Sarah Wagenknechts "Selbstgerechten"

  • Sarah Wagenknechts neues Buch "Die Selbstgerechten" ist ein fulminantes und argumentationsreiches, kurz: saugutes und gegen allen Medien-Mainstream (BR 2, Deutschlandradio, Deutschlandradio-Kultur) gerichtetes Werk, das auch Tilo und Hans und damit stellvertretend das ganze berlinerische, städtische Publikum mit einleuchtender und triftiger Beweisführung beschämt zurücklässt.

    Ein Buch, geradezu überwältigend, das mir aus der Seele sprechend, vermutlich alle Skeptiker linker Politik überzeugt.


    Da ich es also freilich lese, würde ich mir wünschen, es gäbe MitleserInnen, die bereit sind, auf dem Niveau dieses Buches mit mir zu streiten oder schwelgend einzustimmen.

  • Steffen Mau: „Wut kann Impulse setzen, aber keine Probleme bearbeiten“

    Fragen der Identitätspolitik werden oft so kontrovers diskutiert, dass die Grautöne verschwinden. Der Soziologe Steffen Mau wirft im Gespräch einen differenzierten Blick auf die Debatte und erklärt, warum Sozial- und Identitätspolitik keine Gegensätze sind, er seinen Studierenden dennoch den „S-Bahn-Ring-Test“ empfiehlt.


  • https://www.spiegel.de/kultur/…19-4f2a-ad93-c58b79593fad


    Ich denke aus der alten Mittelschicht wird sie sehr viel Zustimmung bekommen. Die klassische Arbeiterschaft selbst wird entweder nicht viel mitbekommen oder eher zwiegespalten sein. Auf Twitter wird aber viel zu viel übertrieben und an ihr herumkritisiert..


    Ich überlege, ob ich mir das kaufe..

    Danke für den Artikel. Ich habe mir danach mal das Vorwort durchgelesen (Leseprobe Google Books) und werde es mir wahrscheinlich auch besorgen.

    Auch wenn ich sicher nicht mit jeder Ansicht von ihr übereinstimme, hat sie doch oft sehr gute Punkte und sie irgendwo in die rechte Ecke stellen zu wollen ist nicht nur falsch, sondern absolut lächerlich.

  • Naja. Kritik an Idpol ist ja gerechtfertigt. Aber wieso muss man die Betroffenen als Skuril bezeichnen? Abgesehen davon sind ihre Lösungen nur typisch sozialdemokratische Talkingpoints mit irgendeinem komischen "neuen" Demokratiesystem, also nur der übliche Scheiß in neuem Gewandt. Ich frag mich, was ihr Ziel dabei ist.

  • Naja. Kritik an Idpol ist ja gerechtfertigt. Aber wieso muss man die Betroffenen als Skuril bezeichnen? Abgesehen davon sind ihre Lösungen nur typisch sozialdemokratische Talkingpoints mit irgendeinem komischen "neuen" Demokratiesystem, also nur der übliche Scheiß in neuem Gewandt. Ich frag mich, was ihr Ziel dabei ist.

    Realpolitik, Wählerstimmen gewinnen durch (Selbst-)kritik.

    kA....

    Man muss ja schon sagen, dass es ein Anbiedern ist an Liberale, Konservative usw. Aber gleichzeitig würde sie sagen, dass diese Form von Identitätspolitik, wie sie real betrieben wird, ebenso nicht unbedingt links daher kommt.

    Übrigens sind nicht nur die sogenannten "links-liberalen" (wohl eher ein begriff aus den usa) für eine Idpol, sondern so gut wie jede radikale linke Gruppe wie auch z. B. die FAU oder IWW.

    Rechte sind auch für Idpol. Also Identitäre oder Amazon....

  • Naja. Kritik an Idpol ist ja gerechtfertigt. Aber wieso muss man die Betroffenen als Skuril bezeichnen? Abgesehen davon sind ihre Lösungen nur typisch sozialdemokratische Talkingpoints mit irgendeinem komischen "neuen" Demokratiesystem, also nur der übliche Scheiß in neuem Gewandt. Ich frag mich, was ihr Ziel dabei ist.

