Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt

  • Also ich verstehe weiterhin nicht, was nun eigentlich diese ganze Diskussion um die Rubelzahlung bedeutet. Es hilft auch nicht, dass die EU-Kommission ihre Aussagen dazu hin- und zurückgewendet hat.


    Zum Beispiel eine aktuelle Ansage von Habeck dazu:


    https://tass.com/economy/1446277


    Zitat

    BRUSSELS, May 2. /TASS/. Germany will continue paying for Russian gas in euro as directed by the EU and stipulated by contracts, Economy Minister Robert Habeck stated in Brussels on Monday.


    Asked about the possibility of suspension of gas supplies from Russia as was the case with Poland and Bulgaria, he said: "It is possible. We stick to the EU’s directions. This means we pay in euro, after which Russia converts money into rubles in accordance with its logic." "If it should be so I do not care," the minister added.


    Klingt so als würden deutschen Firmen sich auf den von Russland vorgeschlagenen Zahlungsmodus einlassen und Habeck ignoriert nach Eingang des Geldes in Euro das ganze Prozedere dahinter.


    Ganz anders dagegen die EU-Kommission. Sie besteht nun wieder darauf, dass das ein Bruch der Sanktionen sei:


    https://tass.com/economy/1446323


    Zitat

    According to Simson [European Commissioner for Energy], the mechanism offered by Moscow of transfering euros to Gazprombank followed by the conversion of the payment into rubles is "a clear breach of sanctions as they provide assets for the operation of the Central Bank."


    "Paying in rubles through the conversion mechanism managed by the Russian public authorities and a second dedicated account in Gazprombank is a violation of the sanctions and cannot be accepted," she said, adding that "a more detailed guidance on what companies can and cannot do within the sanctions framework" would be provided.


    Ich verstehe immer noch nicht wieso. Ganz am Anfang wurde als erste russische Gegenmaßnahme der Umtausch von 80% der Einnahmen in Fremdwährung von Firmen, die Außenhandel betreiben, gegen Rubel verordnet:


    https://tass.com/economy/1413525


    Zitat

    MOSCOW, February 28. /TASS/. Russian President Vladimir Putin has requested the obligatory sale of 80% of foreign currency earnings received on international trade contracts with non-residents starting Monday, according to a decree by the head of the state published on the Kremlin’s website on Monday.


    Nach der Logik der EU-Kommission müsste die Bezahlung des Gases (oder jeden anderen russischen Handelsware) auch ein Bruch der Sanktionen sein, weil davon 80% sicher an die russische Zentralbank gehen und damit ihre Reserven auffüllen.


    Im schlimmsten Fall könnte die "more detailed guidance on what companies can and cannot do within the sanctions framework" der Kommission dazu führen, dass die europäischen Firmen sich gezwungen sehen den Rubelzahlungsmodus zu modifizieren und Gazprom sich dann gezwungen sieht, die Gaslieferung einzustellen.

  • Ich verstehe immer noch nicht wieso.

    Du musst einfach mehr Haltung™ bewahren!


    Taktisch sagt Bundeswirtschaftsminister Habeck, dass die Freiheitsrepublik Deutschland sich nicht von menschenfeindlichen Höllenhunden erpressen lässt.


    Strategisch weiß er, dass es keine deutsche Wirtschaft mehr geben würde, deren Profitinteressen er noch ministerial vertreten könnte, wenn die industrienation Deutschland sich nicht auf des Höllenhundes Bedingungen einließe.


    Zeitenwende. Alles andersrum.

  • Ach die sind aus Spaß durch Tschernobyl gefahren und haben dann Kiew paar Wochen belagert. Die wollten die Stadt gar nicht erobern.


    Ich war natürlich auch davon ausgegangen, dass das der Plan ist. Aber seit ich anhand von Mariupol gesehen habe wie die schonende Einnahme einer Stadt aussieht, wenn die Verteidiger nicht aufgeben, kann ich mir nicht vorstellen, dass das für das wesentlich größere Kiew vorgesehen war. In jedem Fall zu dem Zeitpunkt als man sich von Kiew zurückgezogen hat, war die dafür nötige Truppenstärke wohl auch nicht aufgebaut worden. Ich würde also tatsächlich sagen, die Russen haben da keinen Eroberungsversuch abgebrochen.


    Außerdem wird den Russen auch klar sein, dass die Kräfte die im Norden frei werden da nicht däumchendrehend warten werden...


    Abhängig davon in welchem Zustand sie waren. Das ist die Information, die uns fehlt.


