Nach der Wahl ist vor der Wahl - US-Politik nach Trump

  • Völlig richtig. Die Frage ist dann, wie viele getreue Partei Soldaten sind im Sicherheitsapparat und wie viele Qs oder sonstige verblödete Hillbillies, für die das der Endkampf ist.

  • Linke sollten ganz einfach realistisch sein. Die Hoffnung, dass sich irgendwas bedeutendes in den USA durch Wahlen ändert kann nur enttäuscht werden. Die angehörigen der Eliten, haben schon als einzelne so viel wirtschaftliche Macht wie ganze Staaten und kontrollieren alle Institutionen des Staates.


    Die Dringlichkeit der Klima-, Umwelt-, Demokratie-, Wirtschafts-, Energie-, Gesundheits-, Politik-, Rassismus-, Wohnungs-, Gerechtigkeitskrise (usw) ist groß und die Wahrscheinlichkeit für Änderungen in diesem System, mit diesem politischen Personal und gegen die Macht des Geldes sind extrem klein. Wer irgendwie auf die US-Wahlen hofft, ist schon ein Opfer erfolgreicher Täuschung.


    Sicherlich gab es niemals zuvor einen Präsidenten der linke Politik attraktiver gemacht hat als Trump aber man kann ihn ja deshalb nicht im Amt lassen. Die Verbrechen und das Leid das Trump direkt verursacht (Wie z.B. die Käfige mit Flüchtlingskindern) müssen verhindert werden. Mehr nicht aber auch nicht weniger.


    Ich bin zwar zynisch, aber nicht so sehr, dass ich Biden nicht wählen und das leid dieser Menschen in Kauf nehmen würde, nur damit Trump z.B. den Kapitalismus schneller zugrunde richtet.

  • Sicherlich gab es niemals zuvor einen Präsidenten der linke Politik attraktiver gemacht hat als Trump aber man kann ihn ja deshalb nicht im Amt lassen.

    Das sehe ich schon seit einiger Zeit zwiespältiger bis anders. Die Kapitalismus-Büchse der Pandora mit all ihren Geschenken (Reichtums- & Machtkonzentration, Umweltverschmutzung, Ausbeutung ... u. v . a. m. ) ist seit langem offen. Sowas wie die US-Demokraten halten den Deckel nur weiter fest draf um die Austretenden Plagen für sie erträglich zu halten, ein Trump dagegen kloppt ein ums andere Loch in den Deckel...



  • Wäre auch meine nächste Einlassung gewesen. Wobei in beiden Fällen das gleiche Problem besteht. Die Linke hat keine starke Machtbasis mehr in der Bevölkerung.

  • Sowas wie die US-Demokraten halten den Deckel nur weiter fest draf um die Austretenden Plagen für sie erträglich zu halten, ein Trump dagegen kloppt ein ums andere Loch in den Deckel...


    Echt wie macht er das denn?


    In jedem Fall sowas wie die US-Demokraten führt zu sowas wie Trump. Das ist ja dann auch das Hauptgegenargument die rechten Demokraten zu unterstützen, weil man sich die nächste Iteration von Trump noch schlimmer vorstellt.

  • Ich würde sagen die haben sich durchaus ins Zeug gelegt. Die US-Linke ist eben einfach noch zu schwach, um die Demokratische Partei zu übernehmen oder ihren Präsidentschaftskandidaten durchzusetzen und von ausschlaggebenden Mehrheiten im Kongress sind sie auch noch weit entfernt.

    Ins Zeug gelegt? Was konkret sind die Erfolge der "Justice Democrats" - und wie war deren Verhalten in kontroversen Fragen. Wie viele von Ihnen haben sich am Ende hinter das Establishment gestellt?


    Womit hat sich denn Joe Biden seine absehbare Nominierung verdient? In der Politik werden ständig Leute belohnt, die es nicht verdient haben.

    Hat er ja eben nicht. Insofern sehe ich keinen Grund für ihn zu stimmen.
    Dieses whataboutism von Dir an der Stelle finde ich schräg.



    Das ist für mich nicht affirmativ. Das ist ein, hey besser als gedacht. Genauso wie kurze Zeit später, wenn er meint Biden wäre "[a] billion times better than Donald Trump". Verdeutlicht auch nur für wie desaströs er Trump hält.

    Nö, "Ok, good nuff" ist ganz klar "affirmativ".


