Nach der Wahl ist vor der Wahl - US-Politik nach Trump

  • Dann war es "Kai - um den Senatssitz - gegen die nicht angetretene Tulsi.

    Sorry, wenn das kleinlich ist, aber da Du es jetzt schon zum dritten mal falsch geschrieben hast:


    Kai Kahele hat nicht einen Sitz im US-Senat gewonnen, sondern die Nominierung als demokratischer Kandidat in einem Wahlbezirk in Hawaii, für den zur Zeit noch Tulsi Gabbard im Repräsentantenhaus sitzt, die allerdings schon letztes Jahr zugunsten ihrer aussischtslosen Präsidentschaftskampagne auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.


    Das ist deshalb nicht ganz unwichtig, weil Kahele als Abgeordneter des Repräsentantenhauses - sofern er denn im November die Wahl gegen den republikaischen Kandidaten wie erwartet gewinnt - nur für zwei Jahre direkt gewählt würde.


    SenatorInnen werden hingegen für sechs Jahre gewählt und es gibt pro Bundesstaat nur jeweils zwei Senatsmandate, die für den gesamten Staat, nicht für einzelne Wahlbezirke gewählt werden. Alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt.


    Nicht ganz unbedeutender Unterschied, finde ich.

  • Hoffe das wurde noch nicht verlinkt:



    Bei dem Video habe ich Stefans Satz „Trump hat alle seine Wähler verloren und wird definitiv verlieren!“ im Hinterkopf und frag mich ob nicht im November das böse Erwachen erneut kommt.


    Aber unfassbar wie der Typ am Ende Biden als Marxisten darstellt. Biden!

  • Cenk Uygur von TYT erklärt, dass Harris "progressive" sei. Bidens Kompetenz sei zudem "ok, he is hanging in there".


    Und da wundern sich Leute, wenn ich kritischer mit den Demokraten und (pseudo) Progressives bin als mit Trump?
    Yeah, right.

  • Also ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst.

    na, eigentlich verstehst du es schon. Clive macht keinen Hehl daraus, dass er Biden für einen ähnlich grauenhaften Präsidenten wie Trump sieht, ärgert sich aber insbesondere darüber, dass nicht nur die liberaleren Medienvertreter, sondern teilweise auch linkere Genossen weltweit so eine Art Erlöser in Biden sehen. Ich kann seinen Frust nachvollziehen, aber wenn ich mir jemand `ne Knarre vor`s Gesicht hält und sagt “ Trump oder Biden“ und die Pispersche Alternative “ach komm, drück ab!“ nicht möglich wäre....doch, bei mir wäre es ziemlich klar Biden.

  • na, eigentlich verstehst du es schon. [...] ärgert sich aber insbesondere darüber, dass nicht nur die liberaleren Medienvertreter, sondern teilweise auch linkere Genossen weltweit so eine Art Erlöser in Biden sehen.


    Ne, verstehe ich anhand des Beispiels immer noch nicht. TYT ist weit davon entfernt Biden überhaupt positiv zu sehen. Insbesondere in dem verlinkten Video sagt Uygur nicht nur nichts affirmativ Positives über Biden und Harris, sondern er macht sich sogar darüber lustig, dass man von ihm cheerleading für die demokratischen Kandidaten erwartet und geht davon aus sie später bekämpfen zu müssen.


    [...] aber wenn ich mir jemand `ne Knarre vor`s Gesicht hält und sagt “ Trump oder Biden“ und die Pispersche Alternative “ach komm, drück ab!“ nicht möglich wäre ....doch, bei mir wäre es ziemlich klar Biden.


    Wenn es einen so stört, einfach nicht wählen gehen. Im Ernst macht keinen Unterschied.

  • timestamp

    Beim zweiten Hören gehe ich mittlerweile davon aus, dass er mit "progressive" Waren und nicht Harris meint. Mea culpa - oder halt Ausdruck dessen, wie sich TYT seit Jahren selbst wischi waschi mäßig inszenieren.


    Hab noch das meltdown Video von 2016 im Ohr - von smug zu desperate. Am Ende verkündet Cenk, wie er das Establishment bekämpfen würde! Jawoll, mit Schmackes.


