Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt

  • Weiterhin hat von denen allen keiner die Eier mal auch öffentlich zu sagen, was ihre Forderung eigentlich bedeutet... Insbesondere wenn man dann noch den Teil hier dazu nimmt kommt es ja so langsam etwas mehr dahin

    [...] Aber die Realität sehe so aus, dass Russland noch weitere 400.000 Truppen mobilisieren könne und neue Panzer und neue Waffen baue. [...]


    Einfach nur Waffen in die Ukraine werfen kann da ja wohl nich zum "Sieg" der Ukraine reichen.

  • Für den ist "Massenpsychose" noch eine moderate Beschreibung.


    Er hat gerade allen Ernstes was von einem "Pearl Harbor"-Moment zusammen geschwafelt. [....].

    Russlands Angriffskrieg Litauens Außenminister warnt vor europäischem »Pearl-Harbor-Moment«

    »Wir haben einen sehr aggressiven Nachbarn mit der Absicht, die Nato zu testen«, sagt Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis. Um Russland rechtzeitig zu stoppen, sieht er nur einen Weg.


    Die Referenz ist tatsächlich bedenklicher als es auf den ersten Blick scheint. Einer der Hauptgründe für den japanischen Angriff auf Pearl Harbor war das Erdölembargo durch die USA, das die Japaner stark unter Druck setzte. Wollte man sich den Forderungen der US-Amerikaner nicht beugen, war eine weitere südliche Expansion notwendig, um sich alternative Ölquellen zu sichern. Das japanische Militär wäre sonst einfach trocken gelaufen. Dieser neue Vorstoß hätte einen Krieg mit den USA allerdings sehr wahrscheinlich gemacht und insofern entschloss man sich zu einem Präventivschlag, um die US-Pazifikflotte aus dem Spiel zu nehmen und parallel mit einer Invasion der philippinischen US-Kolonie den Weg nach Süden abzusichern.


    Durch Litauen läuft der Transit nach Kaliningrad. Die hatten ihn ja schonmal eingeschränkt und dann auf Druck wieder ermöglicht. Pearl Harbor könnte hier tatsächlich ein Verweis auf litauische Ambitionen sein, den Transit irgendwann doch ganz einzustellen und vielleicht träumen die Balten, wenn sie sich miteinander unterhalten auch von der Blockade von Sankt Petersburg. Mit anderen Worten eine Situation herzustellen, die den Russen die Wahl zwischen Aufgabe oder Angriff lässt. Stellt sich natürlich die Frage, ob Landsbergis tatsächlich diesen Kontext kennt. Oder ob Pearl Harbor für ihn dann doch nur eine Metapher für einen Angriff aus dem Blauen heraus ist.


    Bringt mich hierhin zurück:


    Nun das kommt natürlich darauf an, wie sehr die NATO-Länder und die Russen darauf bedacht sind sich nach einem nehmen wir mal an für die russische Seite siegreichen Ukrainekrieg noch gegenseitig auf die Füße zu treten. Gerade wir haben mit Kaliningrad einen großen Hebel, um die Russen zu ärgern. [...]

  • https://twitter.com/HillaryCli…tatus/1759243285468455043


  • Stellt sich natürlich die Frage, ob Landsbergis tatsächlich diesen Kontext kennt. Oder ob Pearl Harbor für ihn dann doch nur eine Metapher für einen Angriff aus dem Blauen heraus ist.

    Stellst Du Dir ernsthaft diese Frage?


    Mal abgesehen davon wäre es doch nicht weniger wahnsinnig, wenn Litauen tatsächlich die Isolation Kaliningrads anstreben, und Putin allen Grund dazu geben würde, sich darin bestätigt zu sehen, dass die NATO-Osterweiterung auf die revisionistischen Ex-Sowjetrepubliken im Baltikum eine ernsthafte Bedrohung russischer Sicherheitinteressen gewesen sei.


    Diese ganzen Nationaldemokraten und strammen Antikommunisten, die da oben die politische Führung stellen, haben sich offenbar alle an der gefühlten Macht besoffen, die sie ihrer Mitgliedschaft im westlichen Imperium zuschreiben, und jetzt wird der Rausch halt mit jedem Fusel aufgewärmt den sie finden können, um den Kater des Jahrhunderts hinaus zu zögern, der sich einstellen wird, wenn die mal den Kopf wieder klar bekommen und feststellen, dass die NATO und die EU nie als wertebasierte Demokratieförderungsvereine eingerichtet waren, sondern als militärische und ökonomische Machtvehikel der in den beiden Bündnissen jeweils dominierenden Nationen USA und BRD gegen deren geopolitische und -ökonomische Konkurrenz.


