Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt

  • Äh, bist du nicht mit dem Konzept des Verlierens von Kriegen vertraut? Ich verstehe das Ziel dieser Nachfragen nicht. Ich gehe davon aus, dass die ukrainischen Streitkräfte schließlich keinen effektiven Widerstand mehr leisten können werden, weil sie zu zermürbt sind, und dann ist es vorbei. Das sollte kein ungewöhnliches Szenario sein.

    Halte ich für ein ungewöhnliches Szenario. Wenn die ukrainischen Streitkräfte keinen effektiven Widerstand mehr leisten können, ziehen sie sich auf die befestigten Städte zurück, füllen die Reihen wieder auf, kriegen neue Ausrüstung und dann sind sie wieder kampffähig. Das Konzept des Verlierens ist mir vertraut, allerdings läuft das meines Erachtens bei Nationalstaaten in aller Regel nicht so, dass eine Seite keine Lust mehr hat und einfach aufhört zu kämpfen.


    Dir sollte nur bewusst sein, mit seinen fortgeschritten deindustrialisierten Volkswirtschaften beruht deine Prämisse der wirtschaftlichen Überlegenheit des Westens auf Bewertung nicht so sehr auf Produktionskapazität.

    Die beruht im Wesentlichen darauf, dass der Westen 60% des Welt BIP repräsentiert. Ich sehe nicht wie man das "abwickeln" kann, es sei denn man bringt die Weltwirtschaft zum Zusammenbruch.


    Ich habe nochmal über dieses Kolonial-Dingens nachgedacht und mir scheint schon das Grundkonzept fehlerhaft. Russland ist zwar kein westlicher Staat, aber es ist eine europäische Kolonialmacht. Putin will auch nicht das Prinzip des (Neo-)Kolonialismus umstürzen, ganz im Gegenteil. Er will einen größeren Anteil. Ukraine, Kasachstan, Georgien, das sollen russischen Kolonien werden, wie Tschetschenien eine ist.


    Das Herrschaftsmodell des Kolonialismus ist viel älter als die US-Hegemonie und keineswegs darauf angewiesen. Es gab mit Japan und Türkei auch schon nicht-europäische Kolonialmächte. Und in der multipolaren Welt vor dem 1. Weltkrieg hat der Kolonialismus wunderbar funktioniert und auch ohne Hegemonialmacht den Kolonialmächten Wohlstand gebracht.


    Selbst wenn China Weltmacht Nummer eins werden sollte, sehe ich nicht, wieso dass die koloniale Weltordnung umstürzen sollte. Der Westen wird dann als Weltmacht Nummer zwei, immer noch genug Ausbeutungsgewinne machen können, wie es umgekehrt für China schließlich jetzt auch funktioniert. Wäre Wohlstand an die Weltherrschaft gebunden, könnte China gar keine derartigen Wachstumsraten erzielen.

  • Ich habe bisher nicht verstanden, wie es die ukrainische Regierung bei jeder Stadt nicht schafft, die Zivilisten zu evakuieren bevor die Häuserkämpfe losgehen. Ok, ein paar Sturköpfe werden immer bleiben. Aber Lysychansk jetzt, Severodonetsk vor ein paar Wochen. Wenn noch Nachschub reinkommt, müssten auch Zivilisten rauskommen, dachte ich.

    Umso erstaunlicher fand ich die Aussage von Mariupols Bürgermeister, die Russen würden die Bewohner als Menschliche Schutzschilde gegen eine Wiedereinnahme der Ukraine zu nutzen. Erstaunlich deswegen, weil die Ukraine im Moment nicht im Entferntesten in der Lage ist, auch nur an eine Wiedereinnahme von Mariupol zu denken. Mein Gedanke war, vielleicht kommen er darauf, weil die urainische Armee das gemacht hat?


    Mittlerweile denke ich das nicht mehr. Zum einen ist die Zahl der Sturköpfe vielleicht doch höher, zum anderen scheint es Menschen zu geben, die die Russlands Armee nicht als Feind ansehen. Finde ich zwar auch ein bisschen dumm, ich würde ja vor Kämpfen fliegen, egal ob ich der anrückenden Armee gegenüber positv oder negativ eingestellt bin.


    Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts die Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ihre verfassungsmäßige Ordnung beschimpft oder böswillig verächtlich macht oder die Farben, die Flagge, das Wappen oder die Hymne der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder verunglimpft.

  • Ich habe nochmal über dieses Kolonial-Dingens nachgedacht

    Das scheint aber nicht von allzu großem Erfolg gekrönt gewesen zu sein, wenn sowas hier...