    4 Jahre später genau der gleiche Spruch. Entwicklung nicht zu erkennen.


    Nochmal als Kontext:
    Harris hat vor einiger Zeit gesagt, dass sie den angeblichen Opfern von Biden glaubt.
    Was soll's - da ist man bei den Demokraten flexibel. Vielleicht wird's bei den Debatten ein Thema sein (wenn die Medien es nicht ansprechen, dann ja vlt. Trump).

    Harris hat so viel Mist gebaut in ihrem Wirken - das noch zu belohnen, das finde ich furchtbar.


    Edit:

    sagt Uygur nicht nur nichts affirmativ Positives über Biden und Harris,

    Sehe ich anders: Timestamp2

  • Am Ende verkündet Cenk, wie er das Establishment bekämpfen würde! Jawoll, mit Schmackes.


    4 Jahre später genau der gleiche Spruch. Entwicklung nicht zu erkennen.


    Uygur hat doch die Justice Democrats mitgegründet, die die prominentesten jungen linken Politiker auf die nationale Bühne gebracht und teilweise gegen fest im Sattel sitzende einflussreiche Kandidaten des Establishments durchgesetzt haben. Ich würde sagen die haben sich durchaus ins Zeug gelegt. Die US-Linke ist eben einfach noch zu schwach, um die Demokratische Partei zu übernehmen oder ihren Präsidentschaftskandidaten durchzusetzen und von ausschlaggebenden Mehrheiten im Kongress sind sie auch noch weit entfernt.


    [...] - das noch zu belohnen, das finde ich furchtbar.


    Womit hat sich denn Joe Biden seine absehbare Nominierung verdient? In der Politik werden ständig Leute belohnt, die es nicht verdient haben.


    Sehe ich anders: Timestamp2


    Das ist für mich nicht affirmativ. Das ist ein, hey besser als gedacht. Genauso wie kurze Zeit später, wenn er meint Biden wäre "[a] billion times better than Donald Trump". Verdeutlicht auch nur für wie desaströs er Trump hält.

  • Ohne jetzt Cenk Uygur übermäßig verteidigen zu wollen will ich doch mal anmerken, dass er in obigem Video immerhin auch folgendes zum besten gibt:


    "I look forward to fighting Joe Biden and Kamala Harris. What I would look forward to more is not fighting them if they were passing progressive bills." (ab hier)


    "If they were passing..." geht bei mir jedenfalls erstmal als Konjunktiv durch und nicht als ausgemachte Sache.

    Was sollen sie auch machen, die linken democrats? Sie haben halt leider keinen eigenen Kandidaten durchbekommen.


    Die Idee, man solle lieber Trump zulassen als die neoliberale Konzernsprechblase Clinton zu wählen mag ja im Vorfeld von 2016 noch als edgy aber legitim durchgegangen sein. Ich kann mich noch gut an Jimmy Dores Rants zu dieser Zeit erinnern, als er der Ansicht war, nach vier Jahren Trump werde dem demokratischen Establishment und seinen StammwählerInnen schon ein Licht aufgehen, so dass sie ihn dann zur nächsten Wahl endlich gegen einen Linken Sozialdemokraten wie Sanders austauschen würden. Ich hielt das damals auch für eine gar nicht mal so abwegige Theorie.


    Aber leider hat sich gezeigt, dass die Parteiführung und ein großer Teil der demokratischen RepräsentantInnen und SenatorInnen lieber einen neuen kalten Krieg anzetteln um Trumps hausgemachte Korruption den Russsen in die Schuhe zu schieben, als es sich mit ihren eigenen Spendern und Geschäftspartnern aus dem heimischen Großkapital zu verscherzen (die mit Trumps bisheriger Steuer- und Bailout-Politik sicher auch kein großes Problem hatten), während sich ihr demokratischer "Widerstand" weitgehend darauf beschränkt, sich zwar zu jeder Gelegenheit über Trumps unziemliches Verhalten zu empören, dabei aber trotzdem lieber tatenlos zuzusehen, wie Teile der arbeitenden Bevölkerung ihre Mieten, Hypotheken und Arztrechnungen nicht mehr bezahlen können und auf die Straße geworfen werden, nur damit sie im Kongress weiter ihre Schein-Fundamentalopposition gegen die Republikaner behaupten können.


