Klimawandel [Sammelthread]

  • Häh? Also haben wir doch mehr als genug? Was ist dann das Problem.


    Ausserdem schreibst Du doch selbst, dass die Endverbraucherpreise an längerfristige Verträge gebunden sind und sich Preissteigerungen dann erst Mittelfristig einstellen.


    Also siehst Du das auch so, dass das eine politische Blend-Shit-Show ist?

    Ein Problem (mit hohen Preisen) haben gerade alle Energieversorger bzw. Stadtwerke, die z.B. mit wärmeren Temperaturen gerechnet haben und demnach zu wenig bestellt haben (Bestellungen finden klassisch bis zu 3 Jahre im Voraus statt und werden vor Jahresbeginn abgeschlossen). Probleme (mit hohen Preisen) haben aber auch Großabnehmer, die zum kommenden Jahr noch keinen Strom- und Gasliefervertrag haben. Probleme (mit hohen Preisen) haben aber auch Abnehmer, die prinzipiell am Spotmarkt oder in erheblichen Teilen am Spotmarkt beschaffen.

  • Mit anderen Worten ist es überhaupt so, dass Gazprom den Speicher leerlässt oder haben eigentlich die Energieversorger dort kein Gas eingespeichert?

    Naja, diese Märchengeschichte warum die bösen Russen aka Gazprom die Speicher nicht ausreichend füllen wurde doch schon mehr oder weniger bei Fefe beantwortet:

    Nicht nur zockt uns also hier nicht Gazprom ab gerade. Gazprom sind die einzigen, deren Verhalten darauf ausgelegt zu sein scheint, bei uns im Winter auch für die Ärmeren Heizen erschwinglich zu halten.

    Wie kann denn das sein, wenn wir alles Gas, das wir brauchen, billig von Gazprom kriegen, dass dann der Spotmarktpreis über 1000 Dollar steigt?

    Tja, das liegt an der Gasmarktliberalisierung. Der Wikipedia-Artikel ist recht lang und listet auf, wie fraktal verkackt und schädlich für die Kunden das alleine in den ersten Jahren war. Wie ihr seht ist das nicht besser geworden seit dem. Bedankt euch mal bei den Markt- und Deregulierungsfetischisten von CDU und FDP.

    Oh aber ja! Selbstverständlich war es mal wieder die CDU, die die politische Verantwortung trägt! Was habt ihr denn gedacht? Aber hey, ist ja bald Wahl.

  • Darauf, dass langfristig geschlossene und deutlich günstigere Gaslieferverträge mit Gazprom eben nicht zum Großteil von Spekulanten in dieser Situation genutzt werden können um dick Patte zu machen, sondern in der Regel dazu gebraucht werden um die Gaspreise normaler Verbraucher stabil zu halten. Daher die Frage ob Du schon einen Brief Deines Gas- oder Stromlieferanten mit 100% Preisaufschlag bekommen hast.

    ich sehe noch immer nicht worauf du dich beziehst?


    Das eine ist, was in nem Vertrag steht.

    Das andere ist der physikalisch vorhandene Stoff.

    Klar können die Spekulanten jetzt da mit dem rumspekulieren. Es muss halt am Ende dann physikalisch was da sein, wenns gebraucht wird. Und wenn dann leider doch nix im Speicher ist und aus der Leitung kommt, dann wird auf die bösen Russen gezeigt, die angeblich nix eingespeichert hätten. Das ist so zumindest die Story dir hier gerade gezeichnet wird.

  • Ein Problem (mit hohen Preisen) haben gerade alle Energieversorger bzw. Stadtwerke, die z.B. mit wärmeren Temperaturen gerechnet haben und demnach zu wenig bestellt haben (Bestellungen finden klassisch bis zu 3 Jahre im Voraus statt und werden vor Jahresbeginn abgeschlossen).

    Weil sie kein Gas mehr aus den Speichern erhalten, weil die anderweitig geleert wurden?


    Probleme (mit hohen Preisen) haben aber auch Großabnehmer, die zum kommenden Jahr noch keinen Strom- und Gasliefervertrag haben.

    Mit wem haben die denn die Verträge?


    Probleme (mit hohen Preisen) haben aber auch Abnehmer, die prinzipiell am Spotmarkt oder in erheblichen Teilen am Spotmarkt beschaffen.

    Welche Art Abnehmer sind das zB?