    Das Herrschaftsmodell des Kolonialismus ist viel älter als die US-Hegemonie und keineswegs darauf angewiesen. Es gab mit Japan und Türkei auch schon nicht-europäische Kolonialmächte. Und in der multipolaren Welt vor dem 1. Weltkrieg hat der Kolonialismus wunderbar funktioniert und auch ohne Hegemonialmacht den Kolonialmächten Wohlstand gebracht.

    ...dabei als Ergebnis dieses Nachdenkprozesses heraus gekommen ist.


    Die US-Hegemonie über den globalen Westen besteht in dieser heutigen Form erst seit dem Ende des 2. Weltkriegs, als die USA als erste und einzige Kriegführende Nation in der Geschichte Atomwaffen gegen eine andere Nation eingesetzt haben. So richtig Fahrt aufgenommen hat die Dominanz des US-Empire aber erst 50 Jahre später, als die Sowjetunion zusammenbrach und deren frühere Einflusssphäre durch die USA und ihre verbündeten zum Freiwild für westliches Kapitalinvestment erklärt wurde.

    In den 90ern war man noch guter Dinge, dass auch Russland sich dem ökonomischen Hegemonialstreben der freien kapitalistischen Marktwirtschaft nicht würde widersetzen können. Wie immer hat man natürlich nicht im geringsten darüber nachgedacht, dass sich ein Land noch nie alleine durch die heilende Kraft des freien Marktes in eine liberale Demokratie verwandelt hat.

    Und dann hat man sich gewundert, dass ein Ex-"Kommunist" aus dem sowjetischen Geheimdienstapparat und seine ehemaligen Kollegen ihre neugefundene Liebe zur privaten Kapitalakkumulation dazu nutzen würden, sich das größte Land der Welt einfach selbst unter den Nagel zu reißen, anstatt es wie geplant an westliche Investoren zu verkaufen.


    Japan wurde erst "Kolonialmacht", nachdem es vom freien Westen Mitte des 19. Jarhunderts per Kanonenbootdiplomatie zur Öffnung seines Marktes "überredet" worden war, und sich in Folge dann binnen weniger Jahrzehnte nach Vorbild preussischer Militaristen und Imperialisten in eine modern(isiert)e Militärdiktatur mit Gottkaiser verwandelte, und schliesslich ein Bündnis mit Nazi-Deutschland einging und über das asiatische Festland herfiel.

    Zuvor hatte sich der Inselstaat seit dem 17 Jahrhundert über 200 Jahre lang komplett vom Rest der Welt isoliert - weshalb das Shogunat der überlegenen Militärtechnologie der US-Navy dann auch nichts weiter entgegen zu setzen hatte, als die ihre Waffenstarrenden Schiffe vor der japanischen Küste auflaufen ließ, und freien Handel für freie Bürger verlangte.


    Die Türkei, bzw. das Osmanische Reich, war wiederum ein Überbleibsel aus der Zeit der muslimischen Imperien, das zwar bis zum 1. Weltkrieg bestand hatte, zuletzt aber bestenfalls eine Regionalmacht war, deren Einfluss auf den Rest der Welt nicht ansatzweise mit dem der USA nach dem 2. Weltkrieg, oder mit dem des British Empire im 19. Jahrhundert zu vergleichen war, aus dessen Kolonien die amerikanische Supermacht überhaupt nur entstehen konnte, nachdem man die amerikanischen Ureinwohner auf ein Häufchen Elend reduziert, und die Industrielle Produktion im Norden über zwei-drei Jahrunderte hinweg mit billigen Rohstoffen von sklaventreibenden Großgrundbesitzern aus dem Süden groß gefüttert hatte.


    Großbritannien hingegen hat nicht nur Nordamerika kolonialsisert, und den industrialisierten Kapitalismus erfunden, der es britischen Geschäftsleuten erlaubte, Rohstoffe aus aller Welt zu industriellen Massenprodukten zu verarbeiten und sie dann wieder in den Rest jener Welt zu exportieren, sondern es hat parallel dazu auch im 18. und 19. Jahrundert den bis dato größten Militärapparat aller Zeiten aufgebaut, die sieben Weltmeere beherrscht, von Sklavenandel und Sklavenarbeit in den Kolonien profitiert, und mit der British East India Company seit Ende des 17 Jahrhunderts eine semi-private "Handelsgesellschaft" unterhalten, die mehr Söldner unter Waffen hatte, als die britische Krone, und die z.B,. in Indien die offizielle Erlaubnis des Königshauses erhielt, die Profitinteressen ihrer Eigentümer mit brutalster Waffengewalt durchzusetzen.


