Klimawandel [Sammelthread]

  • Aber nur unter der Voraussetzung, dass die Arbeiter, die dann zu Eigentümern aufgestiegen sind, alle zu Altruisten werden... Ein schöner Traum.

    Die müssen nicht zu Altruisten werden, sondern einfach nur gemeinsam und tatsächlich demokratisch darüber entscheiden, was sie mit ihrer kollektiven Produktivkraft anfangen wollen.


    Wenn die absolute, überwältigende Mehrheit der Arbeitenden Bevölkerung darüber abstimmen dürfte, was wie zu welchem Zweck zu produzieren wäre, dann müsste die Mehrheit von denen schon irgendwie komplett verblödet oder suizidär sein, um sich dafür zu entscheiden den Planeten kaputt zu machen, nur um irgendwo einen Haufen Geld anzuhäufen. Produzieren für Profit und nicht zur Befriedigung von Bedürfnissen, ergibt nur in einem sozioökonomischen System Sinn, das auf der Anhäufung von Profit aufgebaut ist.


    Das ist ja eigentlich nicht so schwer zu verstehen, aber ich fürchte selbst auf diese simpelstmögiche Form heruntergebrochen wirst Du es trotzdem nicht kapieren.

    Genauso wenig wie Du offenbar kapieren willst, dass sich niemand, der den Kapitalismus halbwegs seriös kritisiert einbildet, man könne ihn von heute auf Morgen einfach mal so abschaffen.


    Aber jedesmal wenn einer wie Du wieder mit dem selben Totschlagargument ankommt, dass dafür ja keine Mehrheiten zu finden seien, wird die selbsterfüllende Prophezeiung der alternativlosen Umnöglichkeit einer Transformation aus dem Kapitalismus wieder ein Stück weiter festbetoniert.


    Zu dem Rest Deiner Fantastereien über ein BGE haben andere Foristen und ich schon im alten Forum seitenweise Widerspruch verargumentiert. Du musst da ja nicht zustimmen, aber immer wieder mit den selben Argumenten die selbe Diskussion von vorne anzufangen ist einfach Banane.

  • https://www.golem.de/news/g7-t…haedlich-2205-165293.html


    Zitat

    Foodporn-Postings laut Bundesminister Wissing klimaschädlich

    Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) hat den hohen Energieverbrauch von Essens-Postings und die damit verbunden Klimaauswirkungen kritisiert.


    Beim Treffen der Digitalminister der G7-Staaten in Düsseldorf hat Bundesdigitalminister Volker Wissing (FDP) im Rahmen der Abschlusspressekonferenz darauf hingewiesen, dass die Menschen bei ihren Onlineaktivitäten den Klimaschutz nicht im Blick hätten


    Zitat

    Das Gefühl, dass online alles kostenlos und ohne Einfluss auf die CO2-Emissionen funktioniere, sei ein Irrtum, so der Bundesdigitalminister, der auch Verkehrsminister ist. "Bestimmte Dinge, die digital gemacht werden, werden getan, ohne dass man darüber nachdenkt, welche Folgen sie für die Umwelt haben", so Wissing.


    Also künftig dann Tempolimit auf der Datenautobahn, damit weiterhin Vollgas auf der Autoautobahn gegeben werden kann.

  • Die müssen nicht zu Altruisten werden, sondern einfach nur gemeinsam und tatsächlich demokratisch darüber entscheiden, was sie mit ihrer kollektiven Produktivkraft anfangen wollen.


    Wenn die absolute, überwältigende Mehrheit der Arbeitenden Bevölkerung darüber abstimmen dürfte, was wie zu welchem Zweck zu produzieren wäre, dann müsste die Mehrheit von denen schon irgendwie komplett verblödet oder suizidär sein, um sich dafür zu entscheiden den Planeten kaputt zu machen, nur um irgendwo einen Haufen Geld anzuhäufen. Produzieren für Profit und nicht zur Befriedigung von Bedürfnissen, ergibt nur in einem sozioökonomischen System Sinn, das auf der Anhäufung von Profit aufgebaut ist.