    Sorry, die Fragen zeugen sicherlich von großer Unwissenheit auf meiner Seite. Und ja, genau so ist es auch. :D

  • Sind bei diesen Gasspeicher eigentlich die unterirdischen Depots mitgerechnet? (Gas in poröses Gestein speichern)

    Porenspeicher sind ausgeförderte Erdöl oder Erdgaslager, die waren also auch schon vorher mit brennbarem Zeug gefüllt:

    Speichervolumen in Deutschland

    Die Mitgliedsunternehmen des BVEG haben einen Anteil von nahezu 99 Prozent am gesamten Speichermarkt. Von ihnen werden Erdgasspeicher mit einem Arbeitsgasvolumen von insgesamt 23,8 Milliarden Kubikmetern betrieben.

    Kavernenspeicher in Deutschland

    Kavernenspeicher sind Hohlräume in unterirdischen Salzstöcken, die durch einen Solprozess angelegt werden. Insgesamt betreiben die BVEG-Mitglieder in Deutschland 244 Kavernen in 27 Speicheranlagen. Das Speichervolumen dieser Kavernen beträgt 14,4 Milliarden Kubikmeter. Dadurch verfügen die Kavernen inzwischen über einen Anteil von 61 Prozent an dem gesamten installierten Speichervolumen in Deutschland.

    Porenspeicher in Deutschland

    Porenspeicher sind natürliche unterirdische Speicher in den Poren ausgeförderter Erdöl- und Erdgaslagerstätten. 39 Prozent des heimischen Speichervolumens befinden sich in Porenspeichern. Die 20 Porenspeicher der BVEG-Mitglieder haben ein Arbeitsgasvolumen von 9,2 Milliarden Kubikmeter.

  • Fefe leitet das aber nur von dieser Aussage ab:


    Zitat

    Gazprom Germania hält sich bei der Frage nach den Gründen für den weitgehend leeren Speicher Rehden bedeckt. Ein- und Ausspeichermengen erfolgten durch die Kunden, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. »Daher können wir auch nicht prognostizieren, wie die Entwicklung in der Zukunft aussehen wird.«


    Seine Schlussfolgerung:


    Zitat

    A-Ha! So langsam wird da doch ein Schuh draus, meint ihr nicht? Es ist also nicht so, dass Gazprom zu wenig geliefert hat, sondern dass ihre Kunden (ich nehme an damit sind RWE und co gemeint) da einfach alles rausgelutscht haben, was sie kaufen konnten, weil es dort billiger als auf dem Weltmarkt zu haben war. Und die heulen jetzt rum, dass Gazprom ihnen nicht noch mehr Erdgas unter Marktpreis verkaufen will.


    Was weiter unklar ist, ob und in welchem Umfang Gazprom selbst in der Vergangenheit einer dieser Kunden war. Das scheint mir der Punkt zu sein, den es zu klären gilt. Wenn nicht haben sie schlicht nichts mit dem Vorgang zu tun, sondern ihnen gehört dann tatsächlich einfach nur die Infrastruktur.


    Sind bei diesen Gasspeicher eigentlich die unterirdischen Depots mitgerechnet? (Gas in poröses Gestein speichern)


    Der Gasspeicher in Rehden ist genau das. Eine ehemalige Lagerstätte, die jetzt als Speicher verwendet wird:


    Zitat

    Aus der natürlichen Erdgaslagerstätte wurde seit den 1950er Jahren von Wintershall Erdgas produziert. Danach wurde die Lagerstätte zu einem Speicher umfunktioniert und 1993 in Betrieb genommen. In 2000 Metern Tiefe kann heute der Jahresverbrauch von rund zwei Millionen Einfamilienhäusern gelagert werden


    Hier haben sie auch ein Bild, das die unterirdisch genutzte Fläche illustriert:


    csm_3_1rehden2_01_fd9e119d14.jpg

  • Was weiter unklar ist, ob und in welchem Umfang Gazprom selbst in der Vergangenheit einer dieser Kunden war. Das scheint mir der Punkt zu sein, den es zu klären gilt. Wenn nicht haben sie schlicht nichts mit dem Vorgang zu tun, sondern ihnen gehört dann tatsächlich einfach nur die Infrastruktur.

    Naja, der Bundesverband für Erdgas und Erdöl sagt das seine Unternehmen 99% Anteil am Markt haben...