    Das Selbe Prinzip gilt eigentlich auch heute noch - nur dass man die Profitinteressen der Anteilseigner von Großkonzernen im Westen jetzt besser hinter einer Fassade parlamentarischer Demokratien verstecken kann, die sich - genau wie das britische Bürgertum und der geschäftstüchtige Adel vor dem amerikanischen Bürgerkrieg und dem offiziellen Ende der profitablen Sklaverei - vorne auf der großen Bühne den hehrsten humanistischen Prinzipien verschreiben und ihre militärischen Interventionen in aller Herren Länder als zivilisatorischen Fortschritt zum Schutz von Freiheit und Menschenrechten verkaufen, während sie hinter den Kulissen gutes Geld mit der brutalen Ausbeutung von Mensch und Natur in der weniger "zivilisierten" Welt verdienen.

    Wäre Wohlstand an die Weltherrschaft gebunden, könnte China gar keine derartigen Wachstumsraten erzielen.

    Die chinesischen Wachstumsraten gingen erst so richtig durch die Decke, als China sich dem über die Jahrhunderte durch Ausbeutung, Sklaverei und Krieg in seinen Kolonien akkumulierten Investitionskapital des Westens öffnete und sich zur verlängerten Werkbank westlicher Industriekonzerne machte.

    Und in dem Moment, wo die von fassadendemokratischen Hindernissen gänzlich befreite, autoritäre chinesische Staatsführung entschied, dass es jetzt genug sei mit dieser Unterordnung unter westliche Kapitalinteressen, ist aus dem größten Handelspartner Europas und Nordamerikas auch ganz schnell wieder die "gelbe Gefahr" geworden, gegen deren "Imperialismus" sich die freiheitlchen parlamentarischen Demokratiefassaden des westlichen Wertebündnisses nun mit vereinten Kräften zur Wehr setzen müssen.


    Aber so steht das wahrscheinlich nicht auf Wikipedia.

  • P.s.:

    Die [Überlegenheit der westlichen Wirtschaft] beruht im Wesentlichen darauf, dass der Westen 60% des Welt BIP repräsentiert. Ich sehe nicht wie man das "abwickeln" kann, es sei denn man bringt die Weltwirtschaft zum Zusammenbruch.

    Mal abgesehen davon, dass der globale Westen noch nie (s.o.) eine geschlossene Binnenwirtschaft betrieb, die ihren Löwenanteil am Weltbruttoinlandsprodukt mit ihren eigenen Ressourcen und ihrer eigenen Arbeitskraft in autonomer Selbstversorgung erwirtschaftete (selbst das Römische Imperium war zu ständiger Expansion getrieben, um seine auf dem wachsenden Wohlstand seiner herrschenden Klasse basierende innere Machtstruktur zu erhalten), ist der Zusammenbruch der Weltwirtschaft genau das was nach ansicht vieler Ökonomen demnächst passieren wird, wenn "wir" nicht endlich mit dem quasi-religiösen Wahn brechen, "unser" Wertesystem müsse bis zum letzten Ukrainer an der NATO-Ostfront verteidigt, und das größte Land der Welt mitsamt seinen gigantischen Rohstoffvorräten aus dem Welthandel verbannt, und so lange in Grund und Boden sanktioniert werden, bis der Geist der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit endlich in die russische Seele hinein fahre und sie aus der finsteren Barbarei ins helle Licht des rechten Glaubens führe.

  • Apropos Türkei:


    Naja, das war jetzt die türkische Zustimmung zur Einladung von Finnland und Schweden. Bin mir nicht sicher, ob das heißt, dass sie damit schon final zugestimmt haben.

    Nein, heißt es nicht, muss noch von allen Parlamenten bestätigt werden, also auch dem türkischen.


    Die Finnen, ähnlich die Schweden, zieren sich:


    https://yle.fi/news/3-12518775



    Dementsprechend kam man sagen, die Kröte steckt bisher nur im Mund.


    https://www.theguardian.com/wo…swedens-accession-to-nato


    Zitat

    Just two days after agreeing to lift deal-breaking objections to Sweden and Finland’s Nato accession, Turkey’s president has warned that Ankara could still block the process if the two countries fail to fully meet his expectations.

  • Ein Ethnonationalismus in einer schon bestehenden staatlichen Ordnung zielt dagegen darauf ab, die Position typischerweise der dominanten Gruppe noch zu verstärken.

    Aber die wollten ja auch - genau wie ihre heutigen Verehrer - aus der Ukraine einen ethnischen Nationalstaat machen.


