@Blechmann Ich habe keine Ahnung. Und Du sicher auch nicht. Ein Militär hat vielleicht mehr Ahnung, selbst wenn er rechtsradikal ist oder auch nicht. Die Betonung liegt auf vielleicht. Es geht mir nicht um die militärischen Details, über die wir nur wild spekulieren können. Der ganze Mist der in den Medien rauf und runtergeschwätzt wird ist am Ende alles nur Spekulation. Das weiss doch eigentlich jedes Kind. Trotzdem hängen wir der Illusion nach dass gerade wir ganz genau bescheid wissen was da läuft. Schwachsinn.
Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt
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Sieht so aus, als ob die Russen einen Schritt auf der Eskalationsleiter hochgestiegen sind und angefangen haben, die ukrainische Elektrizitätsinfrastruktur anzugreifen:
https://www.reuters.com/world/…uters-witness-2022-09-11/
ZitatKHARKIV, Ukraine, Sept 11 (Reuters) - The centre of Ukraine’s second city Kharkiv was plunged into darkness on Sunday evening by an electricity blackout, a Reuters reporter said.
The cause and extent of the blackout in the northeastern city were not immediately clear. There were also unconfirmed social media reports of blackouts in other places and regions.
Das soll mit Raketenangriffen zusammenhängen.
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Endsieg?
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https://tsn.ua/ato/pid-chas-po…ez-elektriki-2155390.html
Під час повітряної тривоги у частині північних та східних областей України зникла електрика.
Без світла залишились частини Харківської, Сумської, Запорізької, Донецької, Дніпропетровської та Полтавської областей.
Про це повідомляє "Суспільне" та голови ОВА.
У Сумській області впала напруга у електромережі. Електросистема області залишається нестабільною через руйнування в результаті ворожих бомбардувань у березні.
"Рекомендую по можливості вимкнути електроприлади та ін. побутову техніку для уникнення її пошкодження! Також можливі атаки російсько-фашистських військ по об'єктам енергозабезпечення в Україні", - написав голова Сумської ОВА Дмитро Живицький.
Живицький закликав місцевих жителів вимкнути електроприлади з розеток.
Повідомляється, що в деяких мікрорайонах Полтави відсутнє водопостачання та частково електропостачання.
"Світло та водопостачання по області скоро будуть відновлені. Енергетики вже працюють", - написав голова Полтавської ОВА Дмитро Лунін.
Проблеми зі світлом є також у Запорізькій та Донецькій областях, зокрема місто Краматорськ залишилось без електрики та води.
У Дергачівській міській раді Харківської області повідомляють, що росіяни обстріляли об'єкт критичної інфраструктури. Голова Первомайської громади на Харківщині повідомляє, що область знеструмлена через удар по критичній інфраструктурі, обленерго працює над вирішенням проблеми.
Міський голова Харкова Ігор Терехов повідомив, що окупанти завдали ракетного удару по об'єкту інфраструктури. Через це місто залишилось без електрики та води. Ремонтні бригади уже усувають проблеми.
"Це підла та цинічна помста російського агресора за успіхи нашої армії на фронті, зокрема – у Харківській області. Прошу всіх дотримуватися спокою. Наші спеціалісти та комунальники вже працюють над усуненням тих ушкоджень, що місту завдав наш ворог", - написав Терехов.
Голова Харківської ОВА Олег Синєгубов повідомив, що окупанти завдали удари по критичній інфраструктурі міста та області.
"У деяких населених пунктах немає електро- та водопостачання. На місцях влучань виникли пожежі, рятувальники Обласного управління ДСНС локалізовують загорання. Усі профільні служби працюють на місцях та усувають пошкодження", - повідомив Синєгубов.
Також після вибухів почались проблеми з електропостачанням у Дніпропетровській області.
Нагадаємо, на 9 напрямках фронту ворог обстріляв інфраструктуру із танків, мінометів, ствольної та реактивної артилерії.
Via Google Translate:
ZitatAlles anzeigenWährend des Luftalarms fiel in Teilen der nördlichen und östlichen Regionen der Ukraine der Strom aus.
Teile der Gebiete Charkiw, Sumy, Saporischschja, Donezk, Dnipropetrowsk und Poltawa blieben ohne Strom.
Das berichteten "Suspilne" und der Leiter der OVA.
In der Region Sumy ist die Spannung im Stromnetz gesunken. Das elektrische System der Region bleibt aufgrund von Zerstörungen infolge feindlicher Bombenangriffe im März instabil.
