Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt

  • Mal sehen, ob wir uns von diesen Anwürfen provozieren lassen, offen zu erklären, dass Russland das Kernkraftwerk beschießt. Denn im Gegensatz zu dem was Sacharowa behauptet, wird offiziell denke ich weiterhin kein Schuldiger benannt. Das überlässt man den oder einigen Medien:


    https://tass.com/politics/1493759


    Zitat

    "Western countries, again, are resorting to outright lies claiming that threats to the Zaporozhye NPP are created by Russia.


    Also zum Beispiel Hoffmann von heute:


    https://www.youtube.com/watch?v=XgySTSdgT6U&t=2052s



    Aus dem Transkript:


    Zitat

    ca. 00:34:12


    es gibt offenbar einen appel und mehreren demokratischen staaten darunter auch deutschland oder die aufforderung an die russischen truppen das akw sapori stadt umgehend zu verlassen da würde mich interessieren dann haben sie das schon irgendwelche reaktionen aus moskau bzw wie können sie druck ausüben dass dieser forderung nachgekommen wird


    dann also über reaktionen aus moskau ist mir jetzt im moment nichts bekannt aber das war es gab ja sowohl eine gemeinsame erklärung der staaten als auch der g7 außenminister da können sie vielleicht auch gleich noch was dazu sagen und insbesondere die g7 außenminister haben ja gefordert dass russland seine truppen abzieht und das akw sozusagen der rechtmäßigen verwaltung der ukraine wieder übergeben soll und das ist natürlich eine eine forderung die die bundesregierung in gänze mitträgt und und unterstützt die möglichkeiten auf die russische führung einzuwirken sind die die wir ergriffen haben seit beginn des krieges nämlich sanktionen die die eu erlassen hat bisher nie dagewesenen ausmaß gegen die russische wirtschaft und gleichzeitig eine fortgesetzte unterstützung der ukraine und ich glaube ist es ja das ist ja offensichtlich dass diese art von angriffen die jetzt dort stattfinden auf das atomkraftwerk wirklich auch eine neue qualität in diesem krieg bedeuten und eine große gefahr darstellen über die die bundesregierung natürlich sehr besorgt ist und extrem noch mal dazu aufruft diese angriffe einzustellen und die sicherheit zu gewährleisten


    Benennung, wer hinter den Angriffen steht, wird weiter vermieden.

  • https://www.hrw.org/news/2022/…l-russian-attacks-kharkiv


  • All Disquiet on the Eastern Front

    Have you noticed the latest coming out of Eastern Europe—the Estonians, the Lithuanians, the Latvians, the Czechs, and let us not forget the Ukrainians? Suddenly everyone thinks it is a good idea to begin shutting Russians, as in all Russians, out of Europe. That’s it: No more Russians in Europe because…because they are Russian. End of story, as some people like to say.


  • Da ist einiges dran, aber manches ist überzeichnet.

    Zitat

    Since February 2022, Russian forces have repeatedly used cluster munitions, which are inherently indiscriminate, in attacks across the country that have killed hundreds of civilians and damaged homes, hospitals, and schools. Ukrainian forces have used cluster munitions on at least two known occasions since the full-scale invasion began. These weapons are banned under the 2008 Convention on Cluster Munitions because of their widespread indiscriminate effect and long-lasting danger to civilians. Cluster munitions typically open in the air and send dozens, even hundreds, of small bomblets over an area the size of a football field. Many of these submunitions fail to explode on initial impact, leaving duds that act like landmines.

    hrw verwendet die Beschreibung "indiscriminate" falsch, in dem Absatz sogar explizit dahingehend, dass Clustermunition von Haus aus "indiscriminate" wäre. So ist der Begriff sinnlos, beim unterschiedslosen Angriff auf Kombattanten und Zivilisten geht es nicht um die Waffe an sich, sondern um die Wahl des Ziels. Dabei muss allerlei Abwägung mit einfließen, wie viel Kollateralschaden könnte verursacht werden, wie wichtig ist die Bekämpfung des Ziels (große Kampfkraft, Führungselemente, große akute Bedrohung eigener Kräfte), taktische Alternativen etc. pp. da kann Clustermunition verhältnismäßig sein, z.B. um Flugfelder zu beschädigen oder Stellungssysteme zu beschiessen, während auch einfache Sturmgewehre beim Schießen in eine Menschenmenge, nur weil auch Feind dort drin sein könnte, schon einen verbotenen, unterschiedslosen Angriff auf Zivilisten darstellen.