    Wobei ich mich auch frage, ob sie nicht in einen Ruhestand gehen sollte, nachdem sie ein burn-out usw. hatte. Vlt. sollte sie ein paar philosophisch orientierte Werke schreiben und sich nicht wieder so schnell in den Mittelpunkt stellen.

  • Na da kann sich der Schwarzwald ja schon mal warm anziehen...

    Der dunkle Wald ist schon vergeben, das gibt Mecker von Liu Cixin.

    Sahra Wagenknechts Buch ist der Hammer, zumindest im Problembeschreibungsteil, weiter bin ich noch nicht. Da gibt's ein wenig Lack für jeden, sogar fff darf sich gerüffelt fühlen.

    "Schwarzarbeit, Schwarzbau, Schwarzfahrt, Schwarzgeld, Schwarzhandel, Schwarzhändler, Schwarzmarkt schwarzbrennen, schwarzmalen, schwarzsehen"


    Die zuvor verlinkte Nummer mit den Schweinchen war ganz offensichtlich davon inspiriert. Ich muss sagen ich lag falsch, was die Kritik am Timing angeht. Das Buch ist ein Warnschuss und erklärt irgendwie auch das Entgleisen der Baerlok. Ich beobachte da gerade eine gewisse Zurückhaltung bei der Linken und gleichzeitig einen gesellschaftlichen Stimmungswechsel.


    Dumm ist aber, wenn Frau Wissler im Sommer-Interview immer noch behauptet, vom Gendern könnte niemand etwas verlieren. Damit macht sie deutlich, dass sämtliche Äußerungen zum Thema nur Lippenbekenntnisse sind, weil sie den Bestseller ihrer Genossin einfach mal ignoriert und sich dumm stellt.


    Das Buch ist so analytisch und ausführlich, dass es einen fast radikalisiert.

  • und gleichzeitig einen gesellschaftlichen Stimmungswechsel.

    Hoff ich schwer.


    dass es einen fast radikalisiert.

    Find es ja witzig, dass eine (DIE) Linke den Kanal derart voll hat und zur Verteidigung des Nationstaats und des Konservativismus auszieht. Das radikaisieren spüre ich auch, aber wohin? Politisch wird eine so bodenständige Sichtweise nicht abgebildet aus Angst vor dem Twitter- und Nazikeulenschwingermobs. Perverser Weise bleiben AfD wählen oder RAF2.021. Gegen jedes Verhalten dazwischen hat sich die Politik schon vollständig Immunisiert.


    Selbst die Linke ist völlig am Arsch und vom Wahnsinn durchsetzt, ein Parteiausschlußverfahren auf Zuruf von ein paar anonymen Meckeryens, really? Und die beschäftigen sich auch noch ernsthaft damit! In Zeiten des gesunden Menschenverstands wäre sowas lächelnd in Ablage, rund gewandert.

  • Anders formuliert: Wagenknecht hat der Partei für die kommenden Wahlen einen Bärendienst erwiesen, weil sie (die Partei) mit der Debatte nicht umzugehen weiß. Dass sich hieraus längerfristig ggf. wieder eine Fokussierung auf die "ureigenen linken Themen" ergibt, wie Wagenknecht sie immer proklamiert, das würde ja auch ich mir wünsche, aber so mega optimistisch bin ich da nicht. Ich kenn ja mein linkes Forum hier, und obwohl wir insgesamt eine sehr große Schnittmenge haben, scheitert es immer wieder an den kleinen DIfferenzmengen und gehen uns gegenseitig an die Gurgel. Also manchmal zumindest. Paracelsus hatte es ja auch nicht lange ausgehalten hier.

    Gut das kann man so sehen, aber das Thema muss früher oder später sowieso auf den Tisch und ich denke, mit dem Blick auf die Wahl schärft das nochmal die Sinne von einigen, in der Hoffnung, dass der Rest sich endlich mal auf die Debatte einlässt, statt mit selbstbestätigen Totschlägern wie Anitamerikanismus oder Antisemitismus zu kommen und solche Dinge damit eigentlich erst hoffähig zu machen. Auch diesen Mechanismus erklärt sie sehr ausführlich. Wenn die Partei mit dieser Debatte nicht umgehen kann, muss man das grundsätzlich hinterfagen, aber das wussten wir vorher. Ich schrieb es schon bei den Nachbarn im Kontext De Masi. Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um vorwärts zu kommen.