"Wenn möglich, empfehle ich, elektrische Geräte und andere Haushaltsgeräte auszuschalten, um deren Beschädigung zu vermeiden! Angriffe russisch-faschistischer Truppen auf Energieversorgungsanlagen in der Ukraine sind ebenfalls möglich", - schrieb der Leiter von Sumy OVA, Dmytro Zhivytskyi.
Zhivytskyi forderte die Anwohner auf, elektrische Geräte aus den Steckdosen auszuschalten.
Es wird berichtet, dass es in einigen Mikrodistrikten von Poltawa keine Wasserversorgung und teilweise keine Stromversorgung gibt.
„Die Licht- und Wasserversorgung in der Region wird bald wiederhergestellt. Energieingenieure arbeiten bereits“, schrieb Dmytro Lunin, Leiter von Poltava OVA.
Auch in den Regionen Saporischschja und Donezk gibt es Lichtprobleme, insbesondere die Stadt Kramatorsk blieb ohne Strom und Wasser.
Der Stadtrat von Dergatschow in der Region Charkiw berichtet, dass die Russen auf eine Einrichtung der kritischen Infrastruktur geschossen haben. Der Leiter der Perwomaisk-Gemeinde in der Region Charkiw berichtet, dass die Region aufgrund eines Angriffs auf kritische Infrastrukturen die Stromversorgung verloren habe, Oblenergo arbeite an einer Lösung des Problems.
Der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terekhov, sagte, dass die Besatzer einen Raketenangriff auf das Infrastrukturobjekt gestartet hätten. Aus diesem Grund blieb die Stadt ohne Strom und Wasser. Reparaturteams beheben bereits die Probleme.
"Dies ist eine abscheuliche und zynische Rache des russischen Aggressors für die Erfolge unserer Armee an der Front, insbesondere in der Region Charkiw. Ich bitte alle, Ruhe zu bewahren. Unsere Spezialisten und Versorgungsarbeiter arbeiten bereits daran, den Schaden zu beseitigen unser Feind hat der Stadt zugefügt", schrieb Terekhov.
Der Leiter der Kharkiv OVA Oleg Synegubov sagte, dass die Besatzer die kritische Infrastruktur der Stadt und der Region getroffen haben.
„In einigen Siedlungen gibt es keine Strom- und Wasserversorgung. An den Orten der Einschläge brachen Brände aus, Retter der Regionalabteilung für Notsituationen lokalisieren das Feuer. Alle spezialisierten Dienste arbeiten vor Ort und reparieren den Schaden“, sagte Synegubov sagte.
Außerdem begannen nach den Explosionen Probleme mit der Stromversorgung in der Region Dnipropetrowsk.
Wir werden daran erinnern, dass der Feind in 9 Richtungen der Front aus Panzern, Mörsern, Lauf- und Strahlartillerie auf die Infrastruktur geschossen hat.
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Egal. Carlo hat schon zwei Pullen Schampus intus.
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Früher mit Fahne war das einfach herauszufinden.
Ergänzung: Ach, das ist der Gast aus Jung und Naiv Folge 591. Habe ich nicht gesehen. Ich wollte mir eher mal den Ideenhistoriker anschauen.
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Man ist ganz allgemein in feierlaune.
Fun Fact: Bei der Landung in der Normandie haben sich insgesamt auf allierter und deutscher Seite über hunderttausend Mann gegenseitig umgebracht. Natürlich deutlich mehr deutsche. Auf jeden Fall ein Grund zum feiern!
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Sind viele Leute gestorben klar, andererseits hat Spielberg einen weiteren Academy Award bekommen.
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Stronger Together - Not
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@Blechmann Ich habe keine Ahnung. Und Du sicher auch nicht. Ein Militär hat vielleicht mehr Ahnung, selbst wenn er rechtsradikal ist oder auch nicht. Die Betonung liegt auf vielleicht. Es geht mir nicht um die militärischen Details, über die wir nur wild spekulieren können. Der ganze Mist der in den Medien rauf und runtergeschwätzt wird ist am Ende alles nur Spekulation. Das weiss doch eigentlich jedes Kind. Trotzdem hängen wir der Illusion nach dass gerade wir ganz genau bescheid wissen was da läuft. Schwachsinn.
Warum diskutierst du das Thema dann? Scheint ziemlich sinnfrei.
