Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt

  • https://www.ft.com/content/d20…c9-42f0-b103-2c098d0486d9


    Zitat

    The US has proposed that working groups from the G7 explore ways to seize $300bn in frozen Russian assets, as the allies rush to agree a plan in time for the second anniversary of Moscow’s full-scale invasion of Ukraine.


    Als Gimmick zum Jahrestag, wirklich?


    Die USA versuchen angeblich das voranzutreiben (interessant, dass Japan hier zu den Befürwortern gezählt wird):


    Zitat

    The US, backed by the UK, Japan and Canada, has proposed moving forward with the preparatory work so the options would be ready for a potential meeting of G7 leaders around February 24, the date of Vladimir Putin’s 2022 offensive on Kyiv.


    The three working groups proposed by Washington would examine the legal issues around confiscation; the method of applying such a policy and mitigating risks; and options for how to best channel the support to Ukraine.


    Freilich:


    Zitat

    Germany, France, Italy and the EU have expressed some reservations, and the need to carefully assess the legality of confiscating Moscow’s assets before decisions are taken. Several European ministers also stressed the need to maintain high levels of secrecy over the work, according to accounts of the meeting.

    Zitat

    But Europe, where the majority of the assets are held, is much more wary, fearing the possible implications for financial stability as well as retaliatory action from Russia.


    Aber offenbar gab es einen deutlichen Fortschritt bei der Identifizierung. Während es über Monate hieß, dass man die russischen Reserven gar nicht vollständig auffinden könnte, steht jetzt hier:


    Zitat

    The EU has so far stopped short of seizing the Russian assets themselves, instead exploring ways to skim off profits generated for financial institutions such as Euroclear, where €191bn in sovereign assets are held.


    Demnach liegen zwei Drittel bei diesem einen Finanzunternehmen.


    :?:


    In jedem Fall eine neue Gelegenheit uns weiter reinzureiten.

  • Drollig. Klingt ein bisschen nach BRICS-Förderprogramm, was collectiveWest da auflegen will. Die lassen aber im Zusammenhang mit ihrem NATO-Osterweiterungsunternehmen auch keine Gelegenheit zur Selbstkasteiung aus - beeindruckend.


    Die Russen setzen derweil auf eine Art Tauschbörse für die gegenseitig eingefrorenen Assets. Damit können Ausländer wohl die von RU gefrosteten Wertstellungen in einer Art Bieterverfahren zurückkaufen, was dann für die Entschädigung der eigenen Leute herangezogen wird.


    Im Topf sind lt. Angaben Assets im Wert von 700 Bln Rubel. Durchgezogen wird "Phase1: Kleinanleger" bis Ende 2024, so zumindest die Hoffnung.


    Zeiten sind das.

  • Das ist ja wieder diese Behauptung, sie beschießen sich selbst, meistens mit Bezug auf den Donbass genutzt. Also Zivilisten werden getroffen, ob nun vorsätzlich oder versehentlich, und man sagt dann nicht, dass waren aber eigentlich Soldaten, das sind menschliche Schutzschilde oder sowas, sondern diesen Angriff hat die andere Seite ausgeführt. Allerdings habe ich von der pro-russischen Seite schon so häufig über so eine ukrainische Praxis der Ableugnung von Angriffen im Donbass gehört, dass ich bei dieser Gelegenheit nochmal nachgeschaut habe, ob die Ukrainer das auch wirklich mal gesagt haben [...]

    Zitat

    Allerdings die pro-russische Seite ist auf jeden Fall zu dem Eindruck gelangt, dass die Ukrainer dieses "sie beschießen sich selbst" ständig als Erklärung verwenden (also eigentlich permanente false flag-Angriffe). Denn, wenn man ein bisschen recherchiert, stößt man immer wieder auf pro-russische Einlassungen wie die oben im zweiten Twitter-Beitrag. Ob die Ukrainer das nun auffällig häufig und meist unberechtigt im Bürgerkrieg behauptet haben, da müsste man erstmal viele Berichte durchgehen. [...]


    Das hier ist das perfekte Beispiel:


    https://twitter.com/sumlenny/status/1741087280347963488



    https://twitter.com/sumlenny/status/1741147463916855480


  • Augsburger Friedenspreis geht an ZDF-Journalistin Eigendorf

    [...]

    Etwas Besonderes sei für sie, dass es nicht um einen Medienpreis gehe und dass weitaus mehr als Berichterstattung ausgezeichnet werde, nämlich eine Haltung und Menschen, die zur Verständigung und zum Frieden beitragen.

    [...]