    Die Mitgliedsunternehmen des BVEG haben einen Anteil von nahezu 99 Prozent am gesamten Speichermarkt. Von ihnen werden Erdgasspeicher mit einem Arbeitsgasvolumen von insgesamt 23,8 Milliarden Kubikmetern betrieben.

    ...und da werden dann folgende Unternehmen aufgelistet, Gazprom ist soweit ich das sehe nicht dabei, wobei die natürliche Anteile an einigen Unternehmen haben könnten, aber das müsste ich dann erstmal noch nachgucken, aber im wesentlichen sieht die Liste so aus:


    Speicher und Kavernen

    BVEG-Mitglieder

    BES Berliner Erdgasspeicher GmbH & Co. KG


    Glockenturmstraße 18

    14053 Berlin

    http://www.berliner-erdgasspeicher.de

    Tel.: +49 (30) 7 87 20

    CIECH SODA DEUTSCHLAND GmbH & CO. KG


    Postfach 12 52

    39402 Staßfurt

    http://www.ciechgroup.com

    Tel.: +49 (39 25) 26 30

    DEEP. KBB GmbH


    Eyhauser Allee 2 a

    26160 Bad Zwischenahn

    http://www.deep-kbb.de

    Tel.: +49 (44 03) 9 32 20

    Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH


    Herbert-Henry-Dow-Weg 1

    21698 Ohrensen

    Dow Olefinverbund GmbH

    Sol- und Speicherfeld Teutschenthal


    Postfach 11 63

    06201 Merseburg

    http://www.dow.com

    Tel.: +49 (34 61) 4 90

    Erdgasspeicher Peissen GmbH


    Magdeburger Straße 23

    06112 Halle (Saale)

    https://www.ugs-katharina.de/

    Tel.: +49 345 209 3300

    Etzel-Kavernenbetriebsgesellschaft mbH & CO. KG


    Konsul-Smidt-Str. 14

    28217 Bremen

    http://www.ekb-storage.de

    Tel.: +49 (4 21) 98 98 98 0

    EWE GASSPEICHER GmbH


    Rummelweg 18

    26122 Oldenburg

    http://www.ewe-gasspeicher.de

    Tel.: +49 (4 41) 3 50 10 0

    K+S Minerals and Agriculture GmbH


    Bertha-von-Suttner-Str. 7

    34131 Kassel

    http://www.kpluss.com

    MET Germany Holding GmbH


    Große Gallusstraße 18 (Omniturm)

