Populismus - Freund oder Feind der Linken?

  • Warum man mit demokratischem (oder "ironischem") Nationalismus keine völkischen Nationalisten zum Guten bekehrt bekommt, wie sich das neuerdings so manche linksliberale Spinnner auf Twitch offenbar vorstellen, sondern einfach nur den ohnehin schon allgegenwärtigen Nationalismus befördert, hat der Karl hier sehr gut erklärt:


    Nationalismus.

    Nation, Heimat, "Wir Gefühl". Klingt für viele nach Zusammenhalt, ist aber vor allem eine politische Zumutung mit Massenbasis. In der ersten Folge von Charaktermaske wird Nationalismus nicht moralisch verurteilt, sondern in seiner gesellschaftlichen Funktion erklärt: Warum Menschen lernen, sich mit ihrem Staat zu identifizieren, warum sie dessen Erfolge als ihre feiern und seine Zumutungen als Pflicht schlucken. Marxistische Kritik an einer Ideologie, die so normal ist, dass sie fast niemand mehr bemerkt.

    Ist auch relativ kurz und dauert nur etwas länger als 24 Minuten.

  • Falls jemand mal sehen will, wie Fabian Lehr tatsächlich grinsen kann:



    Ansonsten ganz guter Weg, sich diesen unsäglichen Frauenpower-Podcast der wilden Heidi mit der grünen Ricarda und der Frau von der SPD nicht völlig ungefiltert anzutun.

    Rein vom Format her muss ich allerdings sagen, dass ich die überschwängliche Liebe und Vermenschlichung zu Katzen noch irgendwie dulden kann, aber dieses rumgeschmatze beim Sprechen ist zu viel für mein misophones Gemüt...

  • Rein vom Format her muss ich allerdings sagen, dass ich die überschwängliche Liebe und Vermenschlichung zu Katzen noch irgendwie dulden kann, aber dieses rumgeschmatze beim Sprechen ist zu viel für mein misophones Gemüt...

    Ja da muss man leider durch. Ich bin zum Glück alt genug um zu denken, dass ich einfach zu alt dafür bin, den Sinn dahinter zu verstehen. Den Jungen Leuten scheint's jedenfalls zu gefallen.

  • Neues aus Antideutschland vom Neuen Deutschland:

    Denunziatorischer Streberjournalismus

    Um vermeintliche Stalinisten zu stoppen, wirbt Nicholas Potter in seinem neuen Buch »Die neue autoritäre Linke« für mehr Kontrolle durch die Polizei.

  • Und natürlich hat wieder mal niemand an jugendliche antiautoritäre, antimilitaristische und internatioalistische Sozialist*innen gedacht, die gegen Sexismus, Rassismus, Faschismus, Wehrpflicht, Zäune am Görlitzer Park und das Geheule von Friedrich Merz sind.


    Servicewüste Deutschland!


  • (keine KI, liebe Kids. Die haben damals in den 90ern wirklich noch in Star Trek: Deep Space Nine das kommunistische Manifest zitiert.)

  • Nichts bahnbrechend neues, aber falls jemand mal Lust hat, sich eine knappe Dreiviertelstunde lang anzuhören, wie der gefährliche ML-Gruppenführer Fabian Lehr zünftig über die Grüne Partei herzieht und dabei nur gelegentlich von einem anderen gefährlichen ML-Gruppenkommunisten unterbrochen wird, der ebenfalls recht zünftig über die Grüne Partei herzieht:



    Wie rechtsradikal sind die Grünen? Mit Fabian Lehr

    Fabian und Flo lassen kein gutes Haar an der ehemaligen „Friedenspartei“ und zeigen auf, warum ihre Entwicklung vom einstigen Pazifismus hin zu einem fanatischen Militarismus noch längst nicht alles ist. Es geht um den „Todeskult“ in den Kommentarspalten, in denen Grünen-Fans schon mal von der Notwendigkeit eines Atomkriegs faseln, das systematische Desinteresse an materieller Realität und die bizarre Wandlung der einst fast antinationalen Partei zur Speerspitze eines reaktionären Nationalismus.

    Die beiden zerpflücken den grünen Spagat zwischen softem bio-veganem Image und brachialer Abschiebepolitik, diskutieren über die autoritäre Seele der Partei und wagen einen hypothetischen Blick in die Zukunft: Wäre es nicht möglich, dass die vermeintlichen Erzfeinde – Grünen und AfD – eines Tages in einer Koalition vereint sind? Hört rein, wenn ihr erfahren wollt, warum die Grünen für die Herrschenden ein absolutes Himmelsgeschenk sind – und warum Linke endlich aufhören sollten, sie als Bündnispartner zu sehen.


