#511 - Kabarettist Dieter Nuhr

  • Hallo Tilo,

    für das Interview bekommst du von mir die Tapferkeitsmedaille. Selten so einen uninspirierten Menschen gehört, der dies auch noch so ausspricht. Seine Aufgabe ist die Destruktion. Einfach über alles was widersprüchlich erscheint herziehen. Für sich die völlige Freiheit fordern egal ob es andere schadet.

    Kurz gesagt Stammtischparolen in intellektuellen Sprech verpackt.


    Da kann ich Bruto zustimmen; Einfach Nuhr zum fremdschämen.

  • Er klingt halt als der gescheiterte Idealist, der wie er selbst sagt, desillusioniert ist.

    Und weil er keine Lösung gefunden hat können alle anderen auch keine Lösungen finden.


    Auch seine Ziele in der Jugend klingen meiner Meinung eher nach FDP als Grüne. Absolute Freiheit und dann erst Umweltschutz.


    Und als jemand der seit 30 Jahren auf der Bühne steht hat er auch fast Politikersprech, der jedes Mal jedes Zitat selbst korrigiert um die alleinige Deutungshoheit zu behalten.

    Den er ist ja der Kritiker, der Kabarettist.

    Er ist in seiner Vorstellung unangreifbar weil er ja all die Fehler erkannt.

  • so, bin jetzt durch. er wurde wenigstens ein bisschen wacher im verlauf des interviews, aber es war schon immer noch sehr zäh und träge das ganze.


    am greta-beispiel sieht man sehr schön das dilemma bei ihm. er wirft oft anderen naivität oder unterkomplexität vor, bedient sich aber um seine "dekonstruktion" zu vollziehen genau dieser mittel. ja warum wählt greta denn das bild der panik? sie hat doch selbst sogar ausdrücklich gesagt, dass panik kein guter ratgeber ist. die klimakrise hat aber das problem, dass sie für den menschen einfach schwer greifbar ist, weswegen die notwendigen maßnahmen einfach nicht getroffen werden, während man ein brennendes haus einfach sofort verlässt und dann versucht es zu löschen. und das wir uns bei der klimakrise genau in diesem brennenden haus befinden, ohne dass es für uns direkt ersichtlich ist, ist das, was gretas bild verdeutlichen soll. und nuhr tut hier so, als gäbe es keinen anlass für greta dieses bild zu verwenden, als hätten die leute das eh schon alle begriffen und als würde sie denken, dass völlig panisches handeln irgendwas besser machen, wenn sie doch einfach nur will, dass die leute die klimakrise als so akutes problem begreifen, wie sie es nunmal ist.


    und dann sagt er auch, dass da was getan wird, weil der rhein nicht mehr stinkt und die lachse wiederkommen etc. mag ja auch stimmen. aber alleine deutschland pumpt immer noch abermilliarden an klimaschädlichen subventionen raus. mir graut allerdings auch dabei mir vorzustellen wie seine antwort darauf ausgesehen hätte, wenn tilo ihn darauf aufmerksam gemacht hätte. "ja ist halt komplex, kann man nicht so von heute auf morgen abstellen" . der satz, dass in der bundesregierung niemand mehr sitzt, der die klimakrise nicht anerkennt ist einfach quatsch. in der kommunikation vielleicht nicht, aber im handeln schon. diese diskrepanz fällt ihm aber häufiger schwer zu erkennen, merkt man zb auch ganz deutlich wenn er den satz vom chinesischen präsidenten, dass es dort keine armut mehr gäbe einfach so übernimmt. man ist ja da schon geneigt ihm naivität und unterkomplexität zu unterstellen, die er so gerne bei anderen sucht. er weigert sich auch oft dagegen, bösartigkeit oder moralische verkommenheit in menschlichen handlungen zu sehen. da werden dann suv´s nur gefahren, weil man die auch tatsächlich braucht etc...


    auch ein wunder punkt bei ihm, er sieht sich schon gerne als jemand, der sich seinen erfolg erarbeitet hat, er wirkte ziemlich angegriffen, als hans ihm privilegiertheit unterstellt hat. obwohl er natürlich privilegiert ist, der war sicher nie arm, ein weißer mann seines alters ist automatisch in gewisser weise privilegiert in unserer gesellschaft, aber das sind halt so debatten die in seinem kosmos sehr wenig raum bekommen, er ist einfach für jemanden der behauptet so viel zu reflektieren oft sehr unfreflektiert, ich glaube auch weil er nie einen anlass hatte das über gewisse grenzen hinaus zu tun. und dem satz würde er zwar warscheinlich selber zustimmen, aber halt nicht wirklich begreifen, was das eigentlich bedeutet, diese perspektive ist ihm völlig fremd.


