Klimawandel [Sammelthread]

  • Twitterthread zu Texas bei plötzlichem Kälteeinbruch. Da kommt auch zum tragen was @Danton uns hier immer zu vermitteln versucht, die Selbstverständlichkeit mit der Strom, Wasser und Wärme bei uns einfach immer da sind, ist keine.


    Bin über Fefe drauf gestoßen, der das besser zusammenfasst als ich. Fairer weise muss man dazu sagen, das hier ein perfect storm aus Kapitalismus im Endstadium und Klimawandel zugeschlagen hat.


    Ach so, der unsichtbare Stinkefinger des Marktes hat hier dazu geführt, dass Verbraucher mit Strom zu mehr als 9$ pro Kilowattstunde heizen mussten. Erzeuger durften Spotmarktpreise an Verbraucher weitergeben um keine Verluste zu machen


  • Twitterthread zu Texas bei plötzlichem Kälteeinbruch. Da kommt auch zum tragen was @Danton uns hier immer zu vermitteln versucht, die Selbstverständlichkeit mit der Strom, Wasser und Wärme bei uns einfach immer da sind, ist keine.

    Deshalb hat meine Oma und auch meines Vaters Gattin immer die Küchenhexe stehen lassen und Petroleumlampen (hab ich auch noch daheim)

    Stets in Griffnähe gehabt.

    Nur leider darf man in normalen Wohnungen wie meiner nicht mal ganz moderne Küchenhexen anschließen (selbst wenn der Kamin noch da ist-weil er nicht gewartet wird)

  • Deshalb hat meine Oma und auch meines Vaters Gattin immer die Küchenhexe stehen lassen und Petroleumlampen (hab ich auch noch daheim)

    Stets in Griffnähe gehabt.

    Nur leider darf man in normalen Wohnungen wie meiner nicht mal ganz moderne Küchenhexen anschließen (selbst wenn der Kamin noch da ist-weil er nicht gewartet wird)

    Seit die Ösis vor einem guten Jahr fat unseren Teil des Verbundnetzes abgeschossen haben, hab ich Gasflaschen, -kocher, -heizstrahler samt entsprechender Armaturen zu Hause. Das mit dem Totalausfall der Wasserversorgung ist hier zwar unwahrscheinlich, aber tun kann man da leider auch nicht viel.

    Gegen die Privatisierung muss man natürlich ankämpfen, leider wird uns das wohl irgendwann per EU-Richtlinie übergeholfen werden...

  • Ja, es ist gerade eine spezielle Großwetterlage auszumachen, die sich hartnäckig hält. Der Polarwirbel ist seit Dezember ziemlich instabil, wodurch Nord-Süd oder Süd-Nord-Wetterlagen begünstigt werden. Auch hier gab es ja einen ziemlich kalten Februar. In Asien hatte man im Januar ähnlich intensive Kältephasen. Man kann sich das hier und hier mal anschauen. Ein negativer AO-Index bedeutet: Polarwirbel ist gestört. Und wenn man sich die ganz lange Reihe ansieht und auf das Jahr 1979 geht, kann man schon die ein oder andere Ähnlichkeit erkennen. In den letzten beiden Wintern war der AO-Index positiv, der Polarwirbel war also stabil. Das bedeutet im Winter: Westwetterlage, milde Temperaturen, viel Regen und viel Wind.


    Die gesamte Situation in Texas jetzt ausschließlich an den Erneuerbaren festzumachen ist freilich zu kurz gesprungen. In einer Welt in der jedoch ausschließlich erneuerbare Energien zur Verfügung stehen, werden derartige Herausforderungen jedoch sicherlich nicht einfacher.

    Man muss eben ziemlich viel Wasserstoff für den Winter einspeichern. Der Aufbau einer solchen Infrastruktur ist ist alles andere als unmöglich, nur sollte hier wirklich viel, viel mehr getan werden...