    60312 Frankfurt am Main

    https://de.met.com/

    Tel.: +49 (69) 6677815123

    NAFTA Speicher GmbH & Co. KG


    Moos 7

    83135 Schechen

    https://www.nafta-speicher.de

    Tel.: +49 8031 802-151

    Nord-West Kavernengesellschaft mbH


    Postfach 20 63

    26360 Wilhelmshaven

    http://www.nwkg.de

    Tel.: +49 (44 21) 57 90

    Nuon Epe Gasspeicher GmbH


    Kottiger Hook 76

    48599 Gronau OT Epe

    http://www.nuon.com

    Tel.: +49 (25 65) 9 08 18 44

    NW-G Gasspeicher HanseWerk AG


    Kraaker Tannen 1

    19077 Kraak

    Raffinerie Heide GmbH


    Meldorfer Str. 43

    25770 Hemmingstedt

    http://www.heiderefinery.com

    Tel.: +49 (4 81) 69 30

    RWE Gas Storage West GmbH


    RWE Platz 2

    45141 Essen

    https://www.rwe-gasstorage-west.com/

    Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen mbH & Co. KG


    Graeser Brook 9

    48683 Ahaus

    http://www.solvay.de

    Tel.: +49 (25 65) 6 00

    Solvay Chemicals GmbH


    Köthensche Straße 1-3

    06406 Bernburg

    http://www.solvay.de

    Tel.: +49 (34 71) 32 35 03

    Stadtwerke Kiel AG


    Uhlenkrog 32

    24113 Kiel

    http://www.stadtwerke-kiel.de

    Tel.: +49 (4 31) 5 94 28 12

    STORAG ETZEL GmbH


    Beim Postweg 2

    26446 Friedeburg

    http://www.storag-etzel.de

    Tel.: +49 (4465) 80 90

    Storengy Deutschland GmbH


    Zimmerstraße 56

    10117 Berlin

    http://www.storengy.de

    Tel.: +49 (30) 2 88 83 40

    Storengy Deutschland Betrieb GmbH


    Podbielskistraße 333

    30659 Hannover

    http://www.storengy.de

    Tel.: +49 (5 11) 86 68 31 02

    Trianel Gasspeicher Epe GmbH & Co. KG


    Krefelder Str. 203

    52070 Aachen

    http://www.trianel.com

    Tel.: +49 241 413 20-0

    Untergrundspeicher- und Geotechnologie-Systeme GmbH


    Berliner Chaussee 2

    15749 Mittenwalde

    http://www.ugsnet.de/

    Tel.: +49 (3 37 64) 8 20

    USG-Blexen GmbH


    Am Hövel 12

    49439 Steinfeld – Mühlen

    Uniper Energy Storage GmbH


    Franziusstr. 12

    40219 Düsseldorf

    https://www.uniper.energy/storage/

    Tel.: +49 (211) 457 963 00

    VNG Gasspeicher GmbH


    Postfach 21 12 11

    04111 Leipzig

    http://www.vng-gasspeicher.de

    Tel.: +49 (3 41) 4 43 53 53

    VTU Engineering Deutschland GmbH


    Philipp-Reis-Str. 2

    65795 Hattersheim

    http://www.vtu.com

    Tel.: +49 (6190) 93624-0

    wesernetz Bremen GmbH


    Theodor-Heuss-Allee 20

    28215 Bremen

    http://www.swb-gruppe.de

    Tel.: +49 (4 21) 35 90

  • Die Nebenkostenabrechnung kommt meist erst im nächsten Jahr. Kann natürlich sein, dass sie die Preise erst nachträglich erhöhen. Aber das widerspricht dem ja nun trotzdem nicht. Trickle down funktioniert bei Kosten fast immer ausgezeichnet.

    Nee, nachträglich kannst Du als Versorger keine Gaspreise erhöhen. Vertrag, ist Vertrag. Alles was Du in diesem Jahr abgenommen hast, wird zum vertraglich festgelegten Preis geliefert. Wenn der Versorger eine Preiserhöhung ankündigt, hast Du sofortiges Kündigungsrecht...

  • Naja, der Bundesverband für Erdgas und Erdöl sagt das seine Unternehmen 99% Anteil am Markt haben...


    Am Markt für Speicher, aber das sagt immer noch nichts darüber aus, welcher Anteil am Gas in den Speichern ihren Unternehmen gehört.


    Wobei ich sagen muss, dass ich es schon etwas merkwürdig finde, wenn da wirklich weder Wingas (Mutter) noch Astora (Tochter) dazu gehören. Denn allein der Gasspeicher Rehden hat 4 Mrd. m³ Kapazität:


    Zitat

    Der astora-Erdgasspeicher im norddeutschen Rehden ist mit seiner Arbeitsgaskapazität von rund vier Milliarden Kubikmetern auf einer unterirdischen Fläche von rund acht Quadratkilometern einer der größten Porenspeicher in Westeuropa.


    Laut den Angaben vom BVEG:


    Zitat

    Das Speichervolumen dieser Kavernen beträgt 14,4 Milliarden Kubikmeter.

    Zitat

    Die 20 Porenspeicher der BVEG-Mitglieder haben ein Arbeitsgasvolumen von 9,2 Milliarden Kubikmeter.


    Wie können sie also 99% vom Markt kontrollieren, wenn der größte Astora-Speicher ein Sechstel der Kapazität in den Speichern der Mitglieder ausmacht und fast die Hälfte bei den Porenspeichern?

  • Weil sie kein Gas mehr aus den Speichern erhalten, weil die anderweitig geleert wurden?

    ...eher weil noch Gas vor diesem Winter eingespeichert werden muss. Die Speicherstände steigen noch immer an. Da aber manche (Gazprom-)Speicher leer bleiben kommen wir maximal aber wahrscheinlich gar nicht mehr auf wirklich komfortable Speicherstände...

    Gleichzeitig sinken die Temperaturen womit die Strom und Gasnachfrage steigt. Die Gaszuflüsse können nur mit sehr viel Geldeinsatz im Wettbieten mit Asien über LNG erhöht werden. Russland erhöht seine Flüsse eben nicht...


    Mit wem haben die denn die Verträge?

    Mit Energieversorgungsunternehmen bzw. Stadtwerken. Die Energiemengen dieser Verträge werden jedoch klassisch "back-to-back" am Großhandelsmarkt beschafft, also zum aktuellen Marktpreis... und der ist eben gerade zum kommenden Jahr ziemlich hoch, allen voran durch das Q1.

