Alles anzeigenDa hat sich einer ja viel Mühe gegeben, die Bewegungen der norwegischen Schiffe zu verfolgen. Was allerdings auffällt ist, dass in der Hersh-Story bei der Beschreibung der Durchführung des Anschlags gar nicht gesagt wird, welche Schiffe daran beteiligt waren.
Die norwegischen Alta-Klasse wird nur erwähnt im Kontext der Planung:
„The Norwegian navy was quick to find the right spot, in the shallow waters of the Baltic sea a few miles off Denmark’s Bornholm Island. The pipelines ran more than a mile apart along a seafloor that was only 260 feet deep. That would be well within the range of the divers, who, operating from a Norwegian Alta class mine hunter, would dive with a mixture of oxygen, nitrogen and helium streaming from their tanks, and plant shaped C4 charges on the four pipelines with concrete protective covers. It would be tedious, time consuming and dangerous work, but the waters off Bornholm had another advantage: there were no major tidal currents, which would have made the task of diving much more difficult.“
https://seymourhersh.substack.…-took-out-the-nord-stream
Wie man dem Text leicht entnehmen kann, gab es zwischen Planung und Durchführung des Terroraktes einige Änderungen.
Beschreibt er überhaupt, was dann wirklich geschah? Das einzige, was dann wirklich passierte, war laut Hersh:
"On September 26, 2022, a Norwegian Navy P8 surveillance plane made a seemingly routine flight and dropped a sonar buoy. The signal spread underwater, initially to Nord Stream 2 and then on to Nord Stream 1."
Der Beweis steht noch aus. Außerdem muss es der norwegischen P8 gelungen sein, von keinem Land im Radar erfasst zu werden. Auch der zivilen Luftfahrtbehörde Norwegens, außer sie war ebenfalls beteiligt. Der Rest wird nur unter "Planung" (oder ähnliches) beschrieben. Zudem muss man bedenken, dass die norwegische Marine keine P8 hat, sondern die Luftwaffe, was bedeuten würde, dass noch mehr Menschen an der Aktion beteiligt waren. (Unterwegs war hingegen eine amerikanische P8).
Sein Interview-Aufritt war auch nicht wirklich überzeugend und sein zweiter Beitrag zu dem Thema ist hinter einer Paywall. Und der Teil den man noch lesen kann, hat dann nichts mit dem Thema zu tun.
Falls die Story stimmt, waren auf jeden Fall sehr viele Menschen beteiligt, was natürlich Hoffnung macht, dass es eventuell irgendwann aufgeklärt wird.
Es sind aber einige weitere Punkte offen, wie zum Beispiel bei voller Fahrt Taucher abgesetzt wurden konnten und wieder eingesammelt werden konnten, wenn nicht einmal ein Schiff über die Sprengorte gefahren ist. Hier wurden eventuell Transponder ausgeschaltet, allerdings macht die MarineTraffic-Track-Karte dann trotzdem keine Sinn.
Und was bedeutet der Abschnitt:
"The Norwegians were key to solving other hurdles. The Russian navy was known to possess surveillance technology capable of spotting, and triggering, underwater mines. The American explosive devices needed to be camouflaged in a way that would make them appear to the Russian system as part of the natural background—something that required adapting to the specific salinity of the water. The Norwegians had a fix."
Warum sollte Russland überhaupt nach Minen in der Wirtschaftszone von Dänemark und Schweden suchen. Wie soll man etwas auf einem Rohr detektieren und die USA mussten den Salzgehalt erhöhen, damit das russische Radar nicht funktioniert? Schräg. Außerdem, so Hersh, könnte das Rauschen des Meeres die Bombe zum Explodieren bringen? Auch bizarr.
Wieso machen die Amerikaner das überhaupt so kompliziert, wäre es nicht einfacher gewesen mit einem kleinen zivilen Boot die Bomben zu legen? Hier würden abgeschaltete Transponder nicht weiter auffallen.
In dem Interview wird er auch nach dem Alta-Schiff erneut befragt. Dort sagt er: “It was called the Alta, the ship was there.". Also nicht nur in der Planung, sondern auch in der Umsetzung so Hersh. Was, wie gesagt, nicht sein kann. Es kann zwar sein, dass die USA drei der vier Röhren zerstört hab, allerdings nicht so, wie es von Hersh beschrieben wurde.