Schönes Fundstück:
(...) Jemand hat gesagt, der Patriotismus sei die letzte Zuflucht der Kanaillen - wer keine moralischen Prinzipien hat, wickelt sich gewöhnlich in eine Fahne, und die Bastarde berufen sich stets auf die Reinheit ihrer Rasse.
Die nationale Identität ist die letzte Ressource der Entrechteten und Enterbten.
Doch das Identitätsgefühl gründet sich auf den Haß, Haß auf den, der nicht mit einem identisch ist. Daher muß man den Haß als zivile Leidenschaft kultivieren.
Der Feind ist der Freund der Völker. Man braucht immer jemanden zum Hassen, um sich im eigenen Elend gerechtfertigt zu fühlen. (...)
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Friedhof_in_Prag:
Der Titel Der Friedhof in Prag bezieht sich auf die Legende, dass der jahrhundertealte jüdische Friedhof in Prag seit jeher ein beliebter Treffpunkt für Spione und Agenten gewesen sei, die angeblich dort Pläne zur Beherrschung der Welt vereinbart hätten. In Ecos Roman geht es um die Entstehung und Verbreitung von Verschwörungstheorien und die Wirksamkeit des lediglich Behaupteten vor dem Hintergrund der Leichtgläubigkeit der Menschen im 19. Jahrhundert und später.
Ich hab den Roman nicht gelesen, frage mich aber spontan, warum nicht Nationalismus. Empfinde ich fast als treffender.