    Edit: Wenn sich diese Wetterlage (meridional) weiter, bis in den Sommer hinein, hält, kann es zu ähnlichen Dürrephasen kommen wie im Sommer 2018. Auch hier erlebten wir übrigens im Februar/März einen "Artic-Outbreak" als Folge eines Polarwirbelsplits (Ao-Index stark negativ) so wie jetzt.


    https://www.wetter.de/cms/klim…ltere-winter-4705902.html

  • ja, interessant ist dabei imo dass es keine politische partei gibt welche eine agenda oder plan hat wie mit diesem lebensotwendigen thema infrastruktur und erneuerbare energien langfristig und nachhaltig umgegangen werden soll.

    Das ist eigentlich total logisch. Das Anreizsystem ist nicht auf langfristige Planung ausgerichtet bei uns. Die Unternehmen hecheln Quartalszahlen hinterher weil die Boni dran hängen und die Politik muss sich alle 4 bis 5 Jahre wählen lassen. Warum sollten die sich um Probleme der Zukunft scheren...

    Erstaunlich wie das in China so klappt...

  • weil eine generation heranwächst die dies von der politik einfordert - wenn man schon nicht an die zukunft der menschen denken kann, dann doch zumindest an die zukunft der eigenen partei :S

    DAs Wohl der eigenen Partei scheint mir nicht mehr viel zu zählen, irgendwie auch verständlich, werden doch alle Formen von idealismus im parteiokratischen System mittlerweile äusserst zuverlässig ausgesondert.

  • Das wird wohl aber niemals aus moralischen getan werden.... nicht mal beim kommunalen Versorger. Auch hier geht es darum, was unterm Strich dabei herauskommt. Manch eine Weichenstellung (CO2-Preis) greift das auf und ist richtig.

    Für diesen radikalen und schnellen Wandel bräuchte man aber wahrscheinlich noch schärfere Schwerter.

  • CDU macht sich wieder ans Werk und will die EEG Zulage abschaffen zugunsten von Finanzierung durch Geldanlagen. Das wäre ja unerhört, wenn die 1% am Ende die Energiewende bezahlen müssten statt daran zu verdienen.


    https://www.spiegel.de/wirtsch…b2-418d-9b3e-c0b328b34fae


    Den interessanten Artikel zum CDU Autor hat SPON schon im letzten Jahr versteckt.


    2018 gründete Schröder [das] Fintech CAPinside, ein Unternehmen, das Finanzinstrumente für ein breites Publikum zugänglicher machen soll, um auch in grüne Technologien zu investieren.


    "Philipp Schröder: Elon-Musk-Vertrauter geht zur CDU - DER SPIEGEL" https://www.spiegel.de/politik…001-0000-000172863212-amp

  • Konsequent wäre es mit den eingenommenen CO2-Abgaben die erneuerbaren im Strombereich zu unterstützen. Die EEG-Umlage macht Strom teuer. Das Thema „Sektorenkopplung“ wird ziemlich blockiert. Man muss Strom billiger und fossile Brennstoffe teurer machen. Das wäre grundsätzlich doch erstmal kein falscher Ansatz oder?

  • Die EEG Umlage abzuschaffen und die Einnahmen durch eine CO2 Steuer zu ersetzen fänd ich auch in Ordnung. Meinetwegen mit CO2 Steuerfreibetrag zum sozialen Ausgleich.


    Hier wird allerdings von findigen Lobbyisten aus einem unausweislichem Investitionbedarf von staatlicher Seite ein risikoloses Finanzprodukt gebastelt. Als Gesellschaft haben wir ja keine Wahl als Geld in die Hand zu nehmen und die Energiewende irgendwie umzusetzen.

    Finanzprodukte sind aber in der Realität nichts für Otto Normal Bürger sondern für die, die 100.000 Euro oder mehr auf der hohen Kante haben. Statt deren Vermögen zu besteuern und für die Energiewende zu verwenden, zahlen wir denen in Zukunft zusätzllich zu den Kosten der Energiewende noch eine schöne Rendite.

