Stammtisch & Kaffeekranzerl

  • Hey Skynet, Frage: "Was bedeutet virtue signaling, und wie peinlich kann man das betreiben?"



    Wer so ein wirklich knallharter Narzisst ist, der hat noch keinen Völkermord gefunden, den er nicht zur eigenen Selbstbeweihräucherung hätte missbrauchen können.

  • Wackelige Theorie, die ausgerechnet ein Chinesischer Lehrer etwas ernsthafter behandeln dürfte. Die Ein-Kind-Politik war ja z.B. kein Ausdruck eines Staates, der „schwach werden wollte“, oder? Die wollten ihre Modernisierung und soziale Kontrolle sichern, weil man eben nicht zu wenige, sondern zu viele Menschen als Risiko für Wachstum gesehen hat. Da war nix mit militärischer Masse, sondern Bevölkerung als zu verwaltende ökonomische Variable. Moderne Staaten sehen meiner Meinung nach Bevölkerung flexibel, und zwar mal gilt Nachwuchs als strategische Ressource, mal als Belastung. Das heißt aber nicht, dass man Zahnpasta nicht zurück in die Tube bekommt. Wenn man es nur ernsthaft probiert, dann geht auch das bis zu einem gewissen Grad, aber gekleckert wird am Ende immer..

    Ja jetzt kommst du Schlingel ausgrechnet mit der längst obsolteten Ein-Kind-Politik um die Ecke, die ich in Bezug auf die Enstehungsgeschichte von Nationalstaaten für wenig relevant halte. Da sind wir dann historisch etwas verrutscht. Und dass da "nix" wäre, ist wie die meißten absolute Aussagen dann aber genauso wackelig, wie einige Arbeitshypothesen des remigrierten Chinesen. .


    Er machte da schon einen interessanten Punkt, der noch etwas weiter führt als die bloße Größe des Heeres durch Akkumulation von Hoheitsgebieten, nämlich der Identifikation der Soldate für eine größere Sache, statt zuvor üblicher Söldnerheere. Wie so oft kann man sich über Kausalitäten und Folgen streiten. Deshalb muss man Thesen auch nicht einfach für bare Münze nehmen, sondern als Anregung zum (obacht) querdenken.


    Um die These selbst ging es mir eiegentlich auch gar nicht, sondern die Auswirkungen inklusive der Demografie als Hebel für militärische Planung. Weiß ich nicht, wie du jetzt darauf kommst, da wäre gar nichts (gewesen).

    The surest way to tame a prisoner is to let him believe he's free.

  • Um die These selbst ging es mir eiegentlich auch gar nicht, sondern die Auswirkungen inklusive der Demografie als Hebel für militärische Planung. Weiß ich nicht, wie du jetzt darauf kommst, da wäre gar nichts (gewesen).

    Ja gut, "nichts" ist bei mir aus der Lamäng, geschrieben, wie de Kölner sagt. Ich hab ja auch selbst gesagt, dass Staaten Populationen am liebsten nach ihrem Gutdünken steuern würden und das im Zweifel nach unten gut funktioniert, nach oben not so much (aber ggf. besser als gar nicht).

  • So einen Aufstand zu machen, bloß weil Eva Herrmann damals meinte, es sei doch nicht alles schlecht gewesen beim Hitler war aber auch echt ein bisschen drüber. Heute wird man mit Tradwife-Content Internet Star.

    Der Andreas und die Eva sind zu guter Letzt auch Internetstars geworden.

    Popp ist auch so ein nach rechts offenes Scheunentor wie Mausfeld.

  • Okay, lol!

    Ist schon ein paar Jahre her, dass ich zuletzt was von Andreas Popp konsumiert habe. Anscheinend hat sich in deren Welt das Rad zwischenzeitlich weitergedreht.


    Edit: Herman habe ich da eher am Rande wahrgenommen, weil mich ihre stundenlangen Vorträge zur Wichtigkeit des Stillens von Kindern nicht so wirklich interessiert haben. Ganz klarer Fehler wie es scheint. 🙃

  • Zitat

    Der programmierte Eklat


    Das war so fair, als würde man einen Nichtraucher und Vegetarier zu einem späten Verbündeten von Adolf Hitler erklären. Und da verlor sogar Eva Herman die Contenance. "Ich möchte nicht mehr Stellung nehmen", sagte sie, "es sind auch Autobahnen gebaut worden, und wir fahren heute drauf." Worauf Kerner feststellte: "Autobahn geht nicht!", Senta Berger drohte: "Ich gehe jetzt!", und Margarethe Schreinemakers kreischte: "Das ist unerträglich!" Dabei war das der einzige Satz, den Eva Herman sagte, der richtig war und an dem es nichts auszusetzen gab.


