Nach der Wahl ist vor der Wahl - US-Politik nach Trump

  • habe da nur auf deine frage geantwortet.

    du hast gefragt.


    Und ich habe nur darauf reagiert, dass Trump Profit aus dem Kauf schlagen will, aber vielleicht meintest du ja nicht persönlich.


    naja .. wer sagt den das er nicht Ahnung in diesen Bereich hat. nicht das ich von seinem Kompetenzen überzeugt wäre oder das glaube...


    Hunter Biden hat keine diesbezügliche Kompetenz. Das war reines Profitieren vom Namen.


    Scheinbar ist dir entgangen das Trump das Ruder umgerissen hat und zwar in eine sehr sehr düstere Richtung. selbst wenn es wieder zur "alten normalität" zurück komm,en würde wäre das ein fortschritt.


    Mir muss man das harm reduction-Argument nicht erklären. Das habe ich oft genug selbst getan. Bei den Folgen des Klimawandels gibt allerdings keinen Grund zum Optimismus. Null.


    du hast Argumente gebracht die gegen den blätter atikel gerichtet waren. nun biste mit allen deinen Argumenten die gegen diese sicht des Autoren gebracht hast zurück gerudert.


    Meine Kritik an dem Artikel gilt weiterhin. Da ist bei dir ein falscher Eindruck entstanden, ich habe nichts davon zurückgenommen.


    Trump schafft die post ab um die wahlen zu manipulieren und dir ist bidens sohn wichtig .. ok den deppen hier im forum schon aber das du dich auf deren stufe stellst.. ?


    Also ich bin auch hier im Forum ...


    Wie gesagt, das mit Bidens Sohn war nur Spaß an der Ergänzung. Der Inhalt dieser Replik ist da schon relevanter:


    Welcher Präsidentschaftskandidat hatte eigentlich kürzlich im Interview folgendes für seine Präsidentschaft angekündigt: "Fracking is not going to be on the chopping block"

  • Traurige, treffende Zusammenfassung, wie sehr Uygur, stellvertretend für die "let's vote Trump out, rest comes later", in die Luft schlägt, um im Nachgang einer evtl. Biden-Wahl progressive Werte durchzusetzen.



    Was, Wenn nach der Wahl die establ. Demokraten die Progressiven weiterhin ausbremsen?
    Uygur: "We will be FURIOUS!"


    Ich dachte, ich schaue ein Video von 2016 - da hat er exakt das Gleiche gesagt. So cringe.

  • 2016 haben die Demokraten verloren. Ich verstehe die Analogie ehrlich gesagt nicht.

    Die Demokraten haben ein sehr prominentes und von weiten Teilen der Bevölkerung gewünschtes Thema (Healthcare) abgewürgt, obwohles imo eine Wahl eines Demokr. Präsidenten hätte vereinfachen können.
    Nun zu meinen, wenn die Dems erst an die Macht kommen, dann werden sie im Anschluss für die Menschen Politik machen, ist beyond naive.

  • Die Demokraten haben ein sehr prominentes und von weiten Teilen der Bevölkerung gewünschtes Thema (Healthcare) abgewürgt, obwohles imo eine Wahl eines Demokr. Präsidenten hätte vereinfachen können.
    Nun zu meinen, wenn die Dems erst an die Macht kommen, dann werden sie im Anschluss für die Menschen Politik machen, ist beyond naive.


    Er geht ja nicht davon aus, dass sie es von sich aus machen, sondern dass man sie durch politischen Druck, Demonstrationen, Kampagnen und weitere Gegenkandidaten gegen Establishmentdemokraten bei primaries, dahin bringen muss, dass sie etwas tun. Bei Trump sieht er dagegen gar nicht erst die Chance.


    Ich würde sagen, Uygur ist da alles andere als naiv. was die Notwendigkeit angeht. Er ist sehr ambitioniert, was die politischen Möglichkeiten der Linken diesen Druck zu erzeugen angeht, und das könnte man vielleicht naiv nennen. Aber was soll er sagen. Die Linke hat halt diese Runde verloren und sein Credo scheint zu sein, einfach immer weiter kämpfen.