    Wie gesagt, ich beobachte dagerade eine Mäßigung, wenngleich das anonyme Ausschlussverfahren natürlich Bände spricht und die Töne in Sachen Öffentlichkeitsarbeit auch nur eine Art Burgfrieden bis zum Wahltag sein könnte.

    Ich finde allerdings den Fokus auf die Partei bei der Bewertung des Buches nicht angemessen. Da steckt viel mehr drin. Das ist in meinen Augen eine bewusst falsche Interpretation ihrer Gegner, welche die Presse gerne aufgenommen hat und die sich so irgendwie durchgesetzt hat.


    Edit. Deinen zweiten Beitrag habe ich zu spät gesehen und noch nicht geschafft. Muss jetzt erstmal los

  • Selbst die Linke ist völlig am Arsch und vom Wahnsinn durchsetzt, ein Parteiausschlußverfahren auf Zuruf von ein paar anonymen Meckeryens, really?

    Die ganze Linke, really?

    Parteiausschlussverfahren gegen Sahra Wagenknecht beginnt

    Wegen ihres Buches "Die Selbstgerechten" wollen einige Linke Sahra Wagenknecht aus der Partei ausschließen. Parteivorsitzende Janine Wissler kritisiert dieses Vorgehen.


    Die Bundesvorsitzende und Spitzenkandidatin der Linken, Janine Wissler, ist gegen den Parteiausschluss der früheren Fraktionschefin Wagenknecht. "Ich halte es nicht für richtig, innerparteiliche Differenzen über Ausschlussverfahren zu klären", hatte sie in einem Interview dem Sender Phoenix gesagt. "Sahra Wagenknecht ist Spitzenkandidatin in Nordrhein-Westfalen und ich bin zuversichtlich, dass dieser Ausschlussantrag nicht positiv beschieden wird", sagte Wissler.

  • wenns ein parteiausschlussverfahren gibt passiert das ja auch nicht unbedingt auf zuruf von außen, das muss ja von innen heraus gestellt werden. und sie hat sich da halt auch genug feinde gemacht. und ja wie utan schon richtig stellte, hat die parteispitze sich schon klar dagegen ausgesprochen.

  • wenns ein parteiausschlussverfahren gibt passiert das ja auch nicht unbedingt auf zuruf von außen, das muss ja von innen heraus gestellt werden. und sie hat sich da halt auch genug feinde gemacht. und ja wie utan schon richtig stellte, hat die parteispitze sich schon klar dagegen ausgesprochen.

    Anonym aus der Partei heraus ?

    Da bekomm ich den Prozess nicht zusammenfantasiert, geht da beim Parteitag ein Kummerkasten rum in den jeder eine Tonscherbe werfen darf?


    Na als Parteiführung ist das vor der Wahl schon unschön.;)

  • Vor einer Schiedskommission kann man nicht anonym bleiben.

    Die Schiedskommission kann aber entscheiden, die Namen der Beschwerdeführer nicht nach außen zu nennen. In dem Fall mMn nachvollziehbar, wenn man einfache Mitglieder nicht Sahra Wagenknechts Social Media Followern ausliefern will.

  • na ja wie soll denn jemand von außerhalb der partei ein ausschlussverfahren stellen? kann ich als nicht-unions mitglied ein ausschlussverfahren für friedrich merz stellen? reicht doch wenns da den ein oder anderen schrägen kreisverband gibt, die haben zb auch einen, der vor kurzem der kommunistischen partei chinas gratuliert hat...

  • Vor einer Schiedskommission kann man nicht anonym bleiben.

    Die Schiedskommission kann aber entscheiden, die Namen der Beschwerdeführer nicht nach außen zu nennen. In dem Fall mMn nachvollziehbar, wenn man einfache Mitglieder nicht Sahra Wagenknechts Social Media Followern ausliefern will.

    Geheime Schiedsgerichtsverfahren finden wir an anderer Stelle aber doof, oder?


    Aber jemanden aus einer im Bund wichtigen Partei kanten, das geht schonmal anonym, sonst würde der/die/dasjenige am Ende garnicht mehr gewählt...

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