Ja aber den rest habe ich deshalb nicht zitiert, weil das sowieso schon jeder weiß, der sich das belauschte Gespräch tatsächlich angehört hat und weil ich das selbst hier auch schon geschrieben habe.
Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt
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Na gut, aber damit:
Also sinnvoll einsetzen im Sinne von zeitnah und mit vollem Funktionsumfang. Ich denke es wird schon klar, dass die Ukrainer das System allein verwenden könnten. [...]
Wollte ich nur sagen, gegeben genug Zeit oder bei Beschränkung des Funktionsumfang sollte das System prinzipiell durch die Ukrainer allein verwendbar sein. Und dem stünde diese durchgestochene Information, dass man die deutsche Anlage zur Nutzung des Taurus dafür weggeben müsste, nur dann entgegen, wenn diese tatsächlich komplett unverzichtbar für den Betrieb ist und nicht innerhalb einer sinnvollen Zeit neu aufgebaut werden kann.
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https://tass.com/politics/1760147
ZitatAlles anzeigenAbout 10,500 attacks made on distance voting resources but system holds on — CEC
MOSCOW, March 15. /TASS/. About 10,500 attacks on remote electronic voting resources have been blocked since the voting in the Russian presidential election began, the head of the Central Election Commission, Ella Pamfilova, has said.
[...]
"Our pro-Western liberals were giggling then. Their giggling was in vain. We can see this now. Now I will not tell you everything, but when the election is over, we will tell you a lot of things: what, who and why was behind this and that and what they were trying to do," Pamfilova promised.
Klingt nicht so ganz neutral, für die Wahlleitung.
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dass man die deutsche Anlage zur Nutzung des Taurus dafür weggeben müsste, nur dann entgegen, wenn diese tatsächlich komplett unverzichtbar für den Betrieb ist und nicht innerhalb einer sinnvollen Zeit neu aufgebaut werden kann.
Das wird in dem Artikel behauptet. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht.
Es deckt sich aber meiner Ansicht nach auch mit dem abgehörten Gespräch, weil dabei alle Beteiligten davon ausgehen, dass die Daten für die Zielführung nur in Deutschland aufbereitet werden können. Dieses Verfahren, bzw. diese "Anlage" den Ukrainern zu übergeben wird auch von Gerhartz und seinen Offizieren überhaupt nicht diskutiert. Dass das nicht machbar ist, scheint also so selbstverständlich gewesen zu sein, dass man es gar nicht erst erwähnen musste.
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Na gut, aber damit:
Wollte ich nur sagen, gegeben genug Zeit oder bei Beschränkung des Funktionsumfang sollte das System prinzipiell durch die Ukrainer allein verwendbar sein. Und dem stünde diese durchgestochene Information, dass man die deutsche Anlage zur Nutzung des Taurus dafür weggeben müsste, nur dann entgegen, wenn diese tatsächlich komplett unverzichtbar für den Betrieb ist und nicht innerhalb einer sinnvollen Zeit neu aufgebaut werden kann.
Das ab nem gewissen Punkt aber auch ne echt triviale und dann auch irgendwie sinnlose Aussage. Klar kann man jemandem alle Infos und Mittel geben und der kann das dann allein, aber gerade bei (Waffen-)Technologie ist das Wissen und Zugang nicht voll umfänglich teilen ja ein nicht unwesentliches Interesse der Wissen und Zugang Besitzenden.
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Das wird in dem Artikel behauptet. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht.
Es deckt sich aber meiner Ansicht nach auch mit dem abgehörten Gespräch, weil dabei alle Beteiligten davon ausgehen, dass die Daten für die Zielführung nur in Deutschland aufbereitet werden können. Dieses Verfahren, bzw. diese "Anlage" den Ukrainern zu übergeben wird auch von Gerhartz und seinen Offizieren überhaupt nicht diskutiert. Dass das nicht machbar ist, scheint also so selbstverständlich gewesen zu sein, dass man es gar nicht erst erwähnen musste.
Ne, würde ich so nicht unbedingt herauslesen. Ich glaube die Motivation von den Teilnehmern an dem Gespräch - gegeben, dass sie das Waffensystem nicht für kriegsentscheidend halten - ist hauptsächlich die Fähigkeit der deutschen Waffe und damit den Wert des deutschen Beitrags zu demonstrieren. Entscheidend ist daher, was sie an zusätzlicher Befähigung mitbringt.
