Nach der Wahl ist vor der Wahl - US-Politik nach Trump


  • Der Sinn der Aussage ist nicht sich gegen Außen abzugrenzen, sondern zur Überwindung einer inneren Spaltung aufzurufen. Also gäbe es in Deutschland eine solche Spaltung, dann würde ich jemanden, der einen analogen Aufruf hätte, nicht unbedingt des Nationalismus verdächtigen.


    Grundsätzlich macht die Berufung darauf Deutscher zu sein weniger Sinn als in den USA, denn da ist das an eine Leistungserwartung geknüpft, während kaum jemand denkt, man selbst oder die Vorfahren hätten es sich verdient Deutsche zu sein. Dass in den USA so gedacht wird, ist natürlich Nationalismus geschuldet, aber auch das wäre dort typisch. In Deutschland, wo es nicht so selbstverständlich ist, wäre die Hervorhebung Deutscher zu sein ohne einen solchen Kontext tatsächlich nationalismusverdächtig, da hast du schon recht.


    Der Satz "ich kenne keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche" ist inhaltlich nicht derselbe, aus verschiedenen Gründen, aber im ersten Schritt schonmal, weil es kein Aufruf ist. Und ihn nach der nächsten Wahl zu schreiben, wäre in der Tat schräg, denn ich kann mir kein Wahlergebnis vorstellen, dass einen passenden Anlass darstellen würde.

  • Hupps ... ein offizieller Klageweg wurde eingeleitet.


  • Hupps ... ein offizieller Klageweg wurde eingeleitet.


    Bitte....

    Judicial watch ist ein verlogener Verein rechtskonservativer Spinner und Klimaleugner der gegründet wurde um Hillary Clinton mit pseudoklagen zu mobben die alle abgewiesen wurden .

  • Ich meinte hier, keine Ahnung um wieviel es da geht...


  • Pink schreibt: [ziemlich schlechte Songtexte]

    Verständnisfrage:


    Was veranlasst Dich eigentlich dazu, davon auszugehen, dass hier irgendwer völlig begeistert ist, wenn irgendwelche PopsängerInnen oder SchauspielerInnen jetzt irgendwelche Lobhudeleien auf den Sieg der Demokratie durchs Netz zwitschern um sich gegenseitig zu beweisen, was sie für Aufrechte DemokratInnen und AntifaschistInnen sind?


    Ist ja nicht so, als hätten die sich nicht schon die letzten vier Jahre lang damit wichtig gemacht, dass sie Trump ganz fürchterlich finden und dabei trotzdem fleissig weiter demokratische Kandidaten unterstützt, die sich inhaltlich in puncto Geld von unten nach oben umverteilen eigentlich kaum von den Republikanern unterscheiden.

  • Ja - aber wenn ich nächstes Jahr schreibe, nach den Wahlen, es sei an der Zeit, dass wir davon sprechen, Deutsche zu sein...., dann würde mein Kommentar gelöscht und ich als Nazi oder wahlweise als AfD'ler beschimpft.

    Ja zurecht. Genauso ist auch der amerikanische Patriotismus hier und da, auch von Demokraten, problematisch.

    Aber bitte nicht sofort irgendwas von Nazis sprechen. Es geht hier nicht darum, andere auszugrenzen oder zu sagen, Amerika seien dir größten, sondern es geht erstmal um eine Art Solidarität oder Zusammenhalt und selbst das stimmt schon nicht und hat schon problematische Ebenen.

  • Verständnisfrage:


    Was veranlasst Dich eigentlich dazu, davon auszugehen, dass hier irgendwer völlig begeistert ist, wenn irgendwelche PopsängerInnen oder SchauspielerInnen jetzt irgendwelche Lobhudeleien auf den Sieg der Demokratie durchs Netz zwitschern um sich gegenseitig zu beweisen, was sie für Aufrechte DemokratInnen und AntifaschistInnen sind?


    Ist ja nicht so, als hätten die sich nicht schon die letzten vier Jahre lang damit wichtig gemacht, dass sie Trump ganz fürchterlich finden und dabei trotzdem fleissig weiter demokratische Kandidaten unterstützt, die sich inhaltlich in puncto Geld von unten nach oben umverteilen eigentlich kaum von den Republikanern unterscheiden.

