Populismus - Freund oder Feind der Linken?

  • Der Typ ist übrigens Selbstständig (was er später noch sagt im Video), also nix Arbeiterklasse. Die Kohle muss ja fließen ne und seine Arbeiter müssen schön malochen gehen, ansonsten wirds vom Lohn abgezogen🤷‍♂️

    Also is jeder der "Selbstständig" ist in deiner Welt direkt nen Ausbeuter und insbesondere schon mal auch kein Teil der Arbeiterklasse mehr sondern dann Teil einer von dir dann wohl nicht so sehr angesehen Klasse?

    Nur zum weiteren Verständnis deiner Sichtweise ausm Elfenbeinturm. Wo ordnest du da dann die Freischaffenden ein? Die dann vllt sogar noch mit eigenem Fahrzeug für Unternehmen und so Sachen ausliefern "müssen"? Oder Leute Pflegen? Oder putzen gehen? Oder all die anderen Dinge welche sie tun müssen, damit die Kohle fließt mit der sie sich dann hoffentlich den nächsten Monat über, nach Abzug aller Fixkosten das Essen leisten können um dann erneut fürn nächsten Monat malochen zu gehen und dabei dir und deinesgleichen erneut dankend im Stau begegnen zu können um zu wissen, wem sie eventuell ein Abendessen weniger zu verdanken haben.

  • Der Kerl ist nicht Arbeiterklasse. Die Leute, die bei ihm waren sind wahrscheinlich seine Arbeiter, die er nach geltendem Recht für sich arbeiten lassen kann. Deswegen heißt es ja "für xy arbeiten" besser passt "anstelle xy arbeiten".


    Und bitte nicht auf die Tränendrüße drücken. Mir kommen fast schon Krokodilstränen wie der selbstlose angebliche Mittelständler sein Leben hingibt um den Arbeitern arbeit zu geben und sie vor dem Hungertod zu retten. Das ich nicht lache😂 Wenn es euch so schlecht geht, kann es den Arbeitern ja nur blendend gehen😂


    Steck lieber noch ein paar Coronahilfen ein:


    https://www.swr.de/swraktuell/…ona-soforthilfen-100.html


    (gleiches gibts auch für hessen ect.)


    Aber um deine eigenen Probleme musst du dich selbst kümmern.

  • Mal völlig Abseits der Fragen, ob diese Aktion irgendeinen nachhaltigen Sinn ergibt, oder ob man als Selbständiger schon automatisch kapitalistischer Ausbeuter ist, wenn man ein paar Angestellte hat, oder als "Freiberufler" scheinselbständig auf Rechnung für einen kaptalistischen Ausbeuter malochen muss, kann man hier - wie da in Berlin auf der Straßenkreuzung - mal wieder exemplarisch feststellen, wie die bürgerliche Ideologie so manchen Leuten das Hirn so dermaßen zubetoniert hat, dass die Abhängigkeit vom Verkauf von Arbeitskraft an das Kapital zu einem Anspruch auf freie Berufsausübung umdefiniert und eisern gegen jeden Widerstand verteidigt wird


    - selbst wenn es sich bei jenem Widerstand nur um ein paar sendungsbewusste Akademikerkinder handelt, die immerhin ihre Gesundheit riskieren, um gegen die ausbeuterische Zerstörung fundamentaler Lebensgrundlagen auf diesem Planeten zu protestieren.


    Und das Kapital, das gleichsam von der Ausbeutung der Arbeitskräfte (ob mit oder ohne Gewerbeschein) wie von der Umweltzerstörung profitiert, lacht sich kaputt.

  • Der Kerl ist nicht Arbeiterklasse. [...]


    [...] der selbstlose angebliche Mittelständler [...]

