Populismus - Freund oder Feind der Linken?

  • mir vergeht das Lachen.

    Wie bekloppt ist das denn?

    Frauen dürfen nur noch für Frauen übersetzen.

    Schwarze für Schwarze und Weiße für Weiße?

    Juden nicht mehr für Christen und Muslime auch nur für einander.

    Dann aber auch sortiert,bitteschön

    Nicht dass ein schwarzer Jude für einen schwarzen Muslim übersetzt.

    Und die sexueller Präferenz muss beachtet werden


    Das nimmt echt Ausmaße an-die sind nicht mehr feierlich.

  • Erstmal dies: Mit Wortklaubereien kommen wir hier nicht weiter.

    Du benutzt ‚radikal‘ abwertend? Wie lange schon?

    Eigentlich überhaupt nicht.


    Ich fordere hier und im alten Forum seit Jahren mehr Radikalität in der Kritik der herrschenden Verhältnisse - und zwar genau aus dem Grund, dass ich die auch bis tief ins heutige "links"-liberale Lager festgesetzte Horizontverengung für fatal halte, sich am alten Selbstbetrug einer Sozialdemokratie fest zu klammern, welche sich seit hundert Jahren einredet, man könne den Kapitalismus dauerhaft in eine SozialeMarktwirtschaft™ verwandeln (und dabei nebenbei auch noch eine Wortschöpfung aus dem konservativen Propagandaapparat um den ehemaligen Wirtschaftberater der Nationalsozialisten L. Erhard als akkurate Beschreibung der Nachkriegswirklichkeit umdeuten!), wenn nur endlich der nötige politische Wille dazu aus den Untiefen der bürgerlichen Parteienlandschaft emporstiege und beherzt genug an den "richtigen" technokratischen Stellschrauben drehte.


    Ich halte es da absolut mit der marxschen Kritik am Kapitalismus. So lange das Problem nicht radikal - also an seiner Wurzel in den Produktions- und Eigentumsverhältnissen - angepackt, und dieselben unter wahrhaft demokratische Kontrolle derjenigen gebracht werden, die unter jenen Verhältnissen zu ihrem Lebensunterhalt auf die Verwertung ihrer Arbeitskraft mittels der ihren ArbeitsplatzeigentümerInnen gehörenden Produktionsmittel angewiesen sind, wird sich keine noch so wackere und wohlmeinende sozialdemokratische Lichtgestalt auf Dauer gegen die Vereinnahmung und Unterwanderung ihrer Politik durch das private Kapital und seine bürgerlichen FürsprecherInnen behaupten können.


    Für mein Gefühl ist linker Populismus nicht einfach nur zum Misslingen verurteilt. Er ist schädlich, indem er guten Willen korrumpiert. All die ‚realistisch‘ Gewordenen, von Friedrich Ebert bis Josef Fischer, sind meiner Ansicht nach keine Unfälle, sondern Ergebnis dessen, was Marx in der sechsten Feuerbachthese benannt hat, und dessen ubiqitäre Gewalt man unter anderem in der Minima Moralia nachlesen kann.

    Der Grundsatz: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!, ist doch hohles Getute. Aber er wirkt eingängig und plausibel, weil die Ideologie des Kleinbürgers aus Leistung und Erfolg besteht. Man legt Hand an, man schmiedet sein Glück, man sitzt nicht vergrübelt da, man krempelt die Ärmel auf. Und aus dieser Wurzel kommt der Praktizismus, der alles anerkennt, nur nicht die Nachricht, dass die Türen verrammelt sind.


    Deine wiederholten Verweise auf "Friedrich Ebert bis Josef Fischer" sind daher bei mir eigentlich an der absolut falschen Adresse. Mein ganzer - von mir selbst so genannter - "Salonmarxismus" gründet sich auf den Widerspruch aus der Vereinnahmung ehemals - zumindest vordergründig - radikaler KritikerInnen an den herrschenden Verhältnissen durch ebendiese, weil ihr politischer Auftsieg von der Bereitschaft abhängig ist, sich ihnen auf dem "Marsch durch die Institutionen" anzudienen, um dadurch schliesslich in politische Machtpositionen zu gelangen, und sich auf dem Weg dort hin so tief in die (scheinbare) Eigenlogik des im Kapitalismus untrennbar mit den staatlichen Institutionen, politischen Parteien und leider auch einem großen Teil der bürgerlichen Presse und der akademischen Gesellschaftswissenschaften verschlungenen politisch-ökonomischen Komplexes hineinzudenken, dass sie am Ende gar keines anderen Denkens mehr fähig sind.


