#499 - Fabio de Masi (Die Linke) über Wirecard

  • Man sollte Herr de Masi fragen, ob er sich noch mit einer Partei identifizieren kann, in der auf Strategietagungen gefordert wird, dass man die 1% reichsten Menschen der Bevölkerung, also ca. 830.000 Menschen, erschießen, oder, wie der Vorsitzende relativiert, nur für Zwangsarbeit einsetzen sollte.

    Hey, Indi's Betreuer!


    Man sollte mal kurz das Humormodul des Bots überprüfen. Es scheint Probleme mit der Unterscheidung zwischen Sarkamus und Ernst zu haben.


    (Nee, war nur Spaß. ich weiß ja dass das ein feature ist und kein bug.)

  • Man kann sich bei solchen "Witzen" nur fragen wie es konservative Journalisten bloß schaffen die Linke seit ihrer Gründung (erfolgreich) als SED- Mauerschützen Patei zu framen. Wenn man demokratische Mehrheiten erreichen will sind solche Kommentare und Einstellungen aus der Partei zu verbannen.

  • Vielen Dank für das informationsreiche Interview. Ich bewundere Linke wie De Masi, die ihr Leben zum Zwecke der Aufklärung damit verbringen, in den Kloaken des Kapitals zu tauchen. Sein offenbar unerschöpflicher Fleiß, der für reaktionäre Zwangscharaktere oft ein Symptom ihrer Krankheit ist (siehe Theweleit über die Arbeitswut der Nazis), liegt Linken ja nicht so nahe, also solchen Menschen, die anderen ein schönes Leben gönnen, sich selbst aber auch.


    Dem hier schon mehrfach goutierten linken Populismus, und sei es auch der im bestmöglichen Sinn, kann ich leider nicht zustimmen. Das Wort ‚leider‘ ist kein Füllwort, es wäre sehr schön, wenn der richtige Slogan, begeisternd in die Menge gerufen von einer attraktiven Rampensau (Fiele Dir da jemand ein, Tilo?) weiterhülfe.


    Ich fürchte nur, das Problem liegt so tief, dass man es nicht mit einem solchen Handstreich lösen kann: Der Unterschied von inhaltlicher Argumentation und Populismus ist doch wohl, dass letzterer sich mindestens auch an das Gemüt, die Gefühlswelt der Angesprochenen, richtet. Entsprechend preist De Masio die „Weisheit der einfachen Leute“(2:21:17). Sein Großvater habe nur ein paar Jahre die Schule besucht und sei im Widerstand gewesen, habe also ohne hohe Bildung die richtigen Entscheidungen getroffen(2:21:00). Sein Kampfgeist speiste sich also eher aus einem unmittelbaren Widerwillen gegen die Unmenschlichkeit als aus einem Kapitalkurs.


    Solche beneidenswerten Menschen gibt es zweifellos. Sogar heute noch. Doch die überwältigende Mehrheit scheint mir eindeutig ressentimentbestimmt, und ein Weg in ihre Herzen führt wohl nur über den Verrat an der Humanität. Ein Beispiel: Wenn die Schuld an der Misere nicht in den gesellschaftlichen Verhältnissen erkannt, sondern Personen angelastet wird, könnten allerhöchstens Kapitalist*innen an die Laterne verurteilt werden, und zwar ohne dass sich wirklich etwas ändert.


    Menschen zur Freiheit hinmanipulieren? Ist das nicht ein hölzernes Eisen?


    AnjaU: Dein vorgeschlagener Propagandaweg zur Fleischlosigkeit führt über die „fleischfreien Gerichte von Oma“. Nehmen wir mal an, Deine Oma ist ungefähr so alt wie meine Mutter. Wenn ich die fragte, was es zu Mittag geben solle, antwortete sie nur mit der Fleischsorte: Schnitzel oder Bouletten oder Hähnchen. Damit was alles gesagt. Fleischlos war nur der Nachtisch. War eher Deine Oma Mainstream oder meine Mutter? Und: Hat sich bei der großen Mehrheit der Bevölkerung wirklich etwas geändert?