    Anstatt sich mit der pazifischen Weltkriegsgeschichte zu beschäftigen, sollten Landsbergis und seine Kollegen sich lieber mal eindringlich damit befassen, wie die politischen Führungen der Ukraine in den letzten 20 Jahren von ihren westlichen Wertepartnern immer wieder darin bestärkt wurden, sich möglichst hart von Russland abzugrenzen, selbst als spätestens seit 2014 klar war, dass die Russen es mit ihrem eigenen Großmachtanspruch und der Behauptung der dazu gehörigen Einflusssphäre in der Nachbarschaft wirklich ernst meinen, und wie die westlichen Führungsmächte, jetzt wo das Projekt zu scheitern droht, dann doch lieber die eigenen Pfründe zu sichern versuchen, während sie die jetzige ukrainische Regierung und das von ihr beherrschte Menschenmaterial langsam daran ausbluten lassen, dass sie sich so heldenhaft für ihre westlichen Wertepartner in die Schlacht gestürzt haben.

  • Ukraine-Krieg: »Putins Strategie ist aufgegangen«

    Der ukrainische Soziologe Volodymyr Ishchenko über den Zusammenhang von Krieg, Klassenverhältnissen und Nationalismus

  • [...] dass die NATO und die EU nie als wertebasierte Demokratieförderungsvereine eingerichtet waren [...]

    What is the point of NATO?

    Membership is no guarantee of democracy

  • Stellst Du Dir ernsthaft diese Frage?


    Möglich ist vieles. Musste jedenfalls bei der Erwähnung roter Linien hier direkt wieder daran denken:


    https://twitter.com/GLandsbergis/status/1759814896235999648



    "we need to make strategic dilemmas for Putin"?

  • https://www.ft.com/content/4ae…bd-4a53-bf6d-8b8b660b64c1


    Zitat

    Russian victories shake global leaders’ faith in Ukraine war prospects


    Statespeople, diplomats, military brass and spies at a defence conference this weekend fear war is tilting in Moscow’s favour


    Auch über die Münchner Sicherheitskonferenz also global im Sinne von "Welt".


    Partybilder haben vielleicht wirklich getäuscht, denn die Beschreibung der Stimmung ist hier düster:


    Zitat

    [...] This year, with the conflict tilting in Moscow’s favour and faith in western support ebbing away, that optimism has flipped into unremitting gloom.


    The three-day gathering in Munich that concluded on Sunday was marked by a recognition that Ukraine badly needed more weapons and ammunition, and that the rhetoric of solidarity must now be translated urgently into action.

    Zitat

    This year’s gathering of political leaders, diplomats, military brass and spy chiefs in the Bavarian capital — a conference nicknamed the Davos of defence — was dominated by the war in Ukraine amid fears that Russia is gaining the upper hand, as well as alarm at the increasingly dark turn Russia is taking.


    Freilich muss man sagen, die kontrastierende Stimmung im letzten Jahr war nicht wirklich angebracht:


    Zitat

    The mood this year contrasted starkly with the more upbeat 2023. “It was very self-congratulatory last year, with so much hope pinned on the Ukrainian counteroffensive,” said Heather Conley, head of the German Marshall Fund.


    Ich hätte zwar nicht erwartet, dass die Offensive so wenig erreicht, aber einen wirklichen Grund anzunehmen, dass sie ein großer Erfolg wird, gab es nach russischer Teilmobilisierung, Frontverkürzung und bereits publiziertem Bau von Verteidigungsanlagen nicht. Freilich hatte man damals völlig überzogene Erwartungen daran, welchen Unterschied westliche Kampfpanzer und anderes westliches Gerät machen würde.


    Ähnliche Kerbe hier:


    https://www.politico.com/news/…urity-conference-00142077


    Zitat

    ‘There’s only Plan A': Defense leaders fear failure in Ukraine


    Attendees of the Munich Security Conference were worried about Ukraine’s prospects against Russia and American commitment to Kyiv.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!