    Als die Sendung 2007 lief war sie schlicht konservativ - die Bücher kamen nach der Kündigung und den ganzen Eskalationen. Wenn man jemanden so isoliert weil er das Wort "Autobahn" sagte, dann muß man sich nicht wundern wenn er andere Gesellschaft findet. Götz Aly hätte es mit mehr Beispielen untermauert: Jahresurlaub, Krankenversicherung, Steuerklassen, Kindergeld, Wohnungsbau, Tierschutzgesetze, und alles vor dem Krieg, damals eingeführt und bis heute vorhanden. Das "wirkte" natürlich, aus damaliger Sicht und das sollte man schon erklären dürfen, ohne die späteren Verbrechen zu vergessen.


    Meiner Meinung nach war sie keine Nazibraut die man bei Kerner "entlarvte", zweifellos ist ihr Leben danach in eine ungute Bahn gekommen und ich denke Provokation ihrerseits spielte bei den Büchern auch eine Rolle.


    So weit ich das beurteilen kann halte ich nix von ihr und den Büchern oder Statements, das kann man problemlos auf alle Beteiligten der Sendung ausweiten.

  • Also nur um das klar zu stellen:


    Wenn ich behaupte, die Frau sei rechtsradikal, dann heißt das nicht, dass ich sie für eine "Nazi-Braut" halte. Alexander Dobrindt ist meiner Ansicht nach auch rechtsradikal, aber deswegen noch kein Nazi-Bräutigam.


    Herman wird damals als langjährige Moderatorin der Tagesschau schon gewusst haben, was sie für einen medienwirksamen Eklat damit verursachen würde, in aller Fernsehöffentlichkeit nicht nur "Autobahn" zu sagen, sondern in ihrem literarischen Hauptwerk auch ein Frauenbild zu bewerben, das selbst die meisten politisch konservativen Frauen auch damals schon als rückständig ablehnten.

  • Machen wir das jetzt mit all unserem Bio-Müll so?

    Zitat

    Toter Wal vor dänischer Insel: Ist es das Tier aus der Wismarbucht?

    Stand: 15.05.2026 • 12:51 Uhr


    Vor einer dänischen Insel ist ein Wal angespült worden. Noch ist nicht klar, ob es das Tier ist, das wochenlang in der Kirchsee vor der Insel Poel lag. Im Laufe des Tages sollen Untersuchungen Klarheit darüber bringen.

    Ich lehn' mich einfach mal aus dem Fenster und sag', das war "unser Wal". ^^

  • Wer so ein wirklich knallharter Narzisst ist, der hat noch keinen Völkermord gefunden, den er nicht zur eigenen Selbstbeweihräucherung hätte missbrauchen können.


    "... ohne Angst in Deutschland leben können"


    Das kann niemand, keine Schwulen Männer die Händchenhalten wollen, normale Deutschkartoffeln diee irgendwo rumlaufen, wenn der Kontoauszug aus dem Automat kommt - alle haben Angst - willkommen im Club wenn Leute das jetzt entdecken.

  • Ich tu das mal hier rein, weil OT im Dogru-Thread:


    Ja die ist eigentlich in allen anderen Fragen stabil auf Linie mit Sonneborn. Aber wenn es um Israel geht, hat sie - wie so ziemlich alle anderen deutsch(sprachig)en Berufsintellektuellen und Theatermenschen - riesige Scheuklappen auf, die sie auch nach dem größten Massenmord zur "Selbstverteidigung" ums Verrecken nicht absetzen will:


    Der Jacobin-Artikel, den sie hier kritisiert, ist von Tomer Dotan-Dreyfus, einem in Deutschland lebenden jüdischen Israeli, der auch schon mal bei Jung & Naiv zu Gast war, und der weder dabei, noch hier in Jacobin den 7. Oktober verharmlost, wachsenden Judenhass in Kauf nimmt, die Geschichte vergisst, oder die israelische Regierung mit der ganzen Bevölkerung gleichsetzt.


    Aber Berg kann offenbar einfach nicht anders, als bei Kritik an der fortgesetzten ethnischen Säuberung Palästinas, am völkisch-religiös-ultranationalistischen bis faschistoiden Charakter des heutigen israelischen Zionismus und am Umgang vieler deutscher Linker damit, den antrainierten Beissreflex einer staatstragend vergangenheitsbewältigten, linken deutschen Kultur-Bildungsbürgerin loszulassen und dem Kritiker implizit Judenhass als Motivation zu unterstellen (auch wenn der selbst Jude ist!), um ihn damit von vorne herein zu diskreditieren, ohne überhaupt auf den eigentlichen Inhalt der Kritik einzugehen.


    Das war übrigens auch schon lange vor dem 7. Oktober so:

    Die Linken werden den Juden nie verzeihen

    Irgendwie systemkritische und linke Europäer lieben Opfer. Die Juden waren in der Vergangenheit sehr oft Opfer. Wenn sie sich heute wehren, kann das der moralisch gute Europäer einfach nicht ertragen.

    Die Logik von sogenannten Linken ist mithin schwer nachzuvollziehen.

