Cold War Reloaded - Der neue Ost-West Konflikt

  • Nämlich das jeder, der hier einseitig sein Narrativ durchboxt und den Gegner als das einzig ultimativ Böse darzustellen versucht, ein Agent ist, der zur Not auch am Grabbeltisch eines Bücherladens Zeit verbringt, um sich ein Argument zurechtzuschustern. Nicht glaubwürdig.

    Zumal Twitteur Sumlenny als ehemaliger Direktor des Ablegers der Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew wohl kaum als objektiver Analyst betrachtet werden kann. Aus dem fruchtbaren, antirussischen Schoß des grünen Parteithinktanks kamen auch dessen Ex-Leiter Ralf Füchs und seine Partnerin Marieluise Beck gekrochen, als sie ihr transatlantisch beseeltes Propagandainstitut "Zentrum Liberale Moderne" eröffneten und sich fortan hauptsächlich mit Agitation und Propaganda gegen Russland hervor taten.


    Das von Sumlenny hier kolportierte Narrativ fügt sich auch nahtlos in die in diesen tarngrünen Kreisen offenbar allenthalben als unumstößliches historisches Faktum angesehene Theorie des amerikanischen Bestsellerautors Timothy Snyder, der zwischen Stalin und Hitler keinen moralischen Unterschied mehr sehen will, und der den harten völkischen Nationalismus inklusive Nazi-Kollaboration in der Ukraine und anderen Osteuropäischen Regionen im Prinzip als alternativlosen Widerstand gegen den sowjetisch-russischen Terror der Zwischenkriegszeit relativiert.

  • Der Getreidekrieg

    Auf dem fruchtbaren Boden der Ukraine wuchs in Friedenszeiten Weizen für die ganze Welt. Jetzt sind die Felder vermint, die Straßen zerbombt und die Häfen blockiert. Für die Menschen in Nordafrika und dem Nahen Osten bahnt sich eine Katastrophe an.


    [...] Zwar arbeiten westliche Regierungen und Organisationen wie die Vereinten Nationen mit Hochdruck daran, die Ernte aus dem Land zu bringen. Auch die EU hat ihre Hilfe versprochen, prüft etwa den Transport auf der Schiene oder über die Donau und will der Ukraine die Einfuhrzölle erlassen. Doch das Unterfangen stockt zum Teil aus technischen Gründen, etwa weil die Schienen in der Ukraine und der EU unterschiedlich breit sind oder die ukrainischen Häfen an der Donau veraltet.

    Der russische Präsident Wladimir Putin beschuldigt unterdessen die westlichen Regierungen, durch ihre Sanktionen den Export von russischem Getreide zu erschweren. Erst wenn diese gelockert würden, wolle Russland den Weltmarkt beliefern. Lebensmittel sind nach westlicher Darstellung von den Sanktionen ausgenommen, doch Russland berichtet von angeblichen Problemen mit Schiffsversicherungen, Zahlungen und dem Zugang zu europäischen Häfen. Nach einem Treffen mit Putin fordert nun sogar der Präsident der Afrikanischen Union, Macky Sall, den Westen dazu auf, die Sanktionen für Weizen und Düngemittel aufzuheben. Er sieht auch die Sahelzone von einer Hungersnot bedroht, 60 Millionen Menschen seien betroffen. Afrika sei der Situation völlig ausgeliefert, sagte Sall.

    Angesichts der großen Unsicherheiten müssen sich die stark von Weizenimporten abhängigen Länder jetzt nach neuen Lieferanten umschauen – insbesondere, weil sie nur selten große Vorräte angelegt haben. Dem Nachrichtenportal „Salaam Gateway“ zufolge geht dem Libanon schon in weniger als einem Monat der Weizen aus, Ägypten kann sich demnach noch vier bis fünf Monate über Wasser halten. In Tunesien reichen die Vorräte laut der dortigen Regierung noch vier Monate. Ein Profiteur der Situation könnte ausgerechnet Russland sein, das schon vor dem Krieg der weltweit größte Exporteur von Weizen war. Präsident Putin kündigte unlängst eine „Rekordweizenernte” mit Exporten in Höhe von 50 Millionen Tonnen für das kommende Getreidejahr an.

    Der Ausfuhr russischer Agrarproduktion im Weg stehen aber tatsächlich zum Teil die Sanktionen des Westens, die dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium zufolge dazu führen werden, dass Russland im Erntejahr 2021/2022 9 Prozent weniger Weizen verschiffen wird als prognostiziert. Ukrainische Behörden haben zudem dazu aufgerufen, Weizenlieferungen aus Russland abzulehnen – oder im Falle der Türkei nicht den Bosporus passieren zu lassen – weil sich darunter auch aus der Ukraine gestohlenes Getreide befände.[...]

