#509 - RKI-Präsident Lothar Wieler

    • Wie erklärt er sich das Totalversagen durch aktives maximales Nichtstun im Sommer?
    • Inwiefern (auch für kommende Pandemien) sollte sich die politische Exekutive neu ordnen in Bezug auf Zuständigkeiten von Bund/Ländern/Kommunen?
    • Müsste er seinem eigenen Institut eine Schulnote für die bisherige Krisenbewältigung geben, welche wäre das? (Gern als Nachfrage auch eine Verbalbeurteilung.)
    • Wenn überhaupt etwas, was werden wir aus der Coronakrise lernen in Bezug auf Prävention, Prophylaxe, Impfen etc.?
    • Wie sieht der Alltag sonst im RKI aus (vor der Pandemie)?
    • Wie viel Einfluss gibt oder gab es von außen auf das RKI (Stichwort: Bundesoberbehörde, weisungsgebunden)?
    • Wann gab es zuletzt (oder überhaupt) den Moment, wo wiss. Erkenntnisse des RKIs in der Politik Gehör gefunden haben und dann auch tatsächlich in Entscheidungen mit eingeflossen sind?
  • Wenn ich es richtig verstanden habe, so existieren die Corona-Regelungen mit den Massnahmen um mich und meine Mitmenschen vor dem Virus zu schützen, richtig?

    Also selbst wenn für mich das Virus keine Bedrohung darstellt, bin ich verpflichtet für meine Mitmenschen die Verantwortung mit zu übernehmen und mich an die Regeln und Massnahmen zu halten, richtig?

    Wie sieht es denn aus, sobald allen Menschen (in Deutschland) ein Impfangebot vorliegt?

    Ab diesem Zeitpunkt kann doch jeder für sich selber entscheiden, sich durch eine Impfung vor dem Virus zu schützen, oder?

    Bin ich ab diesem Zeitpunkt trotzdem noch verpflichtet die Verantwortung für meine Mitmenschen mit zu übernehmen???

    Ich finde, ab dem Moment sollte doch Schluss sein mit Massnahmen und Einschränkungen, oder sehe ich das falsch?

  • Noch ein Thema, dass mir auf dem Herzen liegt...


    Impfen oder nicht impfen?


    Ich habe vor einigen Wochen mal mit Hans Jessen darüber diskutiert im Chat von einer seiner Politiksprechstunden. Er meinte es gibt nur 2 Optionen: Impfen oder nicht impfen.

    Damit hat er natürlich recht. Ich möchte aber nochmal hinterfragen was mit all den Menschen ist, die bereits eine Infektion durchgemacht haben?

    Was ist mit all diesen Menschen, die eine Covid19 Infektion völlig symptomfrei, bzw. mit "milden" Umständen überstanden haben?

    Gibt es zu diesen Menschen schon Forschungen?

    Wie sieht deren Antikörperfunktion aus?

    Sind diese Menschen vielleicht von Natur aus immun gegen Covid19?

    Immerhin sind das ja nach meinem Kenntnisstand 95% der Infizierten Menschen (bitte gerne korrigieren) für welche Corona zu keinem Zeitpunkt gefährlich war oder ist, richtig? (auch gerne korrigieren)

    Vorrausgesetzt diese Menschen hätten eine natürliche Immunität, so wäre doch eine Impfung hinfällig bzw. unter Umständen sogar schädlicher als nicht zu impfen, oder?

    Wieso wird darüber nicht gesprochen, bzw. aufgeklärt?


    Meine Lebenspartnerin hatte Covid19 und war 2 Wochen lang wirklich platt. Ohne zu wissen, dass es sich um Covid19 handelt, war ich bei ihr um sie mit ihren Kindern und im Haushalt etwas zu unterstützen und lag fast 10 Tage neben ihr im Bett. Irgendwann kam der Geschmacksverlust dazu, und ab da war klar, dass sie sich den Virus eingefangen hatte. Ich musste wieder nach Hause und habe mich bis zu ihrem Testergebnis selbst in Quarantäne versetzt, weil das Gesundheitsamt meinen Fall erst bearbeiten konnte, als das Testergebnis meiner Freundin vorlag und sie mich als Kontaktperson Kat.1 melden konnte. (Das ist noch eine Geschichte für sich mit dem Gesundheitsamt, erspare ich euch jetzt aber)

    Jedenfalls habe ich mich dann nach 5 Tagen Quarantäne testen lassen und mein Ergebnis war negativ. Das hat mich schon sehr überrascht. Auch wenn ich heute weiss, dass ich kein Einzelfall bin.