  • Er geht ja nicht davon aus, dass sie es von sich aus machen, sondern dass man sie durch politischen Druck, Demonstrationen, Kampagnen und weitere Gegenkandidaten gegen Establishmentdemokraten bei primaries, dahin bringen muss, dass sie etwas tun.

    Kannst Du ein paar Beispiele aus den letzten Jahrzehnten dafür nennen, wo diese Aktionen dazu geführt haben, dass Demokraten etwas für den Durchschnittsbürger getan haben?


    Ich würde sagen, Uygur ist da alles andere als naiv. was die Notwendigkeit angeht. Er ist sehr ambitioniert, was die politischen Möglichkeiten der Linken diesen Druck zu erzeugen angeht, und das könnte man vielleicht naiv nennen.

    Uygurs politische Gespür hat er ja erst neulich gezeigt. Stichwort Congressional seat bid (er hat verloren, und das ist noch freundlich ausgedrückt).

    Schlimmer noch, er bremst ja aktiv all jene aus, die schon JETZT das machen, was er groß verkündet zu tun, falls die Demokraten gewinnen.

    Aber was soll er sagen. Die Linke hat halt diese Runde verloren und sein Credo scheint zu sein, einfach immer weiter kämpfen.

    Eine Selbstreflektion ist das, was ich bei vielen vermisse. Eine kritische Zwischenbilanz des eigenen Wirkens und Verhaltens. Ein Aufarbeitung von Dingen, die man hätte besser machen können, und müssen, und eine Liste von Dingen, bei denen man bleibt.

    Er aber spult sinnentleert sein Programm weiter ab. Den Gedanken, dass die größte Zugeständnisse der Politiker vor und nicht nach einer Wahl abzugewinnen sind - will oder kann er nicht haben.

    Dabei wäre das doch gerade auch seiner Agenda nach der richtige Schritt: demonstrieren gegen das Nichteinhalten von Versprechen ist das eine. Was wollen sie bei Biden sagen? Da ist es eben genau das andere:

    "Look, here is the deal. You all knew I said I will not advocate M4All. You knew it was about getting rid of Trump. It worked. As a matter of the fact, you go what you wanted!"


    Uygur: *furious pikachu face*

  • Kannst Du ein paar Beispiele aus den letzten Jahrzehnten dafür nennen, wo diese Aktionen dazu geführt haben, dass Demokraten etwas für den Durchschnittsbürger getan haben?


    Gegenfrage: Gab es denn solche Aktionen seitens der Linken in den letzten Jahrzehnten? Die sind ja erstmal marginalisiert worden durch Clinton, dann kam Bush, dann hat man zu sehr an Obama geglaubt, dann kam Trump. In all den Jahren haben die Demokraten sicherlich etliche Dinge für den Durchschnittsbürger getan, aber das hatte wenig damit zu tun, dass sie von progressives dazu gezwungen wurden. Die Gewerkschaften hatten vielleicht mehr damit zu tun. Aber die gehen auch immer mehr den Weg der Beeinflussung durch Spendengelder, weil sie an politischer Schlagkraft als Organisationen verlieren, zumal auf nationaler Ebene, und da stehen sie in Konkurrenz mit anderen Großspendern.


    Schlimmer noch, er bremst ja aktiv all jene aus, die schon JETZT das machen, was er groß verkündet zu tun, falls die Demokraten gewinnen.


    Hast du dafür mal ein Beispiel?


    Dabei wäre das doch gerade auch seiner Agenda nach der richtige Schritt: demonstrieren gegen das Nichteinhalten von Versprechen ist das eine. Was wollen sie bei Biden sagen? Da ist es eben genau das andere:

    "Look, here is the deal. You all knew I said I will not advocate M4All. You knew it was about getting rid of Trump. It worked. As a matter of the fact, you go what you wanted!"