    Er hat für seine Rüstungsindustrie immerhin so schlecht Werbung gemacht, dass die Serben jetzt in China einkaufen.


    Die jetzigen Lieferungen dürften alle auf Einkäufe vor dem Krieg zurückgehen:


    https://justfinanceinternation…s-in-the-western-balkans/


    https://www.aljazeera.com/news…ends-right-to-buy-weapons


    Das ist auch, was die Chinesen angedeutet haben:


    https://thediplomat.com/2022/0…lies-delivered-to-serbia/


    Zitat

    China said Monday its military planes delivered “regular military supplies” to Serbia, in its first comments on an unusual operation in which six Chinese Air Force Y-20 transport planes landed in Belgrade early Saturday.


    Foreign Ministry spokesperson Zhao Lijian told reporters the operation was part of the two countries’ annual cooperation plan, does not target any third parties and “has nothing to do with the current situation,” presumably referring to the ongoing war in Ukraine.


    Und wird auch so geschlussfolgert:


    Zitat

    Serbian President Aleksandar Vucic all but confirmed the delivery of the medium-range systems that was agreed to in 2019, saying on Saturday that he will present “the newest pride” of the Serbian military on Tuesday or Wednesday.

  • Ich war natürlich auch davon ausgegangen, dass das der Plan ist. Aber seit ich anhand von Mariupol gesehen habe wie die schonende Einnahme einer Stadt aussieht, wenn die Verteidiger nicht aufgeben, kann ich mir nicht vorstellen, dass das für das wesentlich größere Kiew vorgesehen war.

    Das glaube ich auch nicht, dass der russische Plan war Kiew zu umschließen und wie Mariupol platt zu machen, das hätte wohl ganz andere Ressourcen benötigt. Ich denke aber, man ging generell davon aus dass die Ukrainer selbst (Ukrainisch-Sprachige Ukrainer und Russisch-Sprachige Ukrainer) nicht so geeint auftreten, wie jetzt der Fall, man erhoffte sich dass Selenskij vielleicht flieht - und vielleicht sogar Teile der Ukrainischen Armee oder Führung von der Fahne gehen, wenn man 20km vor der Hauptstadt steht. Ich denke da gab es viele theoretische Optionen, wie sich das auch zugunsten Russlands entwickeln hätte können. Hinzu kamen natürlich die logistischen Probleme, der 50km Nachschub-Stau der im Matsch stecken blieb etc.


    Gysi und Linken-Präsidentschaftskandidat Trabert wollen ab morgen die Ukraine besuchen. Finde ich gut.


    https://www.n-tv.de/politik/Au…Kiew-article23303355.html

  • Ich verstehe ja, dass man in Ermangelung tatsächlicher Argumente alle Register ziehen will, um eine Position zu halten, auf die man sich selbst gestellt hat

    Welche Position denn überhaupt? Ich habe keine wirkliche Positionen eingenommen, lol. Außer, dass ich das Video besser ausgearbeitet finde als das andere, was ja nicht schwer ist. Und, dass die Hintergrundgeschichte zu Ukraine nicht so unwichtig ist. Das spricht für sich selbst.


    Der Rest waren alles deine Hirngespinste über die Motive von Matus (und mir).

    Wenn Du mich richtig beleidigen willst, ...

    Als selbsternannter Nichtboomer sollte man leichten Banter in Internetforen aushalten können ohne die beleidigte Leberwurst zu spielen.

    Aber wenn man sich schon solcher populärwisssenschaftlicher "Experten" als Argumentersatz bedient, dann sollte man halt nicht so tun. als hätten die die Wahrheit mit Löffeln gefresssen, ...

    Welches Argument? Ich habe null Ahnung was du meinst.

    Jeder Historiker der behauptet, er wisse ganz genau was vor fünfhundert Jahren irgendwo passiert ist ist entweder ein Idiot oder ein Lügner - oder beides.

    Wenn ein fiktiver Historiker (weil ich bin davon sehr weit entfernt) behauptet, dass unter der Federführung der europäischen Siedler in Amerika um 1702 ein Massaker an einer friedlichen Besiedlung an Indianern namens Apalachee durchgeführt wurde, dann ist diese fiktive Historiker ein Idiot und Lügner.


    Und zwar, weil dieser Umstand als Fakt dargestellt wurde, und nicht explizit erwähnt wird, dass Geschichte eine sich ständige durch Umdeutungen und neue Erkenntnisgewinne hinterfragende Wissenschaft ist, die sich noch mit der Tatsache konfrontiert sieht, dass sie oft im Dunkeln stapft.