Nun kann man sagen, naja hat halt höhere Reichweite. Allerdings wenn man diese ausschöpft, erhöht man vorallem erstmal die Flugzeit durch Schichten russischer Luftabwehr- und Detektionssysteme. Ohne die erweiterten Fähigkeiten zu nutzen, um die Erfassung des Marschflugkörpers zu erschweren, ist der Taurus vermutlich ziemlich vulnerabel. Die Perspektive mit der sie draufschauen, ist aber, was können wir mehr und das setzt dann eine optimiertere Nutzung und damit die Unterstützung durch diese komplexere Ziel-/Pfadmodellierung voraus.
Das ab nem gewissen Punkt aber auch ne echt triviale und dann auch irgendwie sinnlose Aussage. Klar kann man jemandem alle Infos und Mittel geben und der kann das dann allein, aber gerade bei (Waffen-)Technologie ist das Wissen und Zugang nicht voll umfänglich teilen ja ein nicht unwesentliches Interesse der Wissen und Zugang Besitzenden.
Also ich kann mir ja noch vorstellen, dass die Deutschen für die Spanier die Einsatzführung mitmachen. Aber bei Südkorea? Scheint mir doch sehr wahrscheinlich, dass die alles haben, um den Taurus selbst nutzen zu können, vielleicht ja mit gewissen Abstrichen. Das würde bedeuten, wir sind im Prinzip schon bereit, den Hersteller das rausgeben zu lassen.
Dass wir das bei den Ukrainern nicht sind, ist ja genau das, was meines Erachtens bei Scholz als Prämisse dazukommt. Also sagt er ja auch letztlich, wenn er meint das System muss unter deutscher Kontrolle bleiben. Und jetzt ist die Frage, will er das grundsätzlich nicht oder gäbe es die realistische Option, dass die Ukrainer den Taurus autonom bedienen. Und realistisch hieße denke ich, sie können es in weniger als zwei Jahren oder so einsetzen. (Nicht, dass ich ihnen zwangsläufig zwei Jahre gebe.)
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Die einzigen politischen Führungsgestalten im Baltikum, die bisher noch nicht mit solchen harten kognitiven Dissonanzsymptomen in Erscheinung getreten sind, scheinen die lettischen zu sein.
Also ist jetzt vielleicht kein Beispiel für kognitive Dissonanz ...
https://twitter.com/edgarsrink…tatus/1768533827897397433
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Ne, würde ich so nicht unbedingt herauslesen. Ich glaube die Motivation von den Teilnehmern an dem Gespräch - gegeben, dass sie das Waffensystem nicht für kriegsentscheidend halten - ist hauptsächlich die Fähigkeit der deutschen Waffe und damit den Wert des deutschen Beitrags zu demonstrieren. Entscheidend ist daher, was sie an zusätzlicher Befähigung mitbringt.
Die reden die ganze Zeit davon, dass es ein Problem wäre, die Zieldaten zu den Ukrainern zu bekommen. Wenn es eine Option gewesen wäre, denen einfach die zur Erstellung und Aufbereitung der Datensätze nötige Technologie/Software und das dazugehörige Know How zu übergeben, hätte man da doch drüber gesprochen. Luftwaffen-Chef Gerhartz gehört ja offensichtlich zu jenen, die die Lieferung grundsätzlich eher befürworten. und wollte von seinen Untergebenen eigentlich Argumente dafür hören, die man Pistolius dann am nächsten Tag im Briefing hätte vorsetzen können. Aber die hatten die halt offensichtlich nicht.
Wenn man hingegen meint, es wäre doch egal, ob die Dinger so genau treffen und so elegant unter dem Radar der feindlichen Luftabwehr hindurch fliegen, Hauptsache sie haben 200 km mehr Reichweite als die britischen und französischen Varianten des gleichen Waffentyps, und machen einen großen Wumms wo sie einschlagen, dann ergibt die ganze deutsche Debatte darum noch weniger Sinn. Denn irgendwelche Raketen die weiter fliegen als die von den Amis selbst in der Reichweite reduzierten ATACAMS, und die dabei fette Sprengköpfe ins grobe Ziel tragen können, würde man sicher billiger und in größerer Stückzahl irgendwo anders herbekommen.
Das ganze ist einfach nur eine politische Scheindebatte, die von ihren ProtagonistInnen inszeniert wird, um Scholz loszuwerden, bzw. ihn vor sich herzutreiben, weil der trotz seines öffentlichen Geredes von der #Zeitenwende eben offenbar nicht davon überzeugt ist, dass Deutschland jetzt endlich auch militärisch die führende Macht in Europa werden müsse.
