Klimawandel [Sammelthread]

  • Ich habe am 16. Juni von dem Maßnahmenkatalog zum 1,5 Ziel-Gesetzespaket von GermanZero berichtet, was zumindest für Deutschland einen ambitionierten, aber wahrscheinlich machbaren Weg aufzeigt, wie wir über absehbaren Zeitraum (bis 2035) Klimaneutralität als Nation erreichen können.


    Deutschland ist ein einflussreicher Teil von Europa, in anderen europäischen Ländern gibt es Bestrebungen und schon Umsetzung zum Schutz des Klimas, die wesentlich ambitionierter sind, als das was unsere Bundesregierung bis jetzt gemacht und geplant hat, sei es Schweden (generell die skandinavischen Länder), Frankreich, Niederlande usw..

    Das heisst mit denen zusammen könnte man viel in Europa gemeinsam zum Klimaschutz auf den Weg bringen, welches als einer der umsatzstärksten Märkte der Welt, schon heute de facto in vielen Bereichen die Produktstandards vorschreibt.


    Also könnten Änderungen hier einen deutlichen Einfluss auf die restliche Welt haben, unabhängig davon, das es natürlich eh schon zahlreiche Bestrebungen in anderen Ländern zum Klimaschutz gibt.


    Also das Ziel ist ambitioniert, es braucht viel Überzeugungsarbeit und Druck aus der Bevölkerung, die Bevölkerung selbst muss zum Teil überzeugt werden, aber es wäre theoretisch machbar.
    Für mich ist das seit Jahren einer der wenigen Dinge, die mir bei dem Thema Hoffnung machen bzw. einen Ausweg zeigen, deswegen engagiere ich mich auch bei GZ und spreche als Teil davon mit Bundestagsabgeordneten, um diese von den Maßnahmen zu überzeugen.


    Disclaimer: Ganz wichtig, ich meine das hier nicht persönlich, es geht mir nicht um den einzelnen Post oder die/den, die/der gepostet hat, sondern um die generelle Reaktion/Tendenz hier in dem Thread und auch in anderen Bereichen zu dem Thema, zum Beispiel bei Leuten mit Reichweite.


    Bis jetzt gab es hier keinen Kommentar zu GermanZero oder dem Maßnahmenkatalog. Stattdessen ausschliesslich Posts dazu wie schlimm alles ist, bzw. wie schlimm es wird und wie aussichtslos.

    Und ich verstehe ja absolut das die Aussichten alles andere als rosig sind, aber dann gibt es theoretisch eine mögliche Lösung und die ist nicht mal eine Reaktion wert?


    Da bekomme ich fast das Gefühl, dass es sich um [erlernte] Hilfslosigkeit handelt und die Leute zum Teil gar nicht wollen das sich was ändert, so wirkt es zumindest.


    Und das gilt ja nicht nur hier. Auch die Protestbewegungen/Aktivisten zum Klimaschutz, die die ganze Zeit den Politiker:innen zu Recht vorwerfen, dass die was machen sollen.

    Jetzt gibt es konkrete Maßnahmen, die die Politik tun könnte bzw. ein möglicher Weg, aber bis heute habe ich nicht viel Echo mitbekommen. (Die Medienarbeit/Reichweite von GermanZero muss ohne Frage deutlich besser werden und sicherlich gab es irgendwo Reaktionen, aber breitenwirksam habe ich nichts mitbekommen)


    Woran liegt das? ist es [erlernte] Hilflosigkeit? Sind wir es schon so gewohnt, dass sich eh nichts ändert, das sich einige ein zynischen Panzer um sich errichtet haben?

    Wollen vielleicht manche [unbewusst] gar nicht das sich was ändert, damit sie weiter so leben können wie bisher, aber kein schlechtes Gewissen haben müssen, weil es ja vermeintlich eh keine Lösung mehr gibt/zu spät ist?


    Wie gesagt, mich hat das Thema selbst lange Zeit nur noch deprimiert und ich hatte angefangen, kaum noch Artikel darüber zu lesen oder Interviews zu schauen, weil es aussichtslos erschien.
    Was mir persönlich heute hilft ist es als Teil einer NGO zu versuchen, Einfluss auf die Politik auszuüben.


    Wie seht Ihr das?

    Ich möchte niemanden auf den Schlips treten, mich interessiert woran das liegt und wie Ihr selber an das Thema ran geht.

  • Jetzt gibt es konkrete Maßnahmen, die die Politik tun könnte bzw. ein möglicher Weg, aber bis heute habe ich nicht viel Echo mitbekommen. (Die Medienarbeit/Reichweite von GermanZero muss ohne Frage deutlich besser werden und sicherlich gab es irgendwo Reaktionen, aber breitenwirksam habe ich nichts mitbekommen)


    Woran liegt das?