    Jetzt frage ich mich aber, ob mein Körper, mein Immunsystem, einfach gut aufgestellt war zu dem Zeitpunkt und ich einfach Glück gehabt habe mich nicht anzustecken, oder ob ich eventuell wirklich Antikörper gegen dieses Virus in mir habe?

    In diesem Fall würde ich mich ungern impfen lassen.

    Kann man das feststellen, ob ich Antikörper habe?

    Wird prinzipiell vor einer Impfung geprüft, ob der Patient eventuell bereits Antikörper hat?

    Und falls nicht, warum nicht?

    Würde ich mit Antikörpern die selben Rechte zurück erhalten wie eine geimpfte Person?


    Vielleicht kannst du davon ja was mitnehmen in das Gespräch Tilo.

    Das wäre wundervoll.


    LG
    David

  • Das RKI berät ja die Regierung in Entscheidungen bzgl. Corona, Lockdowns, ...


    Ich kann mir das Procedere dazu nicht wirklich vorstellen.

    • Wer ist im Expertenrat (grob)? Aus welchen Fachrichtungen setzt sich der Expertenrat zusammen?
    • Wer ist der Beratungsempfänger? (Gesundheitsminister? Kanzlerin? Kabinett? ...)
    • Wann / wie häufig wird der Expertenrat einberufen? Wie laufen solche Termine dann ab?
    • Was ist der Output eines Experten-Gremiums? Was passiert mit dem Output? (Protokoll, Paper, ... >> Wer hat was gesagt und argumentiert?)

    Wie können die Bürger:innen bzw. die Öffentlichkeit ermitteln, warum welche Entscheidungen getroffen wurden?


    In den USA läuft das ja anders: https://www.c-span.org/search/…uery=white+house+covid-19


    Wie steht Herr Wieler dazu? Würde er sich mehr Öffentlichkeit und Transparenz bei den Beratschlagungen wünschen und wenn ja/nein, warum?

  • Ich hätte zu drei Themengebieten Fragen an Herr Wieler: NoCovid, Impfen und Testen.

    NoCovid:

    Wie sieht er die NoCovid Strategie?

    Wieso findet die NoCovid Strategie bisher so wenig Berücksichtigung bei den Coronamaßnahmen?

    Impfen:

    Wie schätzt er die Gefahr von Fluchtmutationen ein, besonders unter dem Gesichtspunkt, dass alle aktuell zugelassenen und in der Zulassung befindlichen Impfstoffe nur das Spikeprotein beinhalten?

    Wieso fördert Europa/Deutschland nicht mehr Impfstoffe die mehrere Proteine oder das ganze Virus enthalten?

    Zu den verschiedenen Impfstoffen gibt es Übersichten von der New York Times (https://www.who.int/publicatio…vid-19-candidate-vaccines) und der WHO (https://www.who.int/publicatio…vid-19-candidate-vaccines).

    Testen:

    Wieso sind Veterinärlabore immer noch nicht in die Teststrategie miteinbezogen? Laut folgenden Artikeln von Zeit (https://www.zeit.de/wissen/ges…eslaender/komplettansicht) und FAZ (https://www.faz.net/aktuell/wi…nd-moeglich-16928271.html), sollte es möglich sein mehr als 10 Millionen PCR Tests pro Woche durchzuführen!

    Wieso testet Deutschland im europäischen Durchschnitt so wenig? siehe https://www.ecdc.europa.eu/en/…ons-data/covid-19-testing

    Wieso stagnieren bzw. sinkt trotz steigender Testkapazität die Anzahl der Tests? (https://www.rki.de/DE/Content/…en/Testzahlen-gesamt.html)

    Wieso wird nicht großflächig auf Poolingtests gesetzt (z.B. ein Pooltest pro Klasse)?