    Jede Darstellung muss eine Abhandlung aller alternativen Theorien (Waren die Apalachee Indianer wirklich friedlich? ...) beinhalten mit der Begründung, warum die vorgenommene Geschichtsschreibung im Gegensatz zu den alternativen Theorien momentan die richtige zu seien scheint.


    Was soll eigentlich dieser Anspruch?


    Wie wäre es denn, wenn du dieses Level von Reflektion mal auf deine eigenen Quellen und Postings anwendest, bevor du es von anderen erwartest.

    Deal?

  • P.s.: Who the fuck is Daniel Lazare ?

    Du hast ihn vor kurzem in "Interessante Sendungen & Links" verlinkt.

    Timothy Snyder’s Lies

    In Timothy Snyder’s Bloodlands, Hitler and Stalin are one and the same. And the partisans — Jewish fighters included — only encouraged German crimes. (Daniel Lazare - Jacobin (09.09.2014))


    Offenbar ist niemand so leicht davon zu überzeugen, dass alle anderen nur Propaganda machen, während man selbst den Inbegriff der Faktentreue und Realitätsnähe verkörpert, wie deutsche Promi-Intellektuelle.


    Vielleicht war mein vorheriger Deal zu streng. Wie wäre es, wenn du die verlinkten Quellen auch mal vorher selbst lesen würdest, und nicht nur die Überschrift und den Abstrakt?

  • Wenn ein fiktiver Historiker (weil ich bin davon sehr weit entfernt) behauptet, dass unter der Federführung der europäischen Siedler in Amerika um 1702 ein Massaker an einer friedlichen Besiedlung an Indianern namens Apalachee durchgeführt wurde, dann ist diese fiktive Historiker ein Idiot und Lügner.


    Ist eine Replik, auf die man kommen könnte, wenn man nicht ganz genau gelesen hat, was gesagt wurde.


    Als selbsternannter Nichtboomer sollte man leichten Banter in Internetforen aushalten können ohne die beleidigte Leberwurst zu spielen.


    Boomer, banter? Wahrscheinlich bin ich paranoid, wenn ich hier schon wieder eine Inkarnation der Cyphermaus (?) vermute. Andererseits Maus, Schlange, Uhu passt in die Reihe. :)

  • Du hast ihn vor kurzem in "Interessante Sendungen & Links" verlinkt.


    Ach der hat diesen Artikel geschrieben. Gelesen habe ich den schon, aber ich poste hier so viele Artikel, dass ich mir nicht immer merken kann, wie die Autoren heißen.


    Mein Verweis auf diesen Artikel war allerdings weniger dazu gedacht, ihn als der Weisheit letzten Schluss zu verkaufen, sondern dazu, klar zu machen, das sich Gerd Scobel in seinem Vortrag gegen Russenhitler Putin, auf einen zwar viel gelesenen, aber wissenschaftlich durchaus umstrittenen Autoren berufen, und dessen Thesen zur Grundlage seiner eigenen Einlassungen gemacht hat - welche sich wiederum ziemlich exakt mit der Sichtweise decken, die wir ja nun schon in mehreren J & N-Interviews und Talkshowauftritten vorwiegend von grünen PolitikerInnen präsentiert bekommen haben, die schon immer gewusst haben wollen, dass man einem solch schrecklichen Hitler-Wiedergänger wie Putin nicht mit Appeasement und Lumpenpazifismus beikommen könne.


    Ich habe den Artikel aber tatsächlich gelesen und dabei ist mir aufgefallen, dass es - entgegen der Behauptungen von Mr. Snyder und seiner grün-glühenden Anhänger*innen beim Zenrum Liberale Moderne - offenbar auch durchaus andere Interpretationen der jüngeren Geschichte Osteuropas gibt - was wiederum überhaupt nicht heißt, dass letztere die absolute Wahrheit sind. In diesem Fall ist der sehr lange und ausführliche Jacobin-Artikel aber ziemlich voll mit allerhand Beispielen dafür, wie Snyder - Nach Ansicht von Lazare - historische Fakten so verdreht, dass sie ihm in seine, im Westen gerade unter "Liberalen" durchaus populäre These passen, dass Stalin der russische Hitler, und dass die russischen Bolschewisten im Prinzip auch nichts anderes als rot angemalte Nazis gewesen seien, die mit dem "Holodomor" einen gezielten Völkermord an den widerspenstigen Ukrainern begangen hätten.