    [...] Der Ruf nach staatlicher Zensur und der Ruf nach Einschränken der Meinungs- und Pressefreiheit, der Ruf nach Unterdrückung von unbefugten Stimmen in die politische Debatte ist ja wirklich ganz identitätstiftend für ein Milieu, das sich in immer höherem Maße selbst als antipopulistisch definiert, das es als seine Hauptaufgabe betrachtet, die Diskurshoheit des liberalen Bürgertums, des liberalkonservativen Bürgertums gegenüber dem Pöbel zu verteidigen. Find' es auch ganz bezeichnend, dass diese Leute beispielsweise zu den aktuell laufenden EU-Sanktionen gegen vermeintlich prorussische Medienschaffende - gegen beispielsweise den Fall Hüssein Dogru - entweder gar nichts sagen, oder sich bedingungslos auf die Seite der Sanktionen stellen. Denn jemand wie Dogru, der nicht aus irgendeinem alteingesessenen Bildungsbürger-, konservativ, liberal, intellektuellen Geschlecht seit zehn Generationen kommt, und der noch dazu außenpolitisch in Gegnerschaft zum NATO-Imperialismus steht, hat für diese Leute es ja nicht verdient, am öffentlichen Diskurs teilzunehmen. Die AfD wird von den Grünen und dem Rest dieses politischen Lagers gerade angegriffen als Pöbel-Partei, als vermeintliche Vertretung der kleinen, der einfachen Leute. Und man könnte - du hast vorhin noch die Frage gestellt, was ich damit meine, dass eigentlich die Grünen gerade den Rechtsdruck befördern, dass der Rechtsdruck diese Leute eigentlich gerade braucht - könnte meinen, dass diese Leute ein Gottesgeschenk für die AfD seien, die die eigene Existenz, die eigene Identitätslüge der AfD bekräftigen, dass sie eine kleine-Leute-Partei sei - was empirisch überhaupt nicht der Fall ist. Aber die Grünen versuchen das zu befeuern. Die Grünen versuchen zu präsentieren: Die AfD ist die Partei des Pöbels. Die AfD ist die Partei der einfachen Leute, die gefälligst das Maul halten, aus dem Diskurs rausbleiben sollten. Während wir, die Grünen, die Stimme der Vernunft sind, als Repräsentanten des Eingesessenen, des intellektuellen Bildungsbürgertums, das allein das Recht haben sollte, am Diskurs teilzunehmen. Also dieser massenfeindliche, dieser elitäre und im Kern letztlich antidemokratische Antipopulismus ist, glaube ich, etwas, das nicht akzidentell ist. Das ist ganz zentral für die Identität der Grünen. [...]

  • Der Mann der diesen "offenen Brief" an den Brandenburger Antisemitismusbeauftragten mit dem eigenartigen pyromanen Freundeskreis geschrieben hat, ist allerdings nicht der bekannte Nahostexperte und BSW-Bundesvorstand Michael Lüders, sondern der Vorsitzende der BSW-Fraktion im Brandenburger Landtag, Niels-Olaf Lüders.


    https://bsw-fraktion-brandenbu…SW-Fraktion_ABuettner.pdf

  • Der Typ neben Dietmar Bartsch auf dem Foto oben links ist übrigens Dirk Niebel von der FDP.

    Wenn es um die Staatsräson geht, kennen deutsche politische Führungskräfte eben keine Parteien mehr, sondern nur noch Freunde Israels und seines Apartheid-Regimes.


    Foto: Anika Nowak


  • Offener Brief fordert Gehalts­deckel in der Linken

    1000 Unterzeichner*innen in 24 Stunden – innerparteiliche Debatte über Abge­ord­ne­ten­diäten nimmt unter Basis-Mit­gliedern an Fahrt auf

    [...] Die Initiator*innen bezeichnen sich selbst als »aktive Mitglieder der Linken – mit und ohne Funktion« und verstehen ihr Schreiben als Beitrag zu einer innerparteilichen Debatte, die zuletzt auch öffentlich geführt wurde. Ziel sei es, die Auseinandersetzung wieder stärker in die Partei zu verlagern. Wörtlich heißt es, die Diskussion gehöre »auf den Parteitag« und nicht in die Presse.[...]

    Hintergrund der Debatte ist ein Antrag des Parteivorstands vom 18. April, der auf dem kommenden Bundesparteitag in Potsdam vorgelegt werden soll. Dieser sieht vor, die Bezüge von Bundestags- und Europaabgeordneten der Partei auf ein Niveau in Höhe des durchschnittlichen Arbeitnehmer*innen-Bruttolohns zu begrenzen. Der Brief knüpft die Forderung nach einem Gehaltsdeckel an eine »glaubwürdige sozialistische Politik«. Ein wirksamer Deckel orientiere sich demnach, in Anlehnung an den Antrag des Parteivorstandes, am Durchschnittslohn in Deutschland.