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Vergewaltigung!
Dass die Bevölkerung mehrheitlich die Politik ihrer Staatsführung teilt, ist für mutige DemokratInnen wie den Michi natürlich eine Horrorvorstellung, denn der einfältige Pöbel weiß ja gar nicht was gut für ihn ist.
Es fragt sich nur, woher der Michi denn weiß, dass die russische Bevölkerung mehrheitlich die Politik ihres Führers teilt. denn es gibt ja keine Wahlen in Russland und das ist alles ein großer Fake.
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Wenn man hingegen meint, es wäre doch egal, ob die Dinger so genau treffen und so elegant unter dem Radar der feindlichen Luftabwehr hindurch fliegen, Hauptsache sie haben 200 km mehr Reichweite als die britischen und französischen Varianten des gleichen Waffentyps, und machen einen großen Wumms wo sie einschlagen, dann ergibt die ganze deutsche Debatte darum noch weniger Sinn.
Man muss sich immer vor Augen halten, dass man mit Taurus das strategisch schlimmste Mordwerkzeug in ein Kriegsgebiet liefert, dass man sich überhaupt vorstellen kann, mehr Potential geht quasi kaum. Das Ding ist im Vollwertmodus ein nicht abfangbarer Mittelstreckenmarschflugkörper, der auch noch verschiedenstes Zeug pro Load ins Ziel trägt - mehr Mittelfinger kann man einem Nicht-Kriegsgegner als Nichtkombatant gar nicht entgegenstrecken.
Ich weiss noch dunkel, dass Dagdelen mal nachgefragt hatte, ob man da nicht doch auch Nukes drauf tun könnte und daraufhin fixZwoDrei auf VS verwiesen wurde. Gab imo mal einen richtigen Artikel dazu, finde nur noch das hier. Da läuft dann die Argumentation seitens RU ganz fix in die Richtung F16 - hört mal, wir bedrohen uns gegenseitig ja schon ne ganze Weile mit Mittelstrecke, wir mit unserern Iskander als Pendant zu euren potentiellen polnisch/rumänischen CruiselMissile-Werfern/ Taurus und der Zustand ist leidlich stabil. Aber solltet ihr der instabilen UA mit Taurus jetzt direkt potentiell nicht abfangbare Nukes in die Hand drücken, dann ist das einen neue Sachlage. Unter der Prämisse habe zumindest ich immer die unterschwelligen Atomdrohungen verstanden, die "(Un)Sicherheitsexperte" Masala ja immer so grosszügig belächelt.
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Ich weiss noch dunkel, dass Dagdelen mal nachgefragt hatte, ob man da nicht doch auch Nukes drauf tun könnte und daraufhin fixZwoDrei auf VS verwiesen wurde.
Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass man die auch mit nuklearen Sprengköpfen bestücken könnte. Es geht ja nicht um die Ladung, sondern um das Trägersystem.
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Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass man die auch mit nuklearen Sprengköpfen bestücken könnte. Es geht ja nicht um die Ladung, sondern um das Trägersystem.
Fair enough. Ich fühlte mich berufen, dass nochmal in Bewusstsein zu rufen, da es mir so vorkommt, als wäre derzeit die Entsendung von Macron's handvoll Baguettiers nach Odessa oder an die weissrussische Grenze die schlimmere Debatte und ich meine, Taurus ist das NonPlusUltra in Sachen strategische Ambiguität und damit Eskalation.
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Nicht nur in Deutschland versteht sich das Kommentariat aus Qualitätsmedien, Qualitästpolitik und Qualitätsexpertentum darauf, auf das Gesagte innovative Perspektiven zu eröffnen und es für das noch viel zu kriegsuntüchtige Volk kreativ neu einzuordnen:
Hier führt Qualitätsmoderatorin Slomka vom ZDF absolut exemplarisch vor, wie sich solche Interpretationen, Entkontextualisierungen, bisweilen gar schlicht falsche Übersetzungen gepaart mit völliger Unkenntnis des Diskurses außerhalb der eigenen selbstreferenziellen Blase einfach durch gegenseitiges voneinander abschreiben, twixen, und twixe dann wieder in hochseriösen Medien zitieren binnen kürzester Zeit von gefühlten Fakten zu seriösen Informationen transformieren.