  • Habe ich gelesen Macron sagt er will nicht nach Kiew? Er will "zum rechten Zeitpunkt" nach Kiew, der sei wohl nicht jetzt?


    Traurig das Scholz diesem medial mit Maximaldruck geforderten Besuch nachgibt, obwohl seine Ablehnung der ukrainischen Apparatschicks ja offensichtlich ist. Wird wohl nichts rauskommen außer rückblickend merkwürdige Worte, der Menschen-Fleischwolf soll wohl wirklich noch 3 Monate laufen, vielleicht bis Kiew?

  • Now, according to Bloomberg’s sources, the German government, via state-held bank KfW Group, could approve a loan of between $5.2 billion (5 billion) and $10.4 billion (10 billion) to Gazprom Germania. This loan could come as early as this week, the sources told Bloomberg, adding that plans are not final and could still change.


    The Federal Network Agency of Germany, Bundesnetzagentur, told Bloomberg it wouldn’t comment on speculation, noting that all parties involved with Gazprom Germania are “working intensively to keep business operations going.”


    Vielleicht einfach 200 Selbstsanktionen weniger? : )




  • Nach hundertfachen Artillerie und Raketenbeschuss auf eine bewohnte Stadt im Donbass werden wohl die Samthandschuhe ausgezogen. DAS ist der Unterschied was Russland nicht tut, was sie mit Kiew nicht taten, was die Ukraine ein Jahrzehnt lang tut, auf "Untermenschen" schießen.


    Sämtliche Waffenlieferungen in die Ukraine gehen direkt zu Azov/Kraken, den Ultranationalisten mit gefestigter Ideologie, die agieren weit außerhalb dessen was die reguläre Armee tut.

  • Ausländische Soldaten berichten von ihren Erfahrungen im Ukrainekrieg.

    Von die Ukrainer Nutzen uns als Kanonenfutter, bis ich habe hier wirklich die Freiheit des Westens verteidigt, alles dabei. Immer beachten, muss nicht alles stimmen was die erzählen, ich sehe da mehrere Motive wieso jemand etwas schlimmer oder weniger schlimm darstellt als es war.


    Ein Brite dem es schon vor dem Einsatz zu heikel geworden ist und einer der wieder hinmöchte.


    Junger Brite und junger Amerikaner mit gemischten Erfahrungen und viel Idealismus.

    (Achtung, Blut und Tote Menschen sichtbar)


    Unerfahrener Kanadier, der mit erfahrenem kanadischen Scharfschützen gearbeitet hat.


    CNN, good vs evil

    Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts die Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ihre verfassungsmäßige Ordnung beschimpft oder böswillig verächtlich macht oder die Farben, die Flagge, das Wappen oder die Hymne der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder verunglimpft.

    2 Mal editiert, zuletzt von Adelheid ()

  • Sieht so aus als hätten die Angriffe auf Donetsk-Stadt einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. (Die Erklärung der Ukrainer ist, dass die Separatisten oder Russen die Stadt selbst beschießen). Man muss aber sagen, dass die Zahl der Opfer wohl immer noch kleiner ist, als bei diesem einen Totschka-U-Angriff im März (ich meine nicht den in Kramatorsk).


    https://tass.com/world/1464231


    Zitat

    The shelling of Donetsk by Ukrainian troops on Monday was the most powerful and prolonged one over the duration of the entire conflict, the representative office of the Donetsk People's Republic at the Joint Center for Control and Coordination of the Ceasefire Regime said. "In two hours, almost 300 MLRS rockets and artillery shells were fired," the office said. According to TASS correspondent, the building of a maternity hospital in Donetsk was hit and caught fire.


    Es ist schon erstaunlich, dass man bei allgemeiner Knappheit dafür Munition aufwendet. Andererseits braucht man nicht soviel, um Schaden anzurichten wie bei einem Artilleriegefecht, so dass, wenn man bei den Gefechten sowieso unterlegen ist, das ein "besserer" Einsatz der Munition ist. Der Nutzen scheint freilich einzig in Bestrafung zu liegen. Höchstens könnte man so versuchen die Gegenseite zu provozieren (zum Beispiel, dass sie diese Front priorisiert und dadurch andere entlastet werden).


