#500 - Susanne Hennig-Wellsow (Vorsitzende der Linken)

  • man könnte sie mit der aussage von marco von bülow konfrontieren, dass vor allem spitzenpolitiker aus grünen und spd gar kein GRR wollen, ob sie dem zustimmt, ob es die perspektive überhaupt gibt oder ob die sich im grunde schon alle damit abgefunden haben, wechselnde steigbügelhalter der union zu sein. folgen könnte man dann was das für implikationen für die linke hat, weil sie dadurch bundespolitisch für immer zur oppositionspartei verdammt würde. aber auch aus dieser rolle kann man ja mehr und weniger draus machen, man hat ja trotzdem eine bühne, die man auch außerparlamentarisch nutzen könnte zb.

  • Wird Sie der Bild (oder Springer-Presse allgemein) Interviews geben?


    Auch wenn nur eine Frage erlaubt ist, hier dennoch ein paar Punkte, die mich interessieren:

    • Ausführungen zum angestrebten veränderten Kommunikationsstil nach innen wie außen
    • Position zum "Fraktionszwang" in den Parlamenten
    • Ihr Umgang mit Fehlern, oder generell wie sie die Fehlerkultur in Deutschland einschätzt
    • Vision zur Verbesserung der Demokratie
  • Hi J&N-Team,


    ich könnte mir eine Frage zum großen Thema soziale Gerechtigkeit vorstellen:


    Die Linke spricht oft Geringverdienende an, aber ich vermute auch große Teile der Mittelschicht(*) wären positiv von politischen Änderungen, im Sinne der Linken, betroffen.


    Angenommen die Linke könnte ihre Ideen/Forderungen halbwegs unverwässert umsetzen:


    1. Frage: Bis zu welchem Vermögens- bzw. Einkommensniveau hätte man denn klare Vorteile?


    (Gleiche Frage aber anders formuliert: Ab welchem Vermögens- bzw. Einkommensniveau muss man denn "fürchten" deutlich mehr abgeben zu müssen als vorher?)


    Zusatzfrage: Wie würde Frau Hennig-Wellsow einer Person aus dem Kreis des "Einen Prozents" (z.B. Quandt, Klatten, Schwarz,... ) erklären, dass mehr soziale Gerechtigkeit / Umverteilung notwendig und welche Aspekte auch gut für das eine Prozent sein könnten.


    Danke! Weiter so!


    Grüße

    DN


    (*): Gemeint ist die echte Mittelschicht und nicht die von F. Merz.

  • Oh no, hab wieder so viele Fragen, beschränke mich aber wie gebeten auf nur eine:


    • In eurer Partei ist Außenpolitik und das Verhältnis zu autoritären Regimen wie z.B. Venezuela, Russland und China immer wieder Streitthema. Wie ist deine Position gegenüber diesen Staaten? Wie sollte sich Deutschland verhalten? Und wie möchtest du dieses Streitthema als Co-Vorsitzende innerparteilich behandeln?
  • Wieso geben besonders linke Regierungen (Bremen, Berlin) unterdurchschnittlich wenig für Bildung und Wissenschaft aus? In Bremen soll der Wissenschafts Etat jetzt nochmal extrem gekürzt werden. Welcher jetzt schon etwa die Hälfte ist (pro Student) im Vergleich zu konservativ geführten Bundesländern. Sieht so Nachhaltige linke Bildungs- und Wissenschaftspolitik aus?



    ((Wie kann es sein, dass eine linke Ministerin (Bremen Senatorin Vogt) mit offenen Augen Bordelle von der organisierten Kriminalität betreiben lässt?))

  • Ich versuche mal was aus dem völlig entgleisten de Masi-Thread zu übersetzen:


    In der Presse wird Susanne Hennig-Wellsow oft als Angehörige des "Realo"-Flügels der Linkspartei bezeichnet, während ihre neue Mitvorsitzende Janine Wissler zwar bis vor kurzem noch Mitglied der unter "Extremismus"-Verdacht stehenden Plattform Marx21 war, sich aber kurz vor der Vorstandswahl noch davon distanziert hat. Gleichzeitig bekennt sich DIE LINKE Im Erfurter Parteiprogramm zum Demokratischen Sozialismus und will als Fernziel den Kapitalismus überwinden. Sie ist damit die einzige im Bundestag oder in den Landesparlamenten vertretene Partei, die - zumindest in ihren Grundsätzen - noch radikal Systemkritisch ist und sich damit vom weitgehend neoliberalen Konsens der anderen Parteien - inklusive der sogenannten "Alternative" für Deutschland - absetzt.


    • Welche Rolle spielen Marx' radikale Kapitalismus- und Ideolgiekritik, und die Aufhebung der Klassengegensätze heute noch in der Partei - insbesondere im Verhältnis zu einer vor allem das eher jüngere, gebildete und urbane Publikum erreichenden linken Identitätspolitik - und wie kann DIE LINKE die theoretischen Grundlagen linker Gesellschaftskritik so mit realen Handlungsoptionen verknüpfen, dass sie damit gerade jene Teile der Gesellschaft erreicht, denen die auf Sündenbocktheorien und Anti-elitäre Feindbilder verkürzte Kritik der Rechtspopulisten mittlerweile als einzig echte Alternative zum bisherigen Parteiensystem - inklusive der Linkspartei - erscheint?


    Sorry, ging nicht kürzer. Komplexes Thema.