    In der Tat ist die Ukraine ein Beispiel dafür. Man könnte es so sehen, dass dort zwei ethnische Gruppen miteinander ringen: Diejenigen, die eine Nationalisierung auf der Basis der westukrainischen Nationalbewegung und ihrer historischen Perspektive, wie sie insbesondere in die ukrainischen Diaspora in Nordamerika konserviert wurde, für das gesamte Land wollen, und diejenigen, die eine weniger scharf vom Russischen abgegrenzte eigene Kultur der ukrainischen Lande vertreten mit angeschlossener ukrainischer Diaspora in Russland (die größere denke ich). Letztere Gruppe wurde durch die Ereignisse von 2014 innenpolitisch deutlich geschwächt. Dass hat der ersteren Gruppe, die die russisch-sprachigen Ukrainer und ukrainischen Russen als Störelement für die ukrainische Nationalidentität sieht, erlaubt zum Beispiel sowas wie die Sprachgesetzgebung durchzusetzen, um langfristig eine Ukrainisierung zu erreichen, das ist Ethnonationalismus. Gleichzeitig zeigt es auf, wie eine Nation konstruiert wird. Insofern, die Trennschärfe dieser ganzen Konzepte lässt zu wünschen übrig.

  • Die US-Hegemonie über den globalen Westen besteht in dieser heutigen Form erst seit dem Ende des 2. Weltkriegs, als die USA als erste und einzige Kriegführende Nation in der Geschichte Atomwaffen gegen eine andere Nation eingesetzt haben. So richtig Fahrt aufgenommen hat die Dominanz des US-Empire aber erst 50 Jahre später, als die Sowjetunion zusammenbrach und deren frühere Einflusssphäre durch die USA und ihre verbündeten zum Freiwild für westliches Kapitalinvestment erklärt wurde.

    Stimmt. Wo hab ich was anderes behauptet? Wobei wirtschaftlich gesehen, mit 50% des Welt-BIP, nach dem 2. Weltkrieg der Höhepunkt war. Wirtschaftlich war die kommunistische Einflusssphäre unbedeutend und der Rubel nie Konkurrenz für den Petro-Dollar.


    Wie immer hat man natürlich nicht im geringsten darüber nachgedacht, dass sich ein Land noch nie alleine durch die heilende Kraft des freien Marktes in eine liberale Demokratie verwandelt hat.

    Naja, was heißt alleine? Japan bspw. hat das gemacht oder Süd-Korea. Russland als europäischer Staat scheint zumindest potentiell demokratie-fähig. Und es gab auch Ansätze zu einer Demokratisierung. Ein Problem scheint zu sein, dass die Einnahmen des Staates aus dem Erdöl-Verkauf kommen.


    Die Grundzüge der Kolonialzeit sind mir bekannt, aber danke für die Auffrischung. :)

    England war keine europäische Hegemonialmacht wie die USA und musste mit konkurrierenden Kolonialmächten durchaus auf Augenhöhe, um seine Besitztümer streiten.


    Die chinesischen Wachstumsraten gingen erst so richtig durch die Decke, als China sich dem über die Jahrhunderte durch Ausbeutung, Sklaverei und Krieg in seinen Kolonien akkumulierten Investitionskapital des Westens öffnete und sich zur verlängerten Werkbank westlicher Industriekonzerne machte.

    Genau. Die Annahme, dass Wachstum und Wohlstand nur an der Spitze der Hackordnung generiert werden kann, ist also falsch. Also ist auch die Annahme, dass der Verlust der "Weltherrschaft" automatisch zu Wohlstandsverlust führen muss, nicht zwingend. England hat sein gewaltiges Kolonialreich gegen die aufstrebenden Industriemächte USA und Deutschland auch nichts genützt. Ebenso wenig wie seine Herrschaft über die Finanzmärkte.


    Wenn also morgen der Yuan zur Welt-Leitwährung wird, mag die westliche Weltherrschaft dahin sein, aber der westliche Wohlstand deswegen noch lange nicht.


    st der Zusammenbruch der Weltwirtschaft genau das was nach ansicht vieler Ökonomen demnächst passieren wird

    Vielleicht. Aber das würde Russland und China mit in den Abgrund reißen.

  • Halte ich für ein ungewöhnliches Szenario. Wenn die ukrainischen Streitkräfte keinen effektiven Widerstand mehr leisten können, ziehen sie sich auf die befestigten Städte zurück, füllen die Reihen wieder auf, kriegen neue Ausrüstung und dann sind sie wieder kampffähig.


    Verstehe das ist dann die unendlich elastische Armee, für die Verluste, Stimmung, Infrastruktur und Ausbildungsstand keine Rolle spielen, mit der man bis zum letzten Ukrainer kämpfen kann. Arbeitest du für einen westlichen think tank?


    Die beruht im Wesentlichen darauf, dass der Westen 60% des Welt BIP repräsentiert.


    Deswegen habe ich das gesagt, worauf du antwortest. Du gehst ja wohl nicht davon aus, dass 60% des physischen Wirtschaftsgeschehen der Welt durch ein Siebtel der Menschheit vollbracht wird? Zum Teil wird die Arbeit woanders gemacht und der größte Gewinnanteil wird im Westen realisiert, zum Teil wird die geleistete Arbeit einfach höher bewertet.