    Das Sein, bzw. das politische Werden, formt auch hier das Bewusstsein. Und das tut es insbesondere dann - so lautet meine ewige Behauptung - wenn die politischen Parteien und Bewegungen, welche sich anschicken eine gesellschaftliche Macht zu werden, ihre Kritik am kapitalistischen System darauf beschränken, seine momentanen Funktionsfehler zu benennen, und wenn sie ihre politischen Fernziele darauf ausrichten, an den Symptomen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung herumzudoktern, und damit, so wie es der alte J.M. Keynes - der Säulenheilge der bürgerlich-Sozialdemokratischen Politökonomik - Generationen von NachkriegsökonomInnen und SozialdemokratInnen ins Stammbuch geschrieben hat, den Kaptalismus vor seiner eigenen Selbstzerstörung zu retten - und somit natürlich die bürgerlich "liberale" Gesellschaft vor der qualvollen Selbsterkenntnis der systemischen Widerspüche, welche ihrer eigenen Existenz zugrunde liegen.


    Wenn ich hier von "radikalen GegnerInnen des Populismus" schreibe, dann bedeutet das nicht, dass ich deren generelle Haltung als zu "radikal" einschätze, sondern lediglich ihre (bzw. in diesem Fall natürlich ganz konkret Deine, lieber @Heyfisch) erklärte Gegnerschaft, die im Populismus selbst eine Ursache, eine Wurzel des Übels auszumachen glaubt, und sich standhaft weigert zu verstehen, dass er eigentlich auch nur ein Symptom, eine Erscheinungsform der kognitiven Dissonanz jener bürgerlichen Gesellschaft ist, welche sich aus der traurigen Tatsache ergibt, dass das bürgerliche Individuum in der "liberalen" kaptalistischen Gesellschaft nur sehr selten bis gar nicht tatsächlich in den Genuss jener individuellen "Freiheit" kommt, welche ihm die Marktideologie als eigentliche Belohnung für seine Lohnarbeit, oder sogar für sein unternehmerisches Handeln verspricht, weil es sich dazu - ob als ArbeiterIn oder als bourgeoise Charaktermaske - den Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Marktwirtschaft unterwerfen muss, welche ihm das bürgerliche Bewusstsein schon mit der Muttermilch als angeblich natürliche Ordnung der Welt eingetrichtert hat.


    Und bei der kleinsten Dämmerung von Erkenntnis über dieses "falsche" Bewusstsein, lehnt sich das bürgerliche Individuum - in Ermangelung einer radikalen, aber verständlichen(!) und nachvollziehbahren Systemanalyse als echte Alternative - dann eben nicht gegen die Verhältnisse auf, welche ihm den Irrglauben in den Kopf gesetzt haben, sondern es sucht natürlich zuallererst nach Schuldigen, die es dafür verantwortlich machen kann, dass das liberale Versprechen gebrochen wurde.

    Und die findet es genau dann bei den rechten Populisten und ihren Ressentiments gegen "die anderen", wenn die Linke nicht mehr willens oder dazu in der Lage ist, solchen Feindbildbestimmungen gegen vermeintliche äußere Feinde, eine Anayse der inneren gesellschaftlichen Verhältnisse als Erklärung entgegenzusetzen, weil sie selbst zu sehr damit beschäftigt ist, ihre eigene innere Gruppenidentität gegen deren (ideologisch) äußere Feinde zu befestigen.


    Insofern ist mein Vorwurf an die "radikalen" GegenerInnen eines linken Populismus tatsächlich falsch formuliert, weil sie mit ihrer Identifikation des Populismus als unweigerlich in die Abgründe des "Bösen" führende, und mit ihrer eigenen Berufung auf eine sich dem mit aller Härte entgegenstellende "gute" Ideologie, eigentlich genau das Gegenteil einer radikalen Kritik an der kapitalistisch-bürgerlichen Gesellschaft üben, sondern sich vielmehr deren Denken in solchen moralischen und ideologischen Kategorien voll und ganz zu eigen machen und sie damit bestätigen.


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    Der andere, nicht minder tragische Effekt dieser "Verbürgerlichung" der Linken (nicht nur innerhalb der Partei!), ist eine Verschiebung der öfffentlichen Wahrnehmung linker Diskurse, weg von der radikalen Kritik an den herrschenden kapitalistischen Verhältnissen und an den autoritären Strukturen, die durch sie aufrecht erhalten werden, hin zu einer oberflächlichen Symptomkritik an deren schlimmsten Auswirkungen. Und nur auf diese äußere (nicht auf die Links-innere Selbst-) Wahrnehmung kommt es letztendlich an, wenn man über den gesellschaftlichen Einfluss linker Ideen auf en Rest der Gesellschaft redet


    Dabei ist die Kritik an schlimmen Auswirkungen wie etwa der - von Dir ja immer wieder als zentrales Symptom in die Diskussion eingebrachten - Lage der Geflüchteten an der europäischen Peripherie an sich absolut berechtigt. Aber genau wie z.B. die ebenso richtige und berechtigte Kritik von Fridays for Future an der mangelnden politischen Bereitschaft, ernsthaft gegen den menschengemachten Klimawandel zu handeln, läuft sie in dem Moment ins Leere, wo sie ihren Forderungen selbst keine Handlungen folgen lassen kann, und darauf angewiesen ist, dass die bürgerlichen Parteien, die unser Land (und so ziemlich alle anderen europäischen und überhaupt westlichen Länder, insbesondere jene an den Außengrenzen der EU) regieren, das Handeln übernehmen.