  • Sie ist damit die einzige im Bundestag oder in den Landesparlamenten vertretene Partei, die - zumindest in ihren Grundsätzen - noch radikal Systemkritisch ist und sich damit vom weitgehend neoliberalen Konsens der anderen Parteien - inklusive der sogenannten "Alternative" für Deutschland - absetzt.

    Weil auch die Menschen in Deutschland hinter dem neoliberalen Konsens stehen, deshalb ist es auch ein Konsens und deswegen werden zu über 90% Parteien gewählt, die diesen Konsens vertreten. Eine Linke will und braucht fast niemand in Deutschland!

  • Der Konsens ist ein Konsens ist ein Konsens.


    Zirkulärer wird es diese Woche vermutlich nicht mehr. Welcome to Tautology Club, it's tautology club because it's tautology club.


  • Ich hatte gestern hier die Aussage von Bodo gelesen ,man müsse damit leben, dass die AfD für abouT 20% der Menschen ein Angebot macht,was sie nirgendwo sonst finden .


    Wie sieht sie das?

    Ist es nicht völlige Resignation zu sagen, ein Fünftel der Bevölkerung haben wir an die Faschisten verloren?

    Müssen wir um diese Menschen nicht kämpfen?

    (Die Menschen.Nicht die Kader.

    Es sind ja auch etliche von uns von der Linken abgewandert.

    Also hieße es ja entweder -wenn diese Leute "unheilbar" wären wir hatten vorher Menschen mit faschistischen Neigungen in der Partei.. oder es heißt das waren Linke,die überzeugt wurden- aber die nicht zurücküberzeugt werden können weil die anderen dann bessere Argumente haben oder warum?)

  • Sozialpolitik und eine gerechte Steuerpolitik gehören zu den Steckenpferden der Linken, scheinen aber jedes mal in Form eines medialen Krisenereignis (sei es durch Flüchtlinge, Eurokrise, Klima oder der Coronapandemie) gegen ein sicherheitspolitisches “Auf-Sicht-Fahren“ der Unionsparteien den Kürzeren zu ziehen. Wie sieht die Strategie der Linkspartei aus, den Wähler*innen klarzumachen, dass sie ebenfalls Krisenmanagement und Sicherheitspolitik kann und die Union keinen Alleinanspruch auf diese Themen hat?

  • Wer ein Mandat verliert, hat tendenziell ein finanzielles Problem.

    Wie kann man den daraus resultierenden Druck auf Mandatsträger*innen mindern, nur noch auf Wahlprognosen zu schauen, faule Kompromisse einzugehen, die Arbeit an der Abschaffung des Kapitalismus zu verraten?

  • Meine Güte, die YouTube-Kommentare sind ja schon wieder wundervoll... Offenbar ist es für viele dieser Linken da draußen wichtig, dass die Vorsitzende der Linken ein rhetorisches Sprachgenie ist und ein durchakademisiertes Feuerwerk abliefert - also so richtig, richtig volksnah am “kleinen Mann“. Höre es mir gleich an, bin mal gespannt!

  • Meine Güte, die YouTube-Kommentare sind ja schon wieder wundervoll... Offenbar ist es für viele dieser Linken da draußen wichtig, dass die Vorsitzende der Linken ein rhetorisches Sprachgenie ist und ein durchakademisiertes Feuerwerk abliefert - also so richtig, richtig volksnah am “kleinen Mann“. Höre es mir gleich an, bin mal gespannt!

    Sie können Ihr nicht verzeihen,dass sie nicht so schön wie S.W.ist glaube ich.

    Am Inhalt kann es jedenfalls nicht liegen,was sie da rumkommen.

    Ich war viel abgelenkt ..Muss es nochmal ansehen.

    Bestimmt hätte sie paar Sachen glücklicher ausdrücken können.

    Aber so unterirdisch wie das kommentiert wird ist es nun wirklich nicht gewesen.


    Aber ich bin voreingenommen.

    Sie ist der einzige Politiker

    (Wie soll man das ausdrücken ohne genetisches Maskulin um bitte? Die einzige Politikerin stimmt nicht dann könnte ich ja zudem noch Bilder von Männern haben)

    Jedenfalls von der ich ein Bild hier habe.

    Sie und der Blumenstrauß.

  • Wow, was für eine Fehlbesetzung.


    Ich feier sie. Da schneidet die Linke schonmal mindestens 20% schlechter ab!


    Hennig-Wellsow in die Talkshows!

    Und warum? Sie mag kein Sprachgenie sein aber muss sie das?

    Wäre es nicht besser Politiker nach ihrer politischen Meinung und dem handeln zu beurteilen, anstatt nach ihrem Auftreten/Erscheinungsbild?

    Und da fand ich sie größtenteils überzeugend!


    Mir sind ehrliche und thematisch überzeugende Politiker lieber als irgendwelche verlogenen Hochglanz...

  • Und warum? Sie mag kein Sprachgenie sein aber muss sie das?

    Wäre es nicht besser Politiker nach ihrer politischen Meinung und dem handeln zu beurteilen, anstatt nach ihrem Auftreten/Erscheinungsbild?

    Und da fand ich sie größtenteils überzeugend!


    Mir sind ehrliche und thematisch überzeugende Politiker lieber als irgendwelche verlogenen Hochglanz...

    Wie gesagt, ich find sie sie super, genau solche Leute braucht es an der Spitze bei den Linken, da sollten sich die Grünen mal ein Vorbild nehmen.

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