    Lieber Utan, es ist wirklich bedauerlich, dass du deine Beurteilung meiner Posts immer schon als zwielichtig, unterbelichtet etc. einordnest.

    Posts können durchaus auch entlarvend sein - also nicht "schaut mal wie toll Stars&Sternen auf die Wahl reagieren" sondern ... na ja, eben das Gegenteil. 'Schau mal wie dämlich die twittern'.


    Irgendwie hältst du mich tatsächlich für vollkommen verblödet.

    Daher muss ich dir wohl explizit versichern, dass ich keineswegs mit Begeisterung gerechnet habe, wenn ich in diesem Forum Statements zur Wahl von sog. Prominenz anzeige.

    Genau das Gegenteil war beabsichtig. Nämlich anzuzeigen, wie lächerlich, provinziell, vor allem aber mit übertriebenen Pathos diese Anhänger von Demokraten sich anbiedern...


    Bin nur froh, dass wir im zweiten Teil deines Kommentars sehr beieinander sind.

  • Die ganze "emotionalisierte/tränenreiche" Berichterstattung ala Nodkorea möchte ich auch nicht sehen, entweder sind Journalisten sachlich oder sie sind im falschen Job...


    Wir haben kein Mittel gegen den Krebs gefunden, nicht den Weltfrieden, es standen 2 alte Unsymphaten zur Wahl und eine hat gewonnen ... bitte keine Tränen der Rührung in den Nachrichten.

  • Viele deutsche Journalisten, die mal enger mit den USA zu tun hatten, teilen initial die überzeichnete Erwartungshaltung von Deutschen mit einem naiven Bild des Landes und machen dann eine recht normierte Erfahrung durch, weil sie durch bestimmte Institutionen geschleust werden. Letztlich eine Art Kulturschock, wo die Beziehung zu den USA im Sinne von deren Selbstmarketing und Markenbildung neuaufgebaut wird. So kommt es dann wohl zu dieser Überidentifikation, durch die man wiederum übermäßig Anteil am Schicksal weniger der realen als einer idealisierten US-Gesellschaftsordnung nimmt, für die Trump eine Zumutung bzw. Gefährdung bedeutete.

  • also wem das alles zuviel pathos ist, dem kann ich nur diesen text von greenwald empfehlen

    Greenwald unhinged!

    Glory is available only if one can convincingly herald oneself as a front-line warrior risking it all to courageously battle unprecedented evil and a Nazi-like menace. But working to do nothing more than elect Joe Biden, Kamala Harris and the rest of the painfully ordinary and mediocre corporatist and imperialist Democratic Party politicians through a standard American election? There’s no glory residing in that, no courage needed for it, to put it mildly.

    Posturing as a courageous soldier in an existential battle for freedom, democracy and the survival of the marginalized against Nazi despotism is far more exciting and psychologically satisfying (and financially profitable) than being an obedient liberal drone marching in perfect tune to the dreary, McKinsey-scripted musical theater produced by Tom Perez and the DNC. That is therefore the delusional storyline adopted by many.

    Nice.

  • Lieber Utan, es ist wirklich bedauerlich, dass du deine Beurteilung meiner Posts immer schon als zwielichtig, unterbelichtet etc. einordnest.

    Posts können durchaus auch entlarvend sein - also nicht "schaut mal wie toll Stars&Sternen auf die Wahl reagieren" sondern ... na ja, eben das Gegenteil. 'Schau mal wie dämlich die twittern'.

    Nee, nee, Jan-Noah. Dass Du das für dämlich hältst hab' ich durchaus verstanden.


    Was ich nicht verstehe ist, warum Du glaubst, hier hielte das irgendjemand nicht für dämlich.

  • Ein paar Perlen beim durchklicken der Newsstreams:


    "Strafverfolgung von Trump wenn er ausser Amt ist?" - "Nein, es gibt ein Gentlemensagreement, ehemalige Regierungschef werden nicht strafverfolgt."


    "Biden wird die meisten Trump-Gesetze rückgängig machen" ... so wie die Regierung davor und die davor und die nächste nach Biden, so stehen die USA irgendwie immer noch im Jahr 1980 während China heute an 2050 arbeitet.

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