    Damit verkommt die richtige und wichtige linke Kritik zu einem Appell an die bürgerliche Moral und an deren politische Verkörperung in den bürgerlichen Parteien und entradikalisiert sich damit quasi selbst, weil sie Forderungen in den Mittelpunkt stellt, welche dann Gegenstand des ewigen politischen (und ökonomischen) Geschäftemachens jener bürgerlichen Parteien und zu Faustpfänden, Verhandlungsmassen und Erpressungspotenzialen im Wettkampf derselben um die Vorherrschaft an den Futtertrögen der Macht werden.


    Ich habe das Beispiel mit Hillary Clintons Rede in Las Vegas ja nicht aus Jux und Dollerei in den Eingangsbeitrag geschrieben. In (nord-)amerikanischen linken Diskursen, wird genau die Vereinnahmung identitätspolitischer Themen durch das neoliberale Demokratische Parteiestablishment und ihr skrupelloser, opportunistischer Einsatz als Waffe gegen radikale Kritik am ökonomischen und politischen System der USA von vielen radikalen KritikerInnen desselben mittlerweile nicht ohne Grund als leider sehr erfolgreiche Strategie der VerteidigerInnen jenes Systems gesehen, weil er zu einer Tribalisierung und Spaltung des linken Lagers führt.


    Dessen neoliberale WidersacherInnen - wie etwa die eingangs zitierte Mrs. Clinton - machen sich nun zum einen das links-identitäre Gruppendenken schamlos zum Instrument, um allzu scharfe KritikerInnen der politisch-ökonomischen Machtverhältnisse mit sozialmedialen #Shitsorms zu überfluten - unter tosendem Beifall des rechtspopulistischen Lagers, welches längst gelernt hat, solche Kontroversen durch memes und andere Provokationen noch zu befeueren, wann immer sich die Möglichkeit dazu bietet.


    Viel verheerender ist zum anderen aber der Effekt, dass durch die starke Verbindung solcher Kampagnen mit den sozialen Medien vor allem der, noch nicht so sehr emotional und in seiner politischen Überzeugung gefestigte, aber umso mehr in der social media-Blasenwelt beheimatete, jüngere Teil des links-affinen Publikums in solche bürgerlichen Kategorien gezwängt und dazu genötigt wird, eine "radikale" Entscheidung zwischen Gut und Böse zu fällen, und sich damit dem einen oder anderen zweier rein ideologisch definierter Lager anzuschliessen, welche ihren Gruppenzusammenhalt nicht mehr auf einer geteilten Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse basieren, sondern hauptsächlich auf der radikalen Abgrenzung gegen das jeweils andere Lager.


    Dabei ist genau diese Art(!!!) der Abgrenzung der Linken Anti-PopulistInnen von den RechtspopulistInnen im Grunde selbst zutiefst populistisch, weil sie eben keine sachliche, analytische Kritik mehr zum Kern hat, sondern emotionale Empörung.


    Am Ende stehen sich dann rechte PopulistInnen, die sich in dieser Rolle Pudelwohl fühlen und sich für die wahren VertreterInnen "des Volkes" und der berüchtigten "schweigenden Mehrheiten" halten - oder sich zumindest als solche verkaufen - linken PopulistInnen gegenüber, die eigentlich selbst gar keine sein wollen, aber das rechte "Volk" für eine ihnen feindlich gesinnte, dumpfe Masse halten, die beim geringsten Anlass einen faschistischen Mob bildet, um Asylunterkünfte anzuzünden und LGBTQ+-Menschen durch die Strassen zu jagen.


    Von mir aus kann man den Begriff "Populismus" gerne ad acta legen. Vielleicht ist er einfach zu negativ konnotiert. Nicht mal Fabio de Masi wollte sich den Mantel des linken Populisten anziehen. Aber ich bin absolut überzeugt davon, dass die Linke - sowohl die Partei als auch der außerparlamentarische Teil - den Kampf gegen den rechten Populismus verlieren wird, wenn sie sich weiterhin hinter ihrer moralischen Deutungshoheit verbarrikadiert und sich nicht darauf zurück besinnt Linke Themen wieder populär zu machen.

    Denn die andere Seite gibt sich zwar bisweilen ebenso hoch moralisch, aber ihr ideologischer Kern kümmert sich in Wahrheit einen "Vogelschiss" um die liberale bürgerliche Moral.

  • Erstmal dies: Mit Wortklaubereien kommen wir hier nicht weiter.