    Welche Art Abnehmer sind das zB?

    Da kommen manchmal Kunden, die soviel abnehmen wie 1000 Haushalte.... also sagen wir mal 6.000 MWh/a pro Jahr, im letzten Fall war das eine Metzgerei. Ich habe ihm freilich davon abgeraten, weil sowas immer, wenn es schief geht, so richtig schief gehen kann und wir auch keinen Zahlungsausfall bei derartigen Summen sehen wollen.

    Also.... grundsätzlich , jeder der lastganggemessen ist (stündlich(gas) oder viertelstündlich(strom)) und es so will, kann sich nach dem Spotpreis abrechnen lassen. Ich rate aber davon immer ab von daher kenne ich keine "klassischen" Abnehmer. Man wird aber bald davon hören, weil diese Unternehmen mit Sicherheit bald Schwierigkeiten bekommen werden. Manche Energieversorgungsunternehmen machen das auch so und werden jetzt Insolvenz anmelden müssen. Die kaufen nichts...oder nur sehr wenig im Voraus und versuchen ihr Glück am Spotmarkt.

    Sorry, die Fragen zeugen sicherlich von großer Unwissenheit auf meiner Seite. Und ja, genau so ist es auch. :D

    keine Ursache

  • ich sehe noch immer nicht worauf du dich beziehst?

    Darauf.... auf Fefes Einwurf,... und speziell darauf:


    Ach. Ach was. Ihr ahnt sicher schon, wo die Geschichte hingeht. Gazprom hat da Speicher mit billigem Erdgas, weil wir langfristige Lieferverträge mit denen haben. Der Marktpreis von Erdgas geht aber hoch. Da gibt es ja eigentlich nur zwei Erklärungen für:

    1. Fiese Spekulanten kaufen das Erdgas billig und bunkern es, um es uns dann für teure Spotmarktpreise zu verkaufen.
    2. Fiese Geschäftemacher verkaufen das für uns gedachte billige russische Gas z.B. nach Asien weiter.

    Könnt ihr euch jetzt auswürfeln, welche davon ihr für weniger schlimm haltet. Eine Sache ist jedenfalls klar. Wenn jemand an der gesamten Sache völlig unschuldig ist, dann ist es Gazprom.


    Wer jetzt noch "zocken" will muss teuer kaufen und auf noch höhere Preise hoffen. Du bekommst als Spekulant gerade kein billiges Gas mehr um es irgendwem wegzunehmen...


    "Billiges Gas" wird zu 99% schon längst verkauft oder an normale Haushaltskunden verplant sein.

  • Im Nachinein für die nächste Saison aber schon. Ob ich dann kündige ist ja nun wieder ein ganz anderes Thema. Irgendwas mit ruinösem Wettbewerb, Liberalisierung, Managemententscheidung und Marktbereinigung. Die kleinen Marktteilnehmer, die dem ausgeliefert sind haben dann gegebenfalls das Nachsehen. Der Kunde am Ende auf jeden Fall.

    Ja, Du wirst damit rechnen müssen, dass Dein Versorger den Gaspreis zum kommenden Jahr um ca. 1ct./kWh erhöht. Im Strom kommts nun darauf an wie sich die EEG-Umlage entwickelt. Hier ist im Gesamtpakte von 2ct. rauf bis 2ct. runter alles möglich. Tendenziell gehe ich im Strom von gleichbleibenden oder gar sinkenden Preisen durch die fallende EEG-Umlage aus (kommendes Jahr nur noch 4ct./kWh?).


    Trotzdem muss man festhalten, dass die Erhöhungen im Gas zum kommenden Jahr nichts mit dem zu tun haben werden, was gerade an den Großhandelsmärkten los ist. 1:1 weiterreichen würde eher 5ct. rauf bedeuten, aber gegen solche Schwankungen haben sich die meisten Energieversorgungsunternehmen über langfristige Beschaffungszeitfenster für ihre "Tarifkunden" (also Haushaltskunden) abgesichert. Als Energieversorgungsunternehmen möchtest Du am liebsten gar keine Briefe mit irgendwelchen Preiserhöhungen verschicken. Du möchtest Deine Kunden in Ruhe lassen.