    Also ich kann da nur für mich sprechen, aber eine Initiative, die den Kampf gegen den Klimawandel offenbar als rein technisches, bzw. technokratisches Problem sieht, ohne dabei zu berücksichtigen welche grundsätzlichen systemischen Verhältnisse nicht nur radikal ursächlich für die menschengemachte Erderwärmung sind, sondern gleichzeitig auch die Rahmenbedingungen für sämtliche bisher ergriffenen oder noch zu ergreifenden Maßnahmen vorgeben, ist für mich nicht wirklich bemerkenswert.


    Und wenn die dann auch noch Sachen schreiben wie z.B.:


    Der Industriesektor ist der zweitgrößte CO2-Produzent in Deutschland. Maßgeblich verantwortlich für den hohen CO2-Ausstoß ist die energieintensive Grundstoffindustrie: Stahl, Zement, Chemie. Die Dekarbonisierung der Industrieprozesse ist daher ein wichtiger Hebel zur Erreichung der Klimaschutzziele. Dabei gilt es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie in einer klimaneutralen Wirtschaftswelt zu erhalten und zu stärken [...]


    ...und damit völlig unkritisch genau die neoklassische und national-neoliberale wirtschaftspopulistische Dogmatik weiter propagieren, die auch bisher schon mit dem ideolgischen Argument des unbedingten Erhaltes der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Exportüberschussstandortes erfolgreich verhindert hat, dass irgendeine Klimaschutz-Maßnahme im Zweifel auch explizit gegen den Willen der großen Industrie- und Energielobbyverbände und ihrer oligopolistischen Auftraggeber politisch durchgesetzt wird, dann muss man sich damit auch nicht weiter befassen.


    Was technisch machbar wäre oder was technokratisch eigentlich zu regeln sei, damit es gemacht werden könnte, ist ja kein Geheimnis und es beschäftigen sich auf der ganzen Welt NaturwissenschaftlerInnen, IngenieurInnen und sonstiges qualifiziertes Fachpersonal damit.

    Wie man das allerdings gegen den Willen der größten Profiteure einer energie- und rohstoffintensiven Überproduktion zum Zweck der Marktbeherrschung und Kapitalakkumulation durchsetzen will, ohne sich ernsthaft mit einer radikalen Transformation aus dem Kapitalismus zu beschäftigen, ist die Frage die man eigentlich beantworten müsste. Und dazu finde ich auch bei GermanZero nichts nachhaltiges.

  • Ich schaute damals schon mal rein und scheute mich dann doch vor 142 Seiten. Grundsätzlich finde ich den Ansatz regionaler Energiegesellschaften richtig. Klimaschutz findet am besten IMMER vor Ort statt und kann nicht einfach zentral geplant werden, bzw. wird es immer zu höheren Flächen- und Ressourcenverbräuchen kommen, wenn man eben nicht auf lokale Besonderheiten abhebt (Flusswärme, Geothermie, Klärschlamm, Bioabfall.... etc.).

    Leider stehen diversen Klimaschutzvorhaben, die vom Wirkungsgrad und der technischen Umsetzungsfähigkeit her herausragend gut sind sehr, sehr oft Genehmigungsverfahren im Weg. Mitunter sind es auch die Bürger selber, die hier verhindern. Das wissen wir.


    Aber ja, auch ich habe große Zweifel, dass uns Klimaneutralität bis 2045 gelingt. Das liegt dann aber nicht daran, dass wir bis dahin nicht den Kapitalismus abgeschafft haben, sondern daran, dass es uns an den nötigen Arbeitskräften, Genehmigungen, Pragmatismus, Material und Akzeptanz in der Bevölkerung gefehlt haben wird.


    Gerade ernten wir in Sachen Klimaschutz noch die ganz tief hängenden Früchte. Wir müssen jetzt anfangen uns intensiv mit Speichern zu beschäftigen. Dass die Umlagen auf selbige nun wegfallen sollen kommt viel zu spät. Sowas hätte man vor 10 Jahren beschließen müssen.


    Es sind adhoc auch nicht die Mrd. Mehrausgaben, die man in meinen Augen für guten Klimaschutz bräuchte. Man muss jetzt auch nicht zwingend den Kapitalismus abschaffen, man müsste im ersten Schritt einfach mal die Akteure, die die Energiewende umsetzen müssen, fragen was die brauchen: aktuell fehlen unserem Chef der Fernwärme Tiefbauunternehmen, d.h. Leute, die "grüne" Fernwärmeleitungen unter die Erde bringen. Unsere Klimaschützer wollen aber alle am liebsten studieren, oder? Es fehlt in Eurem Heft also eine Seite ala: "Wer Klimaschutz will, sollte Tiefbauer werden!"... am besten mit schönen Bildern. (designmäßig ist das Heft ja auch wirklich ansprechend).

    Ansonsten... ist der Weg der CO2-Preise natürlich sehr zwingend. Sozialer Ausgleich ist hier allerdings wichtig, wobei ich nicht weiß inwieweit eine Pro-Kopf-Auszahlung wirklich das Mittel der Wahl sein sollte. Ich würde sagen: Steckt es lieber in die Renten- und Sozialkassen. Aber das ist nur so ein Gefühl.