    Du bist manchmal so lustig, Utan. Ich stelle mir den Satz etwas angenervt und grummelig, aber letztlich doch gütig dem vorlauten Stenz zugebrummelt vor: „Mit Wortklaubereien kommen wir hier nicht weiter. Also, wenn Du nachher ein Eis willst, hör auf damit.“


    Zur Sache: Deine Analyse der Untauglichkeit des ‚Gangs durch die Institutionen‘: Sehr gut.

    Deine Entlarvung des (hier offenbar: rechten) Populismus als „falsches Bewusstsein“, als Symptom des objektiven Widerspruchs von Freiheitsversprechen und realer Unfreiheit innerhalb des Kapitalismus: Sehr gut.

    Deine Kritik derjenigen Kritiker:innen des linken Populismus, die, wie Frau Clinton vorgeführt hat, es über sich bringen, gesellschaftliche Missstände gegen Kapitalismuskritik auszuspielen: Sehr gut.


    Das alles habe ich verstanden und stimme zu. Lass uns je ein Häkchen dranmachen, und ab in die Ablage damit.

    Ich weiß aber nicht, was Dich dazu treibt, trotz expliziten Widerspruchs meinerseits meine Kritik am linken Populismus immer wieder mit der Kritik Frau Clintons an Bernie Sanders zu identifizieren und also unbeachtet liegenzulassen.

    Zudem schaltest Du an entscheidender Stelle wieder das Argument ein, eine Forderung, die nicht in absehbarer Zeit zu realisieren sei, sei verdammt, ins Leere zu laufen. Sag, gilt jenes ‚ins Leere laufen‘ eigentlich auch für Deine, nein: unsere radikale Kapitalismuskritik? Eine Abschaffung des Kapitalismus ist doch auch nicht so direkt in Sicht, oder?


    Ich wünschte, Du würdest auf meinen letzten und eher noch auf den vorletzten Beitrag antworten. Nur in diesem Fall ist es, so glaube ich jedenfalls, sinnvoll, auf die ‚Wortklauberei‘ zurückzukommen und darauf, dass es mit dieser durchaus so seine aufklärende Bewandnis haben könnte.

  • Ich weiß aber nicht, was Dich dazu treibt, trotz expliziten Widerspruchs meinerseits meine Kritik am linken Populismus immer wieder mit der Kritik Frau Clintons an Bernie Sanders zu identifizieren und also unbeachtet liegenzulassen.

    Ich komme darauf nicht zurück, weil ich Deine Kritik mit Hillary Clinton identifiziere, sondern aus den folgenden zwei Gründen:


    1. weil sich daran gut ablesen lässt wie das was ich oben als linke "Tribalisierung", bzw. als "links-identitäres Gruppendenken" bezeichnet habe, von den Gegnern der Linken - nicht nur vom rechtsäußeren Rand, sondern auch vom bürgerlichen, neoliberalisierten Zentrum - gegen Linke Kritik an den herrschenden kapitalistischen Verhältnissen instrumentalisiert wird. Und...


    2. Weil ich eine solche "Tribalisierung" - spiegelbildlich zu der des völkischen rechten Randes, der darin zu Hause ist wie der Fisch im Wasser - auch in der hiesigen Linken beobachte, wo sich eben das wachsende identitätspolitische Lager immer härter gegen alles in seiner Nähe zur wehr setzt, was seiner binären, moralisch-ideologischen Einteilung in Ja/nein, Schwarz/Weiß, Gut/Böse keine bedingungslose Zustimmung entgegen bringt.

    Und hier im Forum bist im Moment Du derjenige, der eine solche Position verabsolutiert, indem Du immer wieder eine Ablehnung der ideologischen "offene Grenzen"-Position - nicht Durch die scheinbar bereits so verrohte "petite Bourgeoisie", sondern durch andere Linke, die versuchen der Verrohung irgendwie anders als durch radikale Ausgrenzung zu begegnen - mit einer generellen Ablehnung gegen Zuwanderung oder gar gegen Hilfe für Geflüchtete in höchster Not, oder - noch schlimmer - mit einer stillschweigenden Tolerierung des "Mordes" im Mittelmeer gleichzusetzen scheinst.


    Ich habe ja begriffen, dass man Dich nicht dahingehend umstimmen kann, all jene wieder auf den Boden der Vernunft und der humanistischen Aufklärung zurück zu holen, die sich - aus Deiner Sicht - bereits bereitwillig auf die Seite des faschistischen, mörderischen Ressentiments geschlagen haben, indem sie ein Kreuz bei den Angstmachern der sogenannten "Alternative" machten.

    Aber mir scheint es so, als seist Du genausowenig daran interessiert, all jene die das noch nicht getan haben, aber sich von der heutigen Linken nicht mehr repräsentiert fühlen, dergestalt von links entgegen zu kommen, dass man sie eben nicht vor die von mir oben so länglich ausgeführte Alles-oder-Nichts-Wahl stellt und sie dann dafür verdammt, dass sie eine solche, glasklar und steinhart umrissene Position nicht einnehmen wollen oder können.


