Stammtisch & Kaffeekranzerl

  • Aus eigener Erfahrung heraus denke ich es ist nicht unbedingt die Nachtschicht welche das Problem ist sondern der Rest der Gesellschaft welche im Frühaufsteher Modus einfach keine Rücksicht nehmen auf Menschen die eher Typ Nachteule sind bzw in Spätschicht oder Nachtschicht arbeiten, aus eigener Erfahrung legt man sich dann früh am Morgen ins Bett und draußen auf der Straße geht dann plötzlich ein Presslufthammer an oder der Nachbar arbeitet mit der Schlagbohrmaschine oder Kettensäge etc, dann bekommt man garkeinen Schlaf mehr...man sollte das nicht einfach ausblenden...außerdem dieses ständige sinnlose wechseln zwischen Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht, sowas sollte mMn verboten werden, damit macht man sich seinen Schlafrhythmus komplett kaputt und kann irgendwann zu keiner Zeit mehr richtig gut schlafen.

  • ...außerdem dieses ständige sinnlose wechseln zwischen Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht, sowas sollte mMn verboten werden, damit macht man sich seinen Schlafrhythmus komplett kaputt und kann irgendwann zu keiner Zeit mehr richtig gut schlafen.


    Ja, die meinte ich. An konstante Nachtarbeit (Domian) kann man sich genau so gewöhnen wie an alles andere, das wöchentliche Wechseln ist permanent unangenehm. Andersrum läuft unsere Gesellschaft nur so, mit 30 kann man das auch noch wegstecken, aber Gesundheit kann sich sehr langsam aber konstant ändern - sieht man nicht direkt am nächsten morgen im Spiegel : )

  • Mir recht, aber schaff dir keine Kinder an.

    Denen ist zwar egal wie lange du aufbleibst, aber der Tag beginnt spätestens um 7 resistance is futile.

  • Ich bin kein Stück religiös, aber ein verlässlicher Ruhetag, wie ihn eigentliche alle Kulturkreise kennen, halte ich für eine gute Sache. Die Holländer waren uns in Sachen Liberalisierung immer etwas voraus. Die verkaufsoffenen Sonntage bei uns haben immer etwas von Volksfeststimmung. Ich habe ein paar Jahre in einer Touristenstadt gewohnt. Dort hat auch die Gastronomie profitiert. Wobei hier noch infrage stehen dürfte, ob der Konsum nicht eigentlich nur zeitlich verlagert wird. Ich kann jeden Euro nur einmal ausgeben.


    Aber ohnehin gibt es, außer Konsumsteigerung, keinen praktischen Grund mehr Zeit dem Konsumieren zu opfern. Alleine das bedeutet schon mehr Ressourcenverbrauch, den wir ja einschränken sollten. Dazu kommt der nötige Verbrauch für das Aufrechterhalten der Infrastruktur bzw. Dienstleistung. Wenn es nach mir ginge, könnten wir noch einen zweiten gesetzlichen Ruhetag einführen. Ist ja nicht so, als könnte man bestimmte Dinge dann nicht mehr bekommen, stattdessen würde die Effizient eher steigen. Das ist in einer Konsumgesellschaft jedoch undenkbar.

  • Also ich gehe am Sonntag immer in die Kirche und Danke dem Schöpfer dafür, dass er seinem Geschöpf geboten hat, am siebten Tage die Arbeit ruhen zu lassen.


    ...Und natürlich dafür, dass er den Arbeitgebenden die Arbeit gegeben hat, auf dass sie dieselbe mindestens fünf bis sechs Tage in der Woche an ihre Arbeitnehmenden weiterreichen, wie es sich für eine ordentliche christlich-abdendländische Leistungsgesellschaft gehört.


    Wir sind ja hier nicht bei den faulen, gottlosen Wikingern.

  • Also ich gehe am Sonntag immer in die Kirche und Danke dem Schöpfer dafür, dass er seinem Geschöpf geboten hat, am siebten Tage die Arbeit ruhen zu lassen.


    ...Und natürlich dafür, dass er den Arbeitgebenden die Arbeit gegeben hat, auf dass sie dieselbe mindestens fünf bis sechs Tage in der Woche an ihre Arbeitnehmenden weiterreichen, wie es sich für eine ordentliche christlich-abdendländische Leistungsgessellschaft gehört.


    Wir sind ja hier nicht bei den faulen, gottlosen Wikingern.

    Also lieber gegen die Kirche wettern, als die Liberalisierung des Arbeitsmarktes zu verhindern oder was ist deine Position. Am Ende sind die Angestellten die Verlierer. Die 32-Stundenwoche wäre eine gute Ergänzung. Ein gesetzlicher Ruhetag, der die ganze Gesellschaft entschleunigt, hat jedoch eine ganz andere Wirkung.

    Die Nacht- und Sonntagsschichten dürften nämlich vor allem den Abgehängten aufgedrückt werden, inklusive Überstunden, die man machen muss, um seine Familie durchzubringen.

