Populismus - Freund oder Feind der Linken?

  • Selbst wenn es Syd war, manchmal hat er recht.

    Nun, dass nicht alles Unfug war, den er geschrieben hat, das wussten wir auch schon damals. Der hat nur den schwarzen Gürtel im Trolljitsu und weiß einfach ganz genau, wie er genau in die gekippte Stimmung, die hier in nun mal dieser Tage wieder häufiger vorliegt, einfach nochmal ne Duftmarke hinterlässt.


    Was Johnny und AO anbetrifft, kA, ich glaub je besser sich hier Leute in einem jeweiligen Gebiet auskennen, desto eher fühlen sie sich angegriffen, wenn es im Bereich ihrer Expertise Gegenwind gibt.

  • 😂😂😂

  • Marner


    "Wenn allerdings so Knallchargen wie der Fuchs und das Alien oder ihre geistigen Wiedergänger in der freien Wildbahn eine herrschaftslose, sich gegenseitig vergenossenschaftende Gesellschaft in der Welt meiner Kinder errichten wollen, steh ich auf der anderen Seite der Barrikaden. Schaut's euch doch mal an was die hier für Ausraster haben wegen ein bissi Gegenwind, jetzt übertragen wir es auf die Umstrukturierungen der Gesellschaft; besten Dank aber nein danke."


    Übrigens sollte, meiner Meinung nach, die Idee sein, dass man die Menschen für sich gewinnt durch die Attraktivität des alternativen Systems selbst. Wie soll man denn sonst Militär, Polizei und Kapitalisten (CEOs usw.) auf seine Seite kriegen? Tja, think again.

  • Das war übrigens auch eine Idee bei der anarchistischen Revolution in Spanien 1936. Dass man die Revolution bis nach Nordafrika ausweitet, um die Truppen von Franco zu erreichen und um sie auf die Seite der Revolutionäre zu kriegen. Leider zu spät und nie passiert, da sich die Nazis, die Kommunisten aus der Soviet Union und die USA (indirekt durch Embargo) gegen die Anarchisten vereinigt haben, um sich danach wieder selbst die Köpfe einzuschlagen.

  • Meanwhile the academic left : )


    Meema, Peema, Onke, Tatonke, Ompa, Neff_ichte, Nicht_effe ...




  • Ich weiß da auch nicht mehr weiter, alle müssen anders sprechen für wenige?


  • Ich glaube die Mehrheit weiß schon, dass es ihr noch viel schlechter gehen könnte und dass man durchaus ein glückliches Leben führen kann.

    Ich denke das ist ein Kern an Auffassung auf den man vieles runterbrechen kann. Es wird nicht gefragt ob es (für insbesondere ANDERE, denen es insbesondere schlechter geht) besser gehen kann, sondern man denkt "der Mehrheit" geht es schon gut genug oder die "KANN" gar "glücklich" sein.


    Dahinter steht der Gedanke, dass unser aktuelles Gesellschaftssystem eben doch ziemlich gut sein muss.


    Dass es 20/30 Prozent ziemlich Arme selbst bei uns gibt (die teilweise hart schuften und trotzdem von Gehalt zu Gehalt sich über Wasser halten), dass es selbst unter den Wohlhabenden viele mit Depressionen, Suchtproblemen und anderen Schwierigkeiten gibt, die nicht selten mit dem Job zusammenhängen ... das zählt dann eben zum individuellen Pech oder Unvermögen.


    Dass wir als wirtschaftliche Macht auf abstrakter Ebene andere Regionen prozentual in größerer Armut "zwingen" (in Wirklichkeit bestechen wir die dortige Oberschicht), wird sogar als Entwicklungshilfe verstanden - und China schaffts ja auch.