    ich würde auch mal behaupten, dass er ein bisschen zu stolz auf seinen eigenen erfolg ist, beziehungsweise, dass es nicht unbedingt an seiner herausragenden qualität liegt, dass er so erfolgreich ist, sondern eigentlich fast das gegenteil der fall ist. ich meine ich find ihn jetzt nicht grausam, ich mochte ihn wie ich vorher geschrieben hab früher ganz gerne. aber ein großer teil seines erfolges liegt meiner meinung nach daran, dass er einfach ne gewisse bühnenpräsenz hat, leute hören ihm zu wenn er erzählt, weil er das gut kann und auch weil er einfach ne sehr angenehme stimme hat. darüber hinaus hatte er auch irgendwie so ne nische, weil er halt nicht so schwer daherkommt wie schramm, pispers und co und gleichzeitig nicht so hohl war wie mario barth. er ist halt irgendwo in der mitte, eckte vor allem früher mit seinen programmen wenig an, weil sie auch eher gesellschaftliche themen als politik behandelt haben und er tat halt nicht wirklich weh. die durchschnittlichkeit von dieter nuhr fällt einem erst auf, wenn man an irgendeinem punkt daran reibt, weil man stark anderer meinung ist. ich meine wenn man sich mit strukturellem rassismus, feminismus, allgemeinen gesellschaftlichen privilegien beschäftigt ist man im ersten moment empört wenn dieter nuhr darauf verweist, dass er sich das alles selber erarbeitet hat und nicht privilegiert ist. aber wieviele menschen beschäftigen sich denn mit diesen dingen und wievielen fällt das gar nicht negativ auf wenn er das so sagt? und verändert sich da was? ich meine anfang der 2000er wäre es für mich undenkbar gewesen dass im jahr 2021 nuhr jemand ist, der ständig shitstorms provoziert. und klar war da social media weniger verbreitet, aber ich glaub schon auch, dass sich die gesellschaft polarisierter wird.


    na ja ich freu mich auf wolfgang, das dürfte gut werden.

  • auch ein wunder punkt bei ihm, er sieht sich schon gerne als jemand, der sich seinen erfolg erarbeitet hat, er wirkte ziemlich angegriffen, als hans ihm privilegiertheit unterstellt hat. obwohl er natürlich privilegiert ist, der war sicher nie arm, ein weißer mann seines alters ist automatisch in gewisser weise privilegiert in unserer gesellschaft, aber das sind halt so debatten die in seinem kosmos sehr wenig raum bekommen, er ist einfach für jemanden der behauptet so viel zu reflektieren oft sehr unfreflektiert, ich glaube auch weil er nie einen anlass hatte das über gewisse grenzen hinaus zu tun. und dem satz würde er zwar warscheinlich selber zustimmen, aber halt nicht wirklich begreifen, was das eigentlich bedeutet, diese perspektive ist ihm völlig fremd.

    Er sagte sein Vater ist Regierungsrat im Staatsministerium.

    Auch wenn Beamte scherzen, sie leben in gesicherter Armut, trifft das auf so eine hohe Position ganz sicher nicht zu.


    Er hat zwar gesagt sein Vater hätte seine Entscheidung nicht befürwortet, aber trotzdem im Studium finanziert.

    Ich denke das allein ist ein Privileg, dass die meisten Studenten nicht hatten, entweder weil die Eltern nicht konnten oder nicht wollten.


    Das nicht zu sehen, sogar beleidigt zu sein, hat für mich den Eindruck seiner eigenen Blindheit in dem Gespräch noch verstärkt.

  • Was hat er eigentlich die ganze Zeit mit seinem China?


    Aber gu,t dass wir keinen Einfuhrkontrollen (was wir natürlich haben) haben, ansonsten würde uns China und USA angreifen.

  • Wieso viel Arbeit?
    Du hast doch gerade alles relevante dazu gesagt.

    Im Abspann noch ein Facepalm/Kopfschütteln/Abwinken.

    Fertig.

    Kürzeste Politikanalyse aller Zeiten. ;(

    naja,es muss aufgezeigt werde, wie ein solche Haltung zur mometanen Poltik ~wirklich~ steht. Ich glaube nicht, dass Herr Nuhr wirklich gegen sein Vater revoltiert hat und ich glaube auch, dass er den Dekonstruktivismus, den er betreibt, ziemlich missversteht und wie daraus eine konservative Revolution werden kann in ~alternativloser~ Weise.