    Das Spektrum geht von "Kugel mit Name drauf" bis "to whom it may concern" und wird dabei immer problematischer.

    Die Übereinkommen zur Streumunition hat in der Ukraine keine Relevanz, keiner der Beteiligten hat das ratifiziert.


    CCMstatepartiesworldmap.png

    Vertragsparteien (dunkelgrün) und Unterzeichnerstaaten (hellgrün)



    Die Russen führen da einen Terrorkrieg mit all den Angriffen auf Krankenhäuser u.ä., aber das ist schlimm genug, da muss man dann nicht nochanderes skandalisieren, schon aus Glaubwürdigkeitsgründen.

  • Vor drei Wochen - Die Bundesministerin für wertegerechte Empörung und feministische Außendarstellung informiert:

    Ernährungskonferenz in Berlin:Baerbock: Moskau nutzt Hunger als Kriegswaffe

    Weltweit seien 345 Millionen Menschen von Hunger bedroht, sagt Außenministerin Baerbock. Sie wirft Russland vor, Hunger "ganz bewusst als Kriegswaffe" einzusetzen.

    [...] Baerbock kritisierte, Russland versuche die Schuld an den explodierenden Nahrungsmittelpreisen "anderen in die Schuhe zu schieben", doch das seien "Fake News". Russland blockiere Häfen und beschieße Getreidespeicher; es gebe auch keine Sanktionen gegen russische Getreideexporte.

    Bei der Konferenz in Berlin gehe es darum, Solidarität mit der Ukraine und mit den Menschen im globalen Süden zu zeigen, die unter dem russischen Krieg leiden, sagte Baerbock weiter. "Wir müssen Lösungen bieten." So gehe es darum, die Nahrungsmittelexporte aus der Ukraine zu beschleunigen, etwa über den Ausbau der Landwege und der Binnenschifffahrt. [...]

    Gottseidank dürfen jetzt - dank des unermüdlichen Einsatzes der westlichen Wertegemeinschaft - endlich wieder Getreideexporte aus der Ukraine stattfinden.


    Die "Black Sea Grain Initiative" der UNO informiert über die Zielhäfen:


    Mal Abgesehen vom mit Geflüchteten überfüllten, und sicher auf Hilfe aus dem Ausland angewiesenen Libanon und dem vom Wertewesten hochsanktionierten Iran, findet sich da erstaunlicherweise überhaupt keine Nation, die man jetzt hochempört als ausgehungertes Entwicklungsland beschreiben könnte, dem vom teuflischen Kremlherrscher bisher wichtige ukrainische Nahrungsmittellieferungen vorenthalten wurden - vor allem kein einziges afrikanisches.


    Interessant ist auch, dass die Türkei als federführende NATO-Nation bei der Aushandlung des Getreideabkommens offenbar den Löwenanteil der Lieferungen bekommt. Aber vielleicht verschenkt der Sultan das ja dann großmütig nach Somalia oder in den Süd-Sudan.

  • Naja, das sind ja anscheinend einfach ältere Verträge, die da wieder aufgenommen werden, oder auch nicht. Der erste Deal mit dem Libanon ist ja anscheinend geplatzt, der Abnehmer wollte den Mais nicht mehr. Entsprechend könnte ich mir gut vorstellen, dass auch die Türkischen Abnehmer sich längst anderweitig versorgt haben.


    Und genau das ist der Punkt: wenn man eh schon eine sehr angespannte Welthungerlage hat, und dann fällt ein großer Exporteur weg, dann verschärft das die Lage - egal wer nicht beliefert wird. Weil die reicheren Länder den ärmeren alles wegkaufen.


    Und umgekehrt sollte es die Lage jetzt entspannen, wenn das Zeug auf den Markt kommt - egal wo. Hauptsache es vergammelt nicht im Silo.