    Jemandem irgendwelche Versprechungen auf Politik, die derjenige nicht teilt, abzuringen, scheint mir jetzt auch nicht wirklich aussichtsreich. Würde Biden Medicare-For-All versprechen und dann entsprechend seiner Präferenz nicht umsetzen, hätte er tausend Ausreden parat, warum es nicht möglich oder anderes wichtiger war. Überhaupt Biden hat vermutlich nicht mal eine zweite Amtszeit. Der hat keinen Anreiz irgendwelche Wahlversprechen umzusetzen. Und wenn man für das, was man will, demonstrieren geht, sind hatte-ich-nicht-versprochen auch nicht die magischen Worte mit denen alle Demonstranten wieder abziehen. Also dass er das sagen könnte, ist aus meiner Sicht ziemlich irrelevant.


    Der andere Aspekt, wer soll jemandem wie Uygur abnehmen, dass er bereit wäre Biden die Unterstützung zu versagen und eine zweite Amtszeit von Trump zu riskieren. Das wäre ja nötig, um Zugeständnisse abzupressen. Das nimmt ihm niemand ab. Da liegt eben auch das Problem, warum ein Trump der Linken nicht in die Hände spielt. Das Establishment kann sich mit ihm arrangieren. Die Demokraten haben richtig Geld mit Trump gemacht. Die Linke ist näher an den Gruppen, die die Dysfunktionalität des Staates hart trifft, wenn sie nicht direkt von ihm angegriffen werden.


    Übrigens denke ich auch nicht, dass Uygur glaubt, man könnte Biden dazu bringen Medicare-For-All zu unterstützen. Kämpfen muss man um die versprochenen Krumen.

  • Gegenfrage: Gab es denn solche Aktionen seitens der Linken in den letzten Jahrzehnten? Die sind ja erstmal marginalisiert worden durch Clinton, dann kam Bush, dann hat man zu sehr an Obama geglaubt, dann kam Trump. In all den Jahren haben die Demokraten sicherlich etliche Dinge für den Durchschnittsbürger getan, aber das hatte wenig damit zu tun, dass sie von progressives dazu gezwungen wurden. Die Gewerkschaften hatten vielleicht mehr damit zu tun. Aber die gehen auch immer mehr den Weg der Beeinflussung durch Spendengelder, weil sie an politischer Schlagkraft als Organisationen verlieren, zumal auf nationaler Ebene, und da stehen sie in Konkurrenz mit anderen Großspendern.

    Es gab sicher einiges, was Demokraten für den Bürger getan haben - in der Regel aber doch Leute, welche nicht an der Spitze sitzen.

    Wie sah es denn seit 2016 aus? Progressives wurden in den Medien immer wieder zum Thema - aber auch diese bekundeten wiederholt Loyalität zu Pelosi.


    Hast du dafür mal ein Beispiel?

    TYT-Programm. Wann wurde in den letzten 7 Jahren inhaltlich über die Demokraten gesprochen? Ja, Progressive Leute wurden besprochen - aber inhaltlich? Strukturell? Es war ja einer der Gründe, warum Jimmy Dore der Truppe den Rücken gekehrt hat - er war einer der wenigen, die nicht nur über Trump, sondern Dems gesprochen haben.
    Die Main host von TYT drängten und drängen ihre Zuschauer it einer Penetranz zur Wahl des "lesser of 2 evils", es ist ein Jammer.

    Selbst ein einer Situation wie jetzt mit Corona gibt es keinen Kampf für Healthcare, eher das fortwährende Entrücken davon. Da muss die Frage lauten: warum? Warum kann das Thema jetzt nicht gepusht werden? Was hat das mit "but Trump?!" zu tun?

    Als Sanders noch im Rennen war, war der Zuspruch von M4All bei ~70 % insgesamt. Bei den Reps bis zu knapp über 50 %. Wie hat man diese Zeit genutzt? Dummes Russiagate Gedöhns davor, und dann im Anschluss Corona und wie kacke Trump ist. Mal inhaltlich die eigene Partei in den Vorteil für die Wähler zu drücken - nö. Das könne man dann ja nach der Wahl machen.


    Jemandem irgendwelche Versprechungen auf Politik, die derjenige nicht teilt, abzuringen, scheint mir jetzt auch nicht wirklich aussichtsreich. Würde Biden Medicare-For-All versprechen und dann entsprechend seiner Präferenz nicht umsetzen, hätte er tausend Ausreden parat, warum es nicht möglich oder anderes wichtiger war.

