Propublica mit den drei anderen zugehörigen tweets gelöscht wurde. In jedem Fall steht da ebenfalls 1/4. Ich gehe davon aus, dass es wenn der gleiche Text ist, wo sie auch das Embargo anspricht.


    Hm, ich habe da einen Verdacht. Wenn es mit dem offiziellen englischen Text vergleicht, steht da "we are seeing cubans" anstatt "we see cubans". Okay, probieren wir mal Google Translate:


    Input:


    Zitat

    Vemos a los cubanos levantarse y protestar por sus derechos como nunca antes. Nos solidarizamos con ellos y condenamos las acciones antidemocráticas lideradas por el presidente Díaz-Canel. (1/4)


    Output:


    Zitat

    We see Cubans rise up and protest for their rights like never before. We stand in solidarity with them and condemn the undemocratic actions led by President Díaz-Canel. (1/4)


    Entspricht dem screenshot, dem gegenüber die Übersetzung der offiziellen Version:


    Zitat

    We are seeing Cubans rise up and protest for their rights like never before. We stand in solidarity with them, and we condemn the anti-democratic actions led by President Díaz-Canel.


    Okay, ich vermute, das ist der spanisch-sprachige tweet in Übersetzung. Die Leute gucken sich jetzt Twitter oft mit automatischer Maschinenübersetzung an, so ist der erste screenshot wahrscheinlich entstanden.


    Blumenthal hat wohl den Fehler gemacht, nicht dem 1/4 gefolgt zu sein. Damit bricht das ganze Narrativ von den gelöschten tweets wegen einseitiger Verurteilung Kubas nach linker Kritik zusammen, wenn ihr mich fragt.


    Ihr Beitrag steht für sich, nur:


    Allerdings kritisiert sie weiterhin - auf spanisch wie auf englisch - an erster Stelle das Kubanische Regime. Da gibt es allerdings mittlerweile recht unterschiedliche Aufassungen davon, wie massiv dieser Anti-Regierungs-Protest tatsächlich ist.


    Es scheint sie hat sich erstmal gar nicht geäußert und dann nach einigen Tagen die Repression kritisiert. An erster Stelle spricht sie wohl die Blockade von Internet und einigen Plattformen an - "la supresión de los medios de comunicación", dann das Vorgehen gegen Demonstranten - wobei ich jetzt auch nicht den Eindruck hatte, dass das im Vergleich besonders drastisch ausfällt. Aber warum soll man das nicht kritisieren, zumal sie vermutlich Druck bekommen hat, vielleicht auch aus dem Distrikt, den sie vertritt, sich dazu zu äußern.


    Soweit ich sehe bekommt sie auch eher Anfeindungen dafür, dass sie das US-Embargo kritisiert. Nach dem Motto war ja klar, es ist mal wieder die Schuld der USA. Und natürlich ist es ihre Schuld, sie haben ja auch SARS-CoV-2 nach Wuhan eingeschmuggelt. :whistling:


    Es macht ihre Verurteilung des Embargos natürlich nicht glaubwürdiger, wenn sie gleichzeitig so Dinge vom Stapel lässt, wie sie sei gegen Interventionen, solange man keinen Plan hat.


    Ich habe mal nachgeschaut, aber das hat sie wiederum im Kontext der Frage gesagt, ob man dem Wunsch nach einer Intervention der USA aus dem betroffenen Land selbst heraus nachkommen soll:


    https://www.democracynow.org/2…_alexandria_ocasio_cortez


    Zitat

    Amy Goodman: [...] But this latest news in Haiti and the call for U.S. or U.N. troops from some sectors, the interim government of Haiti, what is your concern here with President Biden pulling the troops out of Afghanistan and the possibility of pressure to go back to - the U.S. going back to occupying Haiti?


    REP. ALEXANDRIA OCASIO-CORTEZ: [...]


    [...] And I do not believe right now that the introduction of U.S. troops, without - particularly without any sort of plan, sets any community, whether it’s the U.S. or whether it is Haitians, up for success.


    Sagt mir jetzt erstmal nur, dass sie nicht grundsätzlich gegen Auslandseinsätze ist.