    Es fällt auf, dass Snyder nicht nur von deutschen Grünen und Gerd Scobel sondern auch von vielen anderen überzeugten AnhängerInnen der Theorie von Putin als Ausgeburt des allgemeinen russischen Unwesens - inklusive des sowjetischen - immer wieder als Kronzeuge benannt wird, während man selten bis gar nicht die Namen anderer Historiker hört, die sich mit diesem Thema beschäftigen und vielleicht eine andere Perspektive darauf haben.


    Was auch auffällt ist, dass Du mir ausgerechnet diesen Autoren eines Jacobin-Artikels als "influencer" meiner hier geäußerten Sichtweise unter die Nase reiben willst, obwohl ich ihn nur in diesem einen Zusammenhang verlinkt habe.

    Das deutet doch schwer darauf hin, dass Dir gerade die Sichtweise von Mr. Snyder besonders verteidigenswert erscheint, welchen Herr Lazare in seinem Artikel über Snyders populärwissenschaftlichen Bestseller "Bloodlands" der Lüge bezichtigt - was wiederum interessant ist, weil Du mir hier obendrüber weißmachen willst, Du hättest gar keine bestimmte Position eingenommen, sondern lediglich das Youtube-Video-Essay eines "Historikers" verlinkt,...

    Welche Position denn überhaupt? Ich habe keine wirkliche Positionen eingenommen, lol. Außer, dass ich das Video besser ausgearbeitet finde als das andere, was ja nicht schwer ist.

    ...weil Du findest, es sei "besser ausgearbeitet", als der polemische Vortrag eines anderen Youtubers, der vorher hier verlinkt wurde.


    Es mag ja sein, dass das besser "ausgearbeitet" ist, aber es behandelt eben ein ganz anderes Thema und stellt - analog zu Putin in seinen Propaganda-Reden und -Texten für das russische Publikum - die heutige Situation als Ergebnis eines Jahrhunderte langen Freiheitskampfes der braven Westslaven gegen gemeine russische Imperialisten dar.

    Es wird also ein historisch regionaler Konflikt zwischen benachbarten Völkern geschildert und dabei besonderes Augenmerk auf völkische identitäten gelegt - insbesondere jene der im Vergleich zur Nachbarschaft noch relativ jungen ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung.


    Das eine Video ist der durchaus polemische Versuch einer Analyse der politischen Ereignisse im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine seit dem Ende des kalten Krieges unter Berücksichtigung westlicher Einflüsse, und erhebt gar keinen Anspruch darauf, eine historisch korrekte wissenschaftliche Arbeit zu sein.

    Das andere ist die Behauptung einer historisch korrekten - weil von einem sich selbst explizit zu Beginn als Historiker bezeichnenden content-creator erstellten - Schilderung der Ereignisse rund um die heutige Ukraine in den letzten tausend Jahren, mit einem sehr starken Fokus auf die imperialistischen Machenschaften der Russen und wenig bis gar keiner Behandlung der imperialistischen Ansprüche anderer mächtiger Reiche, die in dieser Region über diesen langen Zeitraum aktiv waren.


    Wenn Du mir jetzt also allen ernstes vormachen willst, Du hättest hier gar keine Position eingenommen - obwohl Du mit der Verlinkung dieses Videos und mit Deinem Verweis auf meine angebliche Beeinflussung durch einen Jacobin-Autoren, der den erklärten Russlandkritiker und Stalin-mit-Hitler-Gleichsetzer Timothy Snyder kritisiert - defacto genau die Position einnimmst, auf der man auch die ganze "Putin muss sterben!" - Fraktion der grün-blau-gelben "liberalen" in der deutschen Politik und in den ihr zuarbeitenden wertejournalistischen Leitmedien findet, dann erscheint mir das irgendwie nicht so ganz glaubwürdig.


    P.S.:

    Wenn ein fiktiver Historiker (weil ich bin davon sehr weit entfernt) behauptet, dass unter der Federführung der europäischen Siedler in Amerika um 1702 ein Massaker an einer friedlichen Besiedlung an Indianern namens Apalachee durchgeführt wurde, dann ist diese fiktive Historiker ein Idiot und Lügner.