    Das größte Problem bleiben in meinen Augen aber derzeit die schwierigen Genehmigungsverfahren. Jeder ist gerade dazu bereit (die Stadt, das Unternehmen, das Land, der Landkreis) sehr viel Geld für Klimaschutz in die Hand zu nehmen. Auch die Fördermitteltöpfe sind erreichbar.... aber man kommt nicht ran, weil unklar ist ob die sechsäugige Bachgrundel Wärmepumpen in ihrem Fluss akzeptieren kann, oder die DB eine Rohgasleitung unter ihren Schienen. Das sind die Probleme. Und das muss endlich Thema sein.

  • Erstmal vorab, das Thema Finanzsystem wird aktuell noch von GermanZero bearbeitet - also das fehlt noch, das kannst Du Dir dann ja genauer anschauen, sobald die Maßnahmen dafür zusammen gestellt wurden.


    Ich hätte auch nichts dagegen, wenn unser Wirtschaftssystem deutlich verändert würde, aber Klimaneutralität ist schon ein sehr dickes Brett zu bohren.
    Und selbst auf dem Weg dahin werden auch einige Stellschrauben zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem gesetzt, wie Etablierung einer Kreislaufwirtschaft, längere Lebenszeit von Produkten und Reparierbarkeit, 100% erneuerbare Energie, deutlich weniger Großtiere (wahrscheinlich kein Fleischexport mehr), Anbau von Futterpflanzen innerhalb Deutschlands (kein Sojaimport) usw.



    Genauso bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland, wir sind eine Demokratie, und in der muss man die Wähler überzeugen. Bis jetzt schlägt glaube ich keine relevante Partei, außer vielleicht der Linken, und die liegt in Umfragen bei 7%, ein komplett anderes Wirtschaftssystem vor und ich glaube selbst bei denen nur ein kleiner Teil der Abgeordneten.


    Viele Leute haben Angst vor den nötigen Änderungen zur Klimaneutralität wegen deren Arbeitsplätzen, Angst vor Einbußen Ihres Wohlstandes, Angst vor Veränderungen generell, und wenn man denen aufzeigen kann, das sich zwar einiges ändert, vieles aber auch weiterhin ähnlich ist und vieles auch besser, ist das doch gut für die Akzeptanz und somit die Wahrscheinlichkeit das es umgesetzt wird.


    Glaubst Du es wären Wahlen/Mehrheiten zu gewinnen mit dem Slogan, dass das Wirtschaftssystem komplett umgekrempelt wird? Ich meine die geplanten Veränderungen GZ sind schon ganz schön tiefgreifend.

    Dazu kommt das die Transformation ja anfangs auch wirklich Wachstum braucht, um alles auf erneuerbare Energien umzustellen, weltweit, die Gebäudesanierung, Ausbau das ÖPNV usw..


    Sobald wir Klimaneutralität haben können wir ja gerne gemeinsam noch das Wirtschaftssystem reformieren, aber zu sagen wir lassen den Karren jetzt voll vor die Wand fahren, weil Utopia nicht sofort möglich ist, finde ich nicht so zielführend.


    Ich kenne bis jetzt zumindest keinen pragmatischeren und gangbaren Ansatz.

  • Und selbst auf dem Weg dahin werden auch einige Stellschrauben zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem gesetzt, wie Etablierung einer Kreislaufwirtschaft, längere Lebenszeit von Produkten und Reparierbarkeit, 100% erneuerbare Energie, deutlich weniger Großtiere (wahrscheinlich kein Fleischexport mehr), Anbau von Futterpflanzen innerhalb Deutschlands (kein Sojaimport) usw.

    Den Optimismus hätt ich auch gern.



    Deutschland, wir sind eine Demokratie, und in der muss man die Wähler überzeugen.

    Oder den Nominierungsprozess dominieren...

  • Ich schaute damals schon mal rein und scheute mich dann doch vor 142 Seiten. Grundsätzlich finde ich den Ansatz regionaler Energiegesellschaften richtig. Klimaschutz findet am besten IMMER vor Ort statt und kann nicht einfach zentral geplant werden, bzw. wird es immer zu höheren Flächen- und Ressourcenverbräuchen kommen, wenn man eben nicht auf lokale Besonderheiten abhebt (Flusswärme, Geothermie, Klärschlamm, Bioabfall.... etc.).

    Leider stehen diversen Klimaschutzvorhaben, die vom Wirkungsgrad und der technischen Umsetzungsfähigkeit her herausragend gut sind sehr, sehr oft Genehmigungsverfahren im Weg. Mitunter sind es auch die Bürger selber, die hier verhindern. Das wissen wir.

    Die Verbesserung der Genähmigungsverfahren ist einer von vielen Punkten im Maßnahmenpaket, genauso die Bürgerbeteiligung an der Energieproduktion, sei es durch deutlich niedrige Kosten, wenn der Strom aus der Region kommt, oder direkt.