    Sie möchte sicherlich nur zum Frieden beitragen und deshalb gern daran erinnern, dass sich hier wehrfähige UkrainerInnen entziehen. Oder so.

  • Sie möchte sicherlich nur zum Frieden beitragen und deshalb gern daran erinnern, dass sich hier wehrfähige UkrainerInnen entziehen. Oder so.

    Die moralische Zersetzung wirkt stets von Innen heraus. Jeder kennt das Drehbuch. Schon xfach in der Geschichte zelebriert. Wenn der letzte Ukrainer geopfert wurde (was wohl absehbar ist), sollte man sich vielleicht überlegen, was zu tun wäre, wenn sie hiesige Opfergaben fordern…

  • (seidig-eloquent weibliche Stimme)


    "Als ich Katrin Eigendorf das erste mal treffe, fällt mir das erstemal ihre Präsenz auf, die Ruhe mit der sie den Raauum und die Menschen um sich herum wahrnimmt. Katrin Eigendorf berichtet als Kriegsreporterin von den Kriesengebieen dieser Welt, zuletzt aus Afghanistan und der Ukraine.


    Sie tut das mit Klarheit, Haltung und grosser Empathie für Menschen - und: Auffallender Selbstbestimmtheit."


    Arte auf dem Weg hin zu einer Art pseudopolitischen Bild-der-Frau Variante. Und das sehr selbstbestimmt. Toll.


  • Kaum ist die Knallerei vorbei und der Kater auf Normalpegel abgesunken, schwirren die Gedankenfetzen schon wieder lustig durch den Zigarettenqualm. Der Herr Kriegsprofessor wünscht sich jetzt mehr deutsche Kontrolle über die Teilhabe an den richtig großen Männer-Böllern der europäischen Wertetpartner:

    "EU braucht Nuklearschirm" Masala: Europa auf Trump-Rückkehr völlig unvorbereitet

    Sollte Donald Trump ins Weiße Haus zurückkehren, sieht Carlo Masala schwarz für Europa. Der Zeitpunkt für ernsthafte Vorbereitungen sei vermutlich bereits verstrichen, bilanziert der Militärexperte. Für die Sicherheit des Kontinents fordert er konkrete Maßnahmen.


    [...] Masala bekräftigte außerdem: "Trump würde wahrscheinlich nur noch bilaterale Sicherheitsgarantien geben, aber keine mehr über das Bündnis. Unter amerikanischem Schutz stünden dann nur noch jene Staaten, die seinen Forderungen nachkommen - etwa mit Blick auf die Verteidigungsausgaben." Diejenigen europäischen Staaten, die nicht mitmachten, stünden dann ohne amerikanische Sicherheitsgarantien da. "Im Grunde wäre das Erpressung."

    "Wenn die Amerikaner keinen Schutz mehr garantieren, brauchen wir einen europäischen Nuklearschirm", lautet die Forderung Masalas. Er riet zu einer Sondierung, "inwieweit Frankreich ein Interesse daran hat, dass seine nationale Atomstreitmacht auch aus anderem Geld bezahlt wird". Frankreichs Nuklearstrategie sei bislang rein national. "Vielleicht gelingt es, diese dahingehend zu verändern, dass Frankreich unter bestimmten Umständen auch bereit wäre, europäische Nachbarstaaten mit seinen Atomwaffen zu verteidigen."

    Masala plädierte dafür, auch die zweite europäische Atommacht Großbritannien mit an Bord zu holen. "Die gehört zwar nicht mehr der Europäischen Union an", sagte er. "Aber für Länder wie Polen oder Rumänien dürfte die Vorstellung, allein vom französischen Atomschirm abzuhängen, inakzeptabel sein." Es werde jedenfalls keinen Atomkoffer geben, der in Brüssel lagere oder "zwischen den europäischen Hauptstädten hin- und herwandert", so Masala. Entsprechende Forderungen seien Blödsinn.

    Man könnte jetzt behaupten, dass die USA in den letzten 79 Jahren gar keinen Trump brauchten, um Deutschland mit einem nicht abzulehnenden Angebot des nuklearen Schutzschildes gegen die bolschewistische Gefahr zur Gefolgschaft in Sachen regelbasierte Ordnung zur erpressen, aber das wäre dann natürlich Antiamerikanismus und würde Putin in die Hände spielen.

    Anstatt sich vom Faschisten Trump zu mehr Militärausgaben - die man als ordentlicher deutscher Kriegsprofessor sowieso ständig fordert - erpressen zu lassen, könnte man sich als deutsche Führungsmacht Europas natürlich auch an der Finanzierung des Nuklearen Arsenals von Madame La Présidente Marine Le Pen beteiligen. Denn das wäre dann schliesslich ein Investment in die Stärkung der europäischen Demokratie.