    Nein. Wenn der Historiker dafür historische Belege vorweisen kann, die seine Schilderung des Massakers stützen, dann ist er ein Wissenschaftler, der eine These formuliert und begründet. Aber wenn er das einfach nur in einem Youtube-Vortrag behauptet, ohne weiter zu begründen, wie er dazu gekommen ist, dann ist er erst mal nur ein Typ, der in einem Youtube-Video eine Meinung äußert, die man teilen kann oder nicht.

    Jede Darstellung muss eine Abhandlung aller alternativen Theorien (Waren die Apalachee Indianer wirklich friedlich? ...) beinhalten mit der Begründung, warum die vorgenommene Geschichtsschreibung im Gegensatz zu den alternativen Theorien momentan die richtige zu seien scheint.


    Was soll eigentlich dieser Anspruch?

    Jeder kann alles öffentlich so darstellen wie es ihm beliebt. Ist ja schliesslich - zumindet in Sachen Meinungsfreiheit - hier immer noch ein freies Land. So lange er es halbwegs schlüssig begründen kann, kann man seine Meinung auch ernst nehmen und ernsthaft diskutieren. Aber wenn einer sagt: "Seht her, ich bin Wissenschaftler, deshalb ist meine Meinung ein wissenschaftliches Faktum", dann ist er entweder ein Scharlatan, oder ein Idiot.


    Das ist ja eigentlich nicht so schwer zu verstehen.

  • Ich habe mir noch mal das Interview von Tilo mit Wolfgang Eichwede angesehen, und seine Erzählungen decken sich ganz gut mit denen von Matus. Matus geht ein bisschen mehr auf die Rus ein. Eichwede mehr auf die Sowjetzeit.


    Wenn es interessiert, hier nochmal das Video. Die anderen können es ja ignorieren, anstatt irgendwelche Verschwörungen gegen das russische Volk herbei zu fantasieren.


    Ich will den anderen Foristen nicht weiter auf den Keks gehen. Damit geht der Uhu für eine ungewisse Zeit in den Wald.


    Im Wald ist es kühl.

  • Das und dass sie der Ukraine und unserer Wertebande einen Exit ermöglichen, in dem es immerhin heißen kann, dass ja nur der Osten gefallen ist.


    Ja, mein Eindruck ist bei der Diskussion über einen gesichtswahrenden Ausgang für die Russen, wird etwas übersehen, dass die westlichen Politiker ziemlich am Jonglieren sind. (An sich auch nicht überraschend, weil der Teil unserer Eliten, der sich damit nicht auseinandersetzt, von der völligen Überlegenheit unserer Volkswirtschaften auf der Basis unser starken Werte ausgeht.)


    Ich denke tatsächlich gibt es mehr Zurückhaltung bei den Waffenlieferungen als viele Gegner der Maßnahme das wahrnehmen. Angefangen damit, dass mit den schweren Waffen überwiegend gewartet wurde bis mutmaßlich die Degradation des ukrainischen Arsenals stark vorangeschritten war. Die Osteuropäer werden ihre alten Bestände an Sowjetwaffen los. In dem Fall aus Sicht der Ukrainer tatsächlich sinnvoller als diverse Alternativen aus dem Westen, aber gleichzeitig wird so die Erneuerung mit westlichen Waffensystemen ermöglicht. Und in Wirklichkeit können schwere Waffen aus sowjetischer Zeit ohne Kooperation mit Russland (vielleicht noch mit den Ukrainern, wenn nicht gerade Krieg herrscht) vermutlich sowieso nicht mehr gut aufgewertet oder auch nur gewartet werden. Allerspätestens jetzt wird diese Kooperation nicht mehr stattfinden. Deutschland liefert irgendwann diese ausgemusterten Flugabwehrpanzer, für die es möglicherweise keine Munition gibt, und auch sonst erweckt es den Eindruck, dass zusammen mit den Waffenlieferungen das Signal an die Russen gesendet werden soll, dass man sich nicht wirklich Mühe damit gibt, freilich ohne dass es zu offensichtlich für die Öffentlichkeit ist. Und bei all den Milliarden, die die USA an die Ukraine rausgeben, landen sowieso große Teile in der Tasche von US-Amerikanern. Das ist systemimmanent.


    Ähnlich bei den Sanktionen. Polen brüstet sich damit Gas mit Rubel zu bezahlen, aber verlässt sich darauf, dass es sein Defizit mit russischem Gas über Länder decken kann, die das nicht tun. Deutschland sagt jetzt wir könnten ein Ölembargo mittragen, wohlwissend dass es EU-Länder gibt, die das nicht tun werden. Die Quellen, die nun plötzlich aufgetan wurden, wecken den Verdacht, dass man bei der "Waschung" von russischem Öl über Hochseetransfers einfach wegsieht. Ich glaube, wir wollen auch ein Uranembargo, natürlich weil wir unsere Kernkraft runtergefahren haben. Hier können wir uns mal als Speerspitze darstellen und es sind andere Länder die da bremsen.