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Wo Männer aus der Ukraine fliehen
Nach acht Kriegsmonaten fliehen offenbar immer mehr ukrainische Männer im wehrfähigen Alter über die grüne Grenze nach Rumänien. Anwohner berichten der ARD: Manche Männer riskierten dabei ihr Leben.
Alles anzeigenIn den rumänischen Karpaten bildet der Fluss Theiß die Grenze zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine gilt das Kriegsrecht, Männer zwischen 18 und 60 Jahren dürfen seitdem das Land nicht mehr verlassen. Doch immer mehr ukrainische Männer im wehrfähigen Alter nutzen die Route, um vor einer möglichen Einberufung zum Kriegsdienst in die EU zu fliehen - so berichten es übereinstimmend Anwohner und rumänische Grenzbeamte.
Die ukrainische Grenzpolizei meldet regelmäßig auf ihrer Internetseite Festnahmen Fahnenflüchtiger entlang der grünen Grenze zu Rumänien und stellt bei ihren Kontrollen aber auch Zigaretten, Drogen und Waffen sicher.
Die Routen über die Karpaten sind bei den Fahnenflüchtigen beliebt, weil das dicht bewaldete Gebiet schwer zu überwachen ist. Dabei müssen sie den Grenzfluss Theiß überwinden - einige ertrinken, andere schaffen es mit schweren Verletzungen auf die rumänische Seite, so berichten Anwohner und Grenzbeamte in der Region.[...]
Igor berichtet, viele Männer seien verzweifelt und verließen wie er das Land, um vor der Armut und dem Kriegsdienst zu fliehen: "Sie kommen jeden Tag, denn die Leute haben kein Geld, viele haben nichts mehr zu essen. Wenn das Militär Männer auf der Straße findet, werden sie eingesammelt und in den Krieg geschickt."
Er zeigt ein Video auf seinem Handy. Die Aufnahmen sollen von einer Überwachungskamera stammen und wenige Wochen alt sein. Sie zeigen offenbar einen jungen Ukrainer auf der Straße, neben dem plötzlich ein ziviles Fahrzeug hält. Männer springen aus dem Pkw und nehmen den jungen Mann mit. "Sie nehmen dich einfach mit und bringen dich in den Krieg, wo die Schlachten sind", sagt Igor mit leiser Stimme. Er habe keinen Wehrdienst abgeleistet und wisse deshalb nicht mit einer Waffe umzugehen und beklagt: "Ob du weißt, wie man ein Gewehr benutzt oder nicht - ob du das kannst oder nicht kannst, das ist ihnen egal." Nach einer zehntägigen Ausbildung würde man an die Front gebracht. So sei es seinem Cousin ergangen.[...]
Seit der Gegenoffensive der ukrainischen Armee im Donbass sei die Zahl der Männer, die aus der Ukraine fliehen wollen, noch gestiegen, berichten die Grenzbeamten. Sie gehen davon aus, dass die meisten Männer Deserteure der ukrainischen Armee sind. Ob sich darunter womöglich auch Angehörige der russischen Streitkräfte befinden, wissen sie nicht.
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Unterdessen ist Captain Freedom höchstpersönlich an der Spitze einer Panzerkolonne in Izium einmarschiert (der entsprechende Twitterpost der Tagesschau zeigt das Beweisfoto):
Er ist so stark und mutig, dass er da einfach ohne Helm, Splitterschutz und sonstigen Warmduscherkram im T-Shirt reinmarschiert ist. Und der Russe ist sofort abgehauen als er Zelenskyjs Muskeln hat spielen sehen. Er hatte nicht mal eine Hose an (sieht man auf dem Bild natürlich nicht, weil die Beine abgeschnitten sind)! Das hat dem Iwan wohl den Rest gegeben.
Unterdessen zeigen sich deutsche Politikwissenschaftler ungläubig. Die diplomatische one man-Delta Force der Ukraine weiß solchen Defätismus jedoch in gewohnter Treffsicherheit und unerbittlicher Härte zu kontern:
Was sowohl dem gemeinen Unterwerfungspazifisten als auch dem verantwortungsvoll um die fiskalische Disziplin des Vaterlandes besorgten Bürger in mir nicht so ganz einleuchten mag ist, warum seine scheidende Exzellenz jetzt immer noch Panzer mit lustigen Tiernamen von meiner Bundesregierung haben will, wo seine Landsleute doch offenbar auch ohne diesen milliardenschweren Einsatz deutscher [Edit:
Steuergelder]Sondervermögen gerade die Mächte der Finsternis am Besiegen sind? Man muss doch auch an die Schuldenbremse denken! -
Warum diskutierst du das Thema dann? Scheint ziemlich sinnfrei.