    Ich wünschte, Du würdest auf meinen letzten und eher noch auf den vorletzten Beitrag antworten. Nur in diesem Fall ist es, so glaube ich jedenfalls, sinnvoll, auf die ‚Wortklauberei‘ zurückzukommen und darauf, dass es mit dieser durchaus so seine aufklärende Bewandnis haben könnte.

    Daher verstehe ich auch nicht, was ich Dir da worauf antworten soll? Vielleicht habe ich nicht verstanden worauf Du mit den letzten beiden Posts eigentlich hinaus wolltest, aber für mich lesen sie sich nur wie weitere Varianten dessen, was Du zuletzt auch schon so kunstvoll im de Masi-Thread als Begründung Deiner radikalen Ablehnung eines linken "Populismus" formuliert hattest. Vielleicht musst Du mir eine konkrete Frage stellen, damit ich Dir eine konkrete Antwort geben kann.

    Zudem schaltest Du an entscheidender Stelle wieder das Argument ein, eine Forderung, die nicht in absehbarer Zeit zu realisieren sei, sei verdammt, ins Leere zu laufen. Sag, gilt jenes ‚ins Leere laufen‘ eigentlich auch für Deine, nein: unsere radikale Kapitalismuskritik? Eine Abschaffung des Kapitalismus ist doch auch nicht so direkt in Sicht, oder?

    Auch hier scheinst Du von mir zu verlangen, dass ich meine eigenen, oben umrissenen Überzeugungen in gleicher Weise verabsolutiere und zum Maßstab dessen mache, was ich von anderen - bzw. von Leuten verlange, die ich als Zielgrupoe für einen linken Populismus auszumachen glaube, wie Du es offenbar mit Deiner eigenen Haltung tust.


    Dass ich das für eine ganz schlechte Idee hielte ist aber der eigentliche Grund dafür, überhaupt einen linken Populismus zu fordern. Du stellst es hingegen so dar, als sei ein solcher zwangsläufig nur möglich, indem man die zu Überzeugenden "hinters Licht" führe, und ihnen eine falsche Haltung vorspiele, um deren Ressentiments zu bedienen und zu bestärken, und wendest dann - ein bisschen arg zirkelschlüssig - ein, dass eine solche Täuschung ja wohl zwangsläufig irgendwann auffliegen und die Getäuschten dann erst recht gegen links in Stellung bringen müsse.


    Da muss man dann aber doch auch unterscheiden können zwischen dem, was in einem eher linken Forum so an elaborierten Textwänden produziert und mit allerlei Verweisen auf den einschlägigen Theorieapparat bestückt wird, und dem was draußen in der Wirklichkeit tatsächlich gegenüber Leuten vermittelbar ist, die sich mit solcher Theorie nie beschäftigt haben.

    Wäre ich Politiker - und ich bin es aus Gründen nicht - , dann würde ich doch nicht versuchen, Menschen von linken Ideen zu überzeugen, idem ich ihnen meterlange Texte voller Bandwurmsätze über Marx und das bürgerliche Bewusstsein im kapitalistischen Sein um die Ohren haue, sondern ich würde versuchen, Wege zu finden, die hehre Theorie mit der profanen Lebenswelt der Zielgruppe in Einklang zu bringen. Und zwar nicht, indem ich rechte "Narrative" bediene, sondern indem ich die Linke Erzählung in eine Form bringe, die man auch versteht und nachvollziehen kann, ohne Das Kapital, die Dialektik der Aufklärung und sonstiges linkes Schriftwerk studiert zu haben.


    Und das wäre aus meiner Sicht eben das, was ein linker Populismus leisten soll und was die heutige Linke nicht mehr leisten kann.

  • Bei der Mietsache im Kapitalismusthread ist mir jetzt so der Gedanke gekommen, ob man da nicht auch nen Punkt hier machen kann. Vllt sogar direkt so in der Form "mehr Populismus wagen".


    Mein Gedanke dazu ist, man ist für bezahlbaren Wohnraum. Man ist auch gegen Vermögens- und Kapitalkonzentration und quasi leistungsloses oder zumindest nicht leistungsgerechtes Beziehen und/oder Vermehren von Vermögen und Kapital auf Kosten und durch Ausbeutung anderer.

    Dann kann man jetzt auf der einen Seite natürlich alles kategorisch ablehnen und sogar bekämpfen, was nicht 100% mit den Vorstellungen (vllt besser Idealen, da ideale Vorstellungen) übereinstimmt. Das führt dann zu sowas wie sich im Kapitalismusthread andeutet.

