Warum man mit demokratischem (oder "ironischem") Nationalismus keine völkischen Nationalisten zum Guten bekehrt bekommt, wie sich das neuerdings so manche linksliberale Spinnner auf Twitch offenbar vorstellen, sondern einfach nur den ohnehin schon allgegenwärtigen Nationalismus befördert, hat der Karl hier sehr gut erklärt:
Nationalismus.
Nation, Heimat, "Wir Gefühl". Klingt für viele nach Zusammenhalt, ist aber vor allem eine politische Zumutung mit Massenbasis. In der ersten Folge von Charaktermaske wird Nationalismus nicht moralisch verurteilt, sondern in seiner gesellschaftlichen Funktion erklärt: Warum Menschen lernen, sich mit ihrem Staat zu identifizieren, warum sie dessen Erfolge als ihre feiern und seine Zumutungen als Pflicht schlucken. Marxistische Kritik an einer Ideologie, die so normal ist, dass sie fast niemand mehr bemerkt.
Alles anzeigen[...] Nationalismus ist die Identifikation mit einer Gewalt, die man zum Leben braucht.
Er ist die Verwechslung der Bedingung des eigenen Interesses mit dessen Inhalt.
Nationalismus ist die Treue zu einem Gemeinwesen vor aller Frage, was man davon hat.
Er ist die moralische Umdeutung von Klassengegensätzen in Fragen von Pflicht und Schuld.
Er ist die ständige Bereitschaft, den eigenen Schaden als Missstand im Ganzen zu deuten und andere zu Feinden dieses Ganzen zu erklären.
Er ist die Idealisierung der Herrschaft als verpflichtende Gemeinschaft.
Er ist die Verwechslung von Unterordnung mit politischer Reife.
Und deshalb ist er nicht bloß die Ideologie der AfD.
Er ist der Boden, auf dem die AfD gedeiht. [...]
Ist auch relativ kurz und dauert nur etwas länger als 24 Minuten.