  • Der Herr Kriegsprofessor wünscht sich jetzt mehr deutsche Kontrolle über die Teilhabe an den richtig großen Männer-Böllern der europäischen Wertetpartner

    Tja, Masala in seiner Eigenschaft als Tingelbruder der DGAP-Waffendrückerkolonne geht wohl mal wieder seiner Arbeit nach und versucht, die strategische Lage mit seinem lt. Cicero "begrenztem militärischen Sachverstand" zu verkaufen.


    Nachdem also Operation "Militarisierung der Gesellschaft" als Folge der Zeitenwende in der so hingebungsvoll verführten deutschen Bevölkerung einfach nicht recht fruchten will, nun der Vorschlag, unter den Schirm der Force de Frappe einer zukünftig vom französischen AfD-Pendant geführten rechtsradikalen Präsidentschaft zu schlüpfen und gemeinsam kräftig am kalten Atomkrieg mitzuverdienen.


    :)) Mensch Masala, raffiniert. Ist es nicht beeindruckend, welch kongeniale Vorschläge aus einer freiheitlich demokratisch grundverorteten Wertegemeinschaft heraus geboren werden können?

  • Arte auf dem Weg hin zu einer Art pseudopolitischen Bild-der-Frau Variante. Und das sehr selbstbestimmt. Toll.

    Auch toll, wie dezent und zurückgenommen die Dokumentarfilm-Auteurin Marinić sich hier gar nicht groß selbst in Szene setzt und sich gar nicht im Schein der von ihr kritisch beleuchteten Lichtgestalt räkelt. So bescheiden und ganz der Sache verpflichtet sieht man das sonst nur bei Lanz & Precht.


    Oder wie youtube-user @peterkriester6165 so treffend unter das Video kommentiert:

    Zitat

    ein bewegendes Gespräch, tolle Frauen die mir als Mann aufzeigen wie wichtig es ist, hinzuschauen als Mensch der, egal ob Mann oder Frau, nie fertig sind sich zu entfalten. body-blue-raised-arms Sondern das erforschen wie sich die Lebensbedingungen verbessern lassen. priorisieren!

    Das ist wertebasierter feministischer Journalismus, der seine Gebührenfinanzierung wirklich wert ist.

  • Ah schön, es spricht sich dann doch langsam rum.


    Ich habe mit mir sehr gerungen aber es dann doch angehört.



    Der Typ ist echt so lächerlich und eine Personifizierung von komplett verblödetem Marketingdummsprech aus mittelgroßen Agenturen. Masala ist kein Wissenschaftler sondern ein Staubsaugervertreter der Nato bzw Rüstungsbranche, der eine Std schnoddrig daher reden kann ohne irgendwas substantielles zu formulieren, was über Allweltwissen hinaus geht. Ein lockerer Spruch hier, eine Metapher auf 7-Klässler Niveau da. Wahnsinn.

  • "Okay" meinte gerade einer in der Runde, als sie beim kooperativen Neujahrsempfang des Bundesverbandes der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ihren Kater vom gestrigen Neujahrsempfang der Atlantikbrücke e.V. aufwärmten, "Was können wir denn noch tun, um den Kollegen von MBDA ein bisschen unter die Arme zu greifen?".

    "Wir könnten doch mal wieder die Nummer aufwärmen, dass Scholz und die Sozen den Taurus nicht liefern wollen, weil der den Endsieg bringen und ihre Russenfreunde verprellen würde. Das hatten wir jetzt seit einem Jahr nicht mehr." meinte ein anderer. "Hold my beer, ich kenn da einen!", lallte Norbert schon wieder ganz gut angeschickert, drückte Professor Carlo den halb ausgetrunkenen Maßkrug Paulanerbräu in die Hand, und griff beherzt mit flinken Daumen zum Mobiltelefon.


  • Wie er sagt, bitter, von Tag 1 an, jeder Kommentar, jede Talkshow, alles, bitter.


    Angesichts des Zuschauerdesinteresses an diesem einstimmigen Polittalks könnte man vielleicht mal diplomatische Ansätze durchsprechen, mit Diplomaten. Make gesunden Menschenverstand great again.

  • Taurus funktioniert wohl nicht, ohne Einbindung von nicht-ukrainischem Personal. Die Lieferung bzw. den Einsatz ähnlicher Waffensysteme hat Biden nicht ohne Grund für sein Land ausgeschlossen. Es wäre ein kleiner Schritt für eine transatlantische Marionette, aber ein großer Schritt Richtung Kriegseintritt Deutschlands.

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