    Die Kleinvermieter und Eigentümer befinden sich ja irgendwie im Kampf mit den Spekulanten und dem Großkapital. Da hier ja beide Seiten eigentlich als der eigene Gegner gelten kann man also sagen, mir doch egal, soll sich da mal keiner beklagen. Problem ist dabei nur, dass die Spekulanten und das Großkapital den Kampf klar am gewinnen sind. Und die Folgen daraus betreffen dann am Ende doch wieder alle unmittelbar. Man bezieht damit, ob man will oder nicht, quasi Position für die gewinnende Seite.

    Auf der anderen Seite könnte man aber auch dahingehend Stellung beziehen, dass die Machenschaften einer der beiden Seiten vollkommen inakzeptabel sind. Dabei könnte man sich dann sogar auf die Seite derer stellen, welche man eigentlich auch nicht so gut findet. Man muss denen ja damit nich die volle Absolution erteilen.


    Der Gedanke ist noch nicht zu Ende gedacht und formuliert, aber ich muss jetzt erstmal weg und wollts aber nicht unabgeschickt stehen lassen.

  • Wäre ich Politiker - und ich bin es aus Gründen nicht - , dann würde ich doch nicht versuchen, Menschen von linken Ideen zu überzeugen, idem ich ihnen meterlange Texte voller Bandwurmsätze über Marx und das bürgerliche Bewusstsein im kapitalistischen Sein um die Ohren haue, sondern ich würde versuchen, Wege zu finden, die hehre Theorie mit der profanen Lebenswelt der Zielgruppe in Einklang zu bringen. Und zwar nicht indem ich rechte "Narrative" bediene, sondern indem ich die Linke Erzählung in eine Form bringe, die man auch versteht und nachvollziehen kann, ohne Das Kapital, die Dialektik der Aufklärung und sonstiges linkes Schriftwerk studiert zu haben.

    Und ich habe versucht, Kritik zu üben an diesem lobenswerten Vorhaben, soweit es den Verzicht auf die Forderung nach offenen Grenzen beinhaltet. Wieder könnte ich einige Details aus Deinem letzten Kommentar herauspicken und eine dialektische Konkretion versuchen, die einen Kern freilegt, der Dir nicht behagen dürfte. Aber die Bemühung, Dir so etwas nahezulegen, ist ja schon einige Male gescheitert.

    Nun zeihst Du mich nochmals des Dogmatismus hinsichtlich jener Forderung. Und, nachdem ich den Widerwillen habe vergehen lassen – wer ist schon gern Dogmatiker? – gebe ich es gerne zu: Du hast Recht. Zwar glaube ich weiterhin gegen Deine wiederholte Unterstellung nicht, dass Rechte grundsätzlich rettungslos verloren seien, aber es stimmt: Wenn Wagenknecht und De Masi Recht haben, wenn unmittelbare Nothilfe für Menschen nicht mehr gefordert werden kann, dann kann es kein gutes Ende geben. Wenn die zur AfD Abgewanderten in ihren Herzen derart verhärtet sind, dass man nicht mehr darauf hoffen kann, dass ihnen irgendwann die Forderung nach Menschenrettung sympathisch werden könnte, wenn sie es also tatsächlich nötig haben, diese Forderung fallengelassen zu sehen, um umzukehren, dann ist alles verloren. Das wäre in meinen Augen derart grotesk, derart horrend, dass es psychodynamisch im Bereich der Psychose liegen dürfte, der abgeschlossenen Wahnwelt, der Paranoia. Ja, es stimmt: Die Forderung nach elementarer Barmherzigkeit, nach der Rettung der Leben von Menschen, darf nicht preisgegeben werden. Niemals. Wer über Leichen gehen will, den rettest Du nicht mehr.

  • Ich fürchte ich verstehe nicht, was Du mir sagen willst, @Heyfisch


    Ich lese hinter der schönen Sprache leider nichts was nicht am Ende auf eine kategorische moralische Verurteilung hinausläuft. Ohne Raum für Zwischentöne und Widersprüche, die uns alle in einer widersprüchlichen Gesellschaft heimsuchen. Ich lese viel "Konkretion", aber keine dialektische, sondern eine die sich ihrer eigenen Rechtschaffenheit über die Maßen gewiss ist.

    Und ich fühle mich selbst - und alle, die Deine psychopathologisierung einer nicht-absoluten oder - wie Du selbst sarkastisch(?) schreibst - nicht-dogmatischen Haltung nicht teilen wollen oder können, dabei ebenso kategorisch verurteilt.


    Aber wie gesagt - vielleicht könnte ich Dir eine konkrete Antwort auf eine konrete Frage geben. Dann müsstest Du allerdings auch mal eine solche stellen.

  • Das alles habe ich verstanden und stimme zu. Lass uns je ein Häkchen dranmachen, und ab in die Ablage damit.

    Ich weiß aber nicht, was Dich dazu treibt, trotz expliziten Widerspruchs meinerseits meine Kritik am linken Populismus immer wieder mit der Kritik Frau Clintons an Bernie Sanders zu identifizieren und also unbeachtet liegenzulassen.

