Populismus - Freund oder Feind der Linken?

  • Interessante Punkte. Vielleicht könnte man mal einen utopie-thread aufmachen, wo wir über die Zukunft nachdenken mit geschmolzenen Polen und so 😅

    Ich denk mal, ein Teil wird Kevin Costner, ein anderer Mel Gibsons und dann, wegen der Technogie ein anderer, die Städte, wie bei Neuromancer sein.

  • Jeder, der bspw. eine Plastiktüte in Verkehr bringt muss denjenigen bezahlen, der am anderen Ende Welt wieder Plastik aus dem Meer fischt. (mal so als plattestes Beispiel)

    Der aktuelle Stand ist, dass wir ja für die Entsorgung ja tatsächlich "bezahlen" und auch für die Ressourcen-Beschaffung bezahlen.


    Das ist nur per Sub-Sub-Sub-Sub-Unternehmen outgesourced. Apple, Samsung und Siemens sind weder Ressourcen-Abbau-Unternehmen noch Müll-Entsorgungsunternehmen. Und teilweise auch gar keine Fertigungsunternehmen mehr. Wenn Du Steuern auf bestimmte Ressourcen erhebst, wird dies dazu führen, dass die Produkte teurer werden (im Sinne des Umweltschutzes eher gut) aber auch dass der Druck auf diese Sub-Unternehmen wächst.


    Das Outsourcing hat halt entsprechende Folgen. Insbesondere wird halt dahin outgesourced, wo Gesetze dann leichter umgangen werden können. Und die "großen" Auftraggeber lügen sich dann raus mit Vertragsteilen und sagen ständig "haben wir gar nicht gewusst - können doch nix dafür, wenn unsere Sub-Unternehmer so böse sind". Die Plastiktüten landen ja nicht durch Zufall dort, sondern es gibt haufenweise Müllentsorger, die ihren Müll im Meer verklappen, weil das zwar verboten, aber billiger ist.


    Gerade die Gewinnung von Ressourcen als auch die Müllentsorgung ist aktuell eine absolute Katastrophe. Allerschlimmste Ausbeutung und Raubbau auf allen Ebenen.

    Wie willste hier durch eine Preisanhebung dafür sorgen, dass die Leute, die heute bereits Gesetze brechen, diese dann nicht mehr brechen, und sich in Zukunft diese Kohle noch zusätzlich in die Tasche stecken?

  • Umweltverbrechen härter bestrafen. Subunternehmer-Konstrukte soweit es geht verhindern. Ausschließlich recycelte Rohstoffe zulassen...

    Darüber hinaus sind Gesetzesbrüche natürlich überall ein Problem.

  • Ach?


    So einfach geht das?

    Darüber würde ich nachdenken.


    Die einfachere Lösung wäre sicherlich die Vergesellschaftung aller Produktionsmittel weltweit. Auf Grund der veränderten wirtschaftlichen Situation verzichten die Menschen dann von sich aus auf Umweltverschmutzungen. Das konnte man innerhalb von Wirtschaftssystemen, in denen es keinerlei Kapitalinteressen gab, in der Vergangenheit auch schon sehr gut beobachten. Nicht.

  • Darüber würde ich nachdenken

    Ja genau.


    Du und ungefähr fünf Generationen Sozialdemokraten, die genau das schon die letzten mindestens 100 Jahre lang nie nachhaltig hinbekommen haben, während sie mehr Angst vor Leuten hatten, die den Produktionsprozess demokratisieren wollten, als vor denen, die es mit der Demokratie am Arbeitsplatz eher nicht so genau nahmen.


    Aber die wundern sich ja heute noch, warum keiner ihre geballte Wirtschaftshörigkeitkompetenz im Kanzleramt sehen will.


  • frau wagenknecht kümmert sich mal wieder um die wirklich wichtigen themen. warum genau soll steuergeld dazu ausgegeben werden selbsttests für leute zu zahlen, die sich nicht impfen lassen wollen? man kann von mir aus gerne ausnahmen für menschen machen, die sich nicht impfen lassen können.

  • Wahlkampf

    Welcher Wahlkampf? 🤷


    Auch wenn ich auf Utopien und holistische Gesellschaftsentwicklung stehe, würde ich mich aktuell auch mit nahezu homöopathischen Dosen linken Populismus' abspeisen lassen. Aber da läuft ja mal akut gar nichts...


    Schade ist das.


  • frau wagenknecht kümmert sich mal wieder um die wirklich wichtigen themen. warum genau soll steuergeld dazu ausgegeben werden selbsttests für leute zu zahlen, die sich nicht impfen lassen wollen? man kann von mir aus gerne ausnahmen für menschen machen, die sich nicht impfen lassen können.