  • Nehmen wir mal an, Deine Oma ist ungefähr so alt wie meine Mutter. Wenn ich die fragte, was es zu Mittag geben solle, antwortete sie nur mit der Fleischsorte: Schnitzel oder Bouletten oder Hähnchen.


    Also bei meiner Oma (Jahrgang irgendwann kurz nach dem 1. Weltkrieg) gab's eigentlich nicht jeden Tag Fleisch. Und wenn dann meistens irgendwelche ausgekochten Knochen oder Suppenfleisch. Schnitzel et al. war da definitiv Sonntagsessen. Das konnte die sich nicht jeden Tag leisten.


    just sayin...

  • Übrigens Danke an hansj. für die Populismus-Frage.:)


    Erwartungsgemäß war das für de Masi nicht wirklich kontrovers. Wobei ich es bedenkenswert finde, dass selbst einer wie er, der ja ohnehin als Wagenknecht-Sympathisant in den Augen einiger seiner eher identitär programmierten Genoss*innen schon mit einem Bein in der Querfront™ steht, sich nicht traut, das P-Wort tatsächlich in den Mund zu nehmen und lieber von "populärer" Politik spricht.


    Aber gut, wenn's inhaltlich das gleiche ist, soll's mir auch egal sein wie man es nennt.


    Sehr erhellendes Interview jedenfalls. Dankeschön.

  • Also bei meiner Oma (Jahrgang irgendwann kurz nach dem 1. Weltkrieg) gab's eigentlich nicht jeden Tag Fleisch. Und wenn dann meistens irgendwelche ausgekochten Knochen oder Suppenfleisch. Schnitzel et al. war da definitiv Sonntagsessen. Das konnte die sich nicht jeden Tag leisten.


    just sayin...

    Entschuldige, ich meinte natürlich Sonntag. Das war eben der einzige Tag, an dem es überhaupt was zu essen gab. Außerdem … ach, das können die Jungs aus Yorkshire viel besser erklären:

  • Vielleicht sollte man auch einfach mal sagen, dass die Haltung der hiesigen Bundesregierung Populismus per Definition ist, da sie sich immer so gebahren, als seien sie die Vertreter der Mitte des Volkes (also decken angeblich JEDEN Bürger ab) und handeln zuweilen alternativlos in einer Zeit der totalen Komplexität - daher antipluralistisch.

    Jo Hohli , damit sprichst du aber wieder den Intellekt an. De Masi sieht jeder gern in der Linken... ganz klar - und nun?


    Ich sehe gar nicht ein, warum Links nur mit Lichterketten in Auseinandersetzung gehen soll während der Rest auf der anderen Strassenseite mit wirklich groben und hinterhältigen Formen der Manipulation gerüstet ist - und somit die nächste Skandalwelle wie immer im Schein der linken Lichter und unter engagierten moralischen Empörappellen folgenlos in den nächsten Gulli plätschert. Und sei die Welle auch noch so gross - es kommen nicht mehr Leute nach links. Finanzkrise, Wirecard, Überwachung, Militarisierung, Umwelt, soziale Abrüstung... ein Effekt ist sicher: Links profitiert nicht.


    èbrigens Trump konnte eines: polarisieren & mobilisieren.


    8) Bisschen mehr gepflegte Diabolie im Sinne linker Zielsetzung.