    Das gilt auch für das geklaute Getreide dass Russland nach u.a. Syrien verschifft - hab ich nix dagegen. Also gegen den Diebstahl natürlich schon, aber trotzdem gut dass es auf den Markt kommt.

  • Und genau das ist der Punkt: wenn man eh schon eine sehr angespannte Welthungerlage hat, und dann fällt ein großer Exporteur weg, dann verschärft das die Lage - egal wer nicht beliefert wird. Weil die reicheren Länder den ärmeren alles wegkaufen.


    Und umgekehrt sollte es die Lage jetzt entspannen, wenn das Zeug auf den Markt kommt - egal wo. Hauptsache es vergammelt nicht im Silo.

    Es fiel allerdings nicht nur ein Exporteur weg, sondern zwei. Russland exportiert weitaus mehr Getreide als die Ukraine. Es stimmte zwar, als Annalena Charlotte Alma sagte, dass Getreideexporte aus Russland nicht direkt von den Sanktionen betroffen waren, aber die Logistiker, Versicherer und andere Unternehmen, die sekundär an diesem Handel beteiligt sind, haben sich aus Angst unter die Sanktionen zu fallen aus dem Russland-Geschäft zurück gezogen. Das haben auch die USA und die EU schliesslich erkannt, und daher explizit erklärt, dass Firmen, die sich daran beteiligten, nicht zu befürchten hätten, von ihnen sanktioniert zu werden.


    Der wichtigste Punkt ist allerdings, dass die massiven Preisexplosionen auf dem Weltmarkt nicht von Wladimir Putin in seiner Zwiebelburg im Herzen der Finsternis gemacht werden, sondern von Nahrungsmittelspekulanten auf der ganzen Welt. Der größte Handelsplatz für solche Güter ist nicht der Hafen von Odessa, sondern die Chicago Mercantile Exchange.


    Der freie Westen hat diesen globalisierten "freien" Handel für freie Bürger ganz oben auf der Liste seiner mit aller Macht zu verteidigenden "Werte" stehen. Es ist einfach heuchlerisch, das alleine Russland in die Schuhe zu schieben. Auch schon während der Pandemie - für die man beim besten Willen niemand persönlich verantwortlich machen konnte (sofern man kein Verschwörungsideologe war) - haben allerhand findige Geschäftsleute einen Weg gefunden, um vom Abriss von Lieferketten zu profitieren und so die Preise noch weiter in die Höhe zu treiben. Das ist ein globales Phänomen des Kapitalismus - und im Fall der Abhängigkeit der Entwicklungsländer von Getreideliefrungen aus den Industrienationen ist es auch eines der über Jahrhunderte praktizierten Ausbeutung ersterer durch letztere.

  • All Disquiet on the Eastern Front

    Have you noticed the latest coming out of Eastern Europe—the Estonians, the Lithuanians, the Latvians, the Czechs, and let us not forget the Ukrainians? Suddenly everyone thinks it is a good idea to begin shutting Russians, as in all Russians, out of Europe. That’s it: No more Russians in Europe because…because they are Russian. End of story, as some people like to say.

    Wir zählen Finnland auch einfach mal dazu:


    https://www.zeit.de/politik/20…tsbuerger-russen-russland


    Ich find 10% ist schon eine ordentliche Reduktion. Nett. Wat wählen die Penner sich auch 'nen Diktator, dat hammse davon.

  • Interessant ist auch, dass die Türkei als federführende NATO-Nation bei der Aushandlung des Getreideabkommens offenbar den Löwenanteil der Lieferungen bekommt. [...]


    Das liegt vermutlich daran, dass eine Verbilligung für Käufe durch die Türkei Teil der Übereinkunft sein soll:


    Zumal angeblich die Türkei für ihre Vermittlerrolle einen Discount beim Ankauf bekommen soll, der woanders wieder reingeholt werden müsste: https://sundries.com.ua/en/tur…wer-prices-media-reports/

    Zitat

    Turkey will be able to buy Ukrainian and Russian grain at prices lower than world prices. This was decided on the basis of agreements on unblocking the export of grain from Ukraine.


    This was reported by RBC-Ukraine with reference to the statement of the chairman of the Turkish Parliament’s Agriculture Commission, Yunus Kylych, quoted by the Sabah newspaper.