  • Keine Ahnung, ich muss sagen ich find ihn jetzt einfach nur noch gruselig. Hinter den ganzen Äußerungen hinsichtlich des Militärs und des Waffenhandels steckt ein ganz schön trauriges und gewaltsames Menschenbild. Zeitgleich maximal belanglos bei minimaler Konstruktivität.


    Bin ja echt absolut kein Fan von dem Begriff, aber für mich ist das echt so der Archetyp des Boomers. Er kommt ja auch noch aus meiner Ecke, ich muss da leider an einige Leute aus meiner Heimat denken, wo ich jetzt echt wieder in den Kopf schauen konnte und ich bin einfach nur frustriert. Insofern 5 Punkte Tilo, ich glaube, ich bin frustriert.

  • Der Dieter findet das mit dem Klimawandel und der Ausbeutung und so ja auch alles nicht so prickelnd. Aber "was soll man denn da machen?" Fragt er sich vermutlich, während er mit traurigem Blick aus den müden Augen eines Weltenbummlers, der schon alles gesehen und längst wieder vergessen hat, in seinen Vorgarten blickt und der Vergänglichkeit der Dinge bei der Arbeit zuguckt .


    Die Welt ist schliesslich schlecht und man muss sehen wo man bleibt und wie man unter den Schlechten noch einer von den Besseren sein kann. Unter den Blinden ist der kurzsichtige Einäugige mit Grauem Star und beginnender Netzhautablösung immer noch König - mit oder ohne Raumwahrnehmung oder Distanzgefühl.


    Wenn bloß alle so betont entspannt sinnierend vor sich hin denken und in angemessener Ruhe ihre kitschig prätentiösen Photoshopprojekte hyperkomplex-tiefenreflektierten Fotocollagen machen würden wie der Dieter - also immer schön bescheiden auf den eigenen Erlebnishorizont herunterdifferenziert, in maßvoller Demut vor den Segnungen der sozialen Marktwirtschaft und der eigenen Leistung als fleißige BruttoinlandsproduzentInnen -, anstatt ständig so laut und unangenehm Panik und Angst zu verbreiten wie diese undankbaren Bürgerkinder und ihre mental gechallengte schwedische Ikonenfigur, dann würden auch nicht so viele Spalter und Cancelkulturschaffende ihr Unwesen treiben, und den Dieter mit ihrem Geschrei bei der komplexen Tiefenreflektion seines Ich-Verhältnisses mit dem Rest der Welt stören.

    Dann könnte der Dieter auch endlich wieder seine Witzchen vor einem Millionenpublikum machen und dafür Gebührengeld einstreichen, ohne dass ihm irgendwelche Neider und Missgünstlinge ständig übel nachreden, er sei ein Verteidiger der herrschenden Verhältnisse auf Kosten von Minderleistern, die einfach nur zu bequem sind, sich selbst zu erfólgreichen öffentlich-rechtlichen KünstlerInnen empor zu arbeiten.


    Und überhaupt: hinter dem roten Vorhang sitzen ja wohl immer noch der Russe und 1,2 Milliarden Chinesen mit dem Kommunistenmesser und ihren 219 volkseigenen Arbeiter- und Bauernflughäfen und wollen uns die Bio-Butter vom Brot streichen! Da bleibt der bürgerlichen Gesellschaft doch eigentlich nichts anderes übrig als Augen zu und durch. Da kann man nix machen! Alles andere wäre völlig abstrus und ein Hirngespinst.


    Andererseits...

    Bin ja echt absolut kein Fan von dem Begriff, aber für mich ist das echt so der Archetyp des Boomers.

    Man könnte den identitären Millenial-Kampfbegriff des Boomers allerdings auch durch einen anderen ersetzen.


    Dann würde der Dieter zum Archetyp des weitgehend altersunabhängigen Bildungsbürgers.


    Der muss ja gar nicht wirklich links-liberal sein - die meisten sich selbst so verstehenden "Links" -Liberalen Vertreterys dieser Klasse sind es schliesslich auch nicht, sobald man ihre kategorische Ablehnung einer Auseinandersetzung mit den eigenen bürgerlichen Privilegien bei gleichzeitiger Schuldumkehr für alles reaktionäre und Rückwärtsgewandte in der Gesellschaft auf alte weisse Männer und andere weniger aufgewokte Bevölkerungsgruppen als die elitäre Selbsterhöhung und Statuszementierung erkannt hat, die sie eigentlich schon immer war.