    Die wären aber trotzdem in Konkurenz zu anderen Unternehmen aus der gleichen Branche., ausser es gäbe ein Monopol. Auch darüber nachgedacht?

    Da andere Firmen aus der Branche auch kein Gewinn anhäufen würden, sind alle wieder auf dem gleichen Level und kämpfen um Marktanteile und das Überleben, bzw. die Weiterbeschäftigung aller Mitarbeiter/ Kollegen und Kolleginnen. Also ausser es sind alles Altruisten...

    Aber wahrscheinlich bin ich für solche Überlegungen zu sehr Realist.

  • Die wären aber trotzdem in Konkurenz zu anderen Unternehmen aus der gleichen Branche.

    Was hielte sie davon ab, sich mit anderen Unternehmen aus der selben Branche so abzustimmen, dass alle zusammen genug produzieren um den Bedarf zu decken und davon leben zu können?


    Du bist kein Realist. Du hältst einfach nur eine profitgetriebene Konkurrenzgesellschaft mit Privateigentum und Wachstumszwang für alternativlos.

  • Was hielte sie davon ab, sich mit anderen Unternehmen aus der selben Branche so abzustimmen, dass alle zusammen genug produzieren um den Bedarf zu decken und davon leben zu können?

    Interessant, also eine Art demokratische Planwirtschaft. Könnte funktionieren, Kartelle sind der Wirtschaft nicht unbekannt.

    Du bist kein Realist. Du hältst einfach nur eine profitgetriebene Konkurrenzgesellschaft mit Privateigentum und Wachstumszwang für alternativlos.

    Vor allem halte ich viele Menschen für egoistisch und rücksichtslos. Das zerstört demokratische und solidarische Strukturen.


    Einer der Hauptgründe für ein BGE ist für mich, dass man damit nicht jeden Tag um das Minimum kämpfen muß. Es gibt genug Menschen, die das nicht können. Das sind die, die für die 'Leistungsträger' zum Hungerlohn die Arbeit erledigen.

  • Vor allem halte ich viele Menschen für egoistisch und rücksichtslos. Das zerstört demokratische und solidarische Strukturen.

    Hmm...:/


    Woran das wohl liegen mag, wenn Menschen in einem sozioökonomischen System sozialisiert werden, in dem Egoismus und Rücksichtslosigkeit als besonders wettbewerbsfähiges und kreatives Unternehmertum gefeiert und belohnt werden, wo man Kinder schon in der Grundschule unter Androhung des sozialen Auschlusses auf den Konkurrenzkampf um Ausbildungs-, Studien- und Arbeitsplätze abrichtet, und wo selbst staatliche Institutionen nach einer neoliberalen Wettbewerbslogik agieren? Ich komm' einfach nicht drauf...


    Komischerweise wollen die meisten Menschen auf diesem Planeten kulturübergreifend von ihrem persönlichen sozialen Umfeld gar nicht als rücksichtslose EgoistInnen wahrgenommen werden, und die meisten Leute legen sogar gesteigerten Wert darauf, ihren Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt Gemeinwohl zu leisten, sich anständig zu verhalten und niemand auf der Tasche zu liegen.

    Aber was soll man machen als rechtschaffener Bürger, wenn sich die anderen immer alle aufführen wie die rücksichtslosesten Egoschweine, ständig den Radweg zuparken und ihren Müll nicht ordentlich trennen. Da ist man doch der Dumme, der immer nur draufzahlt, wenn man sich nicht genauso verhält.


    Das wird wahrscheinlich an der NaturDesMenschen™ liegen, denkt sich der Gute Mensch - also bei den Anderen natürlich, nicht bei ihm selbst, denn er ist ja von Natur aus eher ein guter Mensch. Da kann man nix machen, denn eine Natur ist natürlich ihrer Natur gemäß nicht zu ändern.