    According to him, during the signing of the grain agreement in Istanbul, both the Ukrainian and Russian sides promised that Turkey would receive advantages in terms of grain prices and its purchase.

  • Mal ehrlich, gibt es überhaupt eine Grenze zwischen Nordatlantik und Indopazifik? Das ist doch alles Wasser.


    https://ac.nato.int/archive/2022/DEU_deploy_PB


    Zitat

    On August 15, 2022, six Eurofighters took off from their home base in southern Germany for a deployment flight to Singapore within 24 hours over roughly 10,000 kilometres. Besides the fighter jets, this first-time deployment to the Indo-Pacific region for the German Air Force involves about 250 Air Force soldiers; it is supported by four A400M transport aircraft as well as three A330s of the Multirole MRTT Unit from Eindhoven to refuel the fighter aircraft in the air. The logistically challenging project called "Rapid Pacific 2022"


    Richtig froh, dass wir dabei sind. Wirklich, so richtig froh.

  • Richtig froh, dass wir dabei sind. Wirklich, so richtig froh.



    6 Eurofighter und 1 Fregatte, mit einem geschickten Ninjamove machen wir da Russland und China zusammen fertig : )


    Wenn ich mir den Zustand der NATO und deren wirtschaftliche Nah-Bankrotte so ansehe, wir sollten uns weit von Chinas Küste und Russlands Grenze entfernt aufhalten, nur auf Einladung : )

  • Ich schätzte Merkels Ansatz 2 vollwertige Armeen quasi aufzulösen (DDR/BRD) und so Geld anders zu investieren, Kohl hat sich ebenfalls millitärisch rausgehalten und anders Unterstüzung geliefert.


    Dann muß man sich aber wirklich konsequent für Frieden einsetzen/vermitteln, notfalls selbst raus aus der NATO. Leider haben sie in der Ukraine versagt, die Minskabkommen wurden von der Ukraine nur zur Aufrüstung genutzt, die wollten nie was wir wollten (die wollten was die USA ihnen einflüsterten, Krieg).


    Nicht Scholz und Macron wurden bei ihren Besuchen von Putin "reingelegt", die wurden von den USA reingelegt, in soooo vielfacher Hinsicht und haben es wahrscheinlich bis heute nicht verstanden.

  • Ist halt so der homöopathische Ansatz: Wirkstoff zu stark verdünnt, um zu helfen, aber Hauptsache man ist bei dem Quatsch dabei.

    Na hör mal! Die Handvoll Flieger und 250 Mann zur Verteidigung unserer europäischen und transatlantischen Freiheit in den Indo-Pazifik zu verlegen, war laut NATO-Oberluftkommando immerhin ein "logistically challenging project". Da haben deutsche KameradInnen weder Blut noch Schweiß noch Tränen gescheut!


    Man war stets bemüht.


    Wobei - wenn die jetzt alle erst mal in der britischen Sträflingskolonie Urlaub machen, müsste es dann nicht Australo-Pazifik heißen? Von Indien ist das ja dann doch recht weit entfernt. Vielleicht meinen sie Indonesien?


    [...] Once the force arrives in the region, they will continue to Australia, where the German aircrews - together with a large number of regional partners - will take part in the multinational exercises hosted by the Australian armed forces and, subsequently, conduct combined aerial manoeuvres with Partner air forces in the region.

    "Rapid Pacific is the largest and most challenging deployment the German Air Force has ever seen," said the Chief of the German Air Force, Lieutenant General Ingo Gerhartz, emphasising the special significance of the project. "With this deployment, our participation in the exercises in Australia, and the further joint projects with our partners in Singapore, Japan and South Korea, we are sending a clear message: the Air Force can be deployed quickly and over global distances - even with several missions to be fulfilled in parallel."

    The German fighter and tactical transport aircraft are participating in the Royal Australian live-fly exercise Pitch Black from August 21 to September 9 to conduct air combat training in a multinational environment with Allies from France, the Netherlands, the United Kingdom and the United States and regional Partners. The force and the MRTT aircraft will then support the Royal Australian Navy 's naval warfare exercise Kakadu before concluding the deployment and returning to Germany in October.