    Niemand muss auch die 470 Seiten lesen, sondern es reicht auf der Themenseite zum Maßnahmenpaket sich die Übersicht anzuschauen oder die unten auf der selben Seite verlinkten Sektorskizzen, die auf wenigen Seiten einen kurzen Überblick zu den wichtigsten Änderungen im Sektor geben

    Aber ja, auch ich habe große Zweifel, dass uns Klimaneutralität bis 2045 gelingt. Das liegt dann aber nicht daran, dass wir bis dahin nicht den Kapitalismus abgeschafft haben, sondern daran, dass es uns an den nötigen Arbeitskräften, Genehmigungen, Pragmatismus, Material und Akzeptanz in der Bevölkerung gefehlt haben wird.


    Gerade ernten wir in Sachen Klimaschutz noch die ganz tief hängenden Früchte. Wir müssen jetzt anfangen uns intensiv mit Speichern zu beschäftigen. Dass die Umlagen auf selbige nun wegfallen sollen kommt viel zu spät. Sowas hätte man vor 10 Jahren beschließen müssen.

    Also einmal ist das Ziel von GermanZero 2035, nicht 2045, und um den Pragmatismus und die Akzeptanz in der Bevölkerung und bei den Abgeordnten setzen wir uns ja gerade ein.


    Deswegen finde ich auch den GermanZero-Ansatz so gut, weil er halt sektorübergreifen Maßnahmen zeigt, die aufzeigen wie es gehen könnte ohne das sich alles verändert.


    Und halt mit dem pragmatischen Ansatz durch die Politik, denn die kann das ganze umsetzen, wenn die Bevölkerung das möchte und genügend Druck macht.


    Natürlich wäre das vor 10 Jahren besser gewesen, ich möchte gar nicht daran denken was gewesen wäre, wenn Jimmy Carter Präsident geblieben wäre, der hat das Thema schon in Ende der 70. angesprochen, meinte wir müssten anders wirtschaften und hat Solarzellen aufs weiße Haus montieren lassen. Da wäre eine Transformation noch so viel einfacher möglich gewesen, aber wir müssen halt mit dem arbeiten was wir haben und nicht in Schwermut verfallen.

    Es sind adhoc auch nicht die Mrd. Mehrausgaben, die man in meinen Augen für guten Klimaschutz bräuchte. Man muss jetzt auch nicht zwingend den Kapitalismus abschaffen, man müsste im ersten Schritt einfach mal die Akteure, die die Energiewende umsetzen müssen, fragen was die brauchen: aktuell fehlen unserem Chef der Fernwärme Tiefbauunternehmen, d.h. Leute, die "grüne" Fernwärmeleitungen unter die Erde bringen. Unsere Klimaschützer wollen aber alle am liebsten studieren, oder? Es fehlt in Eurem Heft also eine Seite ala: "Wer Klimaschutz will, sollte Tiefbauer werden!"... am besten mit schönen Bildern. (designmäßig ist das Heft ja auch wirklich ansprechend).

    Ich mag dieses gegenseitge rumhaken einiger Klimaschützer nicht, wer was richtig macht, wer das richtige macht usw.., die Klimaschützer haben schon genügend finanzstarke Gegner, da müssen die sich nicht noch selber runter machen, sondern sie sollten zusammen arbeiten, auch pragmatisch.


    Teil von dem Maßnahmenpaket war eine Ausbildungsoffensive fürs Handwerk, für die Gebäudesanierung und wahrscheinlich auch das.

    Das schön am Kapitalismus ist ja, bei allen Problem, das bei erhöhtem Bedarf und niedrigem Angebot der Preis/das Gehalt steigt und somit mehr Leute sich dazu bereit finden.


    Dazu kommt Innovation, davon mehr zu automatisieren usw.. Möglich ist das auf jeden Fall und sicherlich kein Grund zu sagen, das bringt eh nichts.

    Ansonsten... ist der Weg der CO2-Preise natürlich sehr zwingend. Sozialer Ausgleich ist hier allerdings wichtig, wobei ich nicht weiß inwieweit eine Pro-Kopf-Auszahlung wirklich das Mittel der Wahl sein sollte. Ich würde sagen: Steckt es lieber in die Renten- und Sozialkassen. Aber das ist nur so ein Gefühl.

    Der soziale Ausgleich ist ja wie Du schon sagst vorgesehen, auf allen möglichen Ebenen.

    Ich finde die Pro-Kopf-Auszahlung toll, weil dadurch Leute, die nicht viel Einkommen haben, aber einen kleinen CO2-Fußabdruck wirklich mehr auf dem Konto haben und nicht weniger. Wenn die durch die Maßnahmen noch weniger hätten würde die Akzeptanz deutlich sinken, vor allen Dingen können die auch nicht so einfach ausweichen oder CO2-sparen, wie der Besserverdiener.

    Dazu kommt das selbst Leute mit niedrigen Einkommen einen Anreiz hätten mehr CO2 zu sparen, weil sie dann in Relation ja noch mehr Geld zur Verfügung hätten.