  • Hier noch mal ein Interview mit CDU Mann Schröder zum neuen CDU Konzept für die EE Förderung. Man muss nicht zwischen den Zeilen lesen um zu erkennen, dass hier billiger Strom für die Industrie mit Staatsanleihen finanziert werden soll.

    Über billigen Strom für alle anderen verliert er kein Wort.


    https://www.pv-magazine.de/202…n-energien-billig-machen/

    Habs mir durchgelesen. Ich finde er macht da schon einen Punkt, wenn er bemerkt, dass die EEG-Umlage den Strom wirklich teuer macht. Die muss weg. Sie ist wirklich kontraproduktiv, bremst die Elektromobilität aber auch Wärmepumpen. Ich würde mich da auch nicht an dem Wort "Industriestrom" aufhängen. Am Ende müssen Stromerzeuger zu der und der Stunde im Jahr ihren Strom höchstmöglich verkaufen, scheißegal wer das am Ende zahlt. Die geben den Strom dem Höchstbietenden, egal ob der oder diejenige Schrauben produziert oder Kaffee kocht. Kaufen kann ich das als Einkäufer eines kleinen Stadtwerkes heute schon. Ich kann morgen den Hörer in die Hand nehmen und sagen: Bitte 10MW am 8 Januar 2024 zwischen 8-9Uhr.... völlig überspitzt.

    Er hat ja nicht gesagt EEG-Umlage für Gewerbe abschaffen und Tarifkunden lassen. Er glaubt halt, dass er Wind- und Sonnenstrom noch billiger machen möchte, als er es heute schon ist. Wenn Wind weht oder Sonne scheint haben wir aber auch heute schon Börsen-Preise bei unter 4 Cent. Teuer wird es immer dann, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint.


    Wer da jetzt Anleihen kaufen soll, weiß ich nicht. Ich würde nur Windräder oder PV-Anlagen bauen, wenn ich hinten dran eine Elektrolyseanlage mit Wasserstoffspeicher und Wasserstoffkraftwerk hätte...oder sonst was für Speicher. Sonnenstrom oder Windstrom gibt es und wird es bald noch mehr zuhauf geben Was es nicht gibt sind flexible Kraftwerke auf Erneuerbarenbasis. DARUM müsste er sich kümmern. Ich denke mal er weiß, dass Strom bald punktuell ziemlich teuer wird und die Risikoaufschläge für Futureprodukte gerade steigen und steigen (Den Wind kann man nicht für ein Jahr voraussehen). Deswegen muss die EEG-Umlage weg..... nur meine Vermutung.

  • https://www.verivox.de/presse/…hsten-strompreis-1117479/


    Deutscher Strompreis hat sich mehr als verdoppelt

    Verivox erhebt seit dem Jahr 2004 Strompreisdaten für Deutschland und berücksichtigt neben den Grundversorgungspreisen auch die Preise der 30 wichtigsten überregionalen Versorger, gewichtet nach den Wechselquoten der Bundesnetzagentur. Nach Verivox-Berechnungen fällt der Wert für Deutschland im März 2020 mit 30,14 Cent/kWh etwas geringer aus, von Platz 1 der teuersten Stromländer ist Deutschland aber auch nach dieser Berechnung nicht zu verdrängen.

    „Seit der Jahrtausendwende haben sich die Stromkosten hierzulande mehr als verdoppelt“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte von Verivox. „Das liegt vor allem am hohen Anteil von Steuern, Umlagen und Abgaben, der mittlerweile mehr als 50 Prozent des Strompreises ausmacht.“ So hat sich beispielsweise die EEG-Umlage, die den Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert, seit 2004 mehr als verzehnfacht.

  • Dann müssen wir es wohl stärker subventionier en, nutzt ja alles nichts.