    Die Paradoxie, die gerade möglich ist, ist die dass Großabnehmer, die jetzt erst ihre Verträge machen im reinen Energiepreis (ct./kWh), ohne Umlagen beim Doppelten landen können wie kleine Haushaltskunden... einfach weil andere Beschaffungsstartegien (back-to-back <-> über 3 Jahre) dahinterliegen.

  • Wobei ich sagen muss, dass ich es schon etwas merkwürdig finde, wenn da wirklich weder Wingas (Mutter) noch Astora (Tochter) dazu gehören. Denn allein der Gasspeicher Rehden hat 4 Mrd m^3 Kapazität:

    ...

    Wie können sie also 99% vom Markt kontrollieren, wenn der größte Astora-Speicher ein Sechstel der Kapazität in den Speichern der Mitglieder ausmacht und fast die Hälfte bei den Porenspeichern?

    Stimmt, keine Ahnung wie das geht, vllt können wir das hier ja mal klären.


    Habe jetzt mal kurz gesucht, aber alles was ich auf die schnelle gefunden habe ist folgendes, Gazprom kooperiert anscheinend teilweise mit anderen Unternehmen wie z.B. der VNG AG...und die sind z.B. auch in der Liste beim BVEG aufgeführt...

    In Kooperation mit der Verbundnetz Gas AG (VNG) baut Gazprom export in Peissen, Sachsen-Anhalt den Erdgasspeicher Katharina stufenweise bis zum Jahr 2025 aus. Im Endausbau wird der Untergrundspeicher über ein Arbeitsgasvolumen von rund 600 Mio. m³ verfügen.

    ...und für den Speicher in Etzel wird z.B. noch BP und Dong Energy genannt:

    Im niedersächsischen Etzel wurde im Mai 2013 gemeinsam mit den Partnern BP Europe SE und Dong Energy ein Kavernenspeicher in Betrieb genommen, der über leistungsfähige Zugänge zu den wichtigsten Handelspunkten in Europa verfügt. Bis 2018 befindet sich das Projekt in der zweiten Ausbaustufe. Danach wird der strategisch gelegene Marktspeicher ein Arbeitsgasvolumen von rund 1,0 Mrd. m³ besitzen.

    Aber zu Rehden finde ich da auch nichts hilfreiches.


    Die Frage die sich mir stellt ist aber auch folgende, wenn Gazprom bzw die Tochterunternehmen Wingas/Astora nicht ausreichend Gas in dem von ihnen betriebenen Speicher in Rehden einspeichern ist das ja deren Sache, aber warum nutzen andere Unternehmen diesen Speicher nicht einfach, es sollte doch möglich sein das die anderen Unternehmen dann dort was einlagern, nach dem was man in den Medien lesen kann sagt Gazprom/Astora ja selber das sie zwar Betreiber von dem Speicher sind, aber keinen Einfluss darauf nehmen was die Kunden dort einlagern und auslagern.


    Man kann auf der Seite von Astora übrigens auch nachgucken was stündlich oder täglich dort im Speicher in Rehden etc ein oder ausgelagert wurde, da sieht man auch das der Speicherstand in Rehden Anfang August doppelt so hoch gewesen ist wie jetzt, irgendwer hat da im August von Tag 5 bis Tag 22 dauerhaft den Speicher bzw das was dort eingespeichert war halb abgesaugt:

    https://www.astora.de/transpar…ungsdaten/speicher-astora

  • Ich habe auch gerade nochmal nachgeschaut. Die müssen dazu gehören oder jedenfalls zu den Angaben (14.4 Mrd. + 9.2 Mrd. m³) dazu zählen, denn laut dieser Übersicht sollte die gesamte Kapazität in Deutschland bei etwa 24 Mrd. m³ liegen:


    https://www.bdew.de/service/da…rkapazitaete-deutschland/


    Man kann auf der Seite von Astora übrigens auch nachgucken was stündlich oder täglich dort im Speicher in Rehden etc ein oder ausgelagert wurde, da sieht man auch das der Speicherstand in Rehden Anfang August doppelt so hoch gewesen ist wie jetzt, irgendwer hat da im August von Tag 5 bis Tag 22 dauerhaft den Speicher bzw das was dort eingespeichert war halb abgesaugt:

    https://www.astora.de/transpar…ungsdaten/speicher-astora


    Ah, die Übersicht ist verständlicher, bei dem Datenportal habe ich nicht gleich durchgeblickt. Aber ich nehme an, eine Angabe welchem Unternehmen wieviel Gas gehört gibt es nicht?

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!