    "I look forward to fighting Joe Biden and Kamala Harris. What I would look forward to more is not fighting them if they were passing progressive bills." (ab hier)

    Hier lohnt sich eine Blick auf die Aussage von 2016 von Cenk - die Ankündigung das Establishment zu bekämpfen. Gut, die Justice Dems sind jetzt da, aber sonst? Schau mal in den YT Channel der TYT. Wo sind da kritische Töne dem Estbalishment gegenüber? Der Kanal besteht praktisch zur Gänze aus "Orange man bad" und "become a TYT member to get more stuff".


    TYT in a nutshell:


    Die Verbrechen und das Leid das Trump direkt verursacht (Wie z.B. die Käfige mit Flüchtlingskindern) müssen verhindert werden.


    Stimmt, dann aber auch das Problem an der Wurzel packen und in seiner Gänze betrachten:

    'Joe Biden says the Obama administration "didn't lock people up in cages. [Politicact]

    --> FALSE


    Did Obama Admin Build Cages That House Immigrant Children at U.S.-Mexico Border? [Snopes]

    --> TRUE


    Also, TYT jammert rum, dann rotiert "orange man bad", wobei er einen Teil seinen Unsinns nur machen kann, weil die Dems das ermöglichen, dann is Harris Vergangheit scheinbar gar kein Thema, Biden is gud nuff, und am Ende werden sie (wie auch 2016) ihre Zuschauer drängen, Biden zu wählen.

    BIssi gagga ist das schon.

  • Löcher in das zugegeben schon recht löchrige US-Wahlsystem "kloppt" Trump dagegen weiterhin rein. Gewohnte Offenheit:


    https://www.theguardian.com/us…t-office-election-funding


    Wobei die Aussage von Larry Kudlow, auf die am Ende verwiesen wird, ist nochmal ein anderes Kaliber:


  • Ins Zeug gelegt? Was konkret sind die Erfolge der "Justice Democrats" - und wie war deren Verhalten in kontroversen Fragen. Wie viele von Ihnen haben sich am Ende hinter das Establishment gestellt?


    Kannst du ja alles schlecht finden, was die machen. Aber sie haben versucht eigene Leute in Machtpositionen zu bringen. Im Gegensatz zur Strategie, das Establishment dazu zu bewegen gute Dinge zu tun, die ja auch nicht gerade läuft.


    Zur letzten Frage: Bei irgendwas wichtigem, nicht das ich wüsste.


    Hat er ja eben nicht. Insofern sehe ich keinen Grund für ihn zu stimmen.
    Dieses whataboutism von Dir an der Stelle finde ich schräg.


    Harris ist ein whataboutism für Biden.


    Nö, "Ok, good nuff" ist ganz klar "affirmativ".


    Nicht affirmativ. Affirmativ positiv.

  • Im Gegensatz zur Strategie, das Establishment dazu zu bewegen gute Dinge zu tun, die ja auch nicht gerade läuft.


    Aktuelles Beispiel offenbar ein Rückfall hinter die eigenen Versprechungen:


    https://theintercept.com/2020/…tion-moratorium-platform/


    Zitat

    Joe Biden’s presidential campaign on Tuesday released a new agenda to address the economic inequalities Latino communities face, vowing to invest in Latinos’ economic mobility by “expanding access” to education and health care. But nowhere in the agenda, or on its website, does the campaign mention one of the biggest promises it made during the primary: a 100-day moratorium on any deportations of immigrants already in the United States.


    Wobei es so klingt, als hätten Bidens handlers schon immer versucht das unter den Teppich zu kehren.


    Ansonsten geht der Artikel auf ein mögliches Problem bei der Aktivierung von Wählern ein, weil Haustürwahlkampf weiterhin schwierig ist. Deshalb stellen die Angriffe von Trump auf die USPS-Infrastruktur eine gute Manipulationsmöglichkeit dar, denn gemeinsames Briefwählen lässt sich von politisch Engagierten lokal immer noch leichter organisieren. (Immer vorausgesetzt, dass die Angriffe Trumps eigenen turn-out nicht mehr beeinträchtigen.)

