Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt


  • Toll. Jetzt müssen die männlichen Ukrainer zwischen 18 und 60 nur noch aus ihrem eigenen Land rauskommen, um diese globale Gastfreundschaft genießen zu können.

  • Hat Russland geplant ein Binnenland zu werden?


    Die Krim könnte eine echte Offensive erleben, so wie sich die (inoffiziellen) Zahlen lesen.


    https://www.t-online.de/nachri…folgreichem-einsatz-.html

  • Nach den Traumvorstellungen des Werte-Westen(tm) ist der Osten eh bald chinesisch und der Rest streitet sich darüber, wer der coolere Militär-Diktator ist.

    Nach den Traumvorstellungen des Werte-Westens hätte UA zur Frühjahrsoffensive auf NatoHardware reitend eine Bresche durch unfähige "Orks" bis zum Asowschen Meer schlagen sollen. Anstelle dessen hat man sich von ... Minen überraschen lassen.

    Ggf kleinere Brötchen?

  • Ja gut, man kann’s natürlich auch als absolut belanglos ansehen wenn ein Söldner-Chef aus Frust erst ein Militär-Lager einnimmt, von Putin als Verräter benannt wird, seine Truppe auf dem Weg nach Moskau dann ein Flugzeug und Helikopter der Armee abschließt, dann aber ungestraft ins vermeintliche Exil geht, ein paar Tage später aber wieder in Russland frei rumläuft.


    Oder ein anderer General der sich für seine Soldaten einsetzen will, dafür aber kurzerhand entlassen wird, sich dann bitterlich über die Führung beschwert und von absichtlicher Inkompetenz fabuliert.


    Alles normal und vollkommen unfaul im Staate Russland…

  • Da ist bestimmt einiges faul in diesem Mafia-Staat. Aber wenn der eine Unterboss gegen zwei andere Unterbosse einen Angriff startet und sich kein anderer der Bosse traut, ihm dabei zur Seite zu stehen und der Capo di Tuti Capi ihn auch fallen lässt, obwohl er mal ganz dicke mit ihm war, dann spricht das eher dafür, dass der sich verzockt hat und nicht dafür, dass der Pate demnächst abgelöst wird, oder die ganze Bande sich auflöst.


    Mich würde ja mal wirklich interessieren was die ganzen Leute, die jetzt schon freudig das baldige Ende Putins herbei spekulieren, sich eigentlich vorstellen, wer da als nächster Oberboss antreten soll, und ob die wirklich glauben, dass es nicht zu noch mehr Chaos, Zerstörung und Mord in der russischen Peripherie führen würde, wenn die Unterbosse sich dann alle gegenseitig um die Thronfolge streiten, oder wenn einer die Macht an sich reißt, der brutal und skrupellos genug ist, die alle unter seine Knute zu zwingen.


    Der "liberale" Herr Nawalny wird's ziemlich sicher nicht werden.

  • Solange man bei der Obsession für Putin und das Warten auf den Zusammenbruch der Russischen Föderation nicht die Entwicklung daheim übersieht, ist alles im Lot. Man sollte auch im Blick haben, dass bei der Berichtestattung immer ein gutes Stück Fan Fiction mit dabei ist. T-Online ist für Zurückhaltung jetzt auch nicht so berühmt.


    Der Chef der Komponisten-Söldner hat dem russischen Dirigenten seiner Oligarchie allerdings eine ähnlich günstige Gelegenheit geschaffen, Wackelkandidaten auszumachen, wie damals die Militärs dem Sultan in der Türkei. Dementsprechend war auch zu erwarten, dass anschließend ein paar Umbesetzungen folgen werden. Erstaunlich wenig Fensterstürze bisher.

  • Welche Auflösungserscheinungen?


    Bei der Sache mit dem Wagner-Putsch bin ich mir mangels Details nicht sicher was da dran war, eins ist jedenfalls sicher, bei solchen erfolglosen Coups wird in der Regel gründlich aufgeräumt (siehe Erdogan).


    Bei den Wahlen stellt Putin sicher noch lange alle westlichen Regierungen in den Schatten was die prozentualen Mehrheiten angeht.


    Wirtschaftlich? Naja, geht kaum schlimmer wie bei uns.