    Dass wir letztlich einen absurd intensiven Raubbau betreiben und bei jetziger Fertigungs- und Wegwerf-Menge quasi alle Ressourcen, wie Sand, Phosphor, etc etc in einigen Jahrzehnten verbraucht sind... wird möglichst gar nicht kommuniziert oder wie "Peek-Oil" einfach verdrängt. Vom Klimawandel nimmt man einfach an, dass wir den schon stemmen werden.


    Aber letztlich ... sind wir doch nur 80 Mio also gerade Mal ein Prozent der Bevölkerung in der Welt. Kann man halt nix machen. Und letztlich ... hey... hier "kann" doch jeder der "Mehrheit" glücklich werden.


    Really?


    Ich bezweifel das ernsthaft.


    An einen linken Populismus glaube ich aber nur in grober Hinsicht. Quasi um erste Änderungen durchzuführen. Für mich beschreibt ein Wort sehr viele Verhaltensweisen, die in unserer Gesellschaft alt bis jung betrifft: Exzess. Der ist halt längst die Normalität. Entsprungen aus dem Wunsch der Bürgerlichen am Ende des Feudalismus deren Exzesse in etwas anderer Form zu übernehmen. Und dann am besten auf erhebliche Teile der Bevölkerung auszuweiten.


    Für mich ist das eine der Grundfragen, die dann auch das Wirtschaftssystem betrifft. Wollen wir exponentielles Wachstum, also Exzess. Oder wollen wir Balance und Ausgleich, das dann eben auch im Privatleben.


    Und hier.... bin ich mir tatsächlich nicht sicher, wie eine Mehrheit sich äussern würde - und zwar weltweit, aber auch hier.

  • Armut, Depression und Raubbau sind auch für mich keine Gesellschaftsvision! Genauso wenig wie (hedonistischer) Exzess.

    Was mich interessiert ist die Frage wie wir den Kapitalismus nutzen können um Klima- und Umweltschutzunternehmen exponentiell entstehen/wachsen zu lassen. Ich glaube, dass das mit Umwelt- und Klimapreisen ginge. Zu Jedem Produkt gehört demnach auch deren Kompensation auf Umwelt- und Klimaebene.

    Freilich ist das nur eine Idee, für die ich bislang leider keine soziologische Studie finden konnte....

  • Armut, Depression und Raubbau sind auch für mich keine Gesellschaftsvision! Genauso wenig wie (hedonistischer) Exzess.

    Nichtsdestotrotz offenbar ziemlich normal in unserem Wirtschaftssystem. Ob es hier einen Zusammenhang gibt? ;)


    Ich glaube, dass das mit Umwelt- und Klimapreisen ginge.

    Tja - der Traum, der Preis allein reguliert alles. Ich finde es überraschend, dass gerade in der Ökonomie-Lehre, wo immer komplexere Zusammenhänge und Mathematik-Modelle und irgendwann sogar eine richtig abgedrehte Ökonometrie entwickelt wurden... man bei der Idee bleibt, am Ende gibt es EINE EINZIGE Zahl, die an Produkten klebt, die ALLE Konsequenzen und Folgen und Rahmenbedingungen abbilden soll - den Preis.


    Erinnerung:

    In den 70er Jahren gab es einen sogenannten Ölpreisschock. Genauer gesagt 1973 der erste. Interessanterweise GENAU DANN als der "Club of Rome" sein Thesenpapier von dem Ende des ewigen Wachstums rausbrachte. Wie sehr haben beide Einflüsse damals wohl dafür gesorgt, dass in der Industrie ein Wandel eingesetzt hat?

    Sagen wir mal so - es gibt Erfahrungen, die uns empirisch zeigen, dass verkrustete Entwicklungen in der Industrie nur durch massive Gesetze aufgebrochen werden können... nur um dann in andere verkrustete Entwicklungen zu führen. Die GRUNDLAGEN des Handelns der Industrien (Wachstum durch Ausbeutung) waren aber immer gleich.