  • Da sag ich ja auch nichts gegen, ich frag mich halt immer noch, wie diese perfiden Taschenspielertricks auf linker Seite aussehen sollen und du sagst ja auch selbst, dass die am Ende nicht wirklich etwas bringen. Meine Hoffnung sagt mir, es geht auch ohne irgendwie, meine Zweifel sagen mir, es geht selbst mit hinterhältiger Manipulation überhaupt nicht. Oder meinst du, am Ende war es die äußerliche Attraktivität einer Sahra Wagenknecht (gepaart mit dem Umstand, dass sie im Vergleich zu ihren Gegenparts fehlerfrei Schachtelsätze konstruieren konnte), die ihr zu ihren hohen Beliebtheitswerten bei einem ansonsten eher Konservativen Publikum verhalf? Selbst die bekloppte FDP unter Lindner bekommt es jetzt irgendwie wieder hin, dass sie in den Umfragen vor der Linkspartei liegt. Populismus funktioniert nur über Moral, aber die Moral, die sich die Linke auf die Fahne geschrieben hat, das ist die Gleiche Moral, die eben jene Wagenknecht zur persona non grata innerhalb der Partei gemacht hat. Mit denen ziehst du zwar keinen Hehring vom Teller, aber dennoch ist es wichtig, dass es diese Partei gibt. Dass sie zukünftig etwas in Deutschland bewegen werden, daran habe ich starke Zweifel. Ich spekulier ja auf ein Grünes Debakel, was ein potentieller Gate Opener sein könnte (alerdings nicht nur für Links).

  • Da sag ich ja auch nichts gegen, ich frag mich halt immer noch, wie diese perfiden Taschenspielertricks auf linker Seite aussehen sollen und du sagst ja auch selbst, dass die am Ende nicht wirklich etwas bringen.

    Ich glaube nicht, dass Die Linke es mit "Taschenspielertricks" versuchen sollte. Das hat die Gegenseite einfach zu sehr perfektioniert, als dass man ihr da von links noch das Wasser reichen könnte.


    Natürlich muss die Argumentation vor allem an das moralische Empfinden der Menschen appelieren.

    Aber es ist schon ein Unterschied, ob man ein moralisches Argument auf der Abgrenzung gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen aufbaut, um damit die eigene Gruppenidentität zu stärken und dann alle auszugrenzen, die sich damit nicht bedingungslos identifizieren wollen, bzw. können, oder ob man sich dabei eher an in allen menschlichen Gesellschaften gültigen Moralvorstellungen orientiert, die von weiten Teilen der Bevölkerung - ungeachtet des politischen Lagers - prinzipiell geteilt werden könnten, wenn man ihnen nicht permanent einreden würde, dass "pragmatische" Sachzwänge und die ökonomische Realität™ es leider nicht zuliessen, solchen grundsätzlichen (wertkonservativen!) moralischen Prinzipien wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und gemeinsame Verantwortung für die Mitmenschen - inklusive einer intakten Umwelt und eines menschengerechten Klimas für alle - Vorrang vor dem endlosen Wachstumsbedürfnis und der alternativlos aufrecht zu erhaltenden Wettbewerbsfähigkeit von privaten Unternehmen und Konzernen einzuräumen.


    Das größte Problem für linke "Populisten" ist natürlich auch die fortschreitende neoliberale Naturalisierung eines eigentlich völlig artifiziellen hyperindividualistischen bis explizit anti-kollektivistischen Menschenbildes, zu einer scheinbar grundlegenden Wesenhaftigkeit der Spezies, welches sich in dieser Form überhaupt erst etablieren konnte, seit der moderne Kapitalismus die sozialen Beziehungen in der arbeitsteiligen Gesellschaft größtenteils auf geldwerte geschäftliche Interaktionen reduziert und den Individuen so das Gefühl vermittelt hat, sie könnten im Prinzip völlig losgelöst von gesellschaftlichen Konventionen und Zwängen ihr materiell befreites Dasein fristen, sofern sie es nur irgendwie zustande brächten, sich die nötige Kaufkraft dafür zu erarbeiten.


    Die Deutsche Gesellschaft ist von diesem - überaus kollektivistischen! - Selbstbetrug natürlich in ganz besonderem Maß betroffen, weil wir hier seit dem Ende des zweiten Weltkrieges das große "Glück" haben, von den größeren systemischen Verwerfungen noch weitgehend verschont geblieben zu sein, die sich im Rest der kapitalistischen Welt und auch überall im europäischen Umland bereits großflächig - und durch die Pandemie noch beschleunigt - in diesen globalen american dream hinein fressen, und dabei immer größere Kohorten aus der ehemaligen Mittelschicht ins Prekariat abstürzen lassen.