    Stattdessen wählen wir lieber eine Bande von besonders rücksichtslosen und korrupten NarzisstInnen und Egoschweinen in ein Parlament, damit die dann eine Handvoll Ihresgleichen zu einer Staatsregierung erheben, welche diesen ganzen Ego-Anarchismus in geordnete, produktive Bahnen lenkt und den weniger wettbewerbsfähigen Teil der Leistungsgesellschaft mit Almosen versorgt, damit er dem Leistungsträgertum mangels Kaufkraft nicht vollends als konsumierende Masse verloren geht, und nicht auf die egoistische Idee kommt, sich zusammenzutun und die Narzissten und Egoschweine rücksichtslos aus ihren Ämtern und Vorstandsbüros zu jagen.


    <3 Elon Musk und 2000 weiteren Milliardär*innen gefällt das

  • Achso, verstehe. Ich dachte, es geht darum Unternehmen durch die Arbeitnehmer selbstverwalten zu lassen, dass erst noch die Bevölkerung mehrere Generationen umgeschult werden muß, haben ich wohl überlesen...

    Ja großartig Silverbeard.


    Man kann förmlich dabei zugucken, wie es bei Dir im Hirn Klick macht, und das angelernte Denkschema einrastet, demzufolge eine Abkehr vom Kapitalismus nur mittels "Umschulung" der Bevölkerung erzwungen werden könne. Da sind wir dann gleich wieder bei Honecker, Gulag und KGB und können den Linken attestieren, dass sie es vielleicht theroetisch gut meinen, mit ihren Ideen von der Überwindung der Klasengesellschaft, dass sie das aber in der Praxis nur durch einen totalitären Überwachungs- und Umerziehungsstaat durchprügeln könnten, der die Menschen zwangskollektiviert und ihnen das Recht auf individuelle Denkfreiheit abspricht.


    Das einzige was man der Bevölkerung klar machen müsste ist, dass der Kapitalismus in seiner heutigen Ausprägung schon längst eine private Planwirtschaft ist, die nur funktioniert, weil den Menschen, die mit dem Verkauf ihrer Arbeitskraft das Quartals-Plansoll der Unternehmensführungen und die Rendieterwartungen der privaten Eigentümer an Produktionsmitteln, Grundbesitz und Mietshäusern zu erfüllen haben nicht bewusst ist, dass ihre angeborene menschliche Fähigkeit zur sozialen Arbeitsteilung in diesem herrschenden kapitalistischen System nicht primär dazu verwendet wird, ihr aller Leben besser zu machen, sondern dazu, sie im Dienst der privaten Kapitalverwertung unter ein autoritäres Unternehemsregime zu zwangskollektivieren.


    Die Leute müssen nicht "umgeschult" werden. Sie müssen dazu ermächtgt werden, sich zu entschulen. Aber das wird natürlich nie passieren, so lange es genug Leute wie DIch gibt, die ganz feste daran glauben, dass es anders gar nicht zu machen sei, und allen die das Gegenteil behaupten immer wieder die selben ideologischen Zirkelschlüsse als Argumentersatz vorhalten.

  • Das einzige was man der Bevölkerung klar machen müsste ist, dass der Kapitalismus in seiner heutigen Ausprägung schon längst eine private Planwirtschaft ist, die nur funktioniert, weil den Menschen, die mit dem Verkauf ihrer Arbeitskraft das Quartals-Plansoll der Unternehmensführungen und die Rendieterwartungen der privaten Eigentümer an Produktionsmitteln, Grundbesitz und Mietshäusern zu erfüllen haben nicht bewusst ist, dass ihre angeborene menschliche Fähigkeit zur sozialen Arbeitsteilung in diesem herrschenden kapitalistischen System nicht primär dazu verwendet wird, ihr aller Leben besser zu machen, sondern dazu, sie im Dienst der privaten Kapitalverwertung unter ein autoritäres Unternehemsregime zu zwangskollektivieren.


    Die Leute müssen nicht "umgeschult" werden. Sie müssen dazu ermächtgt werden, sich zu entschulen. Aber das wird natürlich nie passieren, so lange es genug Leute wie DIch gibt, die ganz feste daran glauben, dass es anders gar nicht zu machen sei, und allen die das Gegenteil behaupten immer wieder die selben ideologischen Zirkelschlüsse als Argumentersatz vorhalten.