    Das ist der Punkt auf den Utan halt ständig hinweist: Die Hoffnung oder der Glaube, dass der auf VWL-Basis bestehende ZWANG zu quantitativem Wachstum dazu führt, dass der bisher IMMER benötigte Raubbau bzw. die exzessive Ausbeutung an Mensch und Natur trotz des Wachstums-Zwangs aufhören kann... ist schwer nachzuvollziehen.


    Welche Konzepte gibt es denn dafür außer "Preise rauf"? Weil... mit Verlaub... aber "Preise rauf" ist ja noch kreativloser, als die allgemeine Idee von Genossenschaftskonzernen.


    Wie wär es denn immerhin mit einer grundsätzlichen Anpassung des Bruttosozialprodukts und der intensiveren Versteuerung von Konzern-Gewinnen sowie FInanztransaktionen zum Zwecke der Finanzzockerei? Wie wärs mit mehr Regeln und mehr Kontrollen?


    Kleine Analogie: Ob im Fussball weniger gefoult würde, wenn die Tore vergrössert würden, damit mehr Tore passieren, aber es keine klaren Foulregeln und Schiedsrichter gäbe? ;)

  • Das ist der Punkt auf den Utan halt ständig hinweist: Die Hoffnung oder der Glaube, dass der auf VWL-Basis bestehende ZWANG zu quantitativem Wachstum dazu führt, dass der bisher IMMER benötigte Raubbau bzw. die exzessive Ausbeutung an Mensch und Natur trotz des Wachstums-Zwangs aufhören kann... ist schwer nachzuvollziehen.


    Welche Konzepte gibt es denn dafür außer "Preise rauf"? Weil... mit Verlaub... aber "Preise rauf" ist ja noch kreativloser, als die allgemeine Idee von Genossenschaftskonzernen.

    Es geht ja nicht nur "Preise rauf". Es geht ja auch darum darum effektiv Klima- und Umweltschutz zu betreiben.

    Jeder, der bspw. eine Plastiktüte in Verkehr bringt muss denjenigen bezahlen, der am anderen Ende Welt wieder Plastik aus dem Meer fischt. (mal so als plattestes Beispiel)

    Mit dem CO2-Preis läuft es ja ähnlich. Wir müssen völlig neu über die Produktion von Waren nachdenken. Nicht nur die Erzeugung gehört dazu, sondern auch die Vermeidung bzw. Kompensation von Umwelt-, Sozial- und Klimaschuld, (eben die bislang externalisierten Kosten).

    Und hier kann durchaus "Wachstum" entstehen. Eine in dem Ausmaß noch zu gründende "Umwelt und Klimaschutzindustrie" kann einer der größten Industriezweige der Welt werden.

    Für mich wäre dieses neue Herangehen an Produktionsprozesse ein Prozessmusterwechsel und demnach sehr kreativ.

  • Welche Konzepte gibt es denn dafür außer "Preise rauf"? Weil... mit Verlaub... aber "Preise rauf" ist ja noch kreativloser, als die allgemeine Idee von Genossenschaftskonzernen.

    Nur kurz zur Info, NIEMAND hat jemals von Genossenschaftskonzernen gesprochen. Aber wie schon gesagt, wir brauchen eine Alternative. Aber wer will kann natürlich auch in einer Mad-Max ähnlichen Welt noch darüber disktutieren, wie man die Wasserversorgung über den Markt und Preis regelt (Auflösung: Die Reichen kriegen das Wasser).

  • Nur kurz zur Info, NIEMAND hat jemals von Genossenschaftskonzernen gesprochen. Aber wie schon gesagt, wir brauchen eine Alternative. Aber wer will kann natürlich auch in einer Mad-Max ähnlichen Welt noch darüber disktutieren, wie man die Wasserversorgung über den Markt und Preis regelt (Auflösung: Die Reichen kriegen das Wasser).

    Nun, ich bin von der nicht-kapitalistischen Distribution von Wasser in Mad max auch nicht so mega begeistert

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