    Auch hierzulande treibt die Beschäftigung mit dem an den unteren Rändern der Gesellschaft allmählich austreibenden Elend gerade all jenen, die noch nicht selbst davon betroffen sind, erst recht die nackte Angst vor dem Verlust dieser individuellen Konsum-Freiheit ins Gebein und führt leider zu noch mehr Wagenburgmentalität und Abgrenzungsbedürfnis gegen den drohenden Statusverlust.


    Das Framing der (neo)liberalen bis konservativen Parteipropaganda rahmt sich dabei quasi von selbst ein Bild, in dem alles was in der Sozialen Marktwirtschaft™ schief laufe, vor allem den realitätsverweigernden linken Sozialromantikern und ihren blindwütigen staatlichen Interventionsangriffen auf den freien marktwirtschaftlichen Wettbewerb angelastet werden müsse. An der Marktwirtschaft selbst - so lautet der ideologische Zirkelschluss - könne es ja wohl nicht liegen, denn die ist ja schon sozial.

    Als einzig probates und pragmatisches Mittel gegen den weiteren Niedergang der Wirtschaftswundergesellschaft folgt daraus selbstredend erst recht die Beförderung jenes Wettbewerbes und seiner "kreativsten" unternehmerischen Wettbewerber. Das Beispiel Wirecard zeigt eigentlich völlig klar, wie sehr die politische Klasse von dieser Ideologie vereinnahmt ist, und wie dicht die kognitiv-dissonanten Scheuklappen sitzen, die sie von einem Blick auf das eigentliche Dilemma abschirmen.


    Ein Linker Populismus sollte eigentlich gerade nicht versuchen, den ungebildeten "Pöbel" mittels irgendwelcher Tricksereien - auch entgegen der Prägung durch sein eigenes, von Kindesbeinen an trainiertes kleinbürgerliches Bewusstsein - an der Nase herum auf die linke Seite zu führen, um ihn dann dazu anzustacheln, sich mit brennenden Mistgabeln bewaffnet auf dem großen, sinnentleerten Areal zwischen Reichstag und Kanzleramt zu massieren.

    Das führt am Ende nur zu noch mehr diffusen Ängsten und einer in der Gruppendynamik erst recht aufgepeitschten Wut, die sich in Ermangelung einer besseren Erklärung eigentlich gar nicht anders entladen kann, als in irgendeiner Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und einer kollektiven Hatz auf personalisierte Sündenböcke.


    Linker Populismus müsste sich vielmehr die Aufdeckung der - zum Teil unbewusst ideologischen, zum Teil ganz pragmatisch und mit voller Absicht vollzogenen - Taschenspielereien des politischen Gegenspielers und der ihm mit Rat, Tat, und Kommentariat zur Seite stehenden unternehmerfinanzierten Lobbyverbände, Thinktanks und MedienvertreterInnen zur Aufgabe machen, so wie de Masi es hier ja auch exemplarisch dargestellt hat.

    Das politische Alleinstellungsmerkmal der linken PopulistInnen sollte nicht darin bestehen, sich selbst als die verschlagensten unter den politischen TrickbetrügerInnen zu erweisen, sondern darin, sich als echte, faktenorientierte AufklärerInnen der ganzen Scharlatanerie hervorzutun.

    Eigentlich müssten jedes mal wenn politische SchlangenölverkäuferInnen aus dem pro-kapitalistischen Lager den Planwagen auf dem Marktplatz aufbauen, Linke daneben stehen und sie dazu zwingen, entweder so lange vor dem versammelten Dorf ihr eigenes nutzloses Wunderwasser zu schlucken, bis es die angebliche Wirkung zeigt, oder ihren Laden dicht zu machen und für immer von dannen zu ziehen.