    Wieso wird nicht zu jedem PCR ein Schnelltest gemacht um die Poolingkapazität zu maximieren? Man könnte mehr negative Proben zusammen poolen.Wieviele Tests benötigt man um das Virus wegzutesten? (Bei hypotetischen 80 Millionen PCR Tests pro Tag sollte dies auf jeden Fall möglich sein)

  • Mich würde folgendes interessieren:


    Ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Ableitung von politischen Maßnahmen (z.B. Ausgangssperre, Schließung von Geschäften) ist die Auslastung der sogenannten Intensivbetten. Derzeit sind ca. 5.000 Betten für Covid-19-Patienten vorgehalten. Die Kapazitäten sind damit ausgeschöpft. Das Schicksal unserer Gesellschaft scheint – in meinen Augen – von ein paar Betten abzuhängen.

    Frage: Welchen Vorteil hätte man bei der Pandemiebekämpfung gehabt, wenn stattdessen 10.000 oder 20.000 Betten einschl. des erforderlichen Personals zur Verfügung gestanden hätten?



    Zweitens: Inzwischen hat sich die Altersstruktur der Intensivpatienten verändert. Bleibt es bei dem Befund aus den ersten beiden Wellen, dass Menschen mit Übergewicht sowie den entsprechenden Begleiterkrankungen (Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) überproportional betroffen sind? Oder trifft Corona jeden mit derselben Wahrscheinlichkeit und Wucht? D.h. ein gesunder Lebensstil ist egal?

  • Mir fällt (noch) keine direkte Frage zur Pandemie/Corona ein. Dennoch habe ich folgende Frage, wenn sie thematisch reinpasst:


    • Ist Robert Koch ein geeigneter Namenspatron für das RKI, trotz der deutschen Kolonialgeschichte in Afrika, in dessen Kontext er ein Teil seiner Forschung betrieben hat? Arbeitet das RKI diese Historie auf?
  • - Die 2x wöchentlich durchgeführten Antigenselbsttests an den Schulen sind laut Ansicht zahlreicher Experten (u.a. Prof. Drosten) nicht dazu geeignet, den Großteil auftretender Infektionen sofort zu erkennen, sondern können meist nur nachträglich Cluster in Lerngruppen aufdecken. Warum wird also nicht sofort bei Auftreten eines Antigentests ein konsequente Quarantäne für alle Schüler:innen einer Lerngruppe verhängt? Ist es nicht fahrlässig, durch warten auf PCR-Ergebnisse weitere Ansteckungen zu riskieren?

    - Empfiehlt das RKI eigentlich eine Senkung des Inzidenzwertes für die Schulen in der sogenannten Bundesnotbremse, wenn durch den Impffortschritt das Infektionsgeschehen nur noch in den jungen Altersgruppen stattfindet?

    - Findet Prof. Wieler den jetzigen Wert von 165 für Schulen im Präsenzunterricht eigentlich verantwortbar?

  • uhuhu - spät dran.


    Interview vom Oktober auf phonix: Alfred Schier im Gespräch mit Lothar H. Wieler

    * Link ARD-Mediathek

    * direkt Link mittlere Qualität

    Dies war noch vor der erste Impfstoff in der EU zugelassen wurde, siehe Wikipedia: History of COVID-19 vaccine development



    Und wenn es noch zeitlich reinpasst, ein paar Fragen:

    • Im phoenix-Interview, vom 15.10.202, war die Frage noch, "Warum sind wir(DE) so gut durch die Pandemie gekommen", wie ist dies heute zu beurteilen?
    • Wie wichtig ist die Bevölkerung, konkret der gesellschaftliche Zusammenhalt und das interpersonelle Vertrauen im Zusammenhang mit der Pandemie und deren Bekämpfung?
    • Ist nach der Pandemie vor der Pandemie -> H5N1, Afrikanische Schweinepest und vielleicht noch mehr?!
    • Was wartet noch auf uns mit Fluchtviren/Mutation/Varianten? hat jemand weiter oben schon gefragt ;)
  • Mich würde vor allem mal interessieren, wie es mit neben der durch die Gesundheitsämter ermittelten Inzidenz noch so an Daten erhoben wird, um den Verlauf der Pandemie zu monitoren.