    Als Essenz bleibt bei Leuten wie dem Dieter, nach aller weltmännischen Befreiung von lästiger, provinzieller Gesellschafts- und Kapitalismuskritk, dann das Destillat des reinen Auto-Liberalismus übrig - sozusagen als gleichsam vollkommen sich selbst genügendes, wie jungfräulich empfängnisbereites Medium und Andockpunkt für allerlei soziochemische Zweckverbindungen mit "neo-", "wirtschafts-", "ordo-" oder sonstigen tendenziösen Vormolekülen, die sich der arrivierte, kultivierte Mitfünfziger im öffentlich-rechtlichen Produktionsverhältnis je nach Stimmungslage in die Programmlösung rühren kann, um sich gleichsam vom naiven linksgrünen Panik-Pöbel wie vom irgendwie auch nicht so wirklich salonfähigen rechtsreaktionären Kulturverächtertum abzugrenzen, ohne seine blütenweiße "kritische" Haltung dabei jemals mit irgendeiner Ideologie beflecken zu müssen - außer derjenigen natürlich, welche die Geschichte dem bürgerlichen Individuum ohnehin als spontane Ordnung der Gesellschaft nach Spreu und Weizen, Schaffern und Raffern, Leistungsträgern und Leistungsneidern, rationalen Realisten und hysterischen Realitätsverweiger*innen - kurz: als Maß aller Dinge und Inbegriff der reinen Vernunft - alternativlos ins Hirn gebrannt hat.


    Übrig bleibt dann nur noch der klassenunbewusste, sein eigenes kulturelles Kapital eisern verteidigende Habitus, der den FDP-wählenden Millenial-Startup-Hipster mit der grünaffinen, umweltbewegten Alt-68er Ex-Oberstudienrätin genau so untrennbar verbindet, wie das erzkonservative innere Werteverteidigungssystem den frisch akademisierten jungen Bundeswehrleutnant mit dem kurz vor der Pensionierung stehenden Unteroffizier.

    Und alle zusammen sind dann eine wehrhafte Demokratie und eine offene Gesellschaft, die der Dieter mit knallharter Satire gegen ihre extremistischen Feinde verteidigt, die von den finsteren Enden des Hufeisens zum Angriff auf das Zentrum in seiner eigenen inneren bürgerlichen Mitte blasen.


    Aber das darf man jetzt bitte um Gotteswillen nicht zu unterkomplex sehen! Denn das wäre ja Klassenkampf=O , und laut jüngster, fachkompetenter Einschätzung des Bundesheimatwirtschaftsschutzministeriums ist die Feststellung der Existenz einer Klassengesellschaft verfassungsfeindlich und - im Gegensatz zur Spaltung Ausdifferenzierung der bürgerlichen Gesellschaft in alte Profiteure und junge Profitverhinderte - womöglich gar nicht von der Kunstfreiheit gedeckt.

  • Falls es von Wolfgang eine Analyse gibt, hoffe ich Dieter sieht sich sie ohne in der Opferrolle zu verharren.


    Ich bin neu in dem Forum, also vergebt mir wenn ich mich nicht fachlich ausdrücke.


    Frage:

    Wenn er sich bezüglich seiner richtig dummen Vergleichsauswahl auf den ähnlichen Aufbau der Kampanien gegen ihn (shitstorms) und Pogrombildung im Mittelalter, trotz unserer ziemlich genauen Bedeutung dem wir heutzutage dem Pogrom beimessen , so im klein klein verteidigt obwohl er genau weiß, "ich hätte das Wort in der Erklärung ohne Sachverlust einfach weg lassen können" jedoch zu dem "Panic"-Satz (der von Greta auch relativiert und erklärt wurde[ Panik ist kein guter weg, nicht die Lösung]) keine Erklärung, Gründe sehen kann. Mag ja sein das er das Wort Panic nicht mag, aber es ist ja offensichtlich, dass die Stammtische voller Leute sind die bis heute den Klimawandel leugnen oder klein denken/reden. und genau die von der Wichtigkeit diesen Themenkomplexes mit der Wortwahl aufgeschreckt werden sollen, bleibt ihm fern.

    Ich denke nicht das es das Wort Panic ist das Ihn stört.