  • Klar man kann natürlich den Vorwurf erheben, der relativierende Doppelsprech in den Folgethreads wäre irgendwie nicht genug gewürdigt worden. Ziemlich naiv, wenn du mich fragst, denn warum dann löschen? Die Frau weiß ganze genau, wovon sie sprich,t was sie sagt und wie es auf Twitter Wirkung entfaltet. Die ist darin Profi.


    Also ich finde, sie ist durchaus konsistent in ihrer Relativierung der imperialistischen Unterdrückungs- und Interventionspolitik. Die spielt die wesentlichen Ursachen herunter und verkauft die Farbrevolutionsansätze für ihre Follower. Es ist inzwischen so durchschaubare Propaganda, dass ihre Tweets löschen muss. Das ist so ziemlich das blödeste, was man machen kann.


    Das Embargo spielt für sie nur eine Rolle am Rande für die "kleine Insel" Kuba. Zusammenhänge werden kleingeredet. Das Embargo ist ja nur der jüngste Streich des wankenden Imperiums gegen den trotz aller Repressionen gut funktionierenden Vorzeigestaat des ideologischen Feindes.

  • Klar man kann natürlich den Vorwurf erheben, der relativierende Doppelsprech in den Folgethreads wäre irgendwie nicht genug gewürdigt worden.


    Welches Doppelsprech? Ocasio-Cortez hat die Regierung von Kuba für bestimmte Handlungen verurteilt und sie hat das Embargo verurteilt. Wenn man darin eine Relativierung vermutet, würde ich eher denken in der Umkehrrichtung, dass der Verweis auf das Embargo ihre Verurteilung des Vorgehens gegen die Proteste abschwächt.


    Ziemlich naiv, wenn du mich fragst, denn warum dann löschen? Die Frau weiß ganze genau, wovon sie sprich,t was sie sagt und wie es auf Twitter Wirkung entfaltet. Die ist darin Profi.


    Nun, Löschen ist was anderes als Löschen und fast wortgleich (soweit ich sehe ohne den Sinn zu entstellen) neuveröffentlichen, würde ich sagen. Und wenn man in ihrem Eintrag im Lösch-Verzeichnis zurückblättert, werden immer mal wieder kurzfristig Beiträge wieder gelöscht. Was ich mir vorstellen kann, dass bei diesem gestückeltem Beitrag Reaktionen kamen, die sich nur auf einen der tweets bezogen haben. Also nur auf das, was sie gegen die kubanische Regierung gesagt hat, wie offenkundig bei Blumenthal der Fall, oder nur darauf, dass sie erklärt, wie grausam das Embargo ist. Das mag ein Grund sein, warum man es als zusammengefassten Beitrag im Bild veröffentlicht hat. Aber das ist vielleicht schon überinterpretiert, ich finde den Vorgang als solchen weiterhin nicht bemerkenswert.


    Also wenn der Vorwurf lautet, sie sagt etwas gegen die Regierung von Kuba, dann denke ich nicht, dass sie versucht das zu verstecken.


    Zur Lage als solcher: Ich bezweifle, dass wir es hier mit sowas wie einem fabrizierten Aufstand zu tun haben. Ich gehe davon aus, dass viele kubanische Dissidenten immer Unterstützung vom CIA und anderen US-Einrichtungen sowie von den Exilkubanern erhalten. Und das Embargo trägt zu wirtschaftlichen Situation aber auch Versorgung in Kuba deutlich bei. Aber beides halte ich nicht für ausschlaggebend. Es modizifiert vielleicht die Lage und die Protestform, aber es sind einfach die normalen Proteste wegen der Folgen von CoViD-19 und Rezession, die wir in allen Ländern sehen, nicht zuletzt in den USA selbst. Das Embargo ist zum Beispiel nicht der Grund, dass der Tourismus als wichtiger Industriezweig so eingebrochen ist und die Einkommen von sehr vielen Kubanern mit. Das liegt an der Pandemie. Selbst die Auswirkungen der Verschärfungen unter Trump von 2017 waren längst eingespreist.