    Ich denke da an

    - Repräsentative Stichproben

    - Daten von Blutspendern


    vor allem aber

    - Testen von Abwässern auf Corona-RNA


    Werden diese Daten erhoben, wenn nein warum nicht, wenn ja - warum hat man dann an Ostern etc. kein gutes Bild der Lage bzw. warum werden die Daten nicht kommuniziert.

  • Warum haben viele asiatische Länder so viel besser auf die Pandemie reagiert? Klar, haben sie dort zum Teil mehr Erfahrung mit Epidemien, aber das schließt für "den Westen" ja nicht aus, ebenfalls aus den dortigen vergangenen Geschehnissen zu lernen. Blickt man nicht vernünftig in Richtung anderer Staaten?

  • Ja, eine sehr wichtige Frage!

    Wenn alle die Möglichkeit hatten sich impfen zu lassen, dann können doch alle Maßnahmen wieder auf Freiwilligkeit beruhen, oder?

    Also Masken, Abstand und Zusammentreffen von Menschen, ohne Kontaktverfolgung. Jedenfalls solange die Krankenhäuser nicht volllaufen.

    Es gibt natürlich die Fälle von Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Diese mussten allerdings schon vor der Pandemie selbst auf ihre Gesundheit achten, bspw. während der jährlichen Grippe-Saison.


    Apropos Grippe-Saison...


    Wenn weiterhin Krankenhäuser schließen und (Intensiv)bettenkapazitäten abgebaut werden, muss dann nicht irgendwann in jeder Grippe-Saison mit Einschränkungen gerechnet werden?

  • Ich habe eine Frage an herrn Wieler:
    Bild Zeitung hat damals ihn zitiert dass:
    "HOHER ANTEIL VON INTENSIVPATIENTEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND", was meint er und wenn das seiner Meinung ist, könnte er erklären ob das noch aktuell ist und hat er Zahlen und Statistiken dazu?

  • https://www.focus.de/politik/b…tationen_id_13039874.html


    ereits in den vergangenen Tagen bestätigten mehrere Mediziner aus verschiedenen Bundesländern gegenüber FOCUS Online, dass der Migranten-Anteil unter den Corona-Patienten in ihren Kliniken auffällig hoch sei. Konkrete Zahlen konnten sie nicht nennen. Grund: Es werden keine entsprechenden statistischen Daten erhoben. Allerdings sei die Lage auf ihren Covid-Stationen eindeutig, versicherten sie.

  • Gendermedizin auch bei der Protokollierung von Impfreaktionen.
    Diese Forderung stellen Medizinerinnen weltweit. Leider hat das Thema immer noch nicht Einzug in den medial geführten Diskurs gefunden. Auch das RKI, Gesundheitsämter, Krankenkassen informieren nicht dazu / haben dazu keine Fragen.

    Dabei würde eine, an den Erkenntnissen der Gerndermedizin orientierte, Impfstrategie sogar KOSTEN EINSPAREN (wenn nichts hilft, vielleicht hilft das). Frauen haben ein stärkeres Immunsystem - das ist gut - bedeutet aber auch, dass u. A. die Immunantwort auf Impfungen stärker ausfällt. Deshalb ist z.B. die Vergabe von kleineren Dosen an Frauen ratsam. Aber prinzipiell: Wäre es nicht gesellschaftlich erstrebenswert, die Gesundheit aller zu schützen?
    Zu dem ganzen Komplex gibt es nun endlich auch Veröffentlichungen, das nehme ich zum Anlass, im Forum noch einmal auf den Umstand aufmerksam zu machen.

    https://www.aerztinnenbund.de/…7/Aerztin_2.20_S.5-12.pdf
    Studie & Forderung: https://bsd.biomedcentral.com/…0.1186/s13293-020-00304-9

    Der Standard: https://www.derstandard.de/sto…-bei-corona-unterscheidet

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