    Zudem schaltest Du an entscheidender Stelle wieder das Argument ein, eine Forderung, die nicht in absehbarer Zeit zu realisieren sei, sei verdammt, ins Leere zu laufen. Sag, gilt jenes ‚ins Leere laufen‘ eigentlich auch für Deine, nein: unsere radikale Kapitalismuskritik? Eine Abschaffung des Kapitalismus ist doch auch nicht so direkt in Sicht, oder?

    Das liegt daran, dass er an der Abschaffung des Kapitalismus nicht interessiert ist.

  • Und wenn ich mal ehrlich sein soll, ich denke, die Mehrheit hier im Forum denkt auch so. Das ist aber nichts schlimmes. Menschen davon zu überzeugen, dass der Kapitalismus kein System ist, das erhaltenswert ist, schafft man nicht einfach so durch posts in einem Forum. Das ist ein komplexer und ein mehr oder weniger langwieriger Prozess. Die Menschen, die hier im Forum der Kapitalismuskritik positiv gegenüberstehen, stehen wie die meisten Menschen eher auf der Schneide zu diesem Thema, solange sie nichts machbares und konkretes vor Augen haben, das auch über die Theorie hinausgeht, werden sie immer wieder im Zweifel den Kapitalismus wählen. Damit meine ich auch dich Utan Aber wie gesagt, es brauchte gute politische und aktivistische Arbeit, um da ein neues Bewusstsein zu schaffen, was aber nie unmöglich ist.

  • Ach ja, jonny.


    So lange Du mir nicht "beweisen" kannst, dass ich eigentlich ein "radical liberal" bin, der sich nur als Linker tarnt, weil... ja warum eigentlich? - glaube ich einfach weiter dass ich ein radikaler Kapitalismuskritiker bin und Du ein durchgeknallter Vogel, der in einer Bibliothek wohnt und aus mir nach wie vor nicht rational nachvollziehbaren Gründen von der fixen Idee besessen ist, mir etwas nachweisen zu müssen, dass er sich selbst eingebildet hat.

  • Deine Wohlfühlrhetorik als typischer Radical Liberal täuscht nicht darüber hinweg, dass du gar nicht das glaubst, was du schreibst. Es gibt tausend politische Positionen, die man haben kann, wieso dieses unehrliche gerede? Tut mir Leid, aber sowas treibt mich auf die Palme. Aber egal, soll jeder selbst wissen.

    Hast Du irgend etwas konkretes, was Du da vorbingen könntest um deine These zu untermauern?

  • Hast Du irgend etwas konkretes, was Du da vorbingen könntest um deine These zu untermauern?

    Achso, man hat nur Zugriff aufs alte Forum, wenn man dort angemeldet ist bzw. noch nen alten Account hat. Ach egal. Also macht halt weiter:


    "Der Kapitalismus muss abgeschafft werden, aber eine Alternative ist auch nicht möglich weil Grund XY Wohlstandsverlust und Bewusstsein"


    Utan Übrigens, man kann auch seine Meinung ändern.

  • Achso, man hat nur Zugriff aufs alte Forum, wenn man dort angemeldet ist bzw. noch nen alten Account hat. Ach egal. Also macht halt weiter:


    "Der Kapitalismus muss abgeschafft werden, aber eine Alternative ist auch nicht möglich weil Grund XY Wohlstandsverlust und Bewusstsein"


    Da haben wir's. Der "Beweis" ist erbracht.


    Meine Haushälterin hat den entsprechenden Beleg meiner heuchlerischen Pseudo- Kapialismuskritik, die in Wahrheit eigentlich nur ein getarnter "radikaler Liberalismus" ist, mal für die Nachwelt archiviert und die entsprechenden Stellen im Text bunt unterlegt - diese verräterische Schlange. Ich habe sie selbstverständlich sofort fristlos entlassen.


    (Aufwachen!-Forum: Alternativen zum Kapitalismus, #7 , 12.02.2020)

  • ...Aber nur mal so unter uns Verteidigern der kapitalistischen Weltordnung und subversiven Unterwanderern linker Diskussionsforen...


    Da es eigentlich gut in die laufende Diskussion passt und auch noch mal - jedenfalls aus meiner Sicht - erklärt, wozu ein inker Populismus gut sein könnte und worin er sich natürlich radikal vom Rechtspopulismus unterscheiden müsste, zitiere ich mich hier noch mal schamlos selbst in besser lesbarer Form:


    "[...] Ich will damit keine erneute Verzichtsdiskussion anzetteln, sondern nur klar machen, dass die heutige Definition von "Wohlstand", und damit vom Kapitalismus als dessen einzig effizientem Beförderungskonzept, wohl das mächtigste ideologische Instrument darstellt, welches das Kapital zur Verfügung hat, um die öffentliche Meinung gegen jegliche Forderung nach Systemwandel zu immunisieren und die Bevölkerungsmehrheit weiterhin dazu zu bringen, politische Entscheidungen gegen ihre eigentlichen Interessen zu treffen, weil die Drohung mit dem Verlust von individuellem, materiellem Wohlstand nicht nur in der Wahlkabine, sondern auch auf der Betriebsratssitzung und im Gewerkschaftsvorstand am Ende schwerer wiegt, als ein weiterer Verlust von individueller (entscheidungs-) Freiheit, sofern sich dadurch das gegenwärtige Wohlstandsniveau möglicherweise noch etwas länger aufrecht erhalten lässt.