    Nunja... Steinkohle ist ja schon lange defizitär. (siehe "Clean Dark Spread")


    Definitionen: hier


    Was mich wirklich n bisschen besorgt ist der Umstand, dass wir auf diese Kraftwerke ja trotzdem irgendwo noch angewiesen sind, auch an Tagen wie heute:


    (Quelle: Agora)


    Die Kraftwerke, die jetzt laufen, haben Ihre Erzeugung (inkl. Verkauf) sicher vor längerer Zeit schon gehedgt. (also Käufer gefunden, CO2-Zertifikate gesichert, Kohle auf dem Terminmarkt besorgt, oder halt selber abgebaut). Die haben Ihre GuV für dieses Jahr geplant und ziehen das halt durch.

    Wenn die nun allerdings nach und nach verschwinden, weil ihr Geschäft eigentlich nicht mehr betrieben werden kann, bedeutet das, dass die Strompreise entweder auf dem Terminmarkt noch viel zu niedrig sind oder zukünftig am Spotmarkt bei knapper Versorgungslage heftige Preisspitzen drohen, bis hin zu Engpässen bei besonders ungünstigen Wetterlagen.


    Gaskraftwerke wurden bis vor Kurzem noch als zu unwirtschaftlich gesehen...

    (https://www.bayern.landtag.de/…gaskraftwerken-in-bayern/)


    Tja... dann müssen die Strompreise wohl steigen....


    Edit:


    Falls Ihr Wäschewaschen, 50 Kuchen backen, Rasenmähen oder einfach mal so Strom ohne Ende (für den Privatgebrauch) verbraten wollt, bietet sich kommendes Wochenende an. Da werden wir mehr erneuerbaren Strom erzeugen, als wir ihn überhaupt abnehmen können.

    Wäre natürlich mal n Argument die Sektoren besser zu koppeln (Netzentgelte und Umlagen sorgen dafür, dass zwar Wärmepumpen wirtschaftlich besser betrieben werden könnten als ein Gaskessel aber eben nicht "Power to Heat"-Anlagen bspw..)


  • @Danton


    Wir heizen dann mit einem Kohlekraftwerk tagelang den Fluß um dann ab und an Regelenergie abzurufen?

    Klassisch sind Kohlekraftwerke eigentlich nicht wirklich geeignet um Regelenergie anzubieten. Die müssen, so wie es verstehe, tatsächlich schon bereits laufen:



    Dass die jetzt allerdings "laufen" ohne Generatorleistung kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Regelenergie ist für solche Kraftwerke ein reines Nebengeschäft... Man kann generell schlecht auch Gaskraftwerke als reine Regelenergieerzeuger wirtschaftlich betreiben.... ÜNB's machen sowas vielleicht aber ansonsten, glaube ich, niemand.


    Wärmeverkauf ist klar. Ein Kohlekraftwerk kann genauso gut auch in ein Fernwärmenetz einspeisen. Die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen sollte noch gegeben sein.

  • Ich verstehe gar nicht, dass das nicht funktioniert.


    Obwohl es doch vom Markt geregelt wird.

    also heute ist der Strompreis um 2% hoch. Ich gehe auch davon aus, dass, solange Strom entsprechend nachgefragt wird, zu einem bestimmten Zeitpunkt auch für Braunkohle wieder profitabel gehegdt werden kann. Diese Meldung bedeutet allerdings auch, dass erneuerbare Energien immer profitabler werden. Und sie bedeutet zudem, dass die Jahreslaufzeit der Kohlekraftwerke nicht mehr 8760h/Jahr betragen wird, sondern eben, je nach Wetterlage und Zubau anderer Energieträger (Gas z.B.) nur noch 6.000h/Jahr oder 4.000h/Jahr.

    Abgeschriebene Anlagen kannst Du so vielleicht noch halbwegs gut betreiben, aber niemand wird mehr auf die Idee kommen jetzt neue Kohlekraftwerke zu bauen, oder teure Reparaturen daran vornehmen. Die Nachricht könnte allerdings auch bedeuten, da stimme ich Dir zu, dass Strom gerade evtl. viel zu billig ist....

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