Klimawandel [Sammelthread]

  • Why growth can't be green

    Warnings about ecological breakdown have become ubiquitous. Over the past few years, major newspapers, including the Guardian and the New York Times, have carried alarming stories on soil depletion, deforestation, and the collapse of fish stocks and insect populations. These crises are being driven by global economic growth, and its accompanying consumption, which is destroying the Earth’s biosphere and blowing past key planetary boundaries that scientists say must be respected to avoid triggering collapse.

  • Mit resource ist da aber wirklich alles gemeint und nicht "nur" Dinge, die CO2-Ausstoß verursachen, oder?

    Das hätte da, bzw generell finde ich dann noch deutlicher herausgestellt werden sollen. Denn dieser aktuellen Fokus auf CO2 und noch so bissl auf andere Treibhausgase verkennt halt, dass wir mit allem schon weit über sustainable sind im Verbrauch. Was ja sowohl aus dem Artikel, aber gerade auch aus dem EarthOvershootDay klar werden sollte.

    Ergo, toll wenn uns das Klima nicht killt, dann verhungern und/oder verdursten wir halt oder fangen wieder mehr Kriege für die zur neige gehenden Ressourcen an. Und da Wachstum bei CO2-ausstoßreduzierten und/oder reduzierenden Produkten dann halt zwangsweise mehr Verbrauch bedeutet, beschleunigen wir dann halt zumindest nicht mehr den (edit: durch Treibhausgase verursachten) Klimawandel... (edit: denn auch das wird ständig verkannt oder übergangen. Wir beeinflussen das nicht nur durch Treibhausgasemission)

    yay

  • Why growth can't be green

    Warnings about ecological breakdown have become ubiquitous. Over the past few years, major newspapers, including the Guardian and the New York Times, have carried alarming stories on soil depletion, deforestation, and the collapse of fish stocks and insect populations. These crises are being driven by global economic growth, and its accompanying consumption, which is destroying the Earth’s biosphere and blowing past key planetary boundaries that scientists say must be respected to avoid triggering collapse.

    Soweit ich das verstanden habe würde green growth im Wettbewerbregime dazu führen das Preise für nachhaltige Produkte sinken, was zu mehr Konsum dieser dann nicht mehr nachhaltigen Produkte führt 😅 Hahaha absolut genial, unsere geliebte freie Marktwirtschaft. Die Analyse macht auch intuitiv Sinn. Hat Marx schon vor 100 Jahren erklärt. Gut dass seine Erkenntnisse jetzt nochmal bestätigt wurden.

  • ETS: Ein klimapolitisches Kuckucksei


    Mit einem ETS soll ein dominantes System etabliert werden, das alle andern klimapolitischen Bemühungen in seine Logik zwingt. Diese Logik wird in Stellung gebracht gegen jede Massnahme, die in das potenzielle Wirkungsfeld der ETS hineinreicht, aber nicht ins System eingebunden ist. Unternimmt ein Land eigenständige Anstrengungen zur Senkung von Treibhausgasemissionen, die nicht mit dem Handel von Zertifikaten verknüpft sind, dann erzeugt dies aus Sicht des ETS externe Effekte, die die Nachfrage nach Zertifikaten senkt und damit den Wert der im Land gehaltenen Zertifikate mindert. Dadurch können diese Zertifikate von ausländischen Staaten respektive Unternehmen günstiger gekauft werden, und deswegen müssen diese Staaten/Unternehmen dann weniger unternehmen, um ihrerseits den Treibhausgas-Ausstoss zu verringern. Ein Beispiel von solchen ETS-fremden (und damit kontraproduktiven) Massnahmen wären etwa staatliche Förderprogramme für regenerative Stromquellen (Sinn, 2009, S. 399). Das bedeutet, dass die ETS-Märkte darüber bestimmen sollen, ob überhaupt Klimaschutz-Massnahmen ergriffen werden sollen, oder ob es nicht günstiger ist, Zertifikate zu erwerben. Ist das ETS-System auf Unternehmensebene angesiedelt, wird die Handlungskompetenz überdies an diese Unternehmen abgetreten.