    Hingegen jemand mit hohem Einkommen, und großem CO2-Fußabdruck, zahlt drauf, je mehr, je größer der Fußabdruck ist.
    Von dem Einsatz der CO2-Preis-Maßnahmen zur Senkung der EEG-Umlage profitieren die, die sehr viel Strom verbrauchen deutlich mehr, deswegen finde ich das nicht vergleichbar.

    Zusätzlich gibt es noch einen Härtefallfonds, zum Ausgleich von krassen Ungleichheiten.

    Dann sollen die CO2-Kosten des Heizens zu 100% auf den Vermieter umgelegt werden, weil nur dieser diese tauschen kann und sonst keinen finanziellen Anreiz hätte.

    Die Abschaffung der Pendlerpauschale soll zur Senkung der ÖPNV-Tickets verwendet werden, was auch tendenziell wieder denen zu gute kommt, die kein großes Budget haben usw..

    Ein Standpunkt von GermanZero ist, dass Klimaneutralität nur möglich ist, wenn die Ungleichheit zwischen arm und reich dadurch nicht noch vergrößert wird, was sie meiner Einschätzung sehr ernst nehmen.

    Das heißt nicht, dass jeder ein Recht jeden Tag auf ein billiges Schnitzel hätte, oder auf einen super günstigen Flug nach Mallorca, aber wer sich davon nicht abbringen lässt, profitiert langfristig so wohl finanziell, als auch von den Lebensverhältnissen, weil aktuell Ärmere auch überproportional häufig an Hauptstraßen und anderweitig vom Verkehr betroffenen Gebieten leben.

    Das größte Problem bleiben in meinen Augen aber derzeit die schwierigen Genehmigungsverfahren. Jeder ist gerade dazu bereit (die Stadt, das Unternehmen, das Land, der Landkreis) sehr viel Geld für Klimaschutz in die Hand zu nehmen. Auch die Fördermitteltöpfe sind erreichbar.... aber man kommt nicht ran, weil unklar ist ob die sechsäugige Bachgrundel Wärmepumpen in ihrem Fluss akzeptieren kann, oder die DB eine Rohgasleitung unter ihren Schienen. Das sind die Probleme. Und das muss endlich Thema sein.


    Das sind alles Details, Teil davon ist wie gesagt die Genehmigungsverfahren zu verbessern, als Staat selber stärker auszubauen, die Bürger zu beteiligen, Naturschutz einzubeziehen usw..


    Ich denke das wir mehr nach vorne schauen müssen und Möglichkeiten nutzen, die sich ergeben, statt immer nur zu sagen, warum es angeblich nicht ginge.

  • Den Optimismus hätt ich auch gern.

    Die Maßnahmen zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft werden im Maßnahmenkatalog für ein 1,5-Grad-Gesetzespaket auf Seite 101 bis 139 beschrieben.


    Es wird schwer, aber das ist bis jetzt das beste und überzeugendste Konzept was ich gesehen habe, deswegen wundert es mich ja so, das scheinbar im Bereich der Klimaschützer so wenig positives Feedback oder Marketing dafür betrieben wird.


    Warum sagen wir nicht mehr, Politiker macht was, sondern macht das, das ist viel einfacher und konkreter, auch für die Politiker.


    Das schöne ist auch das Baukastenprinzip an dem Maßnahmenkatalog, das heißt es muss nicht alles so umgesetzt werden, aber wenn eine Maßnahme raus genommen wird, muss eine mit ähnlichem oder größerem Effekt auf die CO2-Reduktion hinzugefügt werden.


    Wenn wir es nach dieser Bundestagswahl nicht hinbekommen die Weichen zu stellen, dann wird es wirklich schwierig, deswegen ist es jetzt so wichtig so viel zu machen wie möglich.


    Das muss jeder mit sich selbst ausmachen, aber ich versuche lieber etwas, was zumindest klappen könnte, als mich hinzusetzen und zu sagen, dass das eh nichts mehr bringt.

    Denn letzteres wäre für mich persönlich viel schlimmer.

    Oder den Nominierungsprozess dominieren...

    Deswegen reden wir ja mit Bundestagsabgeordneten und starten lokale Klimaentscheide, weil die anderen Stellschrauben in der Regel länger brauchen.


    Wenn genügend Druck aus der Bevölkerung käme, wäre es schwer sich als Politiker dagegen zu stellen, auch nicht heimlich, soweit viele ein Auge auf die Gesetzgebung haben, was ja mitlerweile zum Teil der Fall ist.


    Das Problem ist eher, dass viele Politiker argumentieren, die Leute wollen das nicht, weil die das Gefühl hätten, ihnen würde was weggenommen und es immer mehr gibt, die eh nicht mehr mit sich reden ließen (Stichwort AFD, Windkraftgegner usw.).


    Deswegen brauchen wir in beiden Bereichen Überzeugungsarbeit, bei der Bevölkerung und den Politikern.

    Man muss aber auch dort nicht alle mitnehmen, das wird nie möglich sein, ist in einer Demokratie aber auch nicht nötig.