    Ich glaube er freut sich über jede Angreifbarkeit der Person, ich mochte Dieter Nuhr sehr, seitdem ich jedoch seine aussagen komisch finde und checke zerfällt er für mich in meinen Augen. Ich hab alle Programme von ihm gekauft und kann es heute nicht mehr ganz gucken.

    ( er machte mal eine Programm indem er erwähnte wie oft im Quran das Wort töten im Imperativ auf Bezug zu ungläubigen steht. Ich hab das aufgesogen wie ein schwamm, wie viele andere Zuschauer auch, jedoch wurde mir erst Jahre später bewusst gemacht das diese Sachen kontextgebunden auf historische vergehen bezogen ist. da gab es Leute die Straftaten begangen haben und in diesem Kontext als ungläubige bezeichnet (wer sich nicht an recht und ordnung hält ist sofort ungläubig) wurden und auch ihre Todesstrafe ausgesprochen wurde. Wenn ich aber behaupte im Quaran stehe 27 mal töte die Ungläubigen ohne den Kontext ist das eine riesen Lüge.

    Ich schäme mich seitdem das ich dieses Programm so stark in meinem Umfeld beworben habe.



    Entschuldigt das ich so weit vom Thema weg bin

  • Ich fand das Interview sehr interessant, obwohl die Stimmung sehr angespannt war. Auch wenn Herr Nuhr vielleicht nicht in jeder Situation souverän auf die Fragen reagiert hat, finde ich die persönlichen Angriffe und Anfeindungen insbesondere im Chat völlig überzogen. Für mich wird dadurch deutlich, dass Herr Nuhr mit seinen Ausführungen zur Cancel Culture durchaus auf ein berechtigtes Problem hinweist. Ich finde es schade, dass es keine Bereitschaft gibt, sich damit argumentativ auseinanderzusetzen, sondern dass es nur um die Wortwahl und die Persönlichkeit von Dieter Nuhr geht.

    Sehr unsouverän fand ich die Reaktion von Herrn Nuhr auf die Frage, ob er seine Flüge kompensiert (Antwort sinngemäß: "das geht niemanden etwas an"). Für mich stellt sich allerdings die Frage, warum ausgerechnet Flugreisende diesbezüglich Rechenschaft ablegen müssen. Wir haben doch alle Dreck am Stecken: Entweder weil wir importierte Produkte (z.B. Kleidung) konsumieren, Fleisch essen, Kinder gebären, Eigenheime bauen/besitzen oder das Internet benutzen (Stromverbrauch). Der Flugverkehr ist nur zu einem kleinen Teil als Ursache für die Klimaerwärmung verantwortlich.


    Bitte weiterhin unangenehme Diskussionspartner einladen !!!

  • Sehr unsouverän fand ich die Reaktion von Herrn Nuhr auf die Frage, ob er seine Flüge kompensiert (Antwort sinngemäß: "das geht niemanden etwas an").

    Das war für mich tatsächlich einer seiner unsouveränsten Momente. Er gab doch schon so viel über sein Privatleben und seine Vergangenheit preis, wieso nicht auch das? Der Grund ist ganz offenkundig: Er kompensiert die Flüge nicht und basta.


    Den Dunst der Selbstverliebtheit des Mannes riecht man vermutlich auch nach mehreren Lüfteinheiten noch im Jung & Naiv Studio. Ich bin persönlich von Herrn Nuhr enttäuscht und verlange mein Eintrittsgeld zurück, welches ich nie bezahlt hab. Warte, war das jetzt Satire oder Etikettierung? Muss man halt aufpassen, ob's gegen ihn geht, oder von ihm aus in die Richtung anderer.... aber hauptsache, man kann auch mal anarchich über sich selbst lachen. Herrlich komplexe Widersprüchlichkeiten offenbaren sich da bei einem Bildungsbürger, der sich bewusst der Bildung verweigert.

  • Auch wenn Herr Nuhr vielleicht nicht in jeder Situation souverän auf die Fragen reagiert hat, finde ich die persönlichen Angriffe und Anfeindungen insbesondere im Chat völlig überzogen. Für mich wird dadurch deutlich, dass Herr Nuhr mit seinen Ausführungen zur Cancel Culture durchaus auf ein berechtigtes Problem hinweist. Ich finde es schade, dass es keine Bereitschaft gibt, sich damit argumentativ auseinanderzusetzen, sondern dass es nur um die Wortwahl und die Persönlichkeit von Dieter Nuhr geht.