    Die ja auch von neoliberaler Seite immer wieder gerne ins Feld geführte individuelle "Freiheit" selbst ist dabei als anzustrebendes Ideal eher ein angenehmer Nebeneffekt für von materieller Knappheit ohnehin noch weitgehend befreite Profiteure des Systems. In der breiten Masse der abhängig beschäftigten, nicht-BesitzerInnen von Kapital ist sie aber dem materiellen Wohlstand, bzw. dem was sie als solchen empfindet, untergeordnet.

    Wenn also AnarchistInnen, SozialistInnen, oder sonstige linke Systemfeinde mit libertären (im Sinne von freiheitlich, nicht wirtschaftsliberal!) post-materialistischen Argumenten gegen den autoritären, unterdrückerischen Chrakter kapitalistischer Machtstrukturen wettern, dann haben sie aus linker Sicht zwar vollkommen recht, dringen damit aber nicht in die Köpfe all jener Menschen vor, denen ihre Sozialisierung in einem auf materielle Wohlstandsmaximierung fixierten sozioökonomischen Gefüge beigebracht hat, individuelle Freiheit mehr oder weniger bewusst mit materiellem Wohlstand gleichzusetzen.

    Zwar erfasst mittlerweile ein diffuses Gefühl von wachsender Ohnmacht und schwindender Kontrolle über das eigene Leben in diesem Gefüge auch weite Teile der materiell noch einigermaßen gut situierten Mittleschichten, aber den schwierigen Schritt zur Erkenntnis der eigenen Unfreiheit schaffen die wenigsten von ihnen, weil damit natürlich auch alle möglichen sonstigen Aspekte persönlicher Lebensentwürfe in Frage gestellt werden müssten, die sich im Kern immer stärker am eigenen Wohlstandsniveau ausrichten.

    Daraus erklärt sich - jedenfalls für mich - auch, warum sich gerade im Grunde prokapitalistische, dabei aber mit den Anstrich einer, dem Gemeinwohl der jeweiligen "Volksgemeinschaft" verpflichteten "Alternative" versehene, rechte Demagogen überall in der westlichen Welt eines wachsenden Zuspruches erfreuen können.


    Denn im Gegensatz zum eher allgemeinen, universellen und damit relativ abstrakt definierten Freiheitsideal linker Postmaterialisten, wendet sich die rechte Ideologie nicht fundamental gegen das langjährig verinnerlichte, und vom real existierenden Neoliberalismus unserer Zeit noch potenzierte, Prinzip der Gleichsetzung gefühlter individueller Freiheit mit konkretem, materiellem Wohlstand. Sie fordert von ihren AnhängerInnen und potenziellen WählerInnen also keine wirkliche Bewusstseinsänderung, sondern verspricht, sich aus den (scheinbar!) indivduellen Lebensentwürfen nicht nur heraus zu halten, sondern sie dabei auch noch gegen eine als links identifizierte Bevormundung durch die herrschenden Eliten zu schützen, und so das System im Status Quo zu stabilisieren.


    [...]


    Und nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich halte eine Bewusstseinsänderung für absolut notwendig, um nicht nur weitere kapitalistische Krisen zu verhindern und die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, sondern vor allem auch um genau die Mechanismen langfristig unbrauchbar zu machen, derer sich die Besitzstandswarer von Mitte-Links bis Rechtsaußen bedienen, um den Bevölkerungen Angst vor einem echten Systemwechsel einzujagen.


    Ich halte es allerdings ebenfalls für absolut fatal, den Wandel des Bewusstseins zu fordern, ohne dabei Wege aufzuzeigen, die es den Menschen erlauben, verinnerlichte kapitalistische Wertvorstellungen und Lebensentwürfe zu überdenken, ohne dabei ins kalte Wasser gestoßen zu werden, weil Letzteres eigentlich immer zu Schockstarre und radikaler Abwehr führt, die dann entweder mit brutaler Gewalt bekämpft und gebrochen werden müsste, oder zu noch mehr "Rückbesinnung" auf etablierte Traditionen und Denkweisen, und damit zum endgültigen Sieg der Reaktionäre führen würde."

    ___________________________________________________

    Prof. Dr. O. Utan: Mit Linken reden - Neue Wege für einen radikalen Liberalismus - Band IV, Berlin 2020, S. 1245 - 1246


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