Slomka hält Stegner hier (ab 2:10) zur besten Sendezeit vor einem Millionenpublikum vor, Putin habe ja erst kürzlich in einem Interview (siehe oben) zum Besten gegeben, dass er gar keinen Sinn in Verhandlungen sehe, wenn der Gegenseite doch sowieso die Munition ausgehe, und nimmt das dann als Begründung dafür, dass Verhandlungen mit Putin doch ohnehin völlig sinnlos seien.
Dass namhafte KriegsexpertInnen schon vor einem Jahr zu wissen glaubten, man müsse "die Ukraine" erst mal mit ordentlich Waffen ausstatten, um sich gegenüber den Russen in eine bessere Verhandlungsposition schiessen zu können, und dass das seitdem absolut überhaupt nichts gebracht hat, außer zigtausenden von toten Soldaten mehr, erscheint ihr nicht weiter widersprüchlich.
Aufgegriffen wird das selbstverständlich umgehend auf Twix - und zwar von einem besonders bekannten Kriegsexperten, der ihr dazu auch noch eine besondere "Exzellenz" bei der Interviewführung attestiert und das ganze somit für seine zahlreichen Follower aus anderen Qualitätsmedien mit seiner "Expertise" adelt.
Natürlich bringt Slomka dann auch noch sämtliche anderen Gräuelerzählungen als gesetzte Tatsache an, denen gemäß Vergewaltigungen, Kindesentführungen und - das ist ihr besonders wichtig - die Vernichtung der völkisch-ukrainischen Identität in den besetzten Gebieten doch an der Tagesordnung seien, und dass man diesen grausamen Untaten russischer Un(ter)menschen doch selbst bei einem Waffenstillstand oder einem Einfrieren des Konfliktes kein Ende setzen würde.
Die einzig logische Konsequenz für all jene, die Professor Carlos Expertise ernst nehmen und daher glauben, Frau Slomka habe hier "exzellent" argumentiert, weil der Herr Professor das ja auch so getwixt hat, kann dann eigentlich nur sein, den Krieg so lange weiter zu führen, bis der letzte Russe aus der Ukraine verschwunden ist.
Mal ganz abgesehen von dem absolut peinlichen Umstand, dass Slomka und ihre gebührenfinanzierte Qualitätsredaktion unter ihrer geistig inzestuösen nationalen Käseglocke offenbar noch überhaupt nichts davon mitbekommen haben, dass man außerhalb Deutschlands, und insbesondere in der NATO-Führungsmacht USA, schon seit Monaten immer wieder Stimmen hört, die ein Einfrieren des Konfliktes fordern. Statt dessen muss Stegner hier seinen Fraktionschef Mützenich verteidigen, als hätte der da etwas ganz ungeheuerliches und bisher undenkbares vorgeschlagen.
Zum Kotzen.
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Ich fühlte mich berufen, dass nochmal in Bewusstsein zu rufen, da es mir so vorkommt, als wäre derzeit die Entsendung von Macron's handvoll Baguettiers nach Odessa oder an die weissrussische Grenze die schlimmere Debatte
Zumal man annehmen kann, dass Macron gar nicht wirklich vor hat da tatsächlich Kampftruppen hin zu schicken, und dass er mit dieser "strategischen Ambiguität" á la Francaise nur vorgeprescht ist, weil er nicht mit ansehen wollte, wie Deutschland - bis vor der Eskalation der Taurus-Debatte - wieder Oberwasser bekommt, und sich zur militärischen Führungsmacht in Europa aufschwingt.
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[...] weil er nicht mit ansehen wollte, wie Deutschland - bis vor der Eskalation der Taurus-Debatte - wieder Oberwasser bekommt, und sich zur militärischen Führungsmacht in Europa aufschwingt.

Macron hat wohl eine Heidenangst davor, dass um Gottes Willen jemand Führungsmacht in Europa werden könnte, der seinen inneren Diskurs von nassforschen Moderatorinnen begleiten lässt, die intellektuell bereits von Carlo Masala und Annalena Baerbock schachmatt gesetzt werden können.
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Auf dem Papier dürfte Polen und die Türkei wohl weit vorne sein, aber das ändert sich ja auch im Konfliktfall, die Ukraine war auf dem Papier auch mal stark und es wurde das fünffache von dem zerstört was Europa zusammen noch bieten könnte.
Wie der Inspekteur der Bundeswehr sagte haben wir keine einzige Brigade ohne massive Ausrüstungsdefizite.