    Na, aber hallo. Und deswegen muss Druck gemacht werden. Jeden Tag. Da sollte eben nicht in einer verdammten Pandemie mal ein paar Monate Pause gemacht werden, um mal eben Trump loszuwerden.

    Mir ist schleierhaft, wie die Alternative - "später Druck machen" - irgendeinen Vorteil bringen sollen. Außer dass natürlich Trump weg wäre.

    Der andere Aspekt, wer soll jemandem wie Uygur abnehmen, dass er bereit wäre Biden die Unterstützung zu versagen und eine zweite Amtszeit von Trump zu riskieren. Das wäre ja nötig, um Zugeständnisse abzupressen. Das nimmt ihm niemand ab.

    Ja, ein auf Inhalte bedachter Progressiver würde imo sich eben mit Inhalten beschäftigen. Er könnte argumentieren, warum er was besser findet. Uygur und Co. haben sind nun allerdings (schon 2016) in eine Sackgasse manövriert: Trump is bad, aber auch die Dems sind nicht ganz das Gelbe vom Ei. Wenn Dems kritisiert werden, steht das größere Übel womöglich besser da, daher geht es primär gegen Trump. Das ist keine progressive Politik. Das ist Verhinderungspolitik, ohne inhaltlichen Kern. Als establ. Demokrat würde ich Tränen lachen.

    Da liegt eben auch das Problem, warum ein Trump der Linken nicht in die Hände spielt. Das Establishment kann sich mit ihm arrangieren. Die Demokraten haben richtig Geld mit Trump gemacht. Die Linke ist näher an den Gruppen, die die Dysfunktionalität des Staates hart trifft, wenn sie nicht direkt von ihm angegriffen werden.

    Gleich gilt für die größeren Portale - wie eben auch TYT. Die Mitgliederzahlen gehen hoch (bei den Konservativen ebenso) - da wird dann weiter 0815 mit platten Sprüchen polarisiert.


    Übrigens denke ich auch nicht, dass Uygur glaubt, man könnte Biden dazu bringen Medicare-For-All zu unterstützen. Kämpfen muss man um die versprochenen Krumen.

    Der Kampf ist dann was? Den zu wählen, von dem man ausgeht, dass er einen im Anschluss bekämpft?

    Und was ist die Hoffnung nach 4-8 Jahren Biden? "Endlich" wieder Republikaner? Da klappt es dann besser?

  • TYT-Programm. Wann wurde in den letzten 7 Jahren inhaltlich über die Demokraten gesprochen?


    Also wenn ich mal was davon sehe, sind sie doch mit ihrer Kritik sehr breit aufgestellt. Auch sehr viel Kritik an den Demokraten, auch inhaltlich. Ist nicht Uygur mal bei MSNBC gegangen worden, weil er denen zu Obama-feindlich war?


    Selbst ein einer Situation wie jetzt mit Corona gibt es keinen Kampf für Healthcare, eher das fortwährende Entrücken davon. Da muss die Frage lauten: warum? Warum kann das Thema jetzt nicht gepusht werden? Was hat das mit "but Trump?!" zu tun?


    Wird schon irgendwo strategisch sein. Wenn man jetzt einen Streit mit Biden über Medicare-For-All vom Zaun bricht, spielt man vielleicht Trump in die Hände, vorallem wenn Biden am Ende nicht darauf eingeht. Und die Priorität bei Uygur - und er ist steht ja da auch für viele andere - ist offenkundig Trump zu besiegen. Kann man falsch finden, aber ist eben so. Deshalb wollte die Linke ihren eigenen Kandidaten durchsetzen, damit sie beides, policy und den Sieg über Trump, bekommt. Nur ich denke, es ist ziemlich klar, policy gibt es bei einem zweiten Sieg von Trump eben auch nicht.


    Uygur und Co. haben sind nun allerdings (schon 2016) in eine Sackgasse manövriert: Trump is bad, aber auch die Dems sind nicht ganz das Gelbe vom Ei.