    Oder anders gesagt, der Westen tut meines Erachtens mehr dafür nicht als Verlierer dazustehen - wenn auch auf teilweise riskantem Weg - als der Ukraine zum Sieg zu verhelfen. Mit dieser scholzigen Formel ausgedrückt:


    https://tass.com/economy/1446303


    Zitat

    Scholz also said that Ukraine should be able "to protect its sovereignty and its freedom," adding that "Russia should not win, Ukraine should not lose."

  • Für mich hat die "Eroberung" von Kiew eher wie ein Ablenkungsmanöver gewirkt, um ukrainische Truppen da zu binden. Die wollten wohl in Ruhe den Osten kassieren.

    Ein Ablenkungsmanöver?

    Bei der Masse an Menschen und Material die da aufgearbeitet wurde? Die dann keinen Sprit und passenden Wendehammer hatten um, ja was eigentlich, weiter vorzustoßen oder auszuweichen?

    #logistikverkackt

    Einen Monat lang "ablenken" sieht auch anders aus, da rennt man nicht so in die Verteidigung, da reicht Fühlung halten und sticheln (da reibt man sich dann auch nicht so auf) um den anderen zu binden.

    Hätten die Russen das (fast) alles im Osten bzw. über die Krim oder amphibisch eingesetzt, könnte Odessa schon genommen, der Schulterschluss mit Transnistrien schon geschafft sein und der Seezugang der Ukraine wäre gekappt.

  • Hätten die Russen das (fast) alles im Osten bzw. über die Krim oder amphibisch eingesetzt, könnte Odessa schon genommen, der Schulterschluss mit Transnistrien schon geschafft sein und der Seezugang der Ukraine wäre gekappt.


    Das habe ich mir auch gedacht, aber keinen See-Zugang wäre wohl das allerletzte was diplomatisch zu lösen wäre. Ein Regierungswechsel war von Tag 1 an nicht geplant...

  • ..., die russischen Bolschewisten im Prinzip auch nichts anderes als rot angemalte Nazis gewesen seien, die mit dem "Holodomor" einen gezielten Völkermord an den widerspenstigen Ukrainern begangen hätten.

    Die große Hungersnot in der Sowjetunion hat überproportional viele Minderheiten wie die Ukrainer, Tataren und Kasachen das Leben gekostet. Insgesamt haben mehr als 3 Millionen Ukrainer ihr Leben verloren.

    Ist das ein akzeptierter Fakt, oder eher nicht? Utan

  • Ist das ein akzeptierter Fakt, oder eher nicht? Utan

    Ja sicher ist das ein akzeptierter Fakt, tapir .


    Aber ist das auch ein Beweis für...


    ...einen gezielten Völkermord...

    ???


    Durch den völkerrechtswidrigen amerikanischen Angriffskrieg gegen den Irak sind - je nach Schätzung - als unmittelbare Folge der Kampfhandlungen zwischen 150.000 und 450.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer der Spätfolgen werden mit bis zu einer Million Menschen beziffert. Die allermeisten von ihnen waren Irakischer Nationalität.


    Ist das ein Beweis dafür, dass die USA und ihre Koalition der Willigen einen gezielten Völkermord an IrakerInnen begangen haben, oder erst mal nur dafür, dass kaltblütige politische Entscheidungen im einen Land dazu geführt haben, dass im anderen Land sehr viele Menschen starben?

  • Galloway hat man damals auch mit der juristischen Keule gedroht weil er nicht im Chor sang...




    Russland kann jederzeit seine Ziele für erreicht erklären und sich zurückziehen, in Bezug auf Nazi-Bataillone könnten sie das schon - aber solange der Westen immer neue schwere Waffen reinschiebt wird das mit der Entmilitarisierung schwierig, zieht sich zumindest in die Länge.


    Zelensky quatscht auch täglich von mehr Sanktionen gegen Russland, also auf unsere Kosten, nicht auf Kosten der USA. Was hat die Ukraine davon wenn andere Russland sanktionieren? Das bringt keinen Mehrwert, außer man sieht ihn als Aufziehsprechpuppe der USA, dann macht das alles Sinn.

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