    Du kannst mit zwei dutzend Ingenieuren in einem sehr komplexen Arbeitsprozess eine Maschine bauen und für eine halbe Million Euro verkaufen oder du kannst jemandem eine halbe Million für einen zweijährigen Beratervertrag bezahlen, wo du eigentlich nur die Kontakte einkaufst und die meiste praktische Arbeit von einem mitangestellten Sekretär gemacht wird. Nun ist der Preis für beides eine Frage der Bewertung, aber du wirst viele materielle Argumente finden, warum die Maschine nicht das doppelte kosten sollte, während die Beratungsdienstleistung leicht auch das vierfache kosten kann und ihr Preis vielmehr eine Frage des gefühlten Wertes ist. Westliche Volkswirtschaften haben eine höheren Dienstleistungsanteil und schon deshalb ist ihre wirtschaftliche Aktivität höher bewertet.


    Dazu kommt dann eine stärker verbreitete financialisation also eine durch das Finanzwesen bestimmte Wirtschaft, produktive Unternehmen, die sich zunehmend als Verwalter von Portfolios (Tochterfirmen, Patente, Marken usw.) verstehen, und Unternehmen, die vorallem die Zukunftsaussichten einzelner Innovationen vermarkten.


    Das alles mündet in eine Entkopplung der Realwirtschaft von der Bewertung von Titeln, mit anderen Worten eine Überbewertung und funktioniert auch, weil Überschusse aus der ganzen Welt in den Westen fließen. Diese Flüsse wiederum sind historisch begründet.


    Also wenn man jetzt etwa die Idee mit der globalen Preisgrenze für russisches Öl umsetzen wöllte (ich denke sie ist eine Totgeburt): Ein Ansatz dafür ist die Schiffsversicherer im Westen dazu zu bestimmen, die Versicherung an die Einhaltung der Preisgrenze zu knüpfen. Wenn sich dann Unternehmen aus nicht-westlichen Ländern finden, die einspringen und damit ihre Marktsegmente vergrößern, geht dieses Geschäft, auch die in diesem Bereich anhängigen hochpreisigen Dienstleistungen, irgendwo anders hin. Hochseefrachtschiffahrt und alle Dienstleistungen drumherum sind soweit ich weiß immer noch sehr westlich dominiert und das ist natürlich ein Erbe der Kolonialzeit, wo diese Routen meist etabliert wurden.


    Die Russen haben dafür übrigens den Begriff der Goldenen Milliarde, "золотой миллиард", und da zählen sie sich nicht dazu. Was mich hierauf bringt:


    Ich habe nochmal über dieses Kolonial-Dingens nachgedacht und mir scheint schon das Grundkonzept fehlerhaft. Russland ist zwar kein westlicher Staat, aber es ist eine europäische Kolonialmacht. Putin will auch nicht das Prinzip des (Neo-)Kolonialismus umstürzen, ganz im Gegenteil. Er will einen größeren Anteil. Ukraine, Kasachstan, Georgien, das sollen russischen Kolonien werden, wie Tschetschenien eine ist.


    Ich sprach aber nicht von Kolonialmächten, die gibt es nur noch in rudimentärer Form, ich sprach vom kolonialen Erbe. Natürlich hat auch Russland enorm von seinem kolonialen Erbe profitiert. Übrigens die Ukraine genauso. Der Süden, den die Russen ihr gerade abnehmen, wurde als Neurussland kolonialisiert. Das war vorher tartarisches Land. Die Reichsregierung hat dort Russen, Ukrainer, aber zum Beispiel auch Deutsche angesiedelt. Und es sind (oder vielleicht waren) mit die attraktivsten Landesteile der Ukraine.


    Nur der Wert, den die anderen europäischen Kolonialmächte aus der Herrschaft über den Rest der Welt gezogen haben, ist deutlich größer gewesen. Russland hat vorallem große dünnbesiedelte Räume in Asien kontrolliert, die anderen Europäer die dichtbesiedelten intensiv bewirtschaften Küsten rund um die Welt. Erst unter den Sowjets mit der rapiden Industrialisierung konnte der Reichtum an Ressourcen so wirklich intensiv genutzt werden. Das Erbe ist also viel größer, das den anderen europäischen Mächten als Folge der Dekolonialisierung geblieben ist. Und an die Spitze der entstehenden neokolonialen Ordnung haben sich die USA gesetzt, als weniger bedeutende Kolonialmacht, die sich aber vermutlich gerade deshalb anfänglich als unbelasteter Partner präsentieren konnte.