  • So wie ich das sehe bist Du extrem überzeugt von Deinem Verein. Um wirklich mit Dir zu diskutieren müsste man sich allerdings die 400 Seiten durchlesen.

    Wahrscheinlich ist das an vielen Stellen tatsächlich auch durchdacht. Aber... wir können uns hier schlecht mit Dir über uns unbekannte 400 Seiten unterhalten.

    Gleichzeitig halte ich 2035 für nicht realisierbar. Ganz egal was auf diesen Seiten steht.

  • Glaubst Du es wären Wahlen/Mehrheiten zu gewinnen mit dem Slogan, dass das Wirtschaftssystem komplett umgekrempelt wird?

    Nein, das glaube ich nicht. Deshalb habe ich auch überhaupt nicht geschrieben, dass man das einfach so machen könne, oder machen solle.


    Das Problem in dieser Debatte ist schon immer, dass es vielen leuten offenbar sehr schwer fällt, sich vorzustellen, dass dieses System überhaupt veränderbar sei. Deshalb muss man dann offenbar reflexhaft jegliche Forderung zur Transformation aus dem Kapitalismus...

    Sobald wir Klimaneutralität haben können wir ja gerne gemeinsam noch das Wirtschaftssystem reformieren, aber zu sagen wir lassen den Karren jetzt voll vor die Wand fahren, weil Utopia nicht sofort möglich ist, finde ich nicht so zielführend.

    ...in eine angebliche Forderung zu sofortigem Systemwechsel umdeuten.


    Das ist gleich aus zweierlei Gründen natürlich sehr praktisch. Zum Einen muss man sich dann nicht wirklich mit den systemischen und grundsätzlichen Ursachen einer seit der Industriellen Revolution massiv angestiegenen Emission von Treibhausgasen beschäftigen - also mit historischen sozioökonomischen Entwicklungen - und zum anderen kann man jeden der das einfordert damit als realitätsfernen Traumtänzer abhaken, der zum Thema Klimawandel keine sinnvollen Argumente beizutragen habe, weil er sich ja nicht eingehend genug mit den technischen und technokratischen Symptomen beschäftigt, sondern lieber über die sie verursachende Krankheit diskutieren will.


    Meine eigentliche These ist und war hingegen schon immer, dass jede Regierung auf diesem Planeten - und seien ihre Absichten auch noch so edel - bei der Umsetzung ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen daran scheitern wird, dass die private Wirtschaft, der politischen Führung und der öffentlichen Meinung immer wieder das ultimative Schreckgespenst eines drohenden Verlustes der nationalen Wettbewerbsfähigkeit vorhalten wird, um sch von den ökonomischen Auswirkungen der Maßnahmen frei zu halten, so lange die politische Klasse und - vor allem! - die breite Öffentlichkeit von der sie sich wählen lassen muss nicht versteht, dass nationale Wettbewerbsfähigkeit kein Projekt der Steigerung von Wohlstand für Alle™ ist (und es auch noch nie war), sondern eine Methode zu Erhalt und Maximierung von Profitraten für die privaten EigentümerInnen von Kapitalgesellschaften.

    Wer das nicht sieht, der ist leider einer Ideologie aufgesessen, die schon von Anbeginn der modernen, industrialisierten kapitalistischen Marktwirtschaft - und aus den durch sie geschaffenen gesellschaftlichen Verhältnissen heraus - entstanden ist, in der ersten Hälfte des 20. Jh. von neoliberalen Vordenkern zur Naturalisierung derselben als "spontane Ordnung" weiter entwickelt wurde, und heute bis tief in die "liberale" Bürgerliche Mitte hinein als alternativlose Naturgesetzlichkeit erachtet wird.


    Ohne Frage kann man ein über 200 Jahre lang etabliertes Gesellschafts- und Wirtschaftssystem nicht mal eben von heute auf morgen abschaffen und durch ein anderes ersetzen. Aber man wird den Klimawandel nicht aufhalten können, wenn man dabei nicht gleichzeitig ernsthaft den Umbau der gesamten Ökonomie weg vom Zweck des finanziellen Profites für einen - global betrachtet - winzigen Bruchteil der Menschheit hin zu einer tatsächlichen Bedürfnisbefriedigung für die absolute Mehrheit der Bevölkerung aktiv bewirbt und voran treibt.


    Jede Partei und jede Bewegung die das außer Acht lässt, macht sich - ob gewollt oder nicht - zum Büttel des Kapitals.


    [Edit: Und es ist ja nicht so, als gäbe es keine ausgearbeiteten Vorschläge, die sowohl die gegebenen Verhältnisse nicht außer acht lassen, als auch drauf hinarbeiten, sie langfristig und nachhaltig zu verändern.