    Zum einen, ich bin auch in anderen Foren unterwegs. Ich befürchte, die Menge an Menschen, die zu Deiner gewünschten Transformation intelektuell fähig sind, ist geringer als Du glaubst.


    Zum anderen: Mit dem BGE als Sicherheit würden vielen so ein Schritt leichter fallen. Du willst schliesslich 'nichts anderes' als das aktuelle System komplett auf den Kopf zu stellen. So gut wie jeder, der nicht von Hartz4 abhängig ist, sondern ein bisschen Wohlstand erarbeitet oder geerbt hat, wird Deinen Vorschlag ablehnen, weil dabei alles verloren gehen kann.

  • So gut wie jeder, der nicht von Hartz4 abhängig ist, sondern ein bisschen Wohlstand erarbeitet oder geerbt hat, wird Deinen Vorschlag ablehnen, weil dabei alles verloren gehen kann.

    Zeig' mir mal die linken KapitalismuskritikerInnen, die den Menschen ihren persönlichen kleinen Wohlstand wegnehmen wollen.


    Und dann zeig' mir bitte noch, wo ich jemals behauptet hätte, dass das einfach so zu machen wäre, dann muss ich nicht noch zweihundertmal schreiben, dass mir völlig klar ist, dass das mit unserer jetzigen Gesellschaft so nicht geht.


    Das Problem ist, dass darüber gar nicht ernsthaft nachgedacht wird. Und als Begründung dafür, dass das ja ohehin sinnlos sei wird genau der Zirkelschluss angeführt, den Du da oben vollzogen und dann noch mit dem dezenten Hinweis angereichert hast, die Leute seien "intellektuell" nicht "fähig" - sprich: zu doof - um das zu kapieren.


    Die Leute sind nicht zu doof, sondern sie werden von der herrschenden Ideologie verblödet. Das ist kein Naturgesetz. Das ist menschengemacht.

  • Wie wärs mit BGE, das geht!

    Ja wenn das geht, warum macht man es dann nicht einfach?


    Ich sage übrigens gar nicht, dass das grundsätzlich nicht geht.


    Ich sage dass das nicht geht, so lange die herrschende Ideologie den Menschen in die Köpfe setzt, dass ein jeder seines eigenen Glückes Schmied zu sein habe und dass man Leuten kein Geld geben darf, wenn sie sich dafür nicht von KapitaleigentümerInnen als LohnarbeiterInnen ausbeuten lassen.

  • Mon May 23 2022

    Läuft bei uns. Andererseits was soll's , nehmen wir uns einfach ein Beispiel an der Windkraft und basteln eine 3*12fg-Regel, wenn in drei Tagen bei Windstärke 12 kein Fallout des GAUs ein Haus erreicht, dann könnt ihr da ruhig ein Fissionskraftwerk hinstellen...

  • Gerade Nachrichten gelesen, unter anderem folgendes...man erkenne den Zusammenhang...

    »Als würde die Straße in Flammen stehen«

    Tagsüber schuftet sie bei mehr als 40 Grad auf einer Baustelle, nachts können sie und ihre Familie wegen der hohen Luftfeuchtigkeit kaum schlafen: Hier berichtet eine Inderin von ihrem Alltag in der extremen Hitzewelle.

    ...

    Opec+ will im Sommer deutlich mehr Erdöl fördern

    Nach dem Ende der Coronalockdowns steigt der Bedarf nach Erdöl. Die Ölstaaten haben sich nun auf eine deutliche Steigerung der Fördermengen geeinigt. Unter ihnen auch Russland.

    ...