    Insofern wird jetzt irgendein Gegenschlag erwartet. Die Alternative ist, dass die Stadtbevölkerung darauf warten muss, dass sich die Front von Donetsk weg bewegt, wobei der Beschuss auch nicht aus unmittelbarer Nähe der Stadt kommen muss.


    Die Separatisten haben erstmal sowas wie eine Verstärkung angekündigt:


    Zitat

    Head of the Donetsk People’s Republic (DPR) Denis Pushilin announced the need for additional allied forces, primarily from Russia, due to the intensified shelling of Donetsk and other cities of the republic by the Armed Forces of Ukraine.


    "The enemy has literally crossed all boundaries, using prohibited methods of warfare, residential and central districts of Donetsk are being shelled, and other cities and towns of the DPR are also under fire. An understanding was reached that all the necessary additional forces of the allied forces will be involved, primarily from Russia," he said.


    Das Politikum ist hier natürlich die behauptete Verwendung westlicher Waffen (gibt Bilder der Munition am Einschlagsort):


    https://tass.com/world/1464213


    Zitat

    The barbaric shelling of Donetsk, including the city center, started after Western countries began to supply Ukraine with heavy weapons, Deputy Head of the DPR's People's Militia Eduard Basurin said on Monday.


    "Primary shelling in the city center [of Donetsk] started after the West decided to supply heavy weapons to Ukraine," he said. "Such barbaric shelling happened when other countries started supplies of large quantities of weapons to Ukraine," Basurin told reporters.


    According to him, over the past 10 days, the city has been shelled using 155 mm NATO artillery, as well as Smerch and Grad MLRS.


    Wobei der Zusammenhang denke ich eher ist, dass die militärische Situation für die Ukraine im Donbass kritisch ist. So dass der Westen Artillerie liefern musste und sich gleichzeitig das Fenster für solche Angriffe schließt.

  • Eventuell kann sich die EU-Kommission darauf zurückziehen, dass sie dieses Unternehmen nicht [zu Sanktionen] verpflichten. Manche Unternehmen haben von sich aus die Zusammenarbeit eingestellt - oder zumindestens scheint es so. Der Anlass dafür waren dennoch die Sanktionen. Allerdings kann es genauso gut sein, dass die Bank von dem Versicherer von dem Spediteur durch die Sanktionen im Finanzbereich nicht mehr mit russischen Entitäten zusammenarbeiten darf, weshalb der Versicherer die Ladung nicht versichert und der Spediteur, den Auftrag nicht annimmt.


    Eine Bestätigung, dass sich genau solche oder ähnliche Szenarien abspielen:


    https://www.bloomberg.com/news…als-to-unlock-grain-trade


    Zitat

    The EU and the US have built exemptions into their restrictions on doing business with Russia to allow trade in fertilizer, of which Moscow is a key global supplier. But many shippers, banks and insurer have been staying away from the trade out of fear they could inadvertently fall afoul of the rules.


    Diese Art von sekundären Wirkungen ist allerdings von Anfang an vorhergesagt worden. Die USA versuchen den Handel mit Dünger anzukurbeln, aber durch Versorgungsmangel und entsprechende hohe Preise ist auf jeden Fall schon ein Schaden (über die ohne Sanktionen schon bestehende Knappheit hinaus) entstanden.

  • Der Britische Ex-Diplomat und Menschenrechtsaktvist Craig Murray war in der Türkei als mit Russland verhandelt wurde. Was er von dort berichtet deckt sich jedenfalls auch mit dem was im FAZ-Artikel (s.o.) steht:

    US Prolongs Ukraine War

    With no hope of a ceasefire soon, Turkey has turned to the more limited goal of ensuring that grain supplies can be shipped out from the Black Sea through the Bosphorus.


  • https://thehill.com/opinion/en…-nuclear-power-dominance/


    Zitat

    The impacts Western-allied countries are facing due to Moscow’s sway over global oil and natural gas markets are real and well understood by now, even if solutions remain difficult. But those nations also face another level of energy risk that has received less attention as the war in Ukraine drags on: Russia’s considerable share of the global nuclear power market.


    [...]


    The stark reality is that if Russia stopped delivery of enriched uranium to U.S. power companies, the U.S. could see impacts on reactor operation possibly this year or next. That could lead to reactor outages, and given nuclear power is over 20 percent of the generation capacity in areas of the country, electricity prices would jump even further than today’s electricity price inflation. There may not be even enough power in those regions to cover demand.


    Was zum? Es ist erstaunlich wieviel offenbar vom Willen der Russen abhängt weiter mitzuspielen.

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