    Da fehlt dir anscheinend der Zugang zum Thema, die prekär als Selbständige gehaltenen, oft als Einmannbetrieb die sich selbst ausbeuten/lassen, wären in jedem Klassenkampf auf Seite der Arbeiter, dank Vollpfosten wie dir und der letzten Generation (sich auf der Straße festkleben hat was von Darwin Award). Das sind Leutchen denen der Status "Angestellter" verweigert wird, weil "Arbeitgeber" (deine Mittelständler und aufwärts) da noch die paritätischen Sozialversicherungsbeiträge(*) und solche Leckerlis wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sparen können. Wenn die dann auch noch Werkverträge haben, schulden sie Ergebnisse (auch wenn krank) und die Gewährleistung kann durchgereicht werden. Die meisten dieser modernen Sklaven haften dabei auch noch voll und persönlich, weil es ihnen schwer fällt die Kohle für die Annahme einer anderen Rechtsform zusammen zu kratzen. Ein unschönes Beispiel sind allerlei Paketdienstleister.


    *Sozialversicherungsbeiträge:

    - Krankenversicherung (nicht der Studentenbeitrag Jonny)

    - Arbeitslosenversicherung (falls man gern mit sozialem Netz lebt)

    - Altersvorsorge (falls man gern mit sozialem Netz lebt)


    je nach Branche kommen da evtl. noch Kosten für zwangsverkammerung/-genossenschaftung dazu...


    Geht doch einfach wem auf den Sack der wirklich Klassenfeind (und Bonus: thematisch passt) ist, blockt die Ausfahrt bei Müllermilch oder Tönnies oder beim Hönes. Wenn du/ihr schon bei der Zielauswahl so kläglich scheiter(s)t und dann patzig wirst/werdet wenn die Gegenliebe der Öffentlichkeit fehlt kannich nur einen Allgemeinplatz empfehlen:


    Manchmal ist es besser durch Schweigen den Eindruck von Ahnungslosigkeit zu erwecken, als durch Äusserungen jeden Zweifel daran zu beseitigen.




    fehlt bestimmt noch was

  • DIE LINKE und der Volksentscheid

    Durch den gewonnenen Volksentscheid und die Regierungsbeteiligung unter Franziska Giffey hat sich die Linkspartei in Berlin in ein Dilemma manövriert. Lösen kann sie es nur, wenn sie sich als sozialistische Partei klar dazu verhält.


    [...] In dem Dilemma um Deutsche Wohnen & Co enteignen wird ein grundlegendes Problem der Linkspartei sichtbar: DIE LINKE ist eine Partei, in der der Apparat unter sich ausmacht, was zu tun ist. Ein großer Teil der Basis steht dabei hinter der Parteiführung und nimmt ihr ab, dass sich Veränderungen durch geschicktes Verhandeln erringen lassen – selbst wenn man mit Blick auf die Kräfteverhältnisse deutlich unterlegen ist. Dies bezeugt auch das Ergebnis der Urwahl zum Koalitionsvertrag: 74,9 Prozent der Abstimmenden votierten mit »Ja«.

    Man gibt sich etwas linker als die SPD oder etwas grüner als die Grünen, orientiert sich aber nicht mehr an dem Ziel der Überwindung der herrschenden Verhältnisse. Für eine Partei, die sich damit zufrieden gibt, als Mehrheitsbeschafferin ihrer Koalitionspartner zu agieren und im Gegenzug kleine Veränderungen zugesprochen zu bekommen, ist ein Projekt wie die Vergesellschaftung von Wohnraum jedoch zu groß. Dafür braucht es mehr: eine allgemeine gesellschaftliche Umbruchstimmung, die sich nicht an Verhandlungstischen erzeugen lässt. Auf diese Weise verkommt die Partei zu einem uninspirierten Wahlverein – ein Politikansatz, der bei der Bundestagswahl offensichtlich gescheitert ist. Der radikalere Teil der Basis wird bei der Umsetzung dieses Politikstils lediglich als hinderlich wahrgenommen.

    DIE LINKE braucht eine Vision der Transformation des Kapitalismus, die sie von anderen Parteien abhebt, die Mitglieder aktiviert und sie ermutigt, die Sache der Partei zu ihrer eigenen Sache zu machen. Deutsche Wohnen und Co enteignen hat das teilweise geschafft: die Kampagne hat niedrigschwellige Mitmachangebote bereitgestellt und Tausende Menschen innerhalb und außerhalb der LINKEN dazu inspiriert, sich für die Vergesellschaftung von Wohnraum einzusetzen. Wenn DIE LINKE als sozialistische Partei eine Zukunft haben will, dann muss sie sich zu einer Bewegungspartei entwickeln, in der ihre Mitglieder innerhalb und außerhalb der Parlamente mit sozialen Bewegungen und betrieblichen Initiativen für die Überwindung des Kapitalismus kämpfen.[...]