    Ich sehe das etwas anders. Korregiert mich wenn ich falsch liege, aber soweit mir bekannt ist kann man auch mit einer Impfung sich eine Corona Infektion einfangen und diese weitergeben, auch wenn das für einen selber dann vllt nicht mehr so schlimm ist, dumm ist so ein Verhalten dann trotzdem irgendwie...ich finde kostenlose Tests sollte man möglichst lange beibehalten damit einige Menschen (vorallem die Menschen die es sich z.B. wegen Armut - sind ja laut Armutsbericht "nur" 14 Millionen in DE - nicht leisten können) sich wenigstens ab und zu mal testen bevor sie auf große Veranstaltungen gehen oder Risikopatienten wie möglicherweise die Oma oder den Opa etc besuchen.

  • Weitergabe und Infektion mit schweren Krankheitsverlauf ist möglich aber seltener mit Impfung.


    ich halte es für datenschutz sehr bedenklich wenn z.B. ein Türsteher im Einkaufszentrum meinen Status weiss.


    In Isreal impfen Sie z.B. das dritte Mal weil es anscheindend momentan die Fallzahlen nicht wirklich runtergehen

  • Ich sehe das etwas anders. Korregiert mich wenn ich falsch liege, aber soweit mir bekannt ist kann man auch mit einer Impfung sich eine Corona Infektion einfangen und diese weitergeben, auch wenn das für einen selber dann vllt nicht mehr so schlimm ist, dumm ist so ein Verhalten dann trotzdem irgendwie...ich finde kostenlose Tests sollte man möglichst lange beibehalten damit einige Menschen (vorallem die Menschen die es sich z.B. wegen Armut - sind ja laut Armutsbericht "nur" 14 Millionen in DE - nicht leisten können) sich wenigstens ab und zu mal testen bevor sie auf große Veranstaltungen gehen oder Risikopatienten wie möglicherweise die Oma oder den Opa etc besuchen.

    ich hab ehrlich gesagt den artikel nicht genau gelesen, das bezieht sich ja tatsächlich darauf, kostenfreie tests für alle zu streichen. da bin ich auch dagegen, aus den von dir genannten gründen. es schwirrte allerdings auch die idee herum. kostenlose tests für impfverweigerer zu streichen, und da wär ich halt schon dafür dann.

  • finde hier die erste viertel stunde diskussion der aktuellen lanz sendung(https://www.zdf.de/gesellschaf…m-25-august-2021-100.html) mal wieder bezeichnend. lanz, alexander und blume versuchen das alte lied von der außenpolitischen verantwortungslosigkeit zu singen. frau wissler erklärt zwar immer, dass sie nicht pauschal gegen einen rettungseinsatz sind, sondern dass sie mit der art und weise ein problem haben. sag doch einfach mal dazu, dass sowieso klar war, dass der einsatz bewilligt wird und dass für euch als oppositionspartei enthaltung eine gute möglichkeit ist kritik an der art und weise darzustellen. irgendwann, nach 15 minuten, bei der bei ganz vielen leuten irgendwo im unterbewusstsein hängen bleibt, dass die linken irgendwie dagegen sind menschen zu retten, weil das 3 herren in anzügen da so suggerieren und sie nicht richtig ausm quark kommt platzt ihr dann endlich der kragen und sie spricht davon, dass sie natürlich als regierungspartei direkten einfluss auf dieses mandat hätten üben können und einem besseren mandat, weil es zb klar definiert wer da geholt werden soll natürlich zugestimmt hätten. man hätte auch einfach mal direkt sagen können, sogar müssen "sie versuchen hier zu suggerieren wir als linke würden keine menschen retten wollen, das ist falsch und unredlich". aber sie dümpelt viel zu lange im trüben rum


    also man sieht hier sehr gut, dass gegen linke einfach scharf geschossen wird, gerade in dem bereich und dass wissler, die das jetzt auch nicht katastrophal macht noch ne ecke besser sein müsste, um dafür zu sorgen, dass dieses ganze framing endlich mal wirklich gebrochen wird.

  • Man sieht da vor allem, dass Lanz ziemlich zielsicher die selben "Argumente" gegen Wissler vorträgt, die auch fdP-Chef Lindner gestern bei der Aussprache zur Regierungserklärung(!) im Bundestag gegen die - im Gegensatz zur fdP - noch nie an einer Bundesregierung beteiligte Linkspartei vom Leder zog.


    Jetzt wo die cdU ihre Felle davon schwimmen sieht, Olaf "Cum-EX" Scholz absurderweise vielleicht wirklich Bundeswirtschaftskanzler werden könnte, und die "Liberalen" sich als KönigsmacherInnen aufputzen, wird natürlich alles dafür getan, DIE LINKE der Regierungsunfähigkeit zu bezichtigen.