    Der weitaus schwierigere Teil bestünde allerdings darin, dem erfolgreich über die Gaunerei aufgeklärten Publikum klar zu machen, dass es nicht die Gier der Gierigen, die Lügen der Verlogenen und die krimnielle Energie der BetrügerInnen sind, die dazu führen, dass politische Quacksalber ihren WählerInnen so erfolgreich kleine Zuckerbrötchen als magischen Impfstoff zur individuellen Befreiung von der Peitsche der kollektivistischen Knechtschaft verkaufen können, sondern dass all das nur möglich ist, weil unser sozio-ökonomisches System wie ein gigantisches Spielcasino organisiert ist, in dem die größten Gewinner gleichzeitig Spielbank und Hütchenspieler sind und in dem Gier, Lug und Betrug sich einfach als ökonomisch rentabler erwiesen haben, als irgendwelche moralischen Werte.


    Allerdings ist das ganze ja nicht ohne Beispiel. Die erste Primary-Kampagne von Bernie Sanders hat eigentlich allen Linken auf der Welt gezeigt wie es geht. Gescheitert ist sie ja nicht an der mangelnden Popularität der vermittelten Inhalte, sondern an der gezielten Sabotage des Kandidaten durch [edit: seine eigene] die Partei, für die er in Ermangelung einer Alternative gezwungen war anzutreten.


    Als aller erstes müsste man als deutsche Linke dazu allerdings mal wieder verstanden haben, dass man politische Mehrheiten nicht mit abgehobenen Wertediskursen gegen politische Gegner gewinnt, die sich für Werte eigentlich nur interessieren, wenn man hinten ein Dollar- oder Eurozeichen dran schreiben kann, sondern mit solchen Profanitäten wie z.B. bezahlbarem Wohnraum, menschenwürdigen Arbeitslöhnen und -Bedingungen, einer intakten Umwelt, oder mit funktionierenden Sozial- und gerechteren Steuersystemen - also mit genau den materiellen, konkreten Themen und Forderungen, die von Millionen von Menschen aller Couleur als wertvoll und erhaltenswert erachtet, und nur deshalb nicht vehement eingefordert werden, weil ihnen niemand mehr ernsthaft und in einer verständlichen Sprache erklären will, dass man sich das alles als eines der reichsten und technologisch fortgeschrittensten Länder der Welt nur dann nicht leisten kann, wenn man an einer Marktwirtschaft festhält, welche die Finanzierung dieses Wohlstands für Alle allein vom Wohlwoilen der mächtigsten Marktteilnehmer abhängig macht.


    P.s.: Es ist natürlich nicht so, als würden PolitikerInnen der Linkspartei all das nicht permanent fordern. Aber sie machen sich leider unglaubwürdig als VertreterInnen jener allgemeinen Bedürfnisse, und werden - trotz dieser Forderungen - öffentlich nicht als solche wahrgenommen, wenn sie im nächsten Atemzug weite Teile der Allgemeinheit dadurch ausgrenzen, dass sie ihnen mit dem strengen moralischen Zeigefinger vorhalten, nicht die einzig wahre und richtige Gruppenidentität zu vertreten.

    Dabei scheinen sie offenbar völlig vergessen zu haben, was für Linke zu Zeiten als sie noch aktive Bewegungen auf die Straße brachten und sich nicht auf rein parlamentarische und akademische Debattierklubs beschränkten noch selbstverständlich war: dass bei entsprechendem Abstand vom liberalen, bildungsbürgerlichen Habitus immer noch erst das Fressen kommt und dann die Moral, und dass das Sein das Bewusstsein bestimmt, und nicht umgekehrt.

  • Hohli Das sind ja jetzt 2 Komplexe, die hier ein bisschen vermischt werden.


    Komplex 1: Was ist mit der Partei "Die Linke"...

    Wenn du fragst, wie man wehrfähigen Populismus mit der derzeitigen Verfasstheit der Linken unter Kipping/Riexinger hinbekommen möchte, dann ist schnell klar, dass das kaum geht.