  • Ach, das gute alte Copium…

  • Wer weiß was am Ende bei den Russen los sein wird, vor allem da der Krieg leider noch lange anhalten wird.


    Die Auflösungserscheinungen sind zumindest bereits sichtbar.

    Nicht winseln. Russen tun russische Dinge, Westler westliche Dinge. RU ist eine Regionalmacht voller unfähiger Orks, wir führen aus unserem Selbstvertändnis heraus die ganze Welt an.


    Wie sieht das denn aus, wenn bei der Konstellation im Westen immer so getan wird, als hinge hier alles davon ab, dass Dinge woanders geschehen müssten, dort, wo sie genuin nicht unserem Einfluss unterliegen.


    Man könnte zur Abwechslung einfach mal mit Gegebenheiten so umgehen, dass sie zum Vorteil, zumindest aber nicht zum Nachteil gereichen.

  • Nicht winseln. Russen tun russische Dinge, Westler westliche Dinge. RU ist eine Regionalmacht voller unfähiger Orks, wir führen aus unserem Selbstvertändnis heraus die ganze Welt an.


    Wie sieht das denn aus, wenn bei der Konstellation im Westen immer so getan wird, als hinge hier alles davon ab, dass Dinge woanders geschehen müssten, dort, wo sie genuin nicht unserem Einfluss unterliegen.


    Man könnte zur Abwechslung einfach mal mit Gegebenheiten so umgehen, dass sie zum Vorteil, zumindest aber nicht zum Nachteil gereichen.

    Was auch immer du von mir willst.

  • https://edition.cnn.com/2023/0…s-nato-grapple/index.html


    Zitat

    Washington CNN—The US and Europe are struggling to provide Ukraine with the large amount of ammunition it will need for a prolonged counteroffensive against Russia, and Western officials are racing to ramp up production to avoid shortages on the battlefield that could hinder Ukraine’s progress.


    So weit, so bekannt.


    Das hier sollte die vermutete Grenze sein, bis zu der sich die NATO ihre eigene Demilitarisierung erlaubt:


    Zitat

    US officials emphasized to CNN that there is a set level of munitions in US stockpiles around the world, essentially an emergency reserve, that the military is not willing to part ways with. The levels of those stockpiles are classified.


    But officials say the US has been nearing that red line as it has continued to supply Ukraine with 155mm ammunition, the NATO standard used for artillery rounds. [...]


    Bzw. es ist die US-Grenze. Aber ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen, dass selbst mit unserer untergeordneten Stellung im US-Herrschaftsgefüge wir so eine Grenze nicht auch haben. Ausnahmen sind vielleicht die baltischen Länder, die das Gefühl haben, es ist sowieso egal.


    Klassischer Versuch hier von Sullivan die Schuld auf die Vorgängerregierung zu schieben:


    Zitat

    Upon taking office, the Biden administration “found that overall stocks of 155 munitions…was relatively low,” he said.


    Biden ultimately ordered the Pentagon “to work rapidly to scale up the ability of the United States to produce all the ammunition we could ever need for any conflict at any time,” Sullivan said. “Month on month, we are increasing our capacity to supply ammunition.”


    Ich denke allerdings, dass die Regierung unter Biden den Handlungsbedarf erst mit Anfang der Krieges, also über ein Jahr nach der Machtübernahme entdeckt hat (ggf. während man für eine Eskalation in der Ukraine geplant hat).


    Was Wallace hier behauptet könnte dafür sprechen:


    Zitat

    UK Secretary of Defense Ben Wallace told CNN last week that while NATO was poised early on for a “night one, day one” offensive, “no one had really asked themselves the question, well, what if ‘day one, night one’ becomes ‘week two, week three, week four?’ How much of our exquisite capabilities have we actually got in stock? And I think that’s been the broader question.”


    Ich meine, es gab eine Reihe von pro-ukrainischen Einschätzungen, die eigentlich eine Chance nur darin gesehen haben, dass die Ukrainer wie in Charkow ein Rückfallen der Russen auslösen. Aber wirklich? An die Möglichkeit, dass das nicht passiert, wurde nicht mal gedacht?


    Zusammen hiermit:


    Zitat

    Some US officials had hoped the Ukrainians would be relying less on artillery at this point and more on combined arms maneuvers, a more efficient and sophisticated style of fighting that the US has been training Ukrainian forces on for months.