Um das herauszufinden müsste man einfach nochmal lesen was ich am Anfang schrieb. Da mir niemand zeigen konnte dass Baud definitiv falsch liegt, nur dass man anderer Meinung sein kann, ist der "Verschwörungstheoretiker"-Stempel wohl tatsächlich unangebracht. (Damit sage ich nicht dass ich alles glaube was Baud schreibt. Im Gegenteil.)
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Alles anzeigen
Unterdessen ist Captain Freedom höchstpersönlich an der Spitze einer Panzerkolonne in Izium einmarschiert (der entsprechende Twitterpost der Tagesschau zeigt das Beweisfoto):
Er ist so stark und mutig, dass er da einfach ohne Helm, Splitterschutz und sonstigen Warmduscherkram im T-Shirt reinmarschiert ist. Und der Russe ist sofort abgehauen als er Zelenskyjs Muskeln hat spielen sehen. Er hatte nicht mal eine Hose an (sieht man auf dem Bild natürlich nicht, weil die Beine abgeschnitten sind)! Das hat dem Iwan wohl den Rest gegeben.
Unterdessen zeigen sich deutsche Politikwissenschaftler ungläubig. Die diplomatische one man-Delta Force der Ukraine weiß solchen Defätismus jedoch in gewohnter Treffsicherheit und unerbittlicher Härte zu kontern:
Was sowohl dem gemeinen Unterwerfungspazifisten als auch dem verantwortungsvoll um die fiskalische Disziplin des Vaterlandes besorgten Bürger in mir nicht so ganz einleuchten mag ist, warum seine scheidende Exzellenz jetzt immer noch Panzer mit lustigen Tiernamen von meiner Bundesregierung haben will, wo seine Landsleute doch offenbar auch ohne diesen milliardenschweren Einsatz deutscher [Edit:
Steuergelder]Sondervermögen gerade die Mächte der Finsternis am Besiegen sind? Man muss doch auch an die Schuldenbremse denken!Um Waffen gehts doch bei dem ganzen PR-Stunt nur. Merkt man schon daran, dass niemand über strategische oder nachhaltige Bedeutung dieser Operation redet. Geht nur um Waffenlieferung und darum, dass wir hier bitte endlich aufhören am großen Endsieg zu zweifeln.
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Wow, selbst Melnyk gibt zu, dass es unpopulär ist gegen diese unpopuläre Meinung zu sein.
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Hatte eigentlich schonmal jemand dieses Interview hier im Forum geteilt?
Ab Minute 7 wird es extrem interessant.
Alexey Arestovich war Präsidenten-Berater und würde Selensky laut Wikipedia gerne beerben falls dieser nicht mehr antritt.
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Offenbar haben sich die Russen gestern auch im Nordosten der Region Charkow ziemlich weit zurückgezogen. Also auch dort, wo die Ukrainer von sich aus erstmal nicht vorgestoßen waren. Mit anderen Worten sie haben es tatsächlich schon wieder gemacht. Das ganze ist ähnlich wie der Rückzug aus dem Norden vor Monaten.
Im Gegensatz zu damals scheint hier tatsächlich die ukrainische Offensive zumindestens initial den Rückzug erzwungen zu haben. Aber die Geschwindigkeit und dass sich Berichte wirklicher Kampfhandlungen am Boden auf einige temporär gehaltene Positionen wie Balaklija beschränkten und erst wieder an der mutmaßlichen neuen Frontlinie, die die Russen bereit sind zu verteidigen, auftauchen, scheint mir eigentlich nur zwei Schlüsse zu zulassen: Entweder das Gebiet war sowieso schon ausgehöhlt oder es gab einen Abzugsplan, der schnell umgesetzt werden konnte, also man saß bereits auf gepackten Koffern. Letztlich werden wir es sehen, wenn die Ukrainer auch dort vordringen können, wo die Russen versuchen die Front zu stabilisieren, dann geht vielleicht noch etwas anderes vor sich.
Die Euphorie ist ähnlich groß wie damals beim Rückzug im Norden. Natürlich fragt sich niemand, warum die Offensive in Cherson über zehn Tage, denke ich, höchstens kleine Gebietsgewinne gebracht hat und jetzt fällt plötzlich der Großteil des russisch besetzten Charkow innerhalb von einem verlängerten Wochende. Meine Vermutung bleibt erstmal, dass sich am Gesamtbild nicht so viel geändert hat.