    Ein ETS soll also als zentraler und in seinem Anwendungsbereich exklusiver Mechanismus darüber entscheiden, welche Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen getroffen werden und in welcher Reihenfolge dies geschehen soll. Bei den transnationalen ETS führt dies zu einem grundlegenden Antagonismus zwischen dem Zertifikate-Handel und nationalen Klimamassnahmen. t Für den deutschen Mainstream-Ökonomen Hans Werner Sinn ist dies erwünscht, wie er in seinem Buch „Das grüne Paradoxon“ (Sinn, 2009) ausführt. Denn Klimamassnahmen, die nicht durch Marktmechanismen austariert werden, stehen für marktgläubige Ökonom*innen von vorne herein unter dem Verdacht der Ineffizienz. Sinn argumentiert denn auch explizit gegen eine Politik, mit der einzelne Länder mit besonderen Anstrengungen für Klimagas-Reduktionen eine internationale Vorbildfunktion anstreben und „mit gutem Beispiel vorangehen“ wollen. Denn sobald diese Länder – zum Bespiel Deutschland – „in ein System des internationalen Emissionshandels für Kohlendioxyd eingebunden“ seien, lasse dieses System „jeglichen Effekt der deutschen Förderung grünen Stroms verpuffen, weil das, was wir an fossiler Energie sparen, stattdessen anderswo konsumiert wird“ (S.14).


    Mit andern Worten: Alles was nicht der Logik des ETS folgt, wird zum „Schildbürgerstreich“ (Sinn, S. 399) und bleibt in der globalen Gesamtrechnung wirkungslos. Einzig Massnahmen, die auf globaler Ebene festgelegt und in allen Ländern in genau gleicher Weise angewandt würden, könnten dieser Logik entgehen, weil sie wegen ihrer Universalität den ETS-Handel nicht verzerren würden.


    Wenn wir vom ETS sprechen, geht es also nicht um eine von vielen möglichen klimapolitischen Massnahmen, die sich zu einem grösstmöglichem Effekt aufsummieren. ETS sind nicht einfach eines von vielen Werkzeugen im klimapolitischen Kasten; sie sind vielmehr das Kuckuckei im Nest, das die andern Eier aus dem Nest befördert. Damit stehen wir vor einem Systementscheid: Soll Klimapolitik den „Marktmechanismen“ eben dieser ETS untergeordnet werden – oder soll Klimapolitik ein möglichst breites Spektrum aus einem breiten Strauss von andern Massnahmen (Steuern, Lenkungsabgaben, Förderprogramme, Verbote und Vorschriften, neue öffentliche Dienste usw) umfassen? [...]
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    Hans Baumann, Martin Gallusser, Roland Herzog, Werner Kallenberger, Romeo Rey, Beat Ringger, Hans Schäppi: Der Emissionshandel schadet dem Klimaschutz, Denknetz Working Paper, 2020 (-> PDF, s. 4-6)


  • Der Artikel ist Quatsch. Hier versucht jemand dringend gegen den ETS-Handel zu argumentieren und dichtet diesem irgendwelche Maßnahmenvorschriften an.

    Was stimmt ist, dass CO2-Senken nicht berücksichtigt werden (aufgeforstete Wälder bspw.), aber das kommt daher, dass alle möglichen Maßnahmen zu Beginn dieses Handels berücksichtigt wurden, missbräuchlich angerechnet wurden und den Preis in den Keller fallen ließen. (Vor allem weil auch zuvor zuviel ausgegeben wurde)


    Und eine PV-Anlage hätte ich mir noch nie wegen ETS aufs Dach genagelt. Der ETS schreibt eben überhaupt keine Maßnahmen vor, daher verstehe ich die Kritik des Autors leider überhaupt nicht.




    https://www.welt.de/wirtschaft…-Einnahmequelle-hoch.html


    https://ec.europa.eu/clima/policies/ets/credits_de

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