Stammtisch & Kaffeekranzerl

  • Ein Spruch fürs Phrasenschwein: Ein löchriger Käse schmeckt immer noch besser als Luft. Ist am Ende auch ein Verhandeln von Verhältnismäßigkeit. Das Sonntagsfahrverbot gilt noch, trotz zu vieler Ausnahmegenehmigungen. Ich glaube, mancherorts darf man sonntags auch kein Auto waschen, was wiederum fragwürdig erscheint.

  • ...kannst doch nicht leugnen, dass durch die gesetzliche Sonntagsruhe definitiv überall weniger passieren und gearbeitet werden kann, wodurch es z.B. auch viel weniger Anlass gibt an diesem Tag prekäre Beschäftigung zu schaffen oder Ressourcen zu verbrauchen.

    Eher prekär beschäftigte Menschen die ich kenne arbeiten am Sonntag, Feiertag oder in Nachtschicht oft sogar lieber als regulär in der Woche, neben mehr Ruhe auf der Arbeit (auch nicht unwichtig wenn weniger Stress auf der Arbeit ist) gibt es da nämlich durch Zuschläge auch mehr Geld für die gleiche Arbeit, viele Menschen dürften das bevorzugen anstatt die gleiche Arbeit tagsüber in der Woche mit mehr Stress für weniger Geld zu erledigen.

  • Jetzt interessiert mich aber auch, wie man es anders sehen kann, als dass der Rechtsstaat ein neuzeitliches Phänomen ist?


    Also ich meine schon den Staat und eigentlich ging es ja um den Unrechtsstaat.


    Der Begriff des Rechtsstaats ist sicherlich neuzeitlich, aber die Kernidee, die Rechtsbindung des Staates, ist ein alter Ansatz der Rechtsphilosophie. Die Idee, dass Herrschaft duch Regeln gebunden ist, ist sogar noch älter. Man könnte das ausgearbeitete Konzept in der Moderne verorten, aber selbst da würde ich Zweifel anmelden, weil es doch eigentlich eher eine Synthese und Weiterentwicklung frühmoderner und vormoderner Beispiele der Bindung staatlicher Gewalt durch Gesetze ist. Die Magna Charta als ein prominentes Beispiel ist keine Errungenschaft der Neuzeit.


    War das römische Reich, in dessen Tradition sich die USA sehen, ein Rechtsstaat und wenn ja, (bis) wann.


    Rechtsstaatliche Elemente gab es natürlich, allein mit dem ausgearbeiteten Straf- und Prozessrecht. Die Überlegung was alles rechtsstaatlich an einem Regime ist, scheint mir auch der sinnvollere Ansatz zu sein.


    Bis Konstantin, dann war das Christentum zu stark.


    Der Charakterisierung des Römischen Reiches als Übergang vom Prinzipat zum Dominat in seiner Spätphase wird von der neueren Forschung wohl bestritten.

  • Heißt das alle staatliche Macht ist an Alkoholisierung gebunden?

    Naja, vllt. nicht alle Macht, aber es ist z.B. unter anderem ein altbewährtes Mittel zur Beruhigung des Volkes.

    1848 verhinderte der Ausschank von Freibier in München möglicherweise blutige Unruhen. Der unbeliebte König Ludwig I. (Großvater von Ludwig II.) hatte die Münchner durch sein autoritäres Wesen und auch seine Affäre mit der irischen Hochstaplerin „Lola Montez“ gegen sich aufgebracht. Eine Volksmenge stürmte das mittelalterliche Zeughaus am Jakobsplatz (mittlerweile das Stadtmuseum), bewaffnete sich mit Helmen, Schwertern, Hellebarden und Schilden und marschierte zur königlichen Residenz, wo sie Fensterscheiben einwarf. Der bedrohte Ludwig I. reagierte besonnen und ließ, anders als der preußische König, nicht auf seine Münchner schießen. Er rief seinen beim Volk beliebten Bruder Carl, der Freibier ausschenken ließ. Die Menge beruhigte sich und brachte sogar den größten Teil der mittelalterlichen Waffen ins Zeughaus zurück, das danach aufgelöst wurde.

    Und auch Helmut Kohl z.B. hat die Leute immer mit Freibier Werbung auf den Plakaten angelockt...

    KAS-Ohne_Ort-Bild-6376-1.jpg

  • Wie historische Abbildungen (s.u.) eindeutig belegen, war schon in der sklavenhalterischen römischen Diktatur im Rechtsstaat des frisch gebackenen römischen Reiches um 50 v. Chr. die exzessive Anwendung alkoholhaltiger Substanzen fester Bestandteil der Regierungsgeschäfte:

    https://cdn.radiofrance.fr/s3/cruiser-production/2017/10/75025d0f-5b70-4bc9-b35e-58c3e4d43004/838_asterix.webp

    (Auch wenn man dem Diktator Kaiser selbst wohl nachsagte, er sei ein humorloser Asket gewesen, der sich nichts aus Wein, Weib und Gesang gemacht habe)

  • Wie historische Abbildungen (s.u.) eindeutig belegen, war schon in der sklavenhalterischen römischen Diktatur im Rechtsstaat des frisch gebackenen römischen Reiches um 50 v. Chr. die exzessive Anwendung alkoholhaltiger Substanzen fester Bestandteil der Regierungsgeschäfte:

    https://cdn.radiofrance.fr/s3/cruiser-production/2017/10/75025d0f-5b70-4bc9-b35e-58c3e4d43004/838_asterix.webp

    (Auch wenn man dem Diktator Kaiser selbst wohl nachsagte, er sei ein humorloser Asket gewesen, der sich nichts aus Wein, Weib und Gesang gemacht habe)

    Hab mal gehört, Caesar soll schwul gewesen sein.


    Oh und später bei Augustus gibt es Überlieferungen von so Festen, die drei Tage lang waren und riesiegen Triumphumzügen durch Rom. Das soll gar Teil seiner Autorität sein, die seine Herrschaft rechtfertigte. Wichtiger war aber wohl eher, dass er (wie Caesar davor) den Soldaten der Armee jeden nach Dienstende eine Pension und ein Haus versprochen hat, sodass er die Armee mit dem Feldherren (wie Agrippa) hinter sich hatte und mit dem Senat (der auch nur aus Eliten mit Grundbesitzern bestand) besser verhandeln konnte.

  • ja nee is klar, der "gute" Rechtsstaat hat natürlich nachhaltig gerecht und mit Teilhabe für alle aus den(m) Wolken(kuckucksheim) zu fallen (leider von den hellenischen Barbaren in ihren Unrechtsstaats-Poleis entlehnt).

    Wer braucht schon eine historische Entwicklung, die Rom zumindest in Kontrast zum damaligen Recht unserer Breiten wo man genau soviel Rechte hatte wie die eigene Sippe bereit/ fähig war in Fehde zu erstreiten, wenn er das Ende der Geschichte fest im Blick hat.



    Mist, wieder das Brot vom Spieß gefallen...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!