    Wenn man die Ideen hinter der Goldenen Milliarde anschaut, dann ist das letztlich eine russische Variante der Problematisierung des Verhältnis zwischen Westen und globalem Süden. Damit ist man auch anschlussfähig in Afrika, anderen Teilen von Asien oder Südamerika. Die dort teilweise zu findende Sympathie ist kein Zufall und hat natürlich auch Wurzeln in der Beziehung zur Sowjetunion.

    Ich denke die rowdy rat hat hier irgendwann mal den Begriff "tankie" fallen lassen. Auch bei einigen Linken ist das der Grund für die zu beobachtende Sympathie - also beides die Ideologie und die sowjetischen Wurzeln.


    Schließlich habe nicht behauptet, dass die Russen darauf abzielen unser koloniales Erbe abzuwickeln. Ich habe gesagt, es ist ein laufender Prozess, der beschleunigt wird, übrigens bisher mehr durch das, was wir tun, anstatt irgendwelcher russischen Gegenmaßnahmen. Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, tatsächlich sind diese Überlegungen Teil des ideologischen Unterbaus in diesem Kampf mit dem Westen, als den es nicht so wenige in der russischen Gesellschaft ansehen. Wenn also die Chinesen eine teils enorm deregulierte Marktwirtschaft in ihrem Sozialismus mit chinesischem Charakter unterbringen konnten, dann haben wir es hier durchaus mit einem Antikolonialismus mit russischem Charakter zu tun.

  • Naja, was heißt alleine? Japan bspw. hat das gemacht oder Süd-Korea.

    Beide Länder haben das nicht einfach aus eigener Kraft heraus gemacht, sondern sie standen nach verheerenden Kriegen quasi unter US-Schirmherrschaft und wurden beide - genau wie Westdeutschland - von den Amerikanern als Bollwerke gegen den Kommunismus aufgebaut und ganz gezielt gefördert. Militärisch ist Japan - ebenfalls analog zur BRD, nur mit dem Unterschied das es mit Russland und China gleich zwei Feinde des Westens direkt vor der Haustür hat - auch heute noch komplett auf den Schutz der USA angewiesen.


    Südkorea war zudem nach dem Koreakrieg und der Zweiteilung des Landes alles andere als demokratisch, sondern wurde bis Mitte der 80er Jahre von einer Militärdiktatur regiert, die zwar kapitalistisch war, aber nicht demokratisch, und nur sehr wenig Arbeiterrechte zuließ.

    Auch heute ist Südkorea zwar ein demokratisches Land aber es herrschen dort immer noch sehr starre Hierarchien, traditionelle Rollenbilder und ein ziemlich harter Neoliberalismus, der zwar das Bruttoinlandsprodukt und das durchschnittliche Einkommen durch eine starke Export-Fixierung mittlerweile auf westliches Niveau angehoben hat, dabei aber die Landbevökerung zum Teil immer noch in Armut leben lässt.

    Das alles wäre ohne die Protektion und finanzielle Unterstützung der USA nicht möglich gewesen. Deshalb ist Südkorea heute auch immer noch sehr Abhängig vom Westen und ideologisch absolut Chinafeindlich und antikommunistisch.


    England war keine europäische Hegemonialmacht wie die USA und musste mit konkurrierenden Kolonialmächten durchaus auf Augenhöhe, um seine Besitztümer streiten.

    Im 19. jahrundert war Großbritannien die dominante wirtschaftliche und größte Seemacht auf der Welt mit Kolonien auf allen Kontinenten und dem unschlagbaren Vorteil, dass dort die Industrielle Revolution ihren Anfang genommen hatte. Mit dem industriellen Kapitalismus verschob sich allerdings auch in allen westlichen Ländern die Geopolitik noch mehr auf wirtschaftliche Aspekte. Aber so richtig aufgehört, sich gegenseitig wegen irgendwelcher Erbfeidschaften zu bekriegen hat man auch erst nach dem 1. Weltrkrieg.

    Natürlich stand das British Empire mit anderen Kolonialmächten in Konkurrenz, aber es war für lange Zeit die erfolgreichste unter ihnen, hat die wirtschaftliche und technologische Entwicklung seiner Konkurrenten nachhaltig geprägt und wurde von ihnen in vielerlei Hinsicht nachgeahmt - allen voran von den ehemaligen britischen Kolonien in Nordamerika.


    Wenn wir also heute von "der Westen" sprechen, dann heißt das natürlich nicht, dass die USA allen anderen Verbündeten, mit denen sie ja auf dem Weltmarkt ebenfalls durchaus konkurrieren, genau vorschreiben können, was sie zu tun haben, sondern es heißt, dass das gemeinsame Interesse der heutigen kapitalistischen Staaten an der Akkumulation des Kapials ihrer herrschenden kapitalistischen Klassen dazu führt, dass die Nationen des globalen Westens auf gleiche Art vorgehen, um die Profite ihres Großkapitals aus der Ausbeutung anderer Länder außerhalb ihrer Wertegemeinschaft zu extrahieren, und sich militärisch zusammenschliessen - zum Beispiel in der NATO - um zu garantieren, dass das auch noch möglichst lange so weiter geht.