    Diese Duo ist in seiner Wirkung der Traum derjenigen, die Links unten halten wollen. Wo findet man bspw. eine Führung, die sich glaubwürdig, freiwillig und selbstständig aus ideologischen Gründen entwaffnen lässt und bspw. den Abgang einer Wagenknecht zulässt? ... Yup. Links.


    Komplex 2: Wie geht Populismus...

    Die Frage mutet gemessen am derzeitigen Zustand der Weltpolitik seltsam an. Wenn ja gerade irgendwas weltweit so richtig Schwung erfährt, dann der Aufstieg des Populismus. Ist geradezu allgegenwärtig. Und ausgerechnet die Linke hat verlernt, wie das geht? Wenn es hilft, kann man ja einfach die paar Kilometer nach Polen rüberfahren und die Dumpfbacken der PiS befragen...oder in Berlin bleiben und mal mit den Dumpfbacken der AfD reden.

    Und wenn ihr euch beim Lesen der Zeilen gerade fragt, ob es glaubwürdig und sinnvoll ist, dass man im widerlichen PopulismusBattle mitmischt und man sich nicht ehrlicherweise dem entziehen und das beklagen sollte, dann trifft man so ziemlich genau den Kern der Diskussion hier. Selbstverständlich mischt man mit. Weil man sonst Gefahr läuft, einfach nur daneben zu stehen und die Ergebnisse hinnehmen zu müssen. Dann ist man zwar mit sich selbst im Reinen, aber das ist für den Zustand der Weltpolitik sehr... unerheblich.


    Es gäbe nur einen Grund daran "nicht teilzunehmen": Wenn man das propagandistisch ausschlachten könnte... Und schon ist man mittendrin.


    8)  Hohli : Übrigens, für den impliziten Vorschlag, die optischen Vorzüge der Wagenknecht kameragerecht in Szene zu setzen gibt es den PerfidieAward in Gold. Und wehe jetzt kommt jemand mit dem Vorwurf Sexismus. Das ist geradezu Sabotage...


    Edith: Denke wir derailen den Thread hier komplett. Lohnt eine eigener?

  • Edith: Denke wir derailen den Thread hier komplett. Lohnt eine eigener?

    Ich glaube nicht, dass durch Eure Beiträge der Thread entgleist. So lobenswert De Masis Fleiß, Integrität und guter Wille sind, so ist doch sein Vertrauen auf „die Weisheit einfacher Leute“ (2:21:17) zu kritisieren, wozu die Diskussion hier über linken Populismus meiner Ansicht nach gehört, zumal De Masi ja wohl Frau Wagenknecht nahe steht und der These, man müsse die Sorgen der Menschen ernst nehmen, auch die, Ausländer möchten ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen, und müssten darum mit Gewalt ferngehalten werden.


    Mir scheint, die Diskussion um linken Populismus krankt bei allem guten Willen daran, die Psychodynamik zu gering zu achten, die man in Menschen vermuten muss, die es über sich gewinnen, billigend zuzusehen, wie andere Menschen anderswo ertrinken, als Sklaven verkauft, in Minen gequält werden. Jene Menschen sind nämlich schwer krank und charakterlich gepanzert, da reichen ein paar Aperçus von Gregor Gysi wohl leider nicht.


    Sollten wir nicht Marxens These, das menschliche Wesen sei das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse, ernst nehmen und mindestens noch die Freudsche ‚Traumdeutung‘, deren Erscheinen nun auch schon 121 Jahre her ist? Dann würden wir nicht unsere Energie auf die Hoffnung verwenden müssen, Sarah Wagenknecht unterziehe sich vielleicht mal einer Beratung in Sachen Ohrringe.


    Linker Populismus scheint mir so oder so der Weg zur dunklen Seite der Macht zu sein. De Masis Arbeit ist meiner Ansicht nach nicht für den intuitiv weisen Arbeiter wertvoll, sondern für mich, als Prüfung und Material der Gesellschaