Klimawandel [Sammelthread]

  • Stellungnahme des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. zum Netzentwicklungsplan 2030 (2019) und dem Umweltbericht (->PDF)

    "[...] Die Übertragungsnetzbetreiber erhalten eine gesetzliche (Anreizregulierungs-verordnung) Eigenkapitalrendite von 6,9 % (BNetzA, BGH Juli 2019) auf deren Investitionen. Allen anderen Betreibern von Onshore-Windenergie, KWK-Anlagen jeglicher Größe, Stromspeichern verschiedenster Art, PV-Anlagen, der Power-to-Gas-Technik, die in ihrem Zusammenspiel ebenfalls eine Bereitstellung der gleichen Strommenge (sowie auch Wärme aus KWK) wie im NEP angesetzt bieten können, erhalten nicht die gleichen Vorteile der Offshore-Windenergie.

    Dies bedeutet, dass hierdurch eine Bevorzugung der Errichtung und des Betriebs von HGÜ-Leitungen gegenüber anderen Technologien am Markt erfolgt. Diese Bevorteilung liegt im Doppelten darin, dass die Übertragungsnetzbetreiber für ihr Monopol eine besonders hohe Eigenkapitalrendite erhalten und die hierdurch bei den HGÜ-Leitungen erhöhten Transportkosten nicht auf die Stromlieferung gezielt umgelegt werden, die den Bau dieser Leitungen erfordern. Hinzu kommt, dass aufgrund der Ausfall-möglichkeiten der HGÜ-Leitungen, sowohl von Kabelverbindungen als auch in den Konvertoren, jeweils das (parallele) HDÜ-Netz soweit ausgebaut wird, dass es diese Ausfälle auffangen kann. (Schreiben der BNetzA an den BUND) Die HGÜ-Leitungen weisen daher eine besondere Privilegierung gegenüber anderen Stromübertragungen auf, da die ÜNB als Investoren eine besonders hohe Eigenkapitalrendite erhalten und zudem ein Ausfall ihrer Leitungen durch zusätzlichen Netzausbau im HDÜ-Netz übernommen wird und diese Kosten auch dem HGÜ-Transport nicht zugerechnet werden.

    All dies zeigt, wie sehr andere eher dezentrale und regionale Stromerzeugungs- und versorgungsoptionen belastet, behindert oder sogar verhindert werden. Das Konzept der „Kupferplatte Deutschland“ verbunden mit dem Konzept der entfernungs-unabhängigen „Briefmarke“ für Netzentgelte (je nach Spannungsebene) hat seit jeher schon die Stromübertragung ausgehend von Großanlagen begünstigt. Das Prinzip, dass EE-Anlagen keine Netzeinspeiseentgelte entrichten müssen, war und ist wesentliches Element für den bisherigen Ausbau der Onshorewind- und PV-Stromerzeugung. Nun wirkt es aber begünstigend vor allem für den Ausbau der Offshore-Windenergie, die aufgrund ihrer räumlichen Konzentration wie ein Großprojekt wirkt, dem durch die Politik wiederum Vorteile gegenüber kleineren, dezentralen Anlagen mit regionalen Konzepten eingeräumt werden. Es ist daher erforderlich, eine klarere Kostenzuordnung zu tätigen und für gleiche Ausgangsbedingungen auch für andere wichtige Optionen der Energiewende im Strombereich zu sorgen.

    Dies betrifft insbesondere die Gestaltung der Netzentgelte hinsichtlich der Zeit- und Entfernungsabhängigkeit (vgl.7) Die HGÜ-Projekte sowie einige andere Maßnahmen sind durch die Europäische Kommission als sog. „Project of common interest“ deklariert. Damit erhalten diese Projekte neben Förderung seitens der EU einen Status in der Netzplanung, die diese quasi unangreifbar macht. Diese Projekte sind daher einer Abwägung und Optimierung nicht mehr zugänglich. Damit ist die Mitwirkung und Beteiligung der Öffentlichkeit sowohl im Rahmen von Konsultationen als auch möglicherweise auf rechtliche Ebene ausgeschlossen.[...]"

    Aber das hat bestimmt alles nix mit den Interessen des Großkapitals zu tun. 6.9% Eigenkapitalrendite bekommt man zur Zeit ja quasi überall hinterher geschmissen.

  • Nee eine Diskussionen bringt wirklich nichts, solange Du jede Gelegenheit nutzt derartigen Experten die Redlichkeit und Expertise abzusprechen.

    Kollegen wie LDR wissen es sicher auch besser als dieser, in meinen Augen, ausgewiesene Fachmann, Klimaschützer und Starkstromingenieur.


    Regionale Energie-Autarkie war by the way auch mal in meiner Stadt ein Plan. Man wollte das mit Tiefengeothermie erreichen. In der Theorie war es wohl möglich für eine ganze Stange Geld sowas zu machen.

    Dann gab es eine Volksabstimmung und das Votum fiel dagegen aus. Die Bürger hatten Angst vor Erdrissen und Erdbeben. Als neulich mal eine Messung auf Wind durchgeführt wurde gab es auch sofort Protest. Und DESHALB habe ich mich jetzt auf „Kinderkacke“-Projekte fokussiert...

    Das wird aber noch lange nicht reichen um hier autark zu sein.

  • Das wird aber noch lange nicht reichen um hier autark zu sein.

    Autarkie sollte aber auch nicht der Gradmesser sein finde ich.

    Wenn durch ein paar Windräder der Strom für alle Bewohner im Umfeld einfach etwas günstiger wird oder es eine Beteiligung an den Gewinnen gibt, dann geht es in die richtige Richtung.

  • Nee eine Diskussionen bringt wirklich nichts, solange Du jede Gelegenheit nutzt derartigen Experten die Redlichkeit und Expertise abzusprechen.

    Du verdrehst meine Aussagen. Ich habe Herrn Mathes und seinen KollegInnen weder die Expertise noch die Redlichkeit in Bezug auf die Ergebnisse ihrer Metastudie abgesprochen.Ich habe sogar explizit geschrieben, dass ich das nicht tue.


    Das ist bestimmt eine qualifizierte Analyse zur technischen (und ökonomischen) Machbarkeit dezentralerer (onshore, PV, Biogas, etc. in der Provinz) vs. zetralisierter (offshore WK im Norden) Ansätze und der entsprechenden Anforderungen an den Netzausbau.


    Ich habe lediglich festgestellt, dass sie damit in Bezug auf das was ich hier bemängelt habe die falsche Fragestellung behandeln.

  • Autarkie sollte aber auch nicht der Gradmesser sein finde ich.

    Wenn durch ein paar Windräder der Strom für alle Bewohner im Umfeld einfach etwas günstiger wird oder es eine Beteiligung an den Gewinnen gibt, dann geht es in die richtige Richtung.

    Als ich hier mal ne Biovergärungsanlage, ne Flusswärmepumpe und ein Projekt für gegenseitige Abwärmenutzung in einem Industriegebiet vorgestellt habe, Maßnahmen, die genau DAS wollten, wurde das hier vom Forenmitglied LDR als „Kinderkacke“ bezeichnet....

  • Als ich hier mal ne Biovergärungsanlage, ne Flusswärmepumpe und ein Projekt für gegenseitige Abwärmenutzung in einem Industriegebiet vorgestellt habe, Maßnahmen, die genau DAS wollten, wurde das hier von Forenmitglied LDR als „Kinderkacke“ bezeichnet....

    Kommt halt immer auf die jeweilige Diskussion an. Wenn es um den "ganz großen Wurf" geht, der eh immer nur diskutiert und nie umgesetzt wird, kann man das als Kinderkacke abtun, wenn es um konkrete Lösungen geht, sollte man es in das Portfolio lokaler bzw. regionaler Politik aufnehmen, für die die nationale Politik die Bedingungen schaffen muss.

    Und man muss ja auch sagen, LDR spricht eben auch nur für LDR. ;)

  • Kommt halt immer auf die jeweilige Diskussion an. Wenn es um den "ganz großen Wurf" geht, der eh immer nur diskutiert und nie umgesetzt wird, kann man das als Kinderkacke abtun, wenn es um konkrete Lösungen geht, sollte man es in das Portfolio lokaler bzw. regionaler Politik aufnehmen, für die die nationale Politik die Bedingungen schaffen muss.

    Und man muss ja auch sagen, LDR spricht eben auch nur für LDR. ;)

    ...das beschreibt die Sache ganz gut.


    Utan Deinen Punkt mit den Netzentgelten schaffe ich heute wahrscheinlich nicht mehr...morgen oder Montag.

  • Utan


    Wenn ich es nun richtig verstanden habe lautet die zu diskutierende These:


    "Durch den enormen Netzausbau lohnen sich regionale Projekte auf Grund der niedrigen Strompreise nicht mehr. Nur große Konzerne werden sich daher auf Dauer durchsetzen können"


    ...so oder so ähnlich.


    Da würde ich jetzt sagen; man muss differenzieren um welche Eigenerzeugungsanlagen es sich handelt. Aber ein Blick in die Ausschreibungsverfahren hilft um die Situation einzuordnen und um zu erfahren wer da gerade baut:


    https://www.bundesnetzagentur.…termin_01_12_20_node.html


    Ob die ganz Großen jetzt auch immer zwingend in so eine Ausschreibung gehen, möchte ich nicht bis ins letzte ein- oder -ausschließen. Grundsätzlich wird man als regionaler Anbieter wohl aber mit 6 ct./kWh 20 Jahre lang rechnen können, ganz egal wie hoch der Strompreis an der Börse liegt. (Die "Kupferplatte" spielt in den ersten 20 Jahren also schonmal keine Rolle)

    Je nach Größe der Anlage, reden wir hier also über millionenschwere Subventionen, pro Anlage. Ein kleiner Windpark, mit sagen wir mal 2MW und durchschnittlich 3.000 Volllaststunden im Jahr (mittlere Benchmark), erhält also auf 20 Jahre gesehen eine Subvention in Höhe von: 7.200.000€.

    Ich weiß nicht genau wie teuer so ein Investment ist, aber die Tatsache, dass Bürgergesellschaften auch ohne BimSch-Genehmigung daran teilnehmen konnten (und auch teilnahmen) zeigt mir, dass man regionale Windkraft nicht verhindern möchte, sondern ein ehrliches Interesse daran hatte solche Anlagen unbedingt mit ins Boot zu holen.


    Nicht viel anders sieht es mit PV und Biomasse aus; Die Ausschreibungen garantieren einen Erlös unabhängig von der Kupferplatte.


    Und kommen wir nun trotzdem mal zu den Argumenten von Herrn Matthes: Er sagt sinngemäß: Erneuerbare Energien werden immer knapp und volatil sein; daher sollten wir dafür sorgen, dass wir die Erneuerbaren immer an den für sie günstigsten Standorten maximal ausbauen und anschließend so weit wie möglich verteilen, weil wir uns Energieverschwendungen durch Speicherverluste eigentlich nicht leisten können: Und auch da gebe ich dem guten Mann Recht: Wir müssen die Energie dort maximal abfassen, wo sie maximal vorkommt, sonst wird es nicht reichen.

    Und auch im Netzausbau sehe ich durchaus Vorteile. Wenn viel Wind weht, kann er zu günstigen Preisen abgenommen werden. Volatile Abnahmeprozesse werden, bezogen auf die Energie, günstig (und noch günstiger) gestaltet werden können . Und hier liegt auch eine Chance für regionale Stadtwerke mit Fernwärmenetzen. Die Flusswärmepumpe bspw. beruht auf einer solchen Marktbeobachtung.

    Das überbauen diverser KWK-Anlagen übrigens auch. Das wäre dann der zu wählende Wärmeerzeuger, wenn der Wind schwach ist. Auch hier liegen die Subventionen derart großzügig, dass ich es hier schon gar nicht mehr aufschreiben möchte. Also besonders regionale Versorger mit einem Fernwärmenetz werden im kommenden Energiemarkt nicht trotz, sondern wegen dieser Kupferplatte hervorragende Möglichkeiten besitzen ihre Nische als Systemstabilisatoren zu finden. Ich bin da wirklich guter Dinge. Was viel mehr nervt sind all die Datenschutz- und Digitalisierungsreformen. Da habe ich auch so meine Verschwörungstheorien. Wer sich die Mako 2020 ausgedacht hat, sollte zurücktreten oder sich bei jedem Mitarbeiter der Branche entschuldigen.... komplizierter und bescheuerter geht es wirklich nicht mehr.

  • Erneuerbare Energien werden immer knapp und volatil sein; daher sollten wir dafür sorgen, dass wir die Erneuerbaren immer an den für sie günstigsten Standorten maximal ausbauen und anschließend so weit wie möglich verteilen, weil wir uns Energieverschwendungen durch Speicherverluste eigentlich nicht leisten können: Und auch da gebe ich dem guten Mann Recht: Wir müssen die Energie dort maximal abfassen, wo sie maximal vorkommt, sonst wird es nicht reichen.


    Inwiefern löst das das Volatilitätsproblem? Da brauchst du doch trotzdem Speicher,

  • Inwiefern löst das das Volatilitätsproblem? Da brauchst du doch trotzdem Speicher,

    ...habe ich ja auch nicht bestritten.


    Edit: Sie können mit gut ausgebauten Netzen aber eben ne Nummer kleiner ausfallen. Zudem haben wir nun auch nicht unendlich viel Fläche und Ressourcen verfügbar. In hügeligen und stark bewaldeten Landstrichen ist die Akzeptanz für Windkraft auch eher gering.

  • 3. Der Klimawandel ist schlimm, aber Armut und Weltkrieg sind schlimmer. Genau darauf steuern wir mit der linksgrünen Politik aber zu. Die sind zu dumm, zu verstehen, dass die AfD-Nazis die Macht ergreifen werden, wenn sie die Leute, die anders ticken als sie nicht mitnehmen.

    Vor allem radikale Heuchler wie Luisa Neubauer (schön um die Welt jetten, ums Klima sollen sich andere kümmern...) sind wahre Rekrutierungsmaschinen für den Rechtsextremismus.

    Ganz ehrlich, das ist so kurzsichtig und dumm, da fällt mir wenig zu ein.

    Ich oute mich mal: Industrieller spricht genau von so Leuten wie mir! Obwohl ich schon mal die Grünen gewählt habe halte diese Partei heute für die gefährlichste seit 1923, und zwar deshalb, weil sie eine Partei glühender Ideologien ist. Weil sie (wie Luisa Neubauer alle Politikfelder unter ein einziges Ziel subsumiert) Genau das hatten wir schon mal.

    Und ich würde die AfD genau dann wählen, wenn sie diejenige Partei ist, die mir aufgrund meines Anspruchs auf Individualmobilität (= ÖPNV) keine Mehrausgaben für diese Mobilität garantiert - und da ist mir der Rest des Parteiprogramms scheißegal.


    Die CO2-Bepreisung ist Teil einer (ideologisch) neuen, grünen Gesellschaft-und Wirtschaftform die man als Neo-Feudalismus bezeichnen kann.


    Die ideologische Seuche, mit denen die Grünen über die Mobilitätsfreiheit der Bürger entscheiden wollen entspricht genau jener Unterdrückung, die wir aus dem Mittelalter/Neuzeit kennen, wo die Bauern unfrei waren und ihren Hof nicht verlassen durften, nicht weggehen durften.


    Die Grünen stehen für ein neues Öko-Feudalwesen: wo eine kleine Oberschicht sich alles zu leisten vermag - die Mehrheit (=die Armen ) sollen weder fliegen noch autonom und individuell mobil sein. Das ist das Ziel. Reduzierung von Individualverkehr, Reisen etc.

    Die Grünen haben das Ziel, Flugreisen auf das Niveau der 50er und 60er Jahre zu reduzieren. Damit schaffen sie ihre Klimaziele.


    Stefan Schulz hat mal vor länger Zeit gesagt, ein Flug solle dann eben 15.000 Euro kosten.

    Solche Denkweisen sind vergleichbar mit der mittelalterlichen Feudalzeit, wo sich eine kleine Oberschicht an der breiten Masse bereicherte. Genau so dachte man, als Europa in drei Stände aufgeteilt war. Und wir wissen alle, wie diese Pyramide aussah.


    Für mich ist die einzige nicht-feudalistische Lösung des Klimaproblems: Entweder alle fahren Auto (wenn sie wollen) oder keiner. Entweder alle können fliegen, oder niemand fliegt.


    Den Klimakollaps mit Steuern und Abgaben zu verhindern ist feudalistisch und asozial.

    Da wähle ich in jedem Fall die AfD - und wenn es Nazis gibt in dieser Partei ist mir das scheißegal.


    Die letzte Freiheit des Bürgers liegt in seiner unreglementierten Mobilität.

  • Du hast es entweder nicht verstanden oder nicht verstehen wollen, weil es Dir in diesem kleinen Nebendisput offenkundig von Anfang an nur darum ging, die Frage der Energiewende von einer ernsthaften Beschäftigung mit der Sytemfrage zurück auf die übliche Detaildiskussion über die technisch-technokratische Umsetzung der laufenden politischen Planvorgaben zu verlagern, weil das halt das ist, womit Du Dich ohnehin auskennst und beruflich beschäftigst, und was demzufolge offenbar leider Deine Perspektive auf die Thematik auf Deinen persönlichen Erfahrungshorizont eingrenzt.


    Meine Kritik bezieht und bezog sich hingegen gar nicht auf die Details der geplanten Umsetzung, oder auf die "redlichkeit" von ExpertInnen des Öko-Institutes, die sich damit ebenfals beruflich beschäftigen, sondern darauf, dass jene politischen Planvorgaben - in diesem Fall zum Beispiel zum Netzausbau mit neuen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen - in ihrer derzeitigen Form genauso zentralistisch an den Bedürfnissen der betroffenen Teile der Gesellschaft vorbei gehen, wie die geschäftlichen Pläne der privaten Netzbetreiber und Energiekonzerne, weil Letztere unter den herrschenden kapitalistischen Verhältnissen und der sie für alternativlos erklärenden Ideologie bei der politischen Führung mehr Gehör für ihre eigenen Bedürfnisse nach maximal profitabler Verwertung ihrer Milliardeninvsetitionen in bestehende fossile, wie künftige erneuerbare Großanlagen zur Energieerzeugung finden, als gemeinschaftsorientierte, dezentrale Ansätze, aus denen große Monopolkonzerne nur sehr schlecht Profit schlagen können.


    Die Scheindebatte über die landesweite Stabilität des Strompreises als oberstes Leitmotiv für die Transformation aus den fossilen Brennstoffen kommt natürlich aus der selben Ecke, weil sie als Prämisse schon voraussetzt, dass die Energieversorgung - ob mit oder ohne erneuerbare Energie - auch in Zukunft unter allen Umständen markt- und wettbewerbsfähigkeitskonform zu sein habe, während sie den Bedarf der privaten Wirtschaft am wirtschaftsstandort Deutschland auf keinen Fall durch deren stärkere direkte Beteiligung an den Kosten der Energiewende verteuern und ihnen damit einen Nachteil im internationalen Wettbewerb um das rentabelste Investitionsklima aufbürden dürfe.


    ...oder so ähnlich.

  • Ich oute mich mal: Industrieller spricht genau von so Leuten wie mir! Obwohl ich schon mal die Grünen gewählt habe halte diese Partei heute für die gefährlichste seit 1923, und zwar deshalb, weil sie eine Partei glühender Ideologien ist. Weil sie (wie Luisa Neubauer alle Politikfelder unter ein einziges Ziel subsumiert) Genau das hatten wir schon mal.

    Und ich würde die AfD genau dann wählen, wenn sie diejenige Partei ist, die mir aufgrund meines Anspruchs auf Individualmobilität (= ÖPNV) keine Mehrausgaben für diese Mobilität garantiert - und da ist mir der Rest des Parteiprogramms scheißegal.

    :D

  • ... Du hast Recht. Ich kann und will dieses Thema nicht theoretisch diskutieren. Ich werde es, wenn, dann ganz konkret diskutieren. Es ist Blödsinn zu behaupten, dass dezentrale, kleine Energieunternehmen keine Unterstützung bei Errichtung von Eigenerzeugungsanlagen bekommen und ihnen der Netzausbau Knüppel zwischen die Beine wirft. Guck Dir die Ausschreibungen an, recherchier die Investments; man bekommt eher großzügige als knausrige Subventionen.

    Schauen wir auf den CO2-Preis und darauf, was er mit dem Strompreis aber auch mit den Kohlekraftwerken gemacht hat; der Preis erhöhte sich (und zwar für alle!!)

    Btw. habe ich noch nie einem Industrieunternehmen einen Stromvertrag verkauft bei dem die Netzentgelte erlassen wurden. Und da reden wir in Bezug auf ein Beispielunternehmen über Strommengen wie es 50.000EW- im Jahr abnehmen. Da wurde ALLES gezahlt. Netzentgelte, EEG-Umlage...Alles. Die EEG kann wohl bei Mega-Großen Abnehmern entfallen. Das ist nicht gerecht. Aber der ganze Rest?!

    Es ist schön, wenn Du Dich auf die reine Theorie zurückziehen willst, weil Du im Konkreten eben ziemlich wenig weißt.

    Ich weiß freilich auch vieles nicht... nur weiß ich sicher mehr über diese Branche als der Durchschnitt.

    An diesem Wissen bist Du aber vermutlich gar nicht interessiert... Es stört Dich eher dabei weiter Deine Theorien über etwas auszubreiten von dem Du eigentlich überhaupt keine Ahnung hast.

  • Die Grünen und der Neo-Feudalismus (stichwortartig)


    Die Grundbedingung für die Entstehung des Neo-Feudalismus ist der drohende Zerfall der kapitalistisch motivierten Konsumgesellschaft (Club of Rom, Grenzen des Wachstums).


    Edit: Die Grenzen des Wachstums sind längst erreicht - es waren aber die Grünen, die in ihrer Regierungszeit bewußt versäumt haben, einen sanften ökologisch begründeten Politikwechsel zu etablieren, obwohl die kommenden Probleme bereits damals bekannt waren.


    Hinzukommen die neuen Formen von Völkerwanderung (als reales Bedrohungsszenario für Europa) aufgrund korrupter, ineffizienter, nepotistischer, Herrschaftsformen außerhalb Europas.


    Wichtige Bausteine des Neu-Feudalismus:

    - ökologisches Lehnswesen (do ut des),

    - ökologisch begründetes Regime,

    - ökologisch begründete Steuerbürden,

    - Öko-Vasallentum

    und natürlich wirtschaftliche Ungleichheit.


    Die Grünen stehen demnach also definitiv nicht für eine linke Politik. Sie stehen für einen Aufbruch in eine radikal andere Demokratieform - eine Demokratie die auf Hörigkeit und Unfreiheit aufbaut.

    Mit Hilfe der Medien ist es gelungen in Deutschland innerhalb von anderthalb Jahren die Wählerinnen und Wähler so dermaßen zu verunsichern, dass möglicherweise mehr als 20% im September die Grünen wählen könnten - geschuldet einer Hysterie und Weltuntergangskampagne.

  • Obwohl ich schon mal die Grünen gewählt habe halte diese Partei heute für die gefährlichste seit 1923, und zwar deshalb, weil sie eine Partei glühender Ideologien ist.

    Das kann man sich doch fast nicht ausdenken...

    So ziemlich alle progressiven Wähler wünschen sich sehnlichst, dass dem so wäre!

    Welche Ideologie sollte das denn sein? Die Ideologie der Macht?

    Wären die "Grünen" nur halb so (ideologisch) grün wie ihr Name, man könnte sie glatt wählen... Sind sie aber nicht und das wird Meister Habeck mit viel vielleicht und wenig programmatischen Zusagen am Dienstag auch wieder bestätigen. Das ist das wirklich schlimme, sie werden sich wieder mit irgendwelchen riesigen Sauereien Krötentunnel und Dosenpfand "erkämpfen".

  • Ich weiß freilich auch vieles nicht... nur weiß ich sicher mehr über diese Branche als der Durchschnitt.

    An diesem Wissen bist Du aber vermutlich gar nicht interessiert... Es stört Dich eher dabei weiter Deine Theorien über etwas ausbreiten von dem eigentlich überhaupt keine Ahnung hast.

    Dass ich von Deiner "Branche" und der ganz speziellen Thematik, auf Die Du hier den Diskurs verengen möchtest, um Dich nicht mit größeren Zusammenhängen beschäftigen zu müssen, keine hinreichende Ahnung habe, um ihre internen Mechanismen zu diskutieren ist ja offensichtlich. Es ist mir sogar selbst schon aufgefallen:

    Ich halte mich aus der technischen Diskussion ganz bewusst raus, weil mir dazu das Fachwissen fehlt und ich nicht die Zeit habe, es mir anzueignen.

    Dein Wissen. lieber @Danton, betrifft allerdings auch nur einen keinen Teil einer insgesamt doch recht komplexen, gesamtgesellschaftlichen Angelegenheit, die - und das ist meine "Theorie" - eben nicht allein anhand von technologischen und technokratischen Teilbetrachtungen diskutiert werden darf, sondern die man eigentlich auch im größeren Kontext betrachten müsste, wenn man ehrlich daran interessiert wäre zu ergründen, warum die Energiewende und die globale Reduktion von Treibhausgasemissionen ganz offensichtlich, und nach Ansicht sehr vieler Experten auf dem ganzen Globus, immer noch viel zu langsam vonstatten geht, obwohl man die drohende Klimakatastrophe heute eigentlich nur noch dann leugnen oder ignorieren kann, wenn man entweder überhaupt keine aktuelle Berichterstattung verfolgt, oder sich von irgendwelchen Schwurblern hat einreden lassen, sie sei nur ein ausgedachter Vorwand für die grüne Chefideologin Claudia Roth(???) und ihre linksgrün versifften Helfershelfer in Politik und Medien, um endlich den Öko-FaschismusFeudalismus einführen zu können.


    Anhand Deiner hier in den Letzten Tagen in unseren kleinen Disput eingebrachten Beiträge könnte man allerdings fast schon den Eindruck bekommen, dass das mit der Energiewende über Strom- und CO2-Preise, staatliche Investitionsanreize, garantierte Kapitalrendite für Großinvestoren, und andere Marktmechanismen ja eigentlich schon so gut wie erledigt sei, und dass man deshalb auch nicht weiter irgendwelchen ideologiekritischen Firelefanz zu diskutieren brauche, anstatt optimistisch in die Zukunft zu blicken und sich darauf zu verlassen, dass unsere pragmatische und vernünftige Bundesregierung das alles schon im Interesse ihrer BürgerInnen, der Umwelt, und des bestmöglichen Klimaschutzes weiter voran treiben werde, ohne dabei allzu hinderlich in das Marktgeschehen einzugreifen.


    Ich weise nur der Vollständigkeit halber noch mal darauf hin, dass Du es warst, der meine eher systemkritisch motivierten Einwände gegenüber unserem lieben Intitiative-Bot @Indi und dem @Theoretischen Partikel zum Anlass nahm, ihnen eine Betrachtungsweise entgegen zu setzen, die nur innerhalb der gegebenen Systemlogik mit ihren Investitionsanreizen und ihren Preis- und Wettbewerbsmechanismen als "effiziente" Allokationsmethoden - also mit ihrer Fixierung auf marktbasierte Lösungen für vom kapitalistischen Markt verursachte Probleme - Sinn ergibt und als pragamtisch erscheint.


    Das ist in etwa so, als würde eine Volkswirtin z.B. kritisieren, dass Politik versucht, eine vor allem qualitative Größe, wie zum Beispiel das Bedürfnis der Menschen nach einer intakten Natur, in eine quantitaive Größe zu verwandeln, bzw. sie in eine zu bepreisende Warenform zu pressen, und sie dann anhand von ebenso quantitativen Kosten/Nutzen-Rechnungen für die heimische Wirtschaft zu bewerten, nur um dann von einem Betriebswirt der für die Industrie arbeitet entgegnet zu bekommen, seine Kosten/Nutzen-Analyse habe zweifelsfrei ergeben, dass es sich für die Unternehmen nicht rechne, jetzt schon dringend benötigte Investitionen in Naturschutzmaßnahmen zu ergreifen, bevor ihre Investitionen in alte, umweltschädliche Technologie sich ausreichend rentiert hätten und dass man die eventuellen Kosten für eine intakte Natur daher leider, leider der Allgemeinheit überhelfen müsse.


    Oder noch platter: Wenn ich kritisiere, dass die Bundesliga eine von reinem Profitinteresse getriebene Marketingmaschine sei, bei der es eigentlich gar nicht um sportlichen Wettbewerb, Spielfreude, Lokalpatriotismus für den Heimatverein, oder um sonstigen idealistischen Kram gehe, sondern nur noch um die größtmögliche Verwertung von Werbeflächen, Einschaltquoten, Klickzahlen und Sendelizenzen, dann kann man mir natürlich durchaus korrekt entgegen halten, dass ich keine Ahnung von der derzeitigen Spieltaktik des FC Bayern, und daher auch nichts konstruktives zur dessen Manschaftsaufstellung für das nächste Pokalspiel beizutragen hätte. Aber das wäre dann halt im besten Sinne des Wortes eine völlige Verschiebung der Torpfosten auf eine Thematik die sich mit der eigentlichen Kritik gar nicht beschäftigt, sondern die kritisierten Verhältnisse einfach als gegeben betrachtet und sich lieber möglichst detailverliebt in ihnen und ihrer inneren Logik einrichtet, als sie grundsätzlich in Frage zu stellen.


    Genau dieses moving the goalposts, die Verschiebung der Perspektive von einer systemischen, gesamtgesellschaftlichen Betrachtung, hin zu einer Analyse von Zusammenhängen die nur innerhalb der Logik des herrschenden Systems Sinn ergeben, ist (und war eigentlich schon zu Marx' Zeiten) ein absolutes Charakteristikum der herrschenden Ideologie und ihrer tautologischen Immunisierung gegen jegliche Kritik die sich ihrer inneren Logik wiedersetzt.

    Wann immer irgendwo ein Linker im öffentlichen Diskurs radikale Kapitalismuskritik übt, kommt garantiert irgendeine ökonomische Fachkraft (oder ein Propaganda-Bot der Initiative) um die Ecke und erklärt sie umgehend für realitätfernen Unsinn, weil sie ja gar nicht berücksichtige, wie effizient die kapitalistische Soziale Marktwirtschaft™ - mit dem Maßstab marktwirtschaftlicher Kosten/Nutzen-Rechnung gemessen(!!!) - ihr gutes Werk der Allokation knapper Ressourcen erledige, und sie kann das dann natürlich auch gleich ganz nüchtern und vernünftig anhand entsprechender Zahlenwerke "belegen" die sich aus der dazugehörigen betriebswirtschaftlichen Mathematik ergeben.


    Das von unzähligen ökonomischen Analysen gestützte Mantra der Wettbewerbsfähigkeit als Primat der Politik, welches natürlich auch als grundsätzliche Maßgabe allen politischen Entscheidungen und Planrechnungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu Grunde liegt, erscheint genau deshalb in sämtlichen öffentlichen Diskursen, die nicht explizit kritisch gegenüber der neoliberalen Vorstellung vom Wettbewerb als effizientestem, klügstem und freiheitlichstem aller möglichen Fortschritts- und Wohlstandgeneratoren eingestellt sind, als alternativlos und nicht diskutabel, weil die herrschende Ideologie letzteren zum Alpha und Omega allen menschlichen Schaffens erklärt, und den Menschen die in diesem System arbeiten und Geld verdienen müssen um sich und ihre Familien zu ernähren, tagtäglich kategorisch abtrainiert, ihre kostbare Freizeit mit systemkritischer Analyse zu verschwenden.


    Was ich damit keineswegs sagen will ist, dass es falsch wäre, sich mit technischen Details der Energiewende und mit technokratischen Fragen zu ihrer Umsetzung zu beschäftigen. Selbst in einem hypothetischen nicht-kapitalistischen System wäre das natürlich absolut notwendig und wichtig.

    Aber man wird ein Problem das durch den Kapitalismus, seine Produktionsprozesse und seine Marktmechanismen verursacht wurde nicht einfach dadurch lösen können, dass man dem Kapital politischerseits dabei behilflich ist, sich neue Märkte zu erschliessen auf denen es sich verwerten kann, und den gesellschaftlichen Diskurs dann auf die Umsetzung jener neuen Produktions- und Markterschliessungsprozesse beschränkt, weil die Erschliessung neuer Märkte noch nie in der Gechichte des Kapitalismus zu weniger quantitativem Wachstum oder weniger Ressourcenverbrauch geführt hat.

    Und genau dieses gesteigerte quantitative Wachstum, welches die Kanzlerin-Mutter erst neulich wieder als oberstes politisches Ziel für die Zeit nach Corona ausrief (wann immer das auch sein möge), um aus den Schäden und Schulden heraus zu wachsen, welche durch die Pandemie verursacht wurden, kann auf einem endlichen Planeten nicht unendlich sein.


    Und Du kannst hier gerne noch ein paar hundert Seiten lang Dein Fachwissen über die Details der Umsetzung der Energiewende gegen das Detailwissen anderer Leute aufwiegen. Da halte ich mich gerne raus und lese interessiert mit. Aber wenn Du meinst, mir explizit erklären zu müssen...


    Utan

    Ich verstehe manchmal nicht wieso Du davon ausgehst, dass die Interessen von "Big Money" nicht mit Klimaschutz vereinbart werden können. Vielleicht liegen sie sogar auf einer Linie...


    ..., dass man das alles vorbei an einer kritischen Einbeziehung von Kapitalinteressen diskutieren könne, dann darfst Du dich nicht darüber beschweren, wenn ich Dir vehement widerspreche.


    Aber da das ja hier mal wieder zur Karuselldiskussion auszuarten droht, belasse ich es hiermit auch dabei.

  • Den Klimakollaps mit Steuern und Abgaben zu verhindern ist feudalistisch und asozial.

    Da wähle ich in jedem Fall die AfD - und wenn es Nazis gibt in dieser Partei ist mir das scheißegal.


    Die letzte Freiheit des Bürgers liegt in seiner unreglementierten Mobilität.

    Jawohl, Hochwürden!


    Freie Fahrt für freie Bürger!


    Wobei man allerdings in diesem speziellen Zusammenhang ein kleines bisschen darauf achten müsste, dass aus der Volksmobilität nicht am Ende eine Generalmobilmachung des Volkes wird.

  • Utan


    Zuerst möchte ich feststellen, dass wir uns beide ein Gelingen der Energiewende wünschen und diese auch für notwendig erachten.


    Die Frage um die es hier geht ist halt das WIE und eine Analyse darüber woran es hakt.

    Ich hatte ein paar zu klärende Fragen aufgeschrieben. Versorgungssicherheit ist für mich (neben dem benötigten Personal) sicherlich DIE größte Herausforderung in diesem Prozess... aber das ist wirklich ein technisches Thema, auf das ich hier mit Dir nicht weiter abheben will.

    Dass auch in der Energiebranche Geld verdient wird (oder werden muss) ist ein Umstand, der meinen beruflichen Alltag auch eher stört als bereichert. Ich lese Marktberichte um daraus eine Einschätzung ableiten zu können in welche Richtung es geht und danach kaufe oder verkaufe ich. 1 Woche können 5% Preisunterschied ausmachen...aber ist es sinnvoll, glücksvermehrend und verdienstvoll so etwas zu tun? Ich glaube nicht.

    Wenn ich mich anschließend mit dem Umbau unserer Erzeugungsanlagen befasse, habe ich schon eher das Gefühl.

    Jeder hat halt so seine Perspektive auf die Dinge....

    belassen wir es dabei


    Gerade lese ich von Nassim Nicholas Taleb: Der schwarze Schwan


    Er schreibt, dass schwarze Schwäne (gemeint sind nicht für möglich gehaltene Ereignisse, die im Fortgang eine umfassende Veränderung verursachen) überall dort auftauchen wo man aufhört zu wissen und wo das anfängt, was man zu wissen glaubt. Man sollte sich also weniger mit dem Normal, als mit dem Extrem beschäftigen. Nun was heißt das für ein Energiesystem, das sich mehr und mehr auf Wetterprognosen verlassen muss?


    aber...ich denke belassen wir es dabei. Ich will hier nicht weiter stören.

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