    Wenn die NATO daran scheitert und keine Alternative dazu in Sicht ist, wird sich diese westliche Hegemonie aber Stück für stück auflösen. Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist in diesem Zusammenhang nur eines von vielen Symptomen des gleichen Phänomens - wenn auch natürlich das aus europäischer Sicht schlimmste bisher.

    Ob China dann die Lücke füllen kann und zur neuen Hegemonialmacht wird ist überhaupt nicht klar. Möglicherweise hat China gar kein Interesse daran, sich militärisch in ähnlicher Weise über den ganzen Globus auszubreiten und damit seine Schlagkraft auszudünnen, so wie es die USA heute tun.

    Aber wenn unserer politischen Klasse nicht bald etwas klügeres einfällt, als die ganze Welt - notfalls auch mit Gewalt - nur nach ihren eigenen ideologischen Maßstäben zu organisieren, dann wird der kollektive Westen seine Dominanz über den Welthandel mittel- bis langfristig verlieren.


    Und gerade für ein gleichermaßen rohstoffarmes, wie so dermaßen auf den Export von Welthandelsgütern fixiertes Land wie Deutschland wäre das eine absolute Katastrophe.

  • Verstehe das ist dann die unendlich elastische Armee, für die Verluste, Stimmung, Infrastruktur und Ausbildungsstand keine Rolle spielen, mit der man bis zum letzten Ukrainer kämpfen kann.

    Nicht zu vergessen, die gesamte Zivilbevölkerung, die fest entschlossen dazu ist, sich lieber heldenmutig für ihren Staat zu opfern, als dem Russen auch nur einen Quadratzentimeter von dessen Staatsgebiet zu überlassen!

  • Ich habe bisher nicht verstanden, wie es die ukrainische Regierung bei jeder Stadt nicht schafft, die Zivilisten zu evakuieren bevor die Häuserkämpfe losgehen.


    Nun die Wohngebiete sind das eine, aber erstaunlich ist, dass sich auch in dem Asot-Werk offenbar wieder Zivilisten befanden. Es hat ja keiner wirklich verstanden, warum die Ukrainer da nochmal Leute reingeschickt haben, aber vielleicht hatten sie gehofft nochmal so ein wochenlanges, medial begleitetes "Halten" der Stadt durchführen zu können wie mit Asowstal.

  • Also hoffe ich einfach mal, dass zumindestens diese Krise [(Kaliningrad)] bald abgewendet ist.


    Hört sich adäquat an:


    https://www.merkur.de/politik/…it-blockade-91644642.html


    Zitat

    Die neue Leitlinie der EU-Kommission soll darlegen, wie genau die EU-Sanktionen in Litauen gehandhabt werden. Der Süddeutschen Zeitung zufolge soll der Gütertransport per Bahn von Russland nach Kaliningrad weiterhin erlaubt sein. Selbst Güter, die auf der Sanktionsliste stehen, sollen demnach weiter und ohne Einschränkungen per Bahn transportiert werden dürfen. Lediglich „Auffälligkeiten“ sollen überprüft werden können, berichtet die Zeitung weiter. Demnach ist der Transit erlaubt - Litauen dürfe und solle jedoch wissen, welche Waren transportiert würden, hieß es aus Brüssel.

  • Schön zu wissen, dass jemand nachfragt:


    https://www.rnd.de/wirtschaft/…QATZAGXNJ5LTCQ25D5NU.html


    Zitat

    In Berlin wiederholt eine Sprecherin von Bundesenergieminister Robert Habeck (Grüne) Woche für Woche auf RND-Anfrage gebetmühlenartig: „Wir sind in intensiven Gesprächen mit der kanadischen Regierung und sind der Überzeugung, dass das Problem gelöst werden kann. Die Gespräche laufen noch.“


    Aber diese "positive" Aussicht macht mich schwach:


    Zitat

    Kanada drückt da offensichtlich ordentlich auf die Tube: „Es gibt viele Gespräche mit Bundeskanzler Scholz“, sagte Justin Trudeau zum Abschied aus Deutschland. „Und ich freue mich darauf, sie fortzusetzen, wenn er im August nach Kanada kommt.“


    Scholz reist dann zum Staatsbesuch nach Ottawa. Vielleicht bringt er spätestens bei seiner Rückkehr die Siemens-Turbine nach Europa mit.


    Stehlen und als diplomatische Fracht rausschmuggeln. Immerhin endlich ein Plan.