    Ja, er positioniert sich als destruktiver Zyniker im Sinne Sloterdijks: Als falsch aufgeklärtes Bewusstsein. Was willst du da noch diskutieren? Moral wird zu einem Machtinstrument, Macht wird zu einem Selbstzweck, letztendlich geht es meistens doch nur ums Geld. Beim Klima gibt es natürlich ein Verweis auf China, weil wir hier die Opfer sind. Was kann man konstruktives mit China und der Klimapolitik so machen? Nuhr könnte sich ja mal Gedanken machen - ah, warte zu komplex und es wird sowieso am Ende um psychopatische Machtpolitik udn Weltherrschaft gehen, weil das ist es um was es geht.


    Frage:

    Wenn er sich bezüglich seiner richtig dummen Vergleichsauswahl auf den ähnlichen Aufbau der Kampanien gegen ihn (shitstorms) und Pogrombildung im Mittelalter, trotz unserer ziemlich genauen Bedeutung dem wir heutzutage dem Pogrom beimessen , so im klein klein verteidigt obwohl er genau weiß, "ich hätte das Wort in der Erklärung ohne Sachverlust einfach weg lassen können" jedoch zu dem "Panic"-Satz (der von Greta auch relativiert und erklärt wurde[ Panik ist kein guter weg, nicht die Lösung]) keine Erklärung, Gründe sehen kann. Mag ja sein das er das Wort Panic nicht mag, aber es ist ja offensichtlich, dass die Stammtische voller Leute sind die bis heute den Klimawandel leugnen oder klein denken/reden. und genau die von der Wichtigkeit diesen Themenkomplexes mit der Wortwahl aufgeschreckt werden sollen, bleibt ihm fern.

    Ich denke nicht das es das Wort Panic ist das Ihn stört.

    Ich glaube er freut sich über jede Angreifbarkeit der Person,

    Hier findet man dann bei ihm auch noch Willkür.


    Hier ist noch ein Video eines Historikers, das sich ein bisschen besser mit "Krieg als menschliche Natur" auseinandersetzt:

    https://www.youtube.com/watch?…6z8WYk&ab_channel=Armidas

  • Beim Klima gibt es natürlich ein Verweis auf China, weil wir hier die Opfer sind. Was kann man konstruktives mit China und der Klimapolitik so machen? Nuhr könnte sich ja mal Gedanken machen...

    Bei dem Klimathema ist China schon viel weiter als der Herr Nuhr es realisiert hat, China baut z.B. in einem Jahr mehr Windkraft als wir in DE in 20 Jahren oder der Rest Welt pro Jahr zusammen:

    China baut mehr Windräder als der Rest der Welt zusammen

    Nicht kleckern, sondern klotzen: China hat den Ausbau der Windenergie beschleunigt – und allein 2020 mehr Windkraftanlagen neu gebaut als in Deutschland insgesamt in Betrieb sind.

    ...China habe im vergangenen Jahr Anlagen mit einer Leistung von etwa 58 Gigawatt neu in Betrieb genommen – und damit mehr als die Hälfte der 2020 weltweit insgesamt errichteten Windkraftanlagen.

    Bei der PV ist das ja ähnlich, kein Land auf dieser Welt hat mehr PV Zubau als China.


    Hier in Deutschland hingegen ist der Zubau dank der Sabotage von Altmaier&Co seit Jahren stabil zu niedrig, er musste sich ja erst vor ein paar Tagen für einen - natürlich total ungewollten - "Rechenfehler" entschuldigen:

    Altmaier entschuldigt sich für Rechenfehler bei Windkraft-Schallbelastung

    Jahrelang setzte eine Bundesbehörde die Infraschall-Belastung von Windkraftanlagen zu hoch an – und lieferte Windkraft-Gegnern damit Argumente. Nun bittet Bundeswirtschaftsminister Altmaier um Entschuldigung.

    ...»Es tut mir sehr leid, dass falsche Zahlen über einen langen Zeitraum im Raum standen«, sagte Altmaier in Berlin.

    ...Der Erlanger Physiker Martin Hundhausen sprach von einem »systematischen Fehler« in der Studie der Behörde, der dieser längst habe auffallen müssen. ...

  • Ich dachte ja erst, wenn der Dieter mit seinem Auftritt bei J&N die Absicht gehabt hätte, sich beim jungen, links/grünen Publikum wieder etwas weniger unbeliebt zu machen, dann wäre das aber gewaltig nach hinten losgegangen....


    ...und dann habe ich den Fehler gemacht, die Kommentare bei Youtube zu lesen. Au weia!

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