Klimawandel [Sammelthread]

  • Was ist die vermutete Entwicklung für die nächsten 10 Jahre.

    Jetzt mal abgesehen von den technischen Sachen, ein wichtiger Teil der Entwicklung den man mMn auch sehen sollte ist der demografische Wandel der einen Mangel an Arbeitskräften erzeugen wird, eigentlich genau zu einem Zeitpunkt wo wir jede Menge Arbeitskraft brauchen würden...ich denke um die Energiewende jetzt noch zu schaffen müssten wir irgendwie massiv umstrukturieren und staatllich eingreifen, einigen wirtschaftlichen Bereichen müsste man auch wohl die Arbeitskräfte entnehmen damit man irgendwie noch was reißen kann.

    Außerdem müssten wir solche Maßnahmen wie Zwang zur Installation von PV Anlagen auf allen Gebäuden einführen, nicht nur so neue Gebäude wie es die Grünen fordern, ich finde das lächerlich für eine grüne Partei, dafür ist es halt zu spät, wir brauchen einen Zwang zur Installation von PV auch auf alten Gebäuden, wir haben hier nur etwas über 50GW PV aktuell... und etwa 200GW kann man auf den Dächern installieren.

    Ähnliches dann bei Parkplätzen und Fahrradwegen usw...und wenn Besitzer von Gebäuden und Flächen das nicht selber machen wollen sollten sie dazu verpflichtet sein diese Fläche anderen Menschen oder dem Staat zur Verfügung zu stellen, so hart das klingt, aber solche Maßnahmen sind mittlerweile halt notwendig wenn man die Energiewende noch schaffen will.

    Aber ob solche disruptiven Maßnahmen tatsächlich statt finden würden/werden bezweifel ich doch sehr, die Mehrheit der Menschen wählen Parteien die einen anderen Plan haben...bzw eigentlich eher keinen Plan haben.

  • Auf den ersten Blick klingt das für mich nach Domino spielen.

    Und sie beginnen zu fallen:


    Die Gaspreise erreichen Rekordstände, auch Strom hat sich seit Jahresbeginn stark verteuert. Den ersten Anbieter zwingt das nun in die Knie – das Unternehmen muss Insolvenz anmelden.

    Die angespannte Lage auf dem Strom- und Gasmarkt hat erstmals im laufenden Jahr zur Insolvenz eines Energieanbieters geführt. Die mittelständische Otima AG aus Neuenhagen bei Berlin ist pleite. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite verkündete, wurde Insolvenz angemeldet und die Strom- und Erdgaslieferungen an die Kunden wurden eingestellt.


  • „Er ist da, der Preisschock. Gut so! Denn nur, wenn Öl und Gas spürbar teurer werden, kriegen wir die Erderwärmung in den Griff. Mehr Windräder und Solarenergie? So lange können wir nicht warten und sollten froh sein, dass wir gezwungen werden [...] achtsamer zu Heizen, weniger Energiefresser im Haushalt zu haben [...]. Und, wollten wir das nicht sowieso? Nur das jetzt die Märkte das Tempo diktieren und nicht die viel zu zaghafte Politik.”


    Danton 1.1 (trigger, trigger)


    Es ist allerdings nicht nur eine Gutheißung des Status Quo, denn da die Energiewende dauerhaft teuer würde und das Leben von Vielen heute schon durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen dauerhaft abgefedert, sei ein Energiegeld wegen der hohen Preise jetzt kurzfristig richtig. Langfristig bräuchte es aber statt ständig neue Einzelmaßnahmen einen Umbau der Sozialsystem. Die Reichen müssten ein bisschen ärmer werden und die Armen ein bisschen reicher. Etwa durch ein ordentlich ausgestattetes Grundeinkommen.


    Ich stimme ihm auch zu, dass Diskussionen darüber, wie wir möglichst viel möglichst billig Fossile Energie kriegen, nicht die Diskussionen sind, die geführt werden sollten. Ich meine es ist ein Kommentar und der Einstieg, um Aufmerksamkeit zu erregen, provozierend. Aber 10fache Preise in wenigen Monaten, gut so? Mal abgesehen davon, dass der CO2 Preis und die Energiewende dafür ja kaum verantwortlich sind. Steigende CO2 Steuern oder sinkende Zertifikatmengen sollten den Preis ja eigentlich mehr oder weniger schnell, aber vor allend Dingen kontinuerlich, also ohne große Sprünge ansteigen lassen.