  • Ist diese Gasturbine eigentlich ein Unikat oder warum will man unbedingt auf die aus Kanada warten...könnte man die nicht auch mit einer anderen Turbine (mit ähnlichen Druck/Leistungswerten) ersetzen?


    Rein technisch sollte das doch machbar sein...

  • Von Rolls-Royce, Auftragsarbeit für Nord Stream, und mir scheint das Werk in Kanada ist der einzige Ort, wo die Wartung möglich ist. Kann natürlich sein, dass Siemens Energy an einer anderen Lösung arbeitet für die zweite Gasturbine, die sie noch nicht nach Kanada geschickt haben. Eines ihrer anderen Reparaturstätten im Netzwerk entsprechend ausstatten und die kanadischen Spezialisten einfliegen, würde mir einfallen. Aber wer weiß vielleicht braucht man auch Technik vor Ort dafür, die sich nicht leicht bewegen lässt.


    Ich nehme an, man kann die Gasturbinen austauschen. Aber Umbau, möglicherweise Anpassungen an anderen Teilen des Systems, wird das wirklich ohne längeren Betriebsstopp funktionieren?

  • Rein technisch sollte das doch machbar sein...

    Wenn's nach Lego-Prinzip funktionieren würde, könnte die Lufthansa gerade ein paar Triebwerksturbinen der zurzeit stillstehenden Flugzeuge ausleihen. 🙈


    Denke allerdings, das ist dann doch ein wenig zu speziell (im Bild ein Kompressor der Kompressor-Station Portovaya):

    gazprom-compressor-station-portovaya_3433_20121007.jpg


    Die eingebauten Turbinen sind in Dimensionierung und Auslegung bestimmt etwas spezieller. Kann mir nicht vorstellen, dass da Plug&Play angesagt ist. Das Einpassen von was bestehendem ist da mitunter komplexer als Neubau, und braucht mitunter auch mehr Zeit.


    Solche Maschinen werden meist auch nicht auf Vorrat (über die normalen Wartungs- und Risiko-Planungen hinaus) gebaut, bzw stehen irgendwo anders ungenutzt rum.


    Gibt wohl auch temporäre Hilfs- und Ersatzmittel (z.B. Kompressoren auf LKWs, die in die Pipeline-Infrastruktur eingebunden werden können. Längerfristig – mit ausreichend Leistung und eingepasst auf die ursprüngliche Auslegung der Anlage – wird vermutlich aber nicht so schnell ranzuschaffen sein. Die Konstruktions- und Materialbedarfspläne liegen bei irgendeiner privaten Bude (z.B. Rolls-Royce) im PDM, so dass auch kein beliebiges Werk das einfach mal nachbauen kann.


    Es wäre im Sinne der vielfach beschworenen Notwendigkeit von "Realpolitik" augenscheinlich einfacher und aufrichtig sich einzugestehen, dass hiesige politische Ziele mit falsch gewählten Werkzeugen nicht erreicht wurden, und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

    🕊 57657220646173206c696573742c2064656b6f6469657274206765726e652053616368656e

  • ...

    Die eingebauten Turbinen sind in Dimensionierung und Auslegung bestimmt etwas spezieller. Kann mir nicht vorstellen, dass da Plug&Play angesagt ist. Das Einpassen von was bestehendem ist da mitunter komplexer als Neubau, und braucht mitunter auch mehr Zeit.


    Solche Maschinen werden meist auch nicht auf Vorrat (über die normalen Wartungs- und Risiko-Planungen hinaus) gebaut, bzw stehen irgendwo anders ungenutzt rum.

    ...

    Es gibt ja auf der Welt noch mehr Pipelines und andere Hersteller als die bei uns, da ist bestimmt auch was dabei was so halbwegs von der Dimensionierung/Auslegung passt, da muss man dann vllt ein paar Anpassungen vom Setup und Anschluss machen, aber "Plug&Play" habe ich auch nicht erwartet, es ging nur um die technische Machbarkeit...klar ist das kein riesiger Massenmarkt und daher wird es auch keinen großen Vorrat geben...aber das irgendwo bei irgendwelchen Herstellern so ein Ding ungenutzt rum steht kann ich mir dann doch vorstellen, es müssen ja bei einem Defekt oder für Wartungszwecke irgendwo Ersatzanlagen vorhanden sein.


    Ich habe eher den Eindruck man hat garkein großes Interesse daran dieses Problem zu lösen, von allen Seiten.

    Es wäre im Sinne der vielfach beschworenen Notwendigkeit von "Realpolitik" augenscheinlich einfacher und aufrichtig sich einzugestehen, dass hiesige politische Ziele mit falsch gewählten Werkzeugen nicht erreicht wurden, und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

    Ich glaube "realpolitisch" hat man kein Interesse daran irgendwelche Konsequenzen zu ziehen...

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