    Man hat als linker Amerikaner eigentlich nur noch die Wahl zwischen Teufel (-> third party, oder gar nicht wählen und riskieren, dass Trump wiedergewählt wird) und Beelzebub (-> Die Biden/Harris-Kröte schlucken und hoffen, dass man bei denen wenigstens irgendwas in die richtige Richtung bewirken kann.)


    Oder man wartet halt auf die Revolution und den nächsten Bürgerkrieg. Wie die letzten Experimente gezeigt haben, erweist sich allerdings die systemtragende Staatsgewalt als durchaus wehrhaft und Skrupellos genug, um solchem Treiben notfalls auch mit systematischem Rechtsbruch ein Ende zu bereiten - zumindest wenn es von links kommt.

  • Man hat als linker Amerikaner eigentlich nur noch die Wahl zwischen Teufel (-> third party, oder gar nicht wählen und riskieren, dass Trump wiedergewählt wird) und Beelzebub (-> Die Biden/Harris-Kröte schlucken und hoffen, dass man bei denen wenigstens irgendwas in die richtige Richtung bewirken kann.)

    Damit das nicht so dolle auffällt, fakenewsen die sich ja neuerdings im Vorfeld selbst mit allerlei behaupteter Wahleinmischung und veranstalten ganz irre Spektakel, die dann die gesamte Amtsperiode über selbst in intelligentesten Kreisen für reichlich Beschäftigung sorgt. Dafür, dass man fast keine Wahl hat, ist der Unterhaltungswert stellar.

    Immerhin werden die nach ihrer Entscheidung für die eine von 2 Möglichkeiten nicht in Grund und Boden sanktioniert oder direkt mit Intervention bedroht. Ist ja auch was wert.

  • Man hat als linker Amerikaner eigentlich nur noch die Wahl zwischen Teufel (-> third party, oder gar nicht wählen und riskieren, dass Trump wiedergewählt wird) und Beelzebub (-> Die Biden/Harris-Kröte schlucken und hoffen, dass man bei denen wenigstens irgendwas in die richtige Richtung bewirken kann.)


    Nach Mexiko oder Canada immigrieren?


    Und das Trump die Wahl verliert wäre ja nicht das Ende der Geschichte, kokettiert er doch damit alles zu tun um eine Regierungsübergabe zu verhindern (nicht das er es unbedingt hätte sagen müßen, haben ja schon genug andere vermutet). Bush/Gore war schon schmerzhaft, aber Trump/Biden wird noch viel geschmackloser werden...




  • Und das Trump die Wahl verliert wäre ja nicht das Ende der Geschichte, kokettiert er doch damit alles zu tun um eine Regierungsübergabe zu verhindern

    Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass irgendwer, der im US-Sicherheitsapparat etwas zu melden hat ihm dabei helfen würde. Linke ProtestiererInnen niederzuprügeln oder gleich ganz verschwinden zu lassen ist eine Sache - das können die sich ja noch als Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung schönreden.

    Aber ein offener Verfassungsbruch und Quasi-Putsch, um einen bereits abgewählten Präsidenten im Amt zu halten, dürfte da auch vor den eigenen konservativen Moralvorstellungen deutlich schwieriger zu rechtfertigen sein.

    Zumal ja keinerlei Anzeichen zu erkennen sind, dass Biden oder Harris ernsthaft daran interessiert wären, den aufgeblähten Militär- und Sicherheitsapparat signifikant herunter zu fahren und das gesparte Geld zum Wohl der arbeitenden Bevölkerung einzusetzen. Die Mehrheit der Demokraten hat bisher noch jede Erhöhung des Militärbudgets mit durchgewunken.


    Die Republikaner wollen doch letztendlich - genau wie die Demokraten -, dass der Kapitalismus wieder läuft, die Spendengelder reichlich fließen, und dass ihnen die lukrativen Anschlussverwendungen für ehemalige PolitikerInnen in der Privatwirtschaft nicht ausgehen. Darauf konnten die sich bisher noch immer einigen - völlig unabhängig davon, wer gerade den Schreibtisch im Oval Office besetzt.


    Ein Bürgerkrieg wäre da doch eher hinderlich.

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