  • Ja, ich hatte den Kommentar auch gehört und nur den Kopf geschüttelt. Bald werden sich mal alle ganz schön wundern. Also... keine Ahnung was der so raucht, aber wenn Stahl- und Aluminiumbetriebe oder Heidelberg-Zement andeuten, dass Sie dann mal die Produktionen schließen, dann heißt das, dass neue Probleme auf uns zukommen. Ich weiß nicht was diese Regierung gerade tut?! Die müssen einfach zum Hörer greifen, die Nummer der BNetzA wählen und um ein Gespräch über eine "vorläufige Inbetriebnahme" von Nord Stream 2 bitten. Dann ist der Spuk vorbei, das wars.... aber nööööö, man möchte den Russen lieber noch ein bisschen ärgern, den einen oder anderen Energieversorger Pleite gehen sehen und vielleicht noch die ein oder andere Werkschließung in Europa erleben. Hauptsache ist: "Man kauft nicht beim Russen!"

    Idioten, Vollidioten!

  • die Nummer der BNetzA wählen und um ein Gespräch über eine "vorläufige Inbetriebnahme" von Nord Stream 2 bitten.

    Oberste Bundesbehörde BMWi, Führung: Altmaier Peterle

    Bundesoberbehörde im Bereich des BMWi, Führung: Jochen Homann


    Sekretär von Peterle ruft Sekretär von Joman an:

    Klingel deinen Chef raus, sein Chef will ihm was anschaffen. (Ober sticht Unter, bzw. Oberst den Obere oder so; nix bitten und betteln)


    kurz drauf


    Peterl zu Joman:

    F "Der Russ kann und will Gasliefern, aber deine Regulierungsbehörde steht im Weg.

    N Bei uns falten die Versorger und die Verbraucher kriegen nen Rappel (wenn ihnen endlich wer erzählt was passiert).

    A Meine Absicht ist es die Mondpreise wieder auf Normalnull zurückzuholen.

    K Sieh zu, dass die Pipeline in Betrieb geht.

    I Ich erwarte Heizleistung, ich bin zwar der Verhinderer der Windkraft und Zerstörer unserer Solarindustrie, aber "Winter is coming!"

    Ausführung!"


    *klick*

  • Winter is Coming… daran dachte ich auch schon ^^

  • Ich glaube ja weiterhin nicht, dass es an Nord Stream 2 hängt. Insofern könnten wir doch mal auf die Eröffnung wetten. Alles zwischen morgen und nie. Ich würde sagen sie bekommen eine Betriebsgenehmigung Mitte Dezember (dieses Jahr, natürlich).

    Unter der Voraussetzung, dass es weiter eskaliert und die Wettervorhersagen Richtung kalten Winter gehen, kann ich mir das mittlerweile durchaus vorstellen. Ansonsten bin ich skeptisch. Ich hab seit gut 1,5Jahren Wetten laufen, dass die Pipeline nicht in Betrieb geht.

    Sollte die Ampel kommen, wird es nochmal schwerer. Ich glaube einfach bei unseren Politikern ist das Problem noch nicht so richtig angekommen. Die hoffen vielleicht auch einfach auf einen milden Winter in Vogel-Strauß-Manier.

  • Die ganzen Sanktionen gegen Russland zahlt man irgendwann selbst zurück, immer.


    Europa drängt Russland den Gas-Durchfluss durch die Ukraine zu erhöhen, Putin sagte eben, das alte Pipeline-System liege bei 80% Belastung und "wenn man Pech hat" könnte die ganze Route ausfallen - Russland spielt auf unserer Außen/Energiepolitik wie auf einer Kinderflöte - die Hilflosigkeit im Westen ist erschreckend. Ist auch erschreckend das Europa keine langfristigen partnerschaftlichen Strategien hat und statt dessen abwechselnd manisch oder depressiv reagiert und dann noch schmollend Hilfe vom sogenannten Feind einfordert...

  • Hier ist ein "reality check" von BBC zu der Frage: "Europe gas prices: How far is Russia responsible?" Die haben kein Fazit, aber ich würde sagen es ist: Puh ... vielleicht?


    https://www.bbc.com/news/58888451


    So und dann lese ich das hier:


    Zitat

    The UK's gas storage is currently at full capacity - but Russia only provides about 5% of the country's usage, so it's less reliant on Russian imports than other European countries.


    Also nicht nur importiert das United Kingdom offenbar fast kein Gas direkt aus Russland - da könnte man noch sagen, ja gut aber von Spotmarktpreisen in Europa sind sie genauso betroffen. Aber dann schreiben sie ja auch, dass deren Gasspeicher im Gegensatz zu denen im Rest von Europa und Russland voll sind.


    Aber sich hinstellen und mit am lautesten rumposaunen. Was erlaube?

  • Dann noch das hier:


    https://www.nytimes.com/2021/1…-nord-stream-germany.html



    Okay, scheint sich mit meiner Einschätzung zu beißen. Also habe ich mal das Transkript rausgesucht:


    http://kremlin.ru/events/president/transcripts/66916


    Zitat

    Х.Гэмбл: Заместитель Председателя Правительства Российской Федерации Александр Новак на прошлой неделе высказал предположение, что быстрое устранение регуляторных сложностей перед началом работы «Северного потока-2» может по крайней мере в краткосрочной перспективе смягчить газовый кризис в Европе. Скажите, пожалуйста, Вы получили от Европы какие то сигналы, что они могут ускорить этот процесс устранения административных барьеров, для того чтобы как можно скорее «Северный поток» заработал?