  • Mal ne Frage an die Experten; im Rahmen einer Bioabfallvergärung planen wir, weil das mit Blick auf sog. THG-Quoten wirtschaftlich ziemlich viel Sinn ergibt, eine CO2-Abscheidung bei der Aufbereitung des Rohbiogases. Man kann das in Lebensmittelqualität herstellen und zur Trinkwasseraufbereitung nutzen… oder aber man bringt es mit Wasserstoff in Reaktion und erhält wiederum u.a. Biomethan, welches bequem im Erdgasnetz gespeichert werden kann.

    Könnte es sein, dass die Erschließung natürlicher CO2-Quellen der Schlüssel zur Speicherung erneuerbarer Energien sein könnte? Ich glaube nicht an neue Wasserstoffnetze. Ein Weg die bestehenden Gasnetze samt Speicher zu verwenden wäre definitiv erfolgsversprechender… und da böte CO2 eine echte Chance. Letztlich macht die Natur in Form von Photosynthese nichts anderes. Energie wird in Form von Zucker bspw. erst speicherbar in dem CO2 aufgespalten und in Kohlenwasserstoffe umgewandelt wird. CO2 entsteht erst beim Freisetzen dieser gespeicherten Energie. CO2 ist in der Funktion als leere Verpackung für Energie zu verstehen und kann uns vielleicht sogar dabei helfen volatile Energien zu so speichern und zu „verpacken“… könnte das nicht vielleicht sogar ein ganz prinzipieller Ansatz sein?

  • Für Methan/andere Kohlenwasserstoffe (Kraftstoffe und Vorprodukte für die Industrie zum Beispiel) statt Wasserstoff bräuchte es meines Wissens nach CO2 aus der Atmosphäre, da kriegen wir aus Pflanzen nicht genug raus.


    Wenn das CO2 in einem Prozess in größeren Mengen und Konzentrationen anfällt, machts sicherlich Sinn das auch zu nutzen, aber für die Masse die wir bräuchten käme es zu Landnutzungskonflikten mit der Landwirtschaft (Lebensmittel!), da Anbaufläche für Pflanzen benötigt wird die dann Vergärt werden sollen (funktioniert bei Bioenthanol ja schon nicht) und es gibt Landnutzungskonflikte mit Aufforstung/Regenwaldabholzung (global Skaliert), die gibt es ja jetzt schon mit der Lebensmittelindustrie, bei unserem Fleischkonsum.

  • Für Methan/andere Kohlenwasserstoffe (Kraftstoffe und Vorprodukte für die Industrie zum Beispiel) statt Wasserstoff bräuchte es meines Wissens nach CO2 aus der Atmosphäre, da kriegen wir aus Pflanzen nicht genug raus.


    Wenn das CO2 in einem Prozess in größeren Mengen und Konzentrationen anfällt, machts sicherlich Sinn das auch zu nutzen, aber für die Masse die wir bräuchten käme es zu Landnutzungskonflikten mit der Landwirtschaft (Lebensmittel!), da Anbaufläche für Pflanzen benötigt wird die dann Vergärt werden sollen (funktioniert bei Bioenthanol ja schon nicht) und es gibt Landnutzungskonflikte mit Aufforstung/Regenwaldabholzung (global Skaliert), die gibt es ja jetzt schon mit der Lebensmittelindustrie, bei unserem Fleischkonsum.

    Also keine anderen Quellen als pflanzliche bekannt…


    Edit: eigentlich müsste man bei größten Fossilien Kraftwerken damit anfangen das Zeug abzuscheiden… kann doch nicht so schwer sein.

  • Neben der relativ geringen Konzentration an CO2 in der Atmosphäre (440 ppm) muss man erst mal effizient aus der Atmosphäre extrahiert bekommen. Das nennt man "direct air capture". Jetzt muss man noch dazu sagen, dass CO2 beschissen unreaktiv ist, heißt um es in Methanol oder andere Kohlenwasserstoffe zu überführen benötigt man einen enormen Energieeinsatz. Es gibt Anstrengungen in diese Richtung, ist aber ähnlich ineffizient wie P2G derzeit. Hier hast du mal ein paar Kennzahlen und ingesamt die Konzepte, die da auf dem Tableau sind:


    https://www.sciencedirect.com/…cle/pii/S0959652619307772


    Grundsätzlich gilt immer noch die Devise elektrische Energie dort nutzbar zu machen, wie es eben nur am besten möglich ist und Verbrauch reduzieren - da helfen auch keine Technologien, bei denen man sich nicht einmal sicher ist, ob sie die Adoleszenz erreichen.

