Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt

  • 1. Ich habe nicht umsonst von Versuch gesprochen.

    Der Versuch läuft doch auch sehr gut, von einem machtpolitischen Standpunkt. Zwar haben die USA etliche Milliarden in das Projekt "Ukraine in die NATO" investiert. Aber das ist kein Vergleich zu den Kosten, die Putin seinem Land aufbürdet, um den Versuch zum Scheitern zu bringen, und selbst da ist der Erfolg trotz Invasion alles andere als sicher.


    2. Die postsowjetischen europäischen Staaten hätten in jedem Fall die Westintegration angestrebt. Ohne NATO würde diese aus russischer Sicht kaum als Bedrohung gesehen, höchstens als wirtschaftliche Konkurrenz. Ohne NATO haben die russischen Anrainer auch notwendigerweise eine andere Nachbarschaftspolitik gegenüber Russland. Aber selbst mit NATO: Die Westeuropäer, insbesondere Deutschland und Frankreich, haben irgendwann die Grenzen einer konfliktbegrenzten Ausdehnung erkannt. Man kann es vielleicht von den Osteuropäern nicht erwarten, aber letztlich egal, denn ohne die USA, wäre man an dieser Grenze geblieben. Die USA haben sie meines Erachtens strategisch überstritten.

    Das ist ein interessanter Versuch contra-faktischer Geschichtsschreibung. Die Grundannahme scheint zu sein, dass Russland Staaten nicht angreifen würde, die es nicht als Bedrohung ansieht. Und das unterlegene Staaten sich Russland kampflos unterwerfen würden.


    Hierzu würde ich auf Tschetschenien verweisen, das von der NATO in keiner Weise unterstützt wurde, und trotzdem die Behandlung der Ukraine gekriegt hat, nur noch brutaler und rücksichtsloser, mit zehn mal mehr Toten (Stand jetzt) trotz viel kleinerer Bevölkerung.


    Man kann argumentieren, dass Tschtschenien Teil Russlands ist und die Ukraine nicht. Andererseits scheint Putins Überzeugung von der Eigenstaatlichkeit der Ukraine nicht allzu tief verankert. Angenommen, die USA hätten den Aufstand nicht unterstützt und Janukowytsch wäre ein Jahr später abgewählt worden und durch eine pro-westliche Regierung ersetzt worden. Wieso hätte Putin dann nicht die Krim annektieren sollen und die Osten zum Aufstand treiben? Er hätte ohne NATO schließlich freie Hand, in seinem Einflussgebiet als Ordnungsmacht aufzutreten.



    3. Was heißt ohne Armee?

    Ohne Armee meint ohne Invasion.


    Aber gut muss nicht fehlende Kompetenz sein, vielleicht ist es auch einfach Gleichgültigkeit.

    Inwiefern Gleichgültigkeit? Die USA verfolgen ihre imperialen Interessen in der Ukraine genau wie Russland auch.

  • Machte das schon die Runde?

    Ich habe gerade mal den Paragraphen gelesen:

    § 140
    Belohnung und Billigung von Straftaten

    Wer eine der in § 138 Absatz 1 Nummer 2 bis 4 und 5 letzte Alternative oder in § 126 Absatz 1 genannten rechtswidrigen Taten oder eine rechtswidrige Tat nach § 176 Absatz 1 oder nach den §§ 176c und 176d

    1. belohnt, nachdem sie begangen oder in strafbarer Weise versucht worden ist, oder
    2. in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) billigt,

    wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


    Ein Angriffskrieg ist §80 StGB. Der wird aber nicht aufgelistet in §140 StGB. Könnte also ein Fake sein.

  • Die USA verfolgen ihre imperialen Interessen in der Ukraine genau wie Russland auch.