    Zum Beispiel diesen hier: Green New Deal for Europe


    Aber der gefällt halt den anitdemokratischen Industrie- und FinanzmarktlobbyistInnen in Brüssel, Frankfurt und Berlin nicht so besonders. /Edit]

  • Seit ca 100 Jahren ist das Problem Klimawandel wissenschaftlich erkannt. Set sicher 40 Jahren gibt es eindeutige Beweise für den Menschgemachten Klimawandel.


    Andererseits haben wir ein Wirtschaftssystem, dass uns zu immerwährendem Wachstum zwingt das vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe angetrieben wird .


    Ja, auch andere Wirtschaftssysteme setzten auf Wachstum aber in keinem Wirtschaftssystem ist die größtmögliche Vermehrung von Kapital durch Investition ( = die Wette auf zukünftiges Wachstum ) das System selbst.


    Aber Systemkritik oder Wachstumskritik machen nur verrückte Schwarzseher, weil doch der Markt durch seine unendliche Innovationkraft alle Probleme löst. Leider warten wir seit Jahrzehnten auf diese Lösung. Wo ist sie? Wir haben nicht mehr viel Zeit!


    Laut Albert Einstein ist die Definition von Wahnsinn: "Immer wieder das gleiche zu tun aber neue Ergebnisse zu erwarten". Einstein mag recht haben, aber leider ist Wahnsinn die Normalität.


    Utan hat da sicher die gleiche Erfahrung wie ich. Es sind diejenigen die System kritisieren die als wahnsinnige, oder radikale, oder realitätsfremde oder als utopisten dargestellt werden, während diejenigen die fortgesetzt immer wieder das gleiche tun und hoffen dadurch andere Ergebnisse zu erzielen als vernünftig oder realistisch angesehen werden.


    Immer müssen sich diejenigen erklären die das System kritisieren aber nicht die die an einem gescheiterten System festhalten. Ich hab da keine Lust mehr drauf. Hut ab an Utan der das immer wieder mit unendlicher Geduld versucht.

  • https://www.eea.europa.eu/publ…h-without-economic-growth



    Growth without economic growth

    Published 11 Jan 2021 Last modified 21 Jun 2021 15 min read
    Photo: © Ricardo Gomez Angel on Unsplash

    Economic growth is closely linked to increases in production, consumption and resource use and has detrimental effects on the natural environment and human health. It is unlikely that a long-lasting, absolute decoupling of economic growth from environmental pressures and impacts can be achieved at the global scale; therefore, societies need to rethink what is meant by growth and progress and their meaning for global sustainability.

  • "Um zu funktionieren, benötigt das derzeitige Wirtschaftssystem einen Ressourcendurchsatz – also Ressourcenverbrauch –, der unaufhörlich wächst. Das ist in der DNA des Systems angelegt. Die Menschen müssen immer mehr konsumieren und die Hersteller immer mehr produzieren, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern und das Fortbestehen des derzeitigen Systems zu sichern. In diesem Prozess aber nimmt die Menge der emittierten Treibhausgase zu, die das Klima unseres Planeten verändern.
    Der Klimawandel ist bereits so weit fortgeschritten, dass sich in den kommenden Jahrzehnten die globalen Wettermuster verschlechtern und die Meeresspiegel steigen werden, und zwar unabhängig davon, was gegenwärtig dagegen unternommen wird. Jeder Versuch, das Wirtschaftswachstum zu steuern und die Schädigung der Umwelt zu verlangsamen, drosselt aber gewissermaßen den Treibstoffzufluss, der den Wirtschaftsmotor am Laufen hält.
    Eine sich abkühlende Konjunktur führt zu steigenderArbeitslosigkeit und damit zu noch mehr Ungleichheit und Armut. Somit hat das derzeitige Wirtschaftssystem die entwickelte Welt in eine sich immer schneller drehende Tretmühle gezwungenund treibt die Gesellschaft sozial und ökologisch in eine Richtung, die wenig Hoffnung lässt. Und jeder herkömmliche Versuch, den Gang der Dinge aufzuhalten, macht die Lage nur noch schlimmer. Mit anderen Worten, konventionelle Lösungen können weder gegen Ungleichheit noch gegen Arbeitslosigkeit (oder den Klimawandel) etwas ausrichten. Dasselbe gilt für eine Reichensteuer, eine Anhebung der Infrastrukturausgaben oder Anreize für junge Unternehmer. Unsere Schlussfolgerung lautet, dass wir unkonventionelle Lösungen brauchen, die für die Mehrheit der Bevölkerung attraktiv sind, sodass sie den notwendigen Wandel mitträgt."
  • a brilliant explanation of why the climate crisis challenges us to abandon the core “free market” ideology of our time, restructure the global economy, and remake our political systems.In short, either we embrace radical change ourselves or radical changes will be visited upon our physical world. The status quo is no longer an option. In This Changes Everything Naomi Klein argues that climate change isn’t just another issue to be neatly filed between taxes and health care. It’s an alarm that calls us to fix an economic system that is already failing us in many ways. Klein meticulously builds the case for how massively reducing our greenhouse emissions is our best chance to simultaneously reduce gaping inequalities, re-imagine our broken democracies, and rebuild our gutted local economies. She exposes the ideological desperation of the climate-change deniers, the messianic delusions of the would-be geoengineers, and the tragic defeatism of too many mainstream green initiatives. And she demonstrates precisely why the market has not—and cannot—fix the climate crisis but will instead make things worse, with ever more extreme and ecologically damaging extraction methods, accompanied by rampant disaster capitalism. Klein argues that the changes to our relationship with nature and one another that are required to respond to the climate crisis humanely should not be viewed as grim penance, but rather as a kind of gift—a catalyst to transform broken economic and cultural priorities and to heal long-festering historical wounds. And she documents the inspiring movements that have already begun this process: communities that are not just refusing to be sites of further fossil fuel extraction but are building the next, regeneration-based economies right now. Can we pull off these changes in time? Nothing is certain. Nothing except that climate change changes everything. And for a very brief time, the nature of that change is still up to us.