Wenn man im militärisch stärksten Moment (Barbarossa) verliert, dann sollte man es im militärisch schwächsten Moment nicht drauf anlegen.
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Vielleicht auch nochmal ein Aspekt zur Erinnerung: in dem geleakten Gespräch stellte man auch fest, dass die Engländer und Franzosen mit ihren Raketen jetzt blank sind und von uns erwarten, dass wir mit Taurus einspringen. Da fühlt man sich als Alliierter natürlich bei der Ehre gepackt. Völlig egal wie sinnvoll die Dinger einzusetzen wären. Sinn hat das ja je noch nie gemacht.
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Also ist jetzt vielleicht kein Beispiel für kognitive Dissonanz ...
Warum Nicht? Lettland ist ein Mini-Land mit einer Mini-Armee. Wenn deren Chef davon spricht, Russland müsse zerstört werden, dann hat der doch offensichtlich nicht mehr alle Latten am Zaun.
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Die reden die ganze Zeit davon, dass es ein Problem wäre, die Zieldaten zu den Ukrainern zu bekommen. Wenn es eine Option gewesen wäre, denen einfach die zur Erstellung und Aufbereitung der Datensätze nötige Technologie/Software und das dazugehörige Know How zu übergeben, hätte man da doch drüber gesprochen. Luftwaffen-Chef Gerhartz gehört ja offensichtlich zu jenen, die die Lieferung grundsätzlich eher befürworten. und wollte von seinen Untergebenen eigentlich Argumente dafür hören, die man Pistolius dann am nächsten Tag im Briefing hätte vorsetzen können. Aber die hatten die halt offensichtlich nicht.
Darüber reden sie, damit die Zeit zwischen der Freigabe des Taurus und dem Einsatz nicht so lang ist. Wie der eine sagt:
ZitatSo nach dem Motto, jetzt sagt der Kanzler wir geben es doch ab und dann kommt aus der Bundeswehr - ja toll - aber in acht Monaten sind wir dann soweit den ersten Einsatz zu [nicht verstanden].
Zitat[...] aber wenn da jetzt dann halt die message rüberkommt, Klasse der Bundeskanzler hat sich doch entschieden, und dann die andere message, aber es dauert alleine für die Schnittstelle sechs Monate, dann wird die Positivnachricht ganz schnell zur Negativnachricht.
Diese ganzen Ideen mit denen sie kommen, sollen diesen Zeitraum verkürzen. Die schießt ja dann einer der Teilnehmer alle ab mit der Vermutung, dass eine deutsche Beteiligung ausgeschlossen sein muss, und für ihn bleibt eigentlich nur die Briten einzuspannen. Ich nehme an, die Überlegung dahinter ist, die kennen ähnliche Systeme und können die Planung machen und dann kann man vielleicht schon mal mit Abstrichen, wie zum Beispiel ein weniger kompliziertes Ziel, einen schnellen Erfolg sehen.
Und das Fazit, wenn deutsche Beteiligung an der Missionsplanung ausgeschlossen ist:
ZitatDann müsste man wissen ist die politische Vorgabe keinerlei direkte Beteiligung mehr an der Missionsplanung, dann muss klar sein die Ausbildung dauert schon etwas länger und die Komplexität und auch am Ende der Einsatzerfolg nimmt natürlich ab, aber er ist auch nicht unmöglich, [...]
Zitat[...] dann muss halt klar sein, man muss hier etwas länger ausbilden - dann wird's halt ein paar Monate und man kann auch nicht alles damit machen, aber es ist nicht so, dass man sagt man kann nichts damit machen [...]
Ich würde das so verstehen, dass sie wirklich meinen - abgesehen vom Hersteller natürlich - keine deutsche Beteiligung mehr. Kann übrigens durchaus sein - mit Blick auf diese neue durchgestochene Information - dass ihre Expertise sich nicht auf die technischen Systeme zur Planung erstreckt und sie nicht wissen, dass man die den Ukrainern nicht ohne weiteres zur Verfügung stellen kann. Denn einer sagt zwischendrin:
ZitatUnd dann sind jetzt noch so ein paar Sachen: Können wir eine Datenbank liefern? Können wir Satellitenbilder liefern? Können wir Planungsstationen liefern?