    Wie gesagt deshalb hat Trump als Rosskur nicht funktioniert. Die Vorstellung war, dass er die Wähler so verschreckt, dass sie linken statt rechten Populismus wählen. In der Realität zeigt sich, er hat die Linken so verschreckt, dass sie zähneknirschend nochmal das Establishment unterstützen. Ich würde nicht mal sagen, dass die Linke dahingehend gespalten wurde, denn die Fraktion, die meint, man müsste jetzt Biden die Gefolgschaft versagen, um sich dadurch politische Macht zu verschaffen, ist ja doch eher klein.


    Gleich gilt für die größeren Portale - wie eben auch TYT. Die Mitgliederzahlen gehen hoch (bei den Konservativen ebenso) - da wird dann weiter 0815 mit platten Sprüchen polarisiert.


    Denke ich tatsächlich weniger. Das wirkliche Geld macht man im Washingtoner System mit Spendengeldern. Um Abonnements betteln ist da im Vergleich schon ein recht hartes Brot. Also wenn sie Geld machen wollten, ist die Anfeindung des Establishment kein besonders guter Weg. So ein Omidyar, der das belohnt, kommt dann doch recht selten vorbei.


    Der Kampf ist dann was? Den zu wählen, von dem man ausgeht, dass er einen im Anschluss bekämpft? Und was ist die Hoffnung nach 4-8 Jahren Biden? "Endlich" wieder Republikaner? Da klappt es dann besser?


    Der Kampf gegen Biden beginnt natürlich erst, wenn dieser gewonnen hat, und dann halt so bald wie möglich einen progressive ins Präsidentenamt bekommen oder vielleicht ist Harris empfänglicher für Druck, wenn sie den doch recht eingefahrenen Biden vorzeitig ablöst.


    Ich meine, das ist alles mit der Annahme gesagt, dass dieses ganze politische System sich fortsetzen wird. Ich würde da nicht drauf wetten.

  • Joe Biden’s Campaign Is Making It Very Clear: They Will Push Austerity in the White House

    "Almost no one noticed it, but earlier this month, a top Joe Biden advisor indicated that the entire agenda Biden is campaigning on won't be pursued once he's in the White House. Instead, Biden's inner circle appears wedded to the ideology of austerity."


    ...und keine Sau im großen Medienzirkus interessiert sich dafür - because hey, at least he's not Trump!


    Das beste ist, Biden und Harris (die Kandidaten des neoliberalen Establishments) und das neoliberale Establishment können weiter alles was irgendwer an progressiven Reformen von ihnen fordern möge damit abbügeln, dass es leider nicht finanzierbar sei und gleichzeitig die Schuld dafür komplett Trump in die Schuhe schieben, weil er ja schliesslich das Defizit mit seinen Steuererleichterungen so in die Höhe getrieben habe.


    Win-Win!

  • Wird schon irgendwo strategisch sein.

    o.0

    Sehr wohlwollende Haltung. Was wäre dann die Strategie?

    Wer Hoffnung auf die 'Empfänglichkeit' von Harris setzt, muss Optimist sein - oder ihre politische Vergangenheit ausblenden.

    Glaub, we can agree to disagree.

  • o.0

    Sehr wohlwollende Haltung. Was wäre dann die Strategie?


    Also keine Strategie um Medicare-For-All zu bekommen, falls du das verstanden hast, sondern um Trump zu besiegen. Biden anzugreifen und gleichzeitig zu sagen, aber wählt ihn trotzdem, Trump ist noch schlimmer, wäre eine inkonsistente Botschaft und würde das Ziel Trump wegzubekommen sabotieren. Den Kampf aufzuschieben bis nach der Wahl, ist wenn man so will strategisch, insofern das überhaupt reflektiert wird. Zumal, Biden das entsprechende Versprechen abzuringen, ist das eine, denn sobald es um die Einlösung ginge:


    Das beste ist, Biden und Harris (die Kandidaten des neoliberalen Establishments) und das neoliberale Establishment können weiter alles was irgendwer an progressiven Reformen von ihnen fordern möge damit abbügeln, dass es leider nicht finanzierbar sei und gleichzeitig die Schuld dafür komplett Trump in die Schuhe schieben, weil er ja schliesslich das Defizit mit seinen Steuererleichterungen so in die Höhe getrieben habe.