    Mal abgesehen davon, dass man sich darüber streiten kann, ob der russische Machtanspruch in der russischen Nachbarschaft mit dem tatsächlichen Imperialismus der USA auf dem ganzen Globus gleichzusetzen ist, besteht der offensichtliche Unterschied zwischen den "imperialen" Interessen der beiden größten Atommächte darin, dass sich die eine Seite damit konfrontiert sieht, ein ihr immer feindlicher gesinntes, global vernetztes Mlitärbündnis direkt vor die eigenen Landesgrenzen gesetzt zu bekommen, welches diese Ausweitung seiner geopolitischen Einflusssphäre alleine dadurch zu legitimieren versucht, dass es sich selbst zum Verteidiger besonderes wertvoller Werte gegen die unzivilierte Barbarei verklärt, während es auf der ganzen Welt völkerrechtswidrige Angriffskriege unterstützt - oder gleich selbst anzettelt -, und sich das führende, den Kurs bestimmende Mitglied der anderen Seite tausende von Kilometern davon entfernt auf einem Kontinent befindet, den es militärisch und ökonomisch bereits seit Generationen vollständig dominiert.


    Wenn Russland anfinge, Militärbasen in Süd- und Mittelamerika zu errichten und ein "Verteidigungsbündnis" mit Mexiko zu schmieden, dann wäre das vielleicht vergleichbar. Aber das letzte mal, als eine Regierung in Moskau versuchte, in unmittelbarer Nachbarschaft der USA atomare Erstschlagkapazitäten aufzubauen, hat man in Washington sofort auf härteste Konfrontation gesetzt und die Welt ist um Haaresbreite am nuklearen dritten Weltkrieg vorbei geschrammt.

  • Ich habe gerade mal den Paragraphen gelesen:


    Ich glaube das staatsanwaltliche Vorgehen, politisch öffentlich angefragt, ist da in Sachen "Z" wohl unergiebig, auch das "Unterstützung eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" deswegen. Falls da mal jemand juristisch was liest, ich kann mir kaum Verurteilungen vorstellen - die meisten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen werden mit ziemlicher Sicherheit eingestellt.


    Aber es spricht Bände wenn hunderte "Korrespondenten" 24/7 rund um die Uhr in Kiew stehen und Zettel vom Propagandaministerium vorlesen, aber wenn jemand von der anderen Seite spricht kommt man dem mit einem Staatsanwalt und drangsaliert deren Familie...

  • Ein Angriffskrieg ist §80 StGB. Der wird aber nicht aufgelistet in §140 StGB. Könnte also ein Fake sein.

    Den § 80 StGB gibt's nicht mehr, der Angriffskrieg ist im Völkerstrafgesetzbuch unter dem § 13 Verbrechen der Aggression zu finden. Darauf wird im § 140 StGB via §138 verwiesen.


    § 80 StGB und § 13 VStGB haben Detailunterschiede, im StGB war die Vorbereitung eines Angriffskriegs strafbar im VStGB ist auch dessen Führung verboten (das Schröder/ Fischer Schlupfloch).

  • Oh nein, zwei US-Bürger, die auf der Seite einer Kriegspartei kämpfen, obwohl sie nichts in dem Krieg eines fremden Landes verloren haben, werden im Kriegsland vermisst.

    Was will uns die Tagesschau mit dieser Meldung nur sagen?

    Sollen wir für mörderische US-Söldner oder unendliche dumme Mörder Mitleid haben?

    Das journalistische Niveau in Deutschland fällt jeden Tag immer tiefer.


    https://www.tagesschau.de/news…nerstag-131.html#vermisst

  • Die 3 von der Tankstelle (Komödie, 1930)


  • Du scheinst weder zu wissen was ein Söldner ist, noch was Mord ist.

    Das Allgemeinbildungsniveau in Deutschland fällt jeden Tag immer tiefer.


    Eigentlich sind die Rahmenbedingungen klar, nur werden sie in der Ukraine nicht so gehandhabt wie anderswo.


    Siehe Kraken-Unit.



    The Kraken unit operates somewhat in a gray zone — a force that answers to the Defense Ministry but is not part of Ukraine’s armed forces. Soldiers in Ruska Lozova say the unit has about 1,800 soldiers. The military spokesman declined to say how many serve in the unit.



    Lokale Hooligans, Kriminelle, ganz sicher auch Mörder und da finden sich als Freiwilligen-Bataillon auch die "internationalen Legionen" und Rechtsradikalen. Kraken ist ein anderer regionaler Azov-Ableger und teilweise waren sie bei Azov. Eine ähnliche Mischung aus 10-fach-Hakenkreuztattovierten, Kiew-Hooligans und Kriminellen machen in Kiew die "Security" für die Hauptstadt!