    In addition to this long-distance force projection, the German Air Force continues to accomplish the standing missions ensuring national and NATO Air Policing duties at home and in the Baltic Region supporting the Alliance's 360 degree approach of ensuring deterrence and defence. [...]


    Ich sehe gerade am eigenen Beispiel, dass unser Wertebewusstsein noch nicht ausreichend auf ferne Geographien ausgedehnt ist. Da braucht es unbedingt noch mehr Propagandastrategische Kommunikation.


    [...] Some con­sidered that NATO’s policy and doctrine are inadequate and that, struc­turally, NATO’s HQs are not optimally configured for Strategic Communications purposes. Whilst strategic communication is not ‘public affairs on steroids’ and nor is it ‘psyops’, it nonetheless has interfaces and parallels with such activities and relevant staffs should be collocated (both near to each other and near their commander) if the overall effect NATO is seeking to achieve is to be optimized. Contrasts were drawn with industry, where communications staff, lobbyists and marketing staff are frequently collocated and work together well. Industry was also viewed as being better than NATO at creating simple, readily understood messages for staff at all levels that can be easily communicated to both internal and external audiences. The notion of ‘telling a story’ was repeatedly referenced. NATO’s narrative should be confident and strong, explaining clearly ‘good’ from ‘bad’ and ‘right’ from ‘wrong’. In order for this narrative to be powerful and compelling, humanizing the ‘story’ with confident, competent and trustworthy spokespersons matters. Visual images are powerful and often tell the required story without words. [...]

  • Einerseits hat er ja nicht unrecht...

    Polen wirft Deutschland und Frankreich "De-facto-Oligarchie" in der EU vor

    [...] Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat Deutschland und Frankreich vorgeworfen, die Europäische Union wie eine "De-Facto-Oligarchie" zu führen. In einem Meinungsbeitrag in der französischen Tageszeitung "Le Monde" zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine schrieb der polnische Regierungschef am Dienstag, Warnungen aus Polen zur russischen Expansionspolitik seien überhört worden.

    Der Konflikt in der Ukraine habe "die Wahrheit über Europa enthüllt", schrieb Morawiecki. Europa habe sich geweigert, auf "die Stimme der Wahrheit" aus Polen über die "imperialistischen" Ambitionen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu hören. Dies zeige ein größeres Problem, mit dem die EU konfrontiert sei.

    Auf dem Papier seien zwar alle Mitgliedsstaaten gleich, aber "die politische Praxis zeigt, dass die deutsche und die französische Stimme ein vorrangiges Gewicht haben", schrieb Morawiecki weiter. "Wir haben es mit einer formalen Demokratie und einer De-facto-Oligarchie zu tun, innerhalb derer die Macht von den Stärksten ausgeübt wird". Die EU habe "immer mehr Schwierigkeiten, die Freiheit und Gleichheit aller Mitgliedsstaaten zu respektieren", hieß es. "Wir hören auch immer häufiger, dass nicht mehr die Einstimmigkeit, sondern die Mehrheit über die Zukunft der gesamten Gemeinschaft entscheiden soll", fügte Morawiecki hinzu und kritisierte, dass dies die EU einem Modell näherbringen würde, "in dem die Stärksten und Größten über die Schwächsten und Kleinsten herrschen". Er forderte zu einer "Rückkehr zu den Prinzipien" der EU auf. [...]

    ...andererseits ist es schon einigermaßen dreist vom rechtsnationalen Politiker Morawiecki, ausgerechnet seine Regierung, die seit Jahren eine ganz eigene, nicht mit der EU abgestimmte Agenda in der Ukraine verfolgt hat, als "Stimme der Wahrheit" zu verklären, und sich, als treuester Partner des US-Imperiums in Osteuropa und dessen mit militärischer Stärke selbst dem Globus oktroyierter Rules Based Order, über ein "Recht des Stärkeren" zu echauffieren.

  • Frankreich und Deutschland (sagen wir gleich alle Top 10 in der EU) sind quasi am kaputt gehen, in Echtzeit zu verfolgen. Jetzt kann man sich mal an einer Hand abzählen wie das mit der EU mittelfristig weiter geht?


    Ich bin kein Freund der Lindner-Rhetorik, aber nur Nettoempfänger wird nicht funktionieren : )

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