    Man hätte vielleicht eine medienwirksame Kampagne während der Biden-Sanders-Verhandlungen inszenieren müssen. Eventuell hätte Druck an dieser Stelle mehr herausgeholt. Ich weiß nicht, ob das neben Epidemie, Wirtschaftskrise und Black-Lives-Matter-Massendemonstrationen drin war.


    Wer Hoffnung auf die 'Empfänglichkeit' von Harris setzt, muss Optimist sein - oder ihre politische Vergangenheit ausblenden.


    Nun, als Vizepräsidentin, die durch die Hintertür an die Macht kommt, wäre sie schwächer. Sie ist auch jünger und hat sich auch mehr als Wendehals im Wahlkampf gezeigt als Joe "Vote for Trump" Biden. Es ist vorstellbar, dass sie noch mehr auf Druck reagiert. Wie gesagt es geht nicht darum, den Präsidenten dahin zu bekommen, dass er die linke Agenda unterstützt. Dessen Macht ist innenpolitisch sowieso nicht allzu groß, Trump hat durch die Erzeugung von institutioneller Dysfunktionalität vermutlich schon das meiste in negativer Richtung herausgeholt.


    Ich frag mich nur, was Bernie davon hat, das Spiel mizuspielen.


    Finde ich ehrlich nicht schwer zu verstehen. Die priorisieren alle Trump wegzubekommen.


    Es ist immer leichter von außen und wenn man richtig zornig ist, zu empfehlen es einfach noch mal mit mehr Chaos zu versuchen. Ich meine, das ist ja irgendwo das Ergebnis, wenn man die Chancen von Biden aktiv beschädigen würde. Viele Leute in der akuten Situation überzeugt das nicht.


    Und ich will wirklich nicht sagen, dass der Entzug von Unterstützung, da wo es weh tut, nicht auch genutzt werden kann, um sich Macht zu verschaffen. Aber so wie es bisher mal skizziert wurde, scheint es auf den Spieltheorieklassiker Chicken hinauszulaufen. Man muss dann eben bereit sein, den Fuß nicht vom Gaspedal zu nehmen. Mir fällt auf, wenn ich mal an eine Reihe von Vertretern auf den beiden Seiten dieses Streits denke: Sanders ist ein Jude, Uygur hat einen muslimischen Hintergrund, Mehdi Hasan könnte man hinzunehmen, der ist Muslim, Ocasio-Cortez ist Lateinamerikanerin auf der anderen Seite Kyle Kulinski, Jimmy Dore oder auch Krystal Ball alle soweit ich weiß Teil der Mehrheitsethnie. Vielleicht ist einfach der Unterschied, wieviel die glauben zu verlieren zu haben.

  • Das ist das selbe elende Propaganda-Spiel das auch hierzulande immer wieder gespielt und von sämtlichen VertreterInnen des gehobenen Bürgertums weiter verbreitet wird - auch wenn sie für linksliberale "Blätter" schreiben:

    Bloß keine KandidatInnen aufstellen, die sich zu weit links dessen positionieren, was als bürgerliche Mitte™ verklärt, und ausgerechnet von Leuten medienwirksam als gesellschaftlicher Konsens proklamiert wird, die dem Alltag der profanen Mittelschicht schon lange in höhere Sphären entschwebt sind. Das verschreckt den Wähler. Das versteht er nicht. Da wählt er lieber rechts.

    Im Unterschied zu den hiesigen Verhältnissen brauchen die Demokraten landesweit im Schnitt einen Vorsprung von vier bis acht Prozent zu den Republikanern, um eine gute Chance zu haben Präsidentschaft, Senat und Repräsentantenhaus zu gewinnen. Was wiederum Voraussetzung ist, um auch nur irgendwas größeres durchbringen zu können.


    Bei ungefähr gleicher Wahlbeteiligung beider Lager müssen die Demokraten also Wähler auf ihre Seite ziehen, die sich den Republikanern näher wähnen als den Demokraten.

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