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Merkt man schon daran, dass niemand über strategische oder nachhaltige Bedeutung dieser Operation redet.
Na ja, dass niemand darüber reden würde kann man jetzt so nicht sagen.
Der ganze deutsche Blätter- und twitterwald ist ja voll von Meldungen über den (je nach Sichtweise) russischen Rückzug / die russische Niederlage im Nordosten. es gibt auch Meldungen über weitere Offensiven bei Kherson im Süden, und es gibt wohl auch Gerüchte, dass die Ukrainer versuchen werden, das russisch besetze Gebiet in Richtung Mariupol zu "durchschneiden".
(Thread)
Gerassimov hat bisher eigentlich ganz gute Berichte geliefert und gibt selbst zu, dass die Lage im Moment (also gestern Mittag) sehr dynamisch und unklar ist.
Nicht wenige spekulieren auch schon darauf, dass es jetzt endlich dem Russenhitler an den Kragen gehe, weil diverse bisher eher Kreml-Treue Politiker und Blogger in Russland, und sogar Tschetschenenführer Kadyrow öffentlich Kritik an Putin und seiner Militärführung äußern.
Das deutsche Wertemagazin DER SPIEGEL zum Beispiel:
Putin und die Niederlagen seiner Armee - Diktator unter Druck
Die Kreml-Streitkräfte erleben im Nordosten der Ukraine ein militärisches Debakel – nun wird Präsident Putin ungewöhnlich scharf kritisiert: Vor allem Russlands Nationalisten zeigen sich wütend.
Alles anzeigen[...] Ramsan Kadyrow gilt normalerweise als enger Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin und als Mann fürs Grobe. Aber nun hat sich der Präsident der Republik Tschetschenien ungewohnt kritisch zu Putins Armee geäußert. Die Truppe habe im Nordosten der Ukraine Fehler gemacht, so Kadyrow in einer Sprachnachricht. Also in jener Region, in der sich die russischen Streitkräfte teils in großer Hektik vor den vorrückenden Ukrainern zurückziehen mussten und fast 3000 Quadratkilometer Gebiet verloren.
Ein Verband von rund 10.000 russischen Soldaten musste sich beispielsweise hinter den Fluss Oskil zurückziehen. Nach der Einschätzung der US-amerikanischen Militärexperten vom Institute for Study of War übersteigen die ukrainischen Geländegewinne binnen weniger als einer Woche diejenigen der Russen seit April.
Offenbar befürchtet Kadyrow, dass Putin den Ernst dieser Lage nicht begreift. »Wenn heute oder morgen keine Änderungen in der Strategie der militärischen Sonderoperation vorgenommen werden, muss ich mit der Führung des Verteidigungsministeriums und der Führung des Landes sprechen, um ihnen die tatsächliche Situation vor Ort zu erklären«, so der 45-Jährige angesichts der spektakulären Gegenoffensive der Ukrainer.
Kadyrow hatte in diesem Krieg selbst tschetschenische Truppen entsandt. Nun kritisiert er das russische Verteidigungsministerium und fordert eine Erklärung für das Vorgehen. Die Soldaten seien nicht ausreichend vorbereitet gewesen, er verstehe nicht, welche Strategie verfolgt werde, so der Sohn des früheren tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow auf Telegram. [...]
Nicht nur diverse Militärblogger ordnen den Rückzug der russischen Truppen immer deutlicher als Desaster ein, auch manche Lokalpolitiker äußerten sich kritisch. Laut Berichten von »Radio Free Europe« sollen einige Politiker des Moskauer Stadtbezirks Lomonosovsky den Rücktritt Putins gefordert haben. Der Präsident habe mit seiner aggressiven Rhetorik Russland in die Zeit des Kalten Krieges zurückgeführt. Ähnlich hatten sich bereits sieben Kollegen eines Bezirks von St. Petersburg geäußert und dabei direkt auf den Krieg verwiesen, den sie als Grund für die massiven wirtschaftlichen Probleme Russlands betrachten. [...]
Durch die Geschehnisse dürften nicht nur Putin selbst, sondern auch Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sowie andere hochrangige Politiker und Militärs unter Druck geraten. Es sei an der Zeit, die Kommandeure zu bestrafen, die solche Dinge erlaubt haben, zitiert die »New York Times« einen prorussischer Blogger, der aus der Ostukraine berichtet. Angeblich hätten die russischen Streitkräfte nicht einmal versucht, Widerstand zu leisten, als das ukrainische Militär vorrückte.[...]