Wenn man hingegen meint, es wäre doch egal, ob die Dinger so genau treffen und so elegant unter dem Radar der feindlichen Luftabwehr hindurch fliegen, Hauptsache sie haben 200 km mehr Reichweite als die britischen und französischen Varianten des gleichen Waffentyps, und machen einen großen Wumms wo sie einschlagen, dann ergibt die ganze deutsche Debatte darum noch weniger Sinn. Denn irgendwelche Raketen die weiter fliegen als die von den Amis selbst in der Reichweite reduzierten ATACAMS, und die dabei fette Sprengköpfe ins grobe Ziel tragen können, würde man sicher billiger und in größerer Stückzahl irgendwo anders herbekommen.
Ne, glaube ich nicht. Und das größte Problem ist hier vermutlich das Trägersystem. Viele Raketen sind zum Beispiel nur für den Start von Schiffen ausgelegt. Die fallen alle weg. Die ATACMS kann man mit dem HIMAR-System abschießen. Für die Marschflugkörper besteht die Limitierung wahrscheinlich in den Flugzeugen, die die Ukrainer zur Verfügung haben. Also könnte sein, dass man mit der F16 dann mehr Optionen hat, wobei das ja auch eher ein kleines Flugzeug ist.
Ich bin mir auch recht sicher die allermeisten Politiker denken tatsächlich nur in Kategorien wie hat das eine größere Reichweite und ist das besonders neu, also besser.
Man muss sich immer vor Augen halten, dass man mit Taurus das strategisch schlimmste Mordwerkzeug in ein Kriegsgebiet liefert, dass man sich überhaupt vorstellen kann, mehr Potential geht quasi kaum. Das Ding ist im Vollwertmodus ein nicht abfangbarer Mittelstreckenmarschflugkörper, der auch noch verschiedenstes Zeug pro Load ins Ziel trägt - mehr Mittelfinger kann man einem Nicht-Kriegsgegner als Nichtkombatant gar nicht entgegenstrecken.
Gibt es für Marschflugkörper eine andere Skala? Bei ballistischen Raketen fängt die Mittelstrecke erst Richtung 1000 km an.
Von nicht abfangbar würde ich nicht ausgehen. Das Teil fliegt immer noch unterhalb von Schallgeschwindigkeit (zum Vergleich Hyperschall ist ab fünffacher Schallgeschwindigkeit). Der bodennahe Flug hilft natürlich, aber das ist letztlich nur ein Teil, man sieht man das in dem Gespräch daran, dass sie so auf dem Zeitfenster für die Einsatzplanung rumreiten. Bei einem statischen Ziel wie einer Brücke, würde man erstmal denken ist doch völlig egal, ob das sechs Stunden, zwölf Stunden oder auch eine Woche dauert. Aber die Russen verändern natürlich ständig die Position der Komponenten ihres Luftabwehrschirms. Zum einen damit diese nicht so leicht selbst angegriffen werden können, aber auch damit sich eben keine verlässliche Landschaft ergibt, wo man sich in toten Winkeln "durchschleichen" kann. Man will also die neusten Erkenntnisse über die Aufstellung der Luftabwehr so schnell wie möglich in die Routenplanung einfließen lassen und dann ausführen. Die Zuversicht gegenüber Storm Shadow/SCALP-EG, die nach ein paar Anfangserfolgen wohl immer schlechter durchgekommen sind, ergibt sich aus dieser Optimalvorstellung.
Zitat[...] - also wir haben ein super tool. Das heißt, wenn wir die Daten haben, können wir relativ präzise sagen, wie wir uns durchsetzen können. Alles was ich irgendwo wegstreiche aus Zeitgründen oder auch Komplexitätsgründen oder weil ich noch nicht die Ausbildung usw. habe, heißt dann auch immer eine Schmälerung bei der Durchsetzungsfähigkeit.
Also kann schon sein, dass die Russen da anders draufschauen, weil - so der Fall - man das Ding mit einer Kernwaffe bestücken kann, aber ich denke nicht unbedingt, weil sie sich keine Chancen ausrechnen, das Waffensystem abzuwehren.
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Vielleicht auch nochmal ein Aspekt zur Erinnerung: in dem geleakten Gespräch stellte man auch fest, dass die Engländer und Franzosen mit ihren Raketen jetzt blank sind und von uns erwarten, dass wir mit Taurus einspringen. Da fühlt man sich als Alliierter natürlich bei der Ehre gepackt. Völlig egal wie sinnvoll die Dinger einzusetzen wären. Sinn hat das ja je noch nie gemacht.
Schnell noch die Lager leeren, bevor der Ivan zu uns marschiert. Genial.
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