    (Fabian Nehring ist Ko-Moderator des Podcasts 99zueins und aktives Mitglied der LINKEN in der Basis-Organisation Berlin-Wedding.)

  • Ich war selbst Arbeiterklasse jahrelang, Vater war selbstständig, ich hab genug Chefs gesehen, die kommen und gehen wann sie wollen und löhne einstecken über jahre, nicht nur mein eigener Vater. Gespräche mitbekommen, Einblick in die Finanzen gehabt (auch in andere firmen) mit anderen Arbeitern gesprochen. Und mit Arbeiterklasse meine ich richtige Arbeiterklasse, Tiefbau (bei 5 grad in 2 m tiefen erdgräben auf einem quadratmeter rohre verlegen 9 1/2 stunden und sowas), wo heutzutage noch malocht wird mit Technologie aus dem 19. Jahrhundert, weil die arbeitszeit länger ist. Die Leute, die hier behaupten, den Arbeitgebern würde es schlecht gehen, gerade die haben nicht wirklich viel gesehen, schon gar nicht aus der Sicht eines Lohnarbeiters im Handwerk. Wenn die Arbeitergeber sich beschweren, es würde ihnen wegen Corona so schlecht gehen, dann kommt das meiner Meinung nach daher, weil sie, um den Betrieb zu retten, selbst mehr im betrieb leisten müssten, aber kein Bock drauf haben, weil sie ihre angenehmen Arbeitstag verlieren würden. Ich hatte Arbeitgeber die sind fast zusammenbebrochen, wenn sie ne Schaufel angeguckt haben.


    Und nur weil viel Steuern oder hohe Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden, bedeutet das noch lange nicht, dass dabei nicht auch einiges an Gewinn herausspringt, für den persönlich nicht viel gemacht wurde ausser arbeiter kommandiert. Also erzähl mir nix von Arsch aufreißen, wer sich den Arsch aufreißen muss, das sind die Arbeiter. Übrigens sind 99% der Autofahrer (bestimmt auch arbeiterklasse dabei ;)) ruhig und machen gar nix. Es wird Zeit diesen ganzen tagtäglichen Wahnsinn zum Halt zu kriegen, damit wir uns als Gesellschaft auf das, was wichtig ist zurückbesinnen und das ist unser Überleben auf einem bald kochenden Planet. Interessiert mich einen Scheiß ob du glaubst der Winter war kalt.

    Wenn es dir wichtiger ist das nicht 5 Stunden der Wahnsinn gestoppt wird und nicht die Lebensmittelverschwendung aufhört, dann verpiss dich unter deinen reaktionären stein unter dem du hervorgekrochen bist.

  • wer zum geier redet hier von einmann betrieben.


    Wer, hier im Forum, hat geglaubt, dass ich mit Selbstständig Einmann-Betriebe meine? Im Kontext des Videos, wo ein Mann und seine Arbeiter zu sehen sind?

  • Es geht übrigens um eine konkrete Forderung. In De werden jedes Jahr 18 Millionen Tonne noch essbare Lebensmittel weggeworfen und wir brauchen daher ein Gesetz, wie es schon in Frankreich gibt, wo die Supermärkte überschüssige Lebensmittel spenden müssen.


    Gibt es einen Menschen auf dieser Erde, der das nicht sinnvoll findet?


    Der größere Kontext ist, dass es durch die Erderwärmung zu Dürren kommt und die Landwirtschaft zusammenbrechen wird, auch in Deutschland oder in Ländern von denen Deutschland abhängt, und deswegen werden wir Hungersnöte bekommen und Essen rationieren müssen. Was wäre irrationaler als in einer solchen Situation immernoch 18 Millionen Tonnen Lebensmittel wegzuwerfen? Die Verschwendung verursacht auch 4% an CO2 Emissionen. Das ist nicht viel, aber komplett unnötig und kann leicht verhindert werden.


  • ein würdiger beitrag um den thread wiederzubeleben.


    66f.jpg

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!