  • Warum wäre das gut?

    a) höchst unqualifizert gesagt, ich konnte den mann schlichtweg noch nie ausstehen. fast wäre für mich an der stelle alles ‘gut’, hauptsache nicht trump. er taugt nicht mal als feindbild wirklich, weil ich dazu viel zu sehr mit fremdschämen beschäftigt bin.


    b) ich bin nicht sicher, ob u.a. das thema, welches folgende artikel aufgreifen, unter einer anderen administration ebenso radikal weggekürzt worden wäre...https://www.independent.co.uk/…bal-warming-a9020461.html

    https://www.scientificamerican…and-obscured-under-trump/


    c) ergänzend zu ‘b’ gehe ich davon aus, dass weitere handlungen/ entscheidungen wie unter ‘b’ beispielhaft aufgeführt, so nicht gefallen wären/ vollzogen würden, wenn dieser mann nicht an der spitze der USA säße. das ein teil dieser handlungen ‘gut’ (oder zumindest auf den ersten blick wirtschaftlich gut) für die USA sei, schließe ich dabei nicht aus; nur eben nicht “gut”, in meinen augen.


    d) trumps rethorik ermöglicht auch das, und das ist ungut.

    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=475648

  • Danke Mimikri Mirwarso
    Ich hab da auch nur ein wenig nachgehakt, weil mich die reflexartige Debatte um Trump langsam gewaltig nervt und bei den Meisten wohl nur a) gekommen wäre. Und ich finde, wir könnten ruhig mal wieder dazu übergehen vor lauter Aufregung und Getwittere uns inhaltlich zu orientieren. Das machen nämlich auch seine politischen Widersacher nicht und nutzen den Sturm, um nicht Angebote liefern zu müssen. Das betrifft sowohl die innenpolitischen "Gegner", an man denen das besonders gut beobachten kann, als auch die Bündnispartner.

  • weil mich die reflexartige Debatte um Trump langsam gewaltig nervt und bei den Meisten wohl nur a) gekommen wäre

    es nervt zurecht und ich bin feiner weise im falschen forum gelandet, wenn ich dachte, ich könnt's mir einfach machen (dachte ich btw nie) neinnein, ich hab nicht vergessen, welche erlasse trump in den vergangenen jahren gab, was er wo/ wie an gravierenden stellen sagte und zu welchen konsequenzen dies führt(e).

    @all: haben wir heute schon über das stichwort 'briefwahlen' gesprochen? u.a. die frankfurter rundschau berichtete: https://www.fr.de/politik/dona…e-joe-biden-90023587.html


    nicht nur umweltpolitisch ist seit 2017 ziemliches hängen im schacht in den USA; nicht, dass dem in dschlnd nicht so wäre, aber...das kann alles noch wahrhaft strange werden (wenn die gesamtsituation mit covid-19 und biden als herausforderer nicht schon befremdlich genug wäre)

  • Trump trollt scheinbar gerne, und hat zu Snowden auch sehr kritische Töne geäußert. Aktuell finde ich seine Haltung allerdings gut - und sie offenbart in der Reaktion darauf einmal mehr, wie verkommen bekannte Köpfe der Demokraten sind. Beispielsweise die einst auch als Biden VP gehandelte ehemalige Assistant Secretary of State for African unter Clinton: Susan Rice.

    Hardcore Russiagaterin.



    Übrigens:

    Biden accuser Tara Reade slams Dems for Bill Clinton convention speech


    Clinton hat eine eigenen Wiki-Seite bzgl. der Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens.

    Ach, egal, let's put him on the main stage! :D


    Was gibt's sonst noch von den weißen Rittern unter dem Banner der Demokraten, die sich den roten und orangen Horden der Zerstörung entgegenstellen?


    Battle looms over Biden health care plan if Democrats win big


    Zitat

    In the primary earlier this year, Biden’s plan for a government-run public option for health insurance was seen as the moderate choice, compared with Sen. Bernie Sanders’s (I-Vt.) “Medicare for All.”

    [...]

    Surveying this landscape, some Democratic congressional aides and outside health care advisers, who spoke on the condition of anonymity, said they expected the party would start next year with a more modest package of fixes to ObamaCare that did not include a public option in an effort to get some early points on the board.



    VOTE JOE!

  • Da werden in den nächsten Wochen noch viele Verzweiflungstaten kommen. Allzu ernst kann man das sicher nicht nehmen. Er war für kurze Zeit während der Wahlen ja auch mal Assange Fan.

    Typische Reaktion hier. In Zynismus getränkte Anti-Trump Haltung ist das einzige, was als Replik kommt.

    Trump mag seine Meinung ändern bzw. nichts für Snowden tun - weit sicherer scheint mir, dass die Demokraten all das, was ich beschrieben habe, weiterhin durchziehen werden.


    Ach egal, da: "oRaNgE mAn bAd!!1!"

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!