    Was nebenbei auch eine problematische Vorstellung ist, denn auch wenn die Russen zurückfallen, mit einem Artillerievorteil können sie den angreifenden Truppen beim Rückzug ausreichend Schaden zufügen, um sie schließlich zu stoppen. Das war eine verbreitete Erwartung, wie die große Offensive im Süden ablaufen würde, bevor sie in den ersten Minenfeldern stecken geblieben ist. Man würde also eine umfangreiche Reserve an "mobilen" Einheiten benötigen, die man nachschieben kann um das zu verhindern, und bei den Fahrzeugen (und trainierten Soldaten) gibt es ja genauso Grenzen.


    Wie auch immer, solche Alternativlösungen lassen es eher wahrscheinlich erscheinen, dass man die Produktion von Geschossen nicht hochfahren wollte oder nicht kann - also jedenfalls nicht zeitnah genug.


    Nochmal Sullivan über die Vorgängerregierung:


    Zitat

    “We discovered that the ability to mass produce that ammunition would take not days or weeks or months, but years, to get to the level that we needed,” Sullivan said. “It’s interesting, the previous president used to talk frequently about how his generals told him that they were running out of bullets. When we came into office, nothing was underway to solve that problem. We are solving that problem.”


    Wann genau haben sie das herausgefunden?

  • Okay, das ist jetzt tatsächlich beinahe die Ansage einer Blockade:


    https://ok.ru/mil/topic/155065759240994



    Via Google Translate:


    Zitat

    Im Zusammenhang mit der Beendigung der Schwarzmeer-Initiative und der Einschränkung des maritimen humanitären Korridors werden ab dem 20. Juli 2023, 00:00 Uhr Moskauer Zeit, alle Schiffe auf dem Weg zu ukrainischen Häfen im Schwarzen Meer als potenzielle Militärträger betrachtet Ladung.


    Dementsprechend werden die Flaggenländer solcher Schiffe als in den Ukraine-Konflikt auf Seiten des Kiewer Regimes verwickelt angesehen.


    Darüber hinaus wurden mehrere Seegebiete im Nordwesten und Südosten der internationalen Gewässer des Schwarzen Meeres vorübergehend als gefährlich für die Schifffahrt eingestuft. Entsprechende Informationswarnungen über den Entzug von Sicherheitsgarantien für Seeleute wurden gemäß dem festgelegten Verfahren herausgegeben.


    Beinahe, weil zivile Schiffe als mögliche Träger von Militärgütern anzusehen, heißt natürlich noch nicht, dass sie nicht passieren können. Die Verwicklung von Ländern, unter deren Flagge die Schiffe fahren (und die nicht die Ukraine sind), in den Krieg ist kein Status der anders ist als zum Beispiel Japan verhängt Sanktionen gegen Russland.


    So eine Ansage gab es vor dem Abkommen meines Erachtens nicht. Freilich die Angriffe mit schwimmenden Drohnen soweit ich mich erinnere auch nicht.

  • Ich habe das Gefühl diese 20 Milliarden EUR sind immer noch der Versuch, die Russen zu beeindrucken:


    https://www.politico.eu/articl…aine-military-russia-war/


    Zitat

    The EU will propose a dedicated fund to keep Ukraine’s military stocked for the next four years at a cost of up to €20 billion, according to five diplomats familiar with the plan.


    The proposal would not involve the EU directly paying for Ukraine’s weapons. Instead, Brussels would help countries cover their own costs of purchasing and donating items such as ammunition, missiles and tanks. It also would help pay to train Ukrainian soldiers.


    Wird auch als Deutung angeboten:


    Zitat

    Earmarking up to €20 billion for the effort would let EU leaders send Moscow a message that they are ready to do whatever it takes to help Ukraine. Spread across four years, the fund would enable the EU to draw from a €5 billion pot annually. The figures would represent a ceiling, though, and are not meant to serve as a guarantee that it would all be spent.


    Aber Geld ist jetzt keine beeindruckende Botschaft mehr, wenn nicht Produktionskapazität dahinter steht. Und fünf Milliarden pro Jahr sind nach Aufstockung des ukrainischen Wehretats etwa 10% davon. Vermutlich finanziert die EU durch Finanzhilfen bereits einen deutlich größeren Anteil.

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