    Übrigens, wenn wie letzten fotografiert "neues Kriegsmaterial" ins Land kommt dann geht es von Kiew an diese Einheiten, die haben da dann ihr Kraken-Logo drauf ... von uns geliefert, von Kiew an Verrückte, Nazis und Kriminelle geliefert die ehtnische Russen massakrieren.





  • Du scheinst weder zu wissen was ein Söldner ist, noch was Mord ist.

    Das Allgemeinbildungsniveau in Deutschland fällt jeden Tag immer tiefer.

    Na dann erzähl mal, warum ich anscheinend nicht weiß, was ein Söldner oder Mord ist.

    Bin immer bereit Neues zu lernen, glaube aber eher, dass du einfach nur deinen Bias hier verteidigen willst. Dein Profilbild sagt dazu eigentlich ja schon alles.

  • Ein Kratzen, Hauen und Beissen, um das Narrativ der spontanen, unprovozierten Eskalation am 24.02. zu verteidigen. Mit dabei auch der ex-Grüne Sergej, der neulich schon hier Thema mit seiner historischen Grabbeltischanalyse war.


    Auch hier hat er wieder verblüffendes für uns mitgebracht:

    „Ein Frieden kostet die Ukrainer mehr Leben als der Krieg." (Zeitmarke) Ob das als Drohung gemeint ist, bleibt unklar.


  • Nicht jeder Ausländer der an einem Konflikt beteiligt ist ist ein Söldner.


    Meine Worte ...


    ... die Grenze zum Chaos hat die Ukraine schon lange überschritten, ein Staat der alle Ordnungsstrukturen an Kriminelle outgesourced hat und nur noch eine Nazipartei erlaubt. Für einen EU-Beitrittskandidaten geht es da zu wie in einer Mad-Max-Dystopie und das am laufen zu halten lassen wir uns richtig was kosten.

  • Whatever. Wenn ich freiwillig in den Krieg ziehe, ob gegen Sold oder nur für die Ehre, muss ich mit gewissen Konsequenzen rechnen. Warum wird da jetzt so ein Zirkus drum gemacht? Haben die Russen irgendeine Konvention verletzt, sind das spezielle "Freiwillige", oder braucht man nur was um die Stimmung aufrechtzuerhalten?

  • Wenn ich das richtig verstehe, ist das Brisante an der Geschichte ja nicht, was die Russen evtl. mit den US-Gefangenen machen (oder nicht), sondern dass es US-Bürger/Militärs sind und man nun befürchtet, die Russen könnten daraus ihr "völlig an den Haaren herbeigezogenes" Narrativ weiterspinnen, der Westen kämpfe aktiv in der Ukraine und gegen Russland.

  • Mit Massenvergewaltigungen „übertrieben“? Ukrainische Beauftragte erklärt sich

    Lyudmyla Denisova steht wegen ihrer detaillierten Schilderungen zu Vergewaltigungen durch russische Soldaten in der Ukraine in der Kritik. Was sie zu dem Vorwurf sagt.


    Ja, das war erstaunlich. Also vorallem, dass sie sie ihres Amtes enthoben haben. Muss wohl auf äußeren Druck passiert sein. Ihre Rechtfertigung klingt so, als ob sie einfach ihren Job gemacht hat, was bei einer Regierung, die für ihre Kriegspropaganda auf ein hohes Maß an Lügen angewiesen ist, vermutlich Sinn ergibt.

  • Ja, das war erstaunlich. Also vorallem, dass sie sie ihres Amtes enthoben haben. Muss wohl auf äußeren Druck passiert sein. Ihre Rechtfertigung klingt so, als ob sie einfach ihren Job gemacht hat, was bei einer Regierung, die für ihre Kriegspropaganda auf ein hohes Maß an Lügen angewiesen ist, vermutlich Sinn ergibt.

    Zumal ja der Ukrainische Botschafter hier auch schon vor Wochen sagte, dass sein gepöbel hier nichts mit Wahrheiten zu tun haben muss, sondern einen Zweck erfüllt. Beisst sich natürlich mit unserer Wertepropaganda aber das ist ja nur ein kleines Problem, das wir haben.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!