    Im Antrag des Parteivorstandes wurde dieser auf 5370 Euro brutto beziffert. Netto wären das etwa 3400 Euro monatlich, abhängig von der jeweiligen Steuerklasse und der Präsenz von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen, für die der Parteivorstand zusätzliche 350 Euro netto pro Person vorschlug. Derzeit erhalten Bundestagsabgeordnete rund 11 833 Euro brutto monatlich. [...]

    Kritik kam unter anderem von Bodo Ramelow sowie weiteren Abgeordneten der Partei. Sie warnten vor rechtlichen und politischen Problemen der geplanten Regelung und verwiesen auf bestehende Absprachen zur Verwendung von Diäten. Die innerparteiliche Auseinandersetzung ist damit weiter verschärft worden.

    Zusätzliche Brisanz erhielt die Debatte durch ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages, das der Abgeordnete Michael Moses Arndt in Auftrag gegeben hatte. Darin wird eine zu weit gehende Begrenzung der Abgeordnetenbezüge als möglicherweise verfassungsrechtlich problematisch eingeordnet. Auch ein kritischer Brief der Fraktionsvorsitzenden Heidi Reichinnek und Sören Pellmann an die Parteivorsitzenden zum Diätendeckel, der jüngst in den Medien die Runde machte, verdeutlicht den Unmut in Teilen der Fraktion zum Thema. [...]

    (Unterstreichungen und Fettungen von mir)

  • Ich würde, konträr zu Fabian Lehr, allerdings bezweifeln, dass das irgendeine nennenswerte Auswirkung auf den Erfolg der Linkspartei hätte.


    Das Problem ist nicht die Höhe des Geldbezuges sondern das Berufspolitikertum an sich - genau wie, anschließend daran, um nochmal Bezug auf Lehr zu nehmen, das Berufsrevoluzertum - welches die Entkopplung der politischen Kaste unumgänglich macht.

  • Ganz hörenswert, weil die gottlosen Kneipenkommunisten sich hier auch mal etwas genauer darüber auslassen, wie wenig die "Recherche" für diese antilinke Hetzschrift ihrer Ansicht nach journalistischen oder gar wissenschaftlichen Standards genügt, und wie schlecht sie geschrieben ist:


    Nicholas Potter und die „neue autoritäre Linke“ - Der neue alte Wahn antideutscher Ideologie

    In dieser Folge sprechen wir über das neue Buch von Nicholas Potter die sogenannte „neue autoritäre Linke“.

    Kernthese des Buches: Eine zunehmend autoritäre Linke, getrieben von Antisemiten und Terrorverherrlichern, gefährdet die Demokratie in Deutschland.

    Wir schauen darauf, wie palästinasolidarische Proteste, Antikriegsbewegungen, Antiimperialisten und internationalistische Linke im Buch als Gefahr für die bürgerliche liberale Demokratie diskreditiert werden.

    In der Tradition einer alten reaktionären McCarthy Rechten verbreitet Potter die alte »Red Scare« vor dem Kommunismus und sitzt dabei fest im Sattel der noch älteren Truman-Doktrin in der die USA, die freien, demokratischen Völker gegen die Unterwerfung durch autoritäre kommunistische Mächte zu schützen vorgab.

    Dabei arbeiten wir uns nicht an den Nebelkerzen und dem „flooding the zone with shit“ Konzept des Buchs ab, sondern versuchen eine politische Einordnung des Ideologieinstrumentariums »wertebasierter« deutscher Außenpolitik, repressiver Strategien nach Innen und der »Antideutschen«.

    Das Argumentieren entlang anekdotischer Evidenz oder reinem Hörensagen aus der "Szene", die Verallgemeinerung von Einzelfällen, oder die Entkontextualisierung und Anwendung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse auf Themenbereiche, die dafür gar nicht wissenschaftlich untersucht wurden, kenne ich leider auch ganz besonders aus Diskussionen mit Antideutschen.

  • erst mal Springer, für den "linken" "Journalisten".

    Das dieser freiheitlich demokratische Kämpfer gegen den Judenhass der muslimisch-bolschewistischen Weltverschwörung nun seine mutige Stimme mit noch größerer Reichweite erheben kann, passt antidemokratischen, autoritärlinken Antisemiten wie dem gottlosen Kommunisten Nymoen und seiner hinterlistigen Gefolgschaft natürlich nicht...



    ...und so versuchen sie nun, den Mann der sie unerbittlich entlarvt und immer wieder ihre wahre hässliche Gestalt enthüllt, in alter Stasi-Marnier beim neuen Arbeitgeber zu denunzieren:


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