  • Ich glaube nicht an neue Wasserstoffnetze. Ein Weg die bestehenden Gasnetze samt Speicher zu verwenden wäre definitiv erfolgsversprechender…

    Man brauch doch auch keine neuen Wasserstoffnetze, man kann das vorhandene Erdgasnetz zwar nicht komplett, aber doch erstmal bis zu einem gewissen Anteil auch mit Wasserstoff befüllen. Es gibt da auch durchaus Erfahrung mit, früher hat man bereits sogenanntes Stadtgas mit etwa 50% Wasserstoff verwendet.

    Stadtgas oder Leuchtgas bezeichnet ein ab der Mitte des 19. Jahrhunderts weithin übliches Brenngas, das zumeist in städtischer Regie durch Kohlevergasung hergestellt wurde. Es diente zur Beleuchtung von Straßen und Wohnungen und dort auch zum Betreiben von Gasherden und Gasdurchlauferhitzern. Stadtgas in den öffentlichen Gasnetzen wurde in Europa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Erdgas ersetzt...Zusammensetzung Stadtgas:

    Wasserstoff H2 (51 %)

    Methan CH4 (21 %)

    Stickstoff N2 (15 %)

    Kohlenstoffmonoxid CO (9 %)

    Und daher wird da auch schon seit einer Weile dran gearbeitet...

    Grüner Wasserstoff: Transport im Erdgasnetz

    01. April 2021

    Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft haben eine Technologie entwickelt, mit der sich Wasserstoff und Erdgas kostengünstig und effizient voneinander trennen lassen. Die Membran-Technologie macht es damit möglich, die beiden Stoffe gemeinsam durch das bundesweite Erdgasnetz zu leiten und am Zielort voneinander zu trennen. Für den Transport und die Verteilung des Energieträgers Wasserstoff ist dies ein großer Fortschritt.

    ...

    Die Projektpartner in HYPOS verfolgen unter anderem den Ansatz, den Wasserstoff (H2) gemeinsam mit dem Erdgas (Hauptbestandteil Methan, CH4) zu transportieren. Schließlich verfügt Deutschland über ein 511 000 Kilometer langes Gasnetz und 33 Orte mit Gasspeichern. »Dieser Infrastrukturvorteil erlaubt es, ins Erdgasnetz zusätzlich Wasserstoff einzuspeisen. Beide Stoffe können gemeinsam in einer Leitung transportiert werden. Am Zielort lassen sie sich bedarfsgerecht wieder voneinander trennen«

    ...

    ...aber das ist mMn erstmal zweitrangig, was uns vorallem fehlt ist halt die Generatorleistung, sowohl die für die Erzeugung des Wasserstoffs als auch - und das ist leider immer noch viel wichtiger - die EE Generatorleistung.

    Ich kann nicht erkennen das die aktuelle Ampel irgendwas viel besser macht als die Groko damals, bisher kamen nur Ankündigungen...aber der Zubau bei der PV liegt jetzt zur Halbzeit des Jahres bei nur 2,1GW und bei der Windkraft sind es sogar nur 0,6GW...wenn das für den Rest vom Jahr so weiter geht sind es also etwas über 4GW PV und etwas über 1GW Windkraft.

    Geplant sind für die nächsten Jahre angeblich 20GW PV und 10GW Windkraft pro Jahr, aber wenn sich etwas ändern sollte müssten die Zubauzahlen eigentlich bereits jetzt anziehen, man hat keine Zeit zu warten, mit jedem Jahr was man durch niedrigen Zubau ungenutzt lässt macht man es noch unrealistischer die Ziele zu erreichen weil man in den Jahren darauf noch mehr bauen müsste.

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