    Ich finde Frau Wissler hat eigentlich ziemlich gute Antworten gegeben. Das Problem ist halt auch eine bürgerliche Presse - hier vertreten durch Lanz und Alexander - die sich so in ihrem "weiter so"-Zentrismus eingebunkert hat, dass ihr eine Mitte-Links-Koalition auf Bundesebene den kalten Angstschweiss auf die Stirn treibt. Da können die Linken noch so gute Argumente bringen. Wenn der wertejournalistische Mainstream die nicht hören will, dann werden sie auch von den WählerInnen nicht gehört.

  • DIE LINKE ist halt irgendwie die einzige Partei, welche für die meisten anderen garnicht oder nicht ernsthaft als ein Koalitionspartner in Frage kommt. Daher ist sie der letzte noch übrige "Gegner" auf den man scharf schießen kann, denn alle anderen muss und will man sich ja warm halten. Denn um regieren zu können, und das wollen die wohl alle, brauchts halt so wies aussieht mehr als einen weiteren.

  • Man sieht da vor allem, dass Lanz ziemlich zielsicher die selben "Argumente" gegen Wissler vorträgt, die auch fdP-Chef Lindner gestern bei der Aussprache zur Regierungserklärung(!) im Bundestag gegen die - im Gegensatz zur fdP - noch nie an einer Bundesregierung beteiligte Linkspartei vom Leder zog.


    Jetzt wo die cdU ihre Felle davon schwimmen sieht, Olaf "Cum-EX" Scholz absurderweise vielleicht wirklich Bundeswirtschaftskanzler werden könnte, und die "Liberalen" sich als KönigsmacherInnen aufputzen, wird natürlich alles dafür getan, DIE LINKE der Regierungsunfähigkeit zu bezichtigen.


    Ich finde Frau Wissler hat eigentlich ziemlich gute Antworten gegeben. Das Problem ist halt auch eine bürgerliche Presse - hier vertreten durch Lanz und Alexander - die sich so in ihrem "weiter so"-Zentrismus eingebunkert hat, dass ihr eine Mitte-Links-Koalition auf Bundesebene den kalten Angstschweiss auf die Stirn treibt. Da können die Linken noch so gute Argumente bringen. Wenn der wertejournalistische Mainstream die nicht hören will, dann werden sie auch von den WählerInnen nicht gehört.

    ja klar, alles richtig, aber trotzdem braucht sie zu lange um den punkt zu machen, dass sie als regierungspartei für einen besseren antrag gesorgt hätten und diesem natürlich zugestimmt hätten. und wenn man sich so viel mit politik beschäftigt und der linken generell eher wohlwollend gegenüber steht wie wir hier, dann kann man das vielleicht erahnen/weiß es eh schon. leute für die das nicht gelten ziehen da aber glaub ich was komisches raus, wissler wird dann auch recht emotional, wiederholt sich, geht von der kernfrage weg bevor sie das beste gegenargument gegen das framing von lanz überhaupt erst erwähnt. übrig bleibt der eindruck, dass sie spürbar ein problem mit der frage hat.


    also insgesamt hat sie dann schon irgendwie alles richtige dazu gesagt, auch den krieg in einem gesamtkontext zu sehen ist alles angebracht, aber das hauptargument um dem framing entgegen zu treten hat zu lange gebraucht und ich fürchte, da war der schaden bei den meisten zentristen dann schon da. operation bürgerlicher wertejournalismus erfolgreich.


    wissler argumentiert irgendwie die ganze zeit für menschen, die im politischen betrieb drinstecken und für die ist relativ klar ersichtlich, dass das framing ne bodenlose frechheit ist, ich unterstelle auch einfach mal einem lanz, dass er das absichtlich macht. sie sollte das aber eher so erklären, dass der laie das auch versteht.


    wie hätte bernie auf so ne frage geantwortet? vielleicht ungfähr so "look mr lanz, the situation in afghanistan is an absolute catastrophe. people are in danger, people are suffering, people are afraid and we need to get out and help as many people as we possibly can. we already knew the proposal was gonna pass, but we didn´t agree with a lot of terms included in it. there is no precise definition who qualifies for being rescued and who isn´t. do we want that afghans who don´t meet the criteria are left behind with the taliban? sons, partents of people who worked with us in afghanistan? do you think the taliban cares if they worked for us officially or through a sub contract? i don´t think so. we can´t leave these people behind and since the proposal in our view didn´t make sure we get these people out, we, as a party abstained from voting in favor for it. not because we´re against getting people out, but because it didn´t make sure all the people who we have a moral obligation to rescue did indeed get rescued. we need to get even more people out than the proposal suggests. i think that´s the right way to handle this situaton, don´t you?"

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