  • Wemir. Wer spricht von fabrizierem Aufstand? Ich sehe das als langfristiges Ziel. Bisher ist es vor allem eine Medienkampagne mir Fake Bildern. Insofern ist es natürlich schon bemerkenswert, wenn sie da da als aller erstes mit einstimmt und dabei einen ungewählten Oppositionspolitiker zum Präsidenten erklärt. Das ist, was im Mechanismus von Twitter sichtbar ist.


    Ist halt der Spin, mit dem man in Venezuela damals auch angefangen hatte und es dann immer weiter eskalieren ließ. Ihr zu unterstellen, sie wüsste das nicht genau, wäre wiederum eine Beleidigung ihrer Intelligenz. Sie vertritt ganz offensichtlich inzwischen die offizielle Linie ihrer Partei und sammelt mit ein paar gut gewählten aber seichten kritischen Äußerungen nur noch ihre Follower ein.

    Hier heißt es dann, das Embargo ist nicht ok, aber die Kubaner müssen eben dich von ihrem Unheil gerettet werden.


    Nun kann man natürlich zu Recht einwenden, warum das überhaupt von Belang ist. Sie steht eben stellvertretend als Galionsfigur einer Bewegung, die antrat die Politik ihrer Partei zu verändern. Die Veränderung seit der Wahl sind aber dann doch Recht eindeutig bei dieser Bewegung zu erkennen, immer wieder. Ein bisschen wie bei der Metamorphose vom Juso-Revoluzzer zum vollwertigen SPD-Funktionär. Es sind vor allem enttäuschte Hoffnungen, die da zum Tragen kommen und die Erkenntnis, dass man in einem Zweiparteien-System damit sie richtig gekniffen ist.

    Aus der Ferne können wir uns jetzt über die Interpretation und ihre Rolle im allgemeinen gepflegt streiten. Ändern wird sich dadurch freilich nichts.


    Edit:

    Weil es gerade passt.

  • Die Hälfte der Welt zu sanktionieren ist irgendwann auch Selbstisolierung : )


  • Beitrag von srogg ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: https://www.youtube.com/watch?v=32MhCNj6oU8 ().
  • Wemir. Wer spricht von fabrizierem Aufstand?


    Also wenn man von einem organischen Protestgeschehen ausgeht, warum ist dann die Kritik, die Ocasio-Cortez am Umgang der kubanischen Regierung mit den Protesten übt, überhaupt zu beanstanden?


    Insofern ist es natürlich schon bemerkenswert, wenn sie da da als aller erstes mit einstimmt und dabei einen ungewählten Oppositionspolitiker zum Präsidenten erklärt. Das ist, was im Mechanismus von Twitter sichtbar ist.


    Sprechen wir noch von Kuba?


    Ist halt der Spin, mit dem man in Venezuela damals auch angefangen hatte und es dann immer weiter eskalieren ließ. Ihr zu unterstellen, sie wüsste das nicht genau, wäre wiederum eine Beleidigung ihrer Intelligenz. Sie vertritt ganz offensichtlich inzwischen die offizielle Linie ihrer Partei und sammelt mit ein paar gut gewählten aber seichten kritischen Äußerungen nur noch ihre Follower ein.

    Hier heißt es dann, das Embargo ist nicht ok, aber die Kubaner müssen eben dich von ihrem Unheil gerettet werden.


    Ich deute den Umstand, dass sie sich erst nicht äußert und dann in dieser Form so, dass sie sich dem Vorwurf ausgesetzt sah, bei "linken" Regimen wegzugucken. Aber ich sehe in ihrer Verlautbarung keine Erwartung für ein Eingreifen seitens der USA im Gegenteil sie fordert nur, dass das Embargo aufgehoben wird. Dass sie bei ihren Anhängern irgendwie für Intervention wirbt, sehe ich nun gar nicht.


    Ocasio-Cortez ist ja puertorikanischer Herkunft und wenn man weiß, was die USA mit Puerto Rico angestellt haben, dann denke ich, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass aus ihr mindestens mal im Bereich der Karibik eine Empire-Politikerin wird, weil sie zuviel mit anderen Demokraten rumhängt.

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