Zugegeben - man zitiert sich natürlich mal wieder gegenseitig und vielleicht sind die eigentlichen Quellen der New York Times oder von Radio Free Europe am Ende wieder nur irgendwelche informierten "Kreise" mit denen auch der Carlo aus München schon telefoniert hat.
Ich frage mich dabei allerdings, was diese ganzen Hurra-PatriotInnen in ihren deutschen Schreibstuben sich so vorstellen, wer dann als nächstes Russenchef wird. Alexeij Nawalny würde es höchstwahrscheinlich nicht werden - mal abgesehen davon, dass der zwar ein großer Putinkritiker aber halt auch ein großer Nationalist ist.
Dass Putin sich so bedeckt hält, spricht jedenfalls nicht dafür, dass bei den Russen gerade alles nach Plan läuft. Und dass sie jetzt offenbar gezielt lebenswichtige Infrastruktur in der Ukraine zerstören, deutet auch eher darauf hin, dass sie sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als diese berüchtigte "Eskalationsdominanz" in die Tat umzusetzen und ihre Luftangriffe zu intensivieren.
Vermutlich will man das unter unseren WertejournalistInnen und MoralbellizistInnen auch deshalb nicht wahrhaben, weil man dann ja zugeben müsste, dass der Russe bisher eher keinen "Vernichtungs-", sondern einen ganz banalen (Teil-) Eroberungskrieg geführt hat, bei dem er immerhin weniger zerstörerisch vorging, als die Amerikaner und ihre Verbündeten, als sie den Irak damals als allererstes mal per Kampfflugzeug und Marschflugkörper von seiner Infrastruktur befreiten, bevor sie ihre Panzer auch nur in die Nähe der irakischen Armee brachten.
Aber dass Putin jetzt einfach den Schwanz einziehen und sich widerstandslos zu Hause zum Horst machen lassen wird, können die doch eigentlich gar nicht ernsthaft glauben, ohne schmerzhafte kognitive Dissonanzen mit dem Bildnis des brutalen Inbegriffs megalomaner toxischer Alpha-Männlichkeit zu erzeugen, das sie ihm seit Jahren in ihrem kollektiven Wertebewusstsein errichtet haben.
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Der gestrige Angriff auf Teile der Infrastruktur der Stromversorgung - zu dem es noch keine offizielle Stellungnahme von russischer Seite gibt - ist eine Erinnerung daran, dass entgegen der propagandistischen Aufbereitung auch hier im Land, die Russen längst nicht alle Register gezogen haben, um die Funktionsfähigkeit der ukrainischen Gesellschaft zu gefährden oder zu beenden (ergo Eskalationsdominanz). Beispiel:
https://t.me/V_Zelenskiy_official/3203
Навіть крізь непроглядну темряву Україна й цивілізований світ чітко бачать ці терористичні акти.
Навмисні й цинічні ракетні удари по цивільній критичній інфраструктурі. Жодних військових об'єктів. Знеструмлені Харківська та Донецька області. У Запорізькій, Дніпропетровській, Сумській – часткові проблеми з живленням.
Via Google Translate:
ZitatSelbst durch die undurchdringliche Dunkelheit sehen die Ukraine und die zivilisierte Welt diese Terroranschläge deutlich.
Vorsätzliche und zynische Raketenangriffe auf zivile kritische Infrastruktur. Keine militärischen Einrichtungen. Die Gebiete Charkiw und Donezk wurden abgeschnitten. In Saporischschja, Dnipropetrowsk und Sumy gibt es teilweise Probleme mit der Stromversorgung.
Letztlich ein Eingeständnis, dass die Russen bisher vorallem militärische und militarisierte Einrichtungen angreifen, denn warum sonst würde man nach Monaten solcher Angriffe diesen letzte Nacht noch daran messen.
Hoffen wir für die Ukrainer, dass das jetzt erstmal nur eine einmalige Demonstration oder Maßnahme war. Und wie schon gestern gesagt, hoffen wir es auch für uns selbst, denn der Wegfall, der noch über die Ukraine importierten Gasmenge, wäre ein weiterer Schock für den Gasmarkt und wichtiger ein Defizit, dass wenn nur teuer kompensiert werden kann.
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