    "Israel provoziert dritte Intifada":  Was will uns die seit Jahren in der Demokratie Israel angenehm lebende "taz"-Journalistin Susanne Knaul mit dieser Überschrift sagen? Dass Jüdischsein per se schon eine Zumutung und Provokation sondergleichen ist? Die Mehrheit der Berichterstattung und mit ihr der kritischen Leser (vergleiche z.B. hier ) ist sich wieder einig. Und weiter an der Tagesordnung. Die Linke, falls es so etwas heute noch gibt, oder sagen wir besser, die gut lebenden systemkritischen Bürgerinnen und Bürger, werden den Juden nie verzeihen, dass sie keine Opfer mehr sein wollen.

    Der systemkritische, gut verdienende Europäer liebt Opfer. Sie haben so eine Aura von bewaffnetem Kampf und Abenteuer. Die Palästinenser, die PLO, die roten Brigaden, Sie wissen schon. Gegen den Kapitalisten, den da oben, den Feind, gegen Amerika, das uns die verdammte Demokratie gebracht hat. Die Solidarität der oft gut verdienenden, aber aus irgendwelchen Gründen frustrierten System- oder Kapitalismusgegner mit dem, den sie für den Verlierer des kapitalistischen Kampfes halten, überdauert selbst die Erkenntnis, dass im Wettkampf - und zwar um was auch immer - derjenige verliert, der Gleichberechtigung und Demokratie ignoriert.

    Dass Wohlstand Bildung voraussetzt, Menschenrechte, Meinungs- und Pressefreiheit - ach, scheiß der Hund drauf, lallt der loyale Linke, und schreibt schnell noch einen Hetzeintrag in ein Forum. Dass der Großteil des aktuellen Bullshits auf der Welt im Moment von islamischen Fundamentalisten ausgeht - egal. Die Israelis, die Juden, die Amerikaner, die alte Leier, der Wahnsinn. Der sich von Generation zu Generation zu vererben scheint.

    Keiner weiß mehr genau, warum seine Eltern irgendwann mal links waren. Was sie wollten, wer Marx war (Jude), was er so wollte. Übernommen wird nur der rigide Stumpfsinn, der ideologische Restmüll, der aus Mündern und Hirnen kommt, die in einem Kopf sind, dessen Körper sich mit amerikanischen Kapitalistenprodukten vollhängt.[...]

    Mal abgesehen davon, dass sie hier schlicht Unsinn verbreitet - Marx hatte zwar vom Judentum zum Christentum konvertierte Eltern, hat sich aber selbst nie als jüdisch, oder überhaupt religiös gesehen, sondern sowohl christliche als auch jüdische Religiosität scharf kritisiert, und er war somit allenfalls nach antisemitischer Rassenideologie ein "genetischer" Jude -, ist ihre Polemik gegen linke Judenhasser, die es nicht ertrügen, wenn Juden keine Opfer sein wollen und sich verteidigen, eine reine Projektion, denn Berg erklärt hier selbst in bester (anti-)deutscher Manier "die Juden" zu ewigen Opfern des linken oder sonstigen Judenhasses. Etwas anderes als Opfer schrecklichen Unrechts können Juden für Leute mit dieser speziell deutschen "antifaschistischen" Haltung offenbar einfach nicht sein - schon gar keine Täter.


    Im Zweifel sind die Juden und JüdInnen Israels dann eben Opfer ihrer eigenen demokratisch gewählten Regierung und ihrer most moral army in the world, wenn die in ihrem Namen einen grausamen Rachefeldzug in Gaza führt und dabei einen Massenmord an unbewaffneten ZivilistInnen und Kindern verübt, um die ethnische Säuberung Palästinas voran zu treiben.

    Nach dieser Lesart sind Netanjahu und seine faschistischen Koalitionspartner samt ihrem ethnoreligiösen Fanatismus eben einfach über das nichtsahnende jüdische "Volk" gekommen. Mit dem Zionismus als völkischer Staatsideologie und Jahrzehntelanger ultranationalistischer Propaganda hat das offenbar nichts zu tun.

    6 Mal editiert, zuletzt von Utan () aus folgendem Grund: Gerade nochmal nachgelesen und tatsächlich gemerkt, dass nicht nur Marx' Vater sondern auch seine Mutter vom Juden- zum Christentum konvertiert waren. Entsprechend korrigiert. Link zu Marx' "Zur Judenfrage" gesetzt.

  • Aber ein Text von 2014 entspricht möglicherweise nicht mehr ganz ihrer heutigen Sicht.

    Deshalb habe ich ja auch einen TwiX von ihr zitiert, der erst ein paar Wochen alt ist und völlig undifferenziert auf einen Jacobin-Artikel Artikel reagiert, in dem der Zionismus kritisiert wird.


    Man findet auch noch mehr aktuelle Beispiele, aber die twiXxt und retwiXxt ziemlich viel und zu allen möglichen Themen. Sich da durch zu wühlen artet dann auch mir in zu viel Arbeit aus.

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