  • Laut Albert Einstein ist die Definition von Wahnsinn: "Immer wieder das gleiche zu tun aber neue Ergebnisse zu erwarten". Einstein mag recht haben, aber leider ist Wahnsinn die Normalität.


    Utan hat da sicher die gleiche Erfahrung wie ich. Es sind diejenigen die System kritisieren die als wahnsinnige, oder radikale, oder realitätsfremde oder als utopisten dargestellt werden, während diejenigen die fortgesetzt immer wieder das gleiche tun und hoffen dadurch andere Ergebnisse zu erzielen als vernünftig oder realistisch angesehen werden.

    Das praktische an diesem systemischen Wahnsinn ist, dass alle paar Jahrzehtnte eine neue Generation heranwächst, die man schon von Kindesbeinen an durch ein Bildungssystem gezwängt hat, welches hauptsächlich die Funktion erfüllt, das herrschende System als Selbstverständlichkeit zu akzeptieren und die individuelle Entwicklung der zu bildenden jungen Menschen an diese gefühlte Alternativlosigkeit anzupassen.


    Der oft leider erst nach bereits erfolgter institutionalisierter Prägung des Bewusstsein mühsam zu vollziehende Abgleich dieser ideologischen Realität™ mit der materiellen Wirklichkeit ist hingegen ein Lernprozess, der durch keine staatliche Bildungsinvestition gefördert wird, und den ein mit Milliarden PR-Budgets bestens geschmierter Propagandaapparat nach Kräften zu verhindern sucht.


    Das Ergebnis ist ein Haufen bestens ausgebildeter junger Menschen voller feurigem Tatendrang und Erwartungen an die Zukunft, die von den systemkritischen Lernprozesssen der älteren Semester erstmal nichts hören wollen. Die ultimative Manifestation der Einsteinschen Wahnsinnnsdefinition ist dann ein sich selbst zu bestätigen scheinender "Generationenkonflikt", der die Erwartungsfrohen und Tatkräftigen der Vergangenheit zu den ärgsten Feinden ihrer jüngeren WiedergängerInnen macht und somit verhindert, dass irgendwer sich ernsthaft und öffentlich damit beschäftigt, wie das systemische Schneeballsystem eines Wettgeschäfts auf ewiges Wachstum eigentlich funktioniert, und warum sowas ganz automatisch dazu führt, dass die letzten immer diejenigen sein müssen, welche die Hunde beißen.

  • Es sollte einem eigentlich Hoffnung geben, dass die Verblödungsmaschine Springer Presse aus Verzweiflung heute Artikel wie diesen schreiben muss: "Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung" (Die Welt 17.05.)


    Das Ideologische Wollknäuel das da verheddert wurde um zu zeigen, das Kapitalismus gut für das Klima ist, ist Irre.

    Kurz: In Demokratischen Staaten wie z.B. Dänemark oder Neuseeland gibt es die höchsten Umweltstandards.

    Kapitalismus ist das gleiche wie Freiheit und Demokratie daher ist das der Erfolg des Kapitalismus und nicht etwa der Umweltschüzer die sich für Umweltstandards eingesetz haben und Generationen von Aktivisten die sich für Freiheit engagierten.


    "Der Staat" der diese Umweltstandards als Gesetze erlassen hat ist natürlich nicht der Grund für hohen Umweltschutz, sondern das Problem, weil (hier wirds besonders schwurblig) "Freiheit" und hohe Umweltstandards ja korrelieren und die Freiheit die eigentlich zählt natürlich die Freiheit der Wirtschaft ist. Wer also Umweltstandards verabschiedet, so "die Welt" "Schadet quasi der Umwelt. (Wenn das kein Wahnsinn ist?)


    Andererseits hat natürllich die Existenz von Diktaturen und die Umweltzerstörung in den autoritären Staaten nichts mit Kapitalismus zu tun. Weil diese Staaten ja unfrei sind, kann da gar kein Kapitalismus sein, denn sonst wären sie ja frei, oder?


    Komisch, in einem nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Memo schreibt Larry Summers (lange Zeit wichtigste Ideologe des Kapitalismus):

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