    В.Путин: Нет. Наоборот, мы видим, что административные барьеры не снимаются, существуют различные вопросы, связанные с Третьим энергетическим пакетом в Европе, которому подчиняется в том числе и этот проект. Там существует ряд деталей, с которыми я не хотел бы сейчас здесь вдаваться в подробности. Они существуют, эти административные барьеры, они пока не преодолены, не сняты. Знаю, что у компании «Северный поток-2» идёт дискуссия, в том числе и с немецкими властями. Немецкий регулятор должен принять соответствующее решение, а они пока этого решения не приняли. Но, конечно, если бы мы смогли увеличить поставки по этому маршруту, это уж на сто процентов, можно совершенно уверенно сказать, что напряжённость на европейском энергетическом рынке, конечно, существенно бы понизилась. Это повлияло бы, конечно, и на цены на европейском рынке на газ. Это очевидная вещь. Но административные барьеры пока не дают возможности это сделать.


    Das englische Transkript vom Kreml ist leider noch nicht vollständig: http://en.kremlin.ru/events/president/transcripts/66916


    Aber, ich glaube die Übersetzung der New York Times hat einen Fehler:


    Zitat

    Но, конечно, если бы мы смогли увеличить поставки по этому маршруту, это уж на сто процентов, можно совершенно уверенно сказать, что напряжённость на европейском энергетическом рынке, конечно, существенно бы понизилась. Это повлияло бы, конечно, и на цены на европейском рынке на газ. Это очевидная вещь.

    Zitat

    “Of course, if we could expand supplies along this route, then, 100 percent, I can say with absolute certainty, the tension on the European energy market would significantly decline, and that would influence prices, of course. This is an obvious thing.”


    Meines Erachtens ist da eigentlich gemeint, dass weil die Route, sprich Nord Stream, bereits zu hundert Prozent ausgelastet ist, man durch Hinzunahme von Nord Stream 2 auf jeden Fall mehr - also mehr, im Sinne von früher - Gas ausliefern kann, aber nicht im Sinne von dann sind sie bereit mehr Gas zu liefern, als von den momentanen Verträgen gedeckt ist.


    Die Überlegung dahinter ist, dass Gas, das über die Nord Stream-Route geht, auch nicht einfach auf einem anderen Transitweg geschickt werden kann, ohne den Preis zu verändern. Wenn der Kunde bereit ist draufzuzahlen um das Gas schneller zu bekommen, würde Gazprom das vielleicht auch tun. Ändert aber an der grundsätzlich engen Produktionsseite meines Erachtens nichts. Das Gas ist ja immer in irgendwelchen Zwischenspeichern und fließt nicht von Jamal bis nach Mecklenburg-Vorpommern durch.


    Naja, mal schauen, was die Kreml-Übersetzung draus macht.

  • Mein Gasspeicher ist auch voll. Frage mich, wie groß UKs ist.


    Upps, offenbar nicht allzu groß. Das erklärt dann wohl doch die Aufregung:


    https://www.theguardian.com/bu…to-winter-gas-price-hikes


    Zitat

    The UK’s stores hold enough gas to meet the demand of four to five winter days, or just 1% of Europe’s total available storage. The Netherlands has capacity more than nine times the UK’s, while Germany’s is 16 times the size.

  • Frage mich, wie groß UKs ist.

    Nicht groß, hier ein paar Füllstände von vor einigen Tagen im Vergleich:

    gsuk0hj6x.jpg

    Die Gründe für die niedrige Gasspeicherkapazität in UK sind auch interessant:

    ‘Relying on luck’: why does the UK have such limited gas storage?

    Analysis: Closure of huge storage plant, misplaced optimism in fracking and demise of North Sea gas have all played a part

    ...

    The UK’s stores hold enough gas to meet the demand of four to five winter days, or just 1% of Europe’s total available storage. ...

    ...The Rough storage facility, owned by Centrica, the parent company of British Gas, provided 70% of the UK gas storage capacity for more than 30 years before it shut in 2017 following a government decision not to subsidise the costly maintenance and upgrades needed to keep the site going. ...

    For decades the UK had been able to avoid investment in costly storage in favour of tapping its domestic North Sea reserves for gas on demand. So why did the UK believe it could continue to do without even as those reserves declined?

    In 2013, the then energy minister Michael Fallon said the decision to allow Rough to close would save the UK £750m over 10 years.

    ...critics warned that the shutdown of the North Sea site would leave the UK exposed to the volatility of the global gas market, and forced to compete with other nations to attract imports with sky-high prices.

    ...

    Edit: Wemire war etwas schneller...

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