  • Meine Position ist,


    1. dass es offenbar nicht der Untergang der westlichen zivilisation wäre, wenn einfach insgesamt pro Kopf weniger gearbeitet würde, so wie das bei den Wikingern mal ausgetestet wurde, und wie es auch deutsche linke wie z.B. gerade erst Gregor Gysi bei Herrn jung im Studio vorgeschlagen haben, und dass...


    2. Die Idee vom arbeitsfreien Sonntag für viele Menschen bereits heute schon nur eine Idee ist.

    In der kapitalistischen Realität™ arbeiten hingegen Millionen von abhängig Beschäftigten nicht nur jede Nacht sondern auch an Sonn- und Feiertagen z.B. in Kinos, Theatern und Konzertsälen, im Fernsehstudio, an Tankstellen, in Krankenhäusern, auf Flughäfen, in der Gastronomie, bei der Polizei, bei der Feuerwehr, im ÖPNV, im Taxi, beim Lieferdienst etc. - egal ob sie Kinder haben, oder tatsächlich noch die christliche Arbeitsruhe würdigen, während die Bürgerliche Mitte ihre Freizeit dazu nutzt, in der Kneipe zu sitzen, sich in den Freitzeitausflug oder zur Abendunterhaltung fahren und fliegen zu lassen, oder ihre Alkoholvergiftung im Krankenbett auszuschlafen.

  • Natürlich geht das nicht. Aber es ärgert mich einfach, wenn Leute mit "regulären" Festanstellungen ihren heiligen Sonntag einfordern, aber kein Problem damit haben, in ihrer Freizeit die Arbeit anderer Menschen in Anspruch zu nehmen.


    Ich habe immer gerne Sonntags gearbeitet und tue es auch heute noch. Dafür habe ich unter der Woche auch mal Zeit zum Einkaufen oder andere Dinge zu erledigen, ohne dass ich mich dabei mit dem ganzen Rest der arbeitenden Bevölkerung schnell noch nach Feierabend vor dem Supermarkt um einen Einkaufswagen prügeln, oder ellenlang irgendwo Schlange stehen muss.

  • zu 1.) Da sehe ich hier null Widerspruch.


    zu 2.) Und darum sollte er ganz fallen? Ich hoffe ich verstehe dich falsch. Der Fokus auf die Feindbilder macht das Nachvollziehen nicht so leicht.

    Du kannst doch nicht leugnen, dass durch die gesetzliche Sonntagsruhe definitiv überall weniger passieren und gearbeitet werden kann, wodurch es z.B. auch viel weniger Anlass gibt an diesem Tag prekäre Beschäftigung zu schaffen oder Ressourcen zu verbrauchen.

    Man kann doch einfach mal den kulturell-historischen Hintergrund weglassen und die Fakten betrachten. Die Sonntagsruhe ist gesellschaftlich etabliert und ihre Wirkung jede Woche sichtbar. Aus meiner Sicht könnte man durchaus noch restriktiver sein.

    Es muss ja nicht gleich ein Sabbat-Modus im Fahrstuhl sein.

  • Gilt der Ruhetag eigentlich für irgendwen anderen außer dem Einzelhandel und den meisten Handwerkern noch so wirklich?


    Gerade auch durch Digitalisierung und Globalisierung sehe ich da auch immer mehr den Weg Richtung "jeder Tag ist Werktag".


    Und diese vermeintlichen Ruhezeiten nerven mich persönlich btw auch meist. Toll dass man offiziell nicht bohren oder so darf, aber die extralauten Maschinen dröhnen dann schön die Straße lang. Um mal selber was daheim an Arbeiten zu machen muss man fast schon Urlaub nehmen oder seinen Ablauf vollkommen umstellen, damit man nicht in die offiziellen Ruhezeiten kommt. Aber wenn man dann mal selber schlafen oder sich erholen möchte/muss hat man halt Pech, kann man dann ja in der Ruhezeit der anderen machen.


    Ich verstehe schon die Idee, aber das klappt dann halt auch nur wirklich, wenn jeder den selben Rhythmus und die selben Tages- und ähnliche Wochenabläufe hat. Und wenns am Ende mehr "Ausnahmen" als Regelfälle gibt, dann ists auch eher Verarsche.

  • ich muss beim Einkaufen eigentlich immer gegen Rentner kämpfen.

    Das scheint dann doch sehr vom sozialen umfeld in der Region abzuhängen.


    Bei mir im hippen "Szenekiez" verlagert sich das Kampfgeschehen eher auf junge Eltern Anfang Vierzig, die es wohl für geboten halten mit der ganzen Familie im Supermarkt auf Erlebnistour durch die Soziale Marktwirtschaft zu gehen.


    Der Nachwuchs muss schliesslich möglichst früh lernen, dass man sich für Papas Geld alles kaufen kann und dass man Papa dafür sonst nur nach Feierabend zu Gesicht bekommt.

    (Mutterarbeit ist ja dann in den ersten Jahren auch im "lifestyle-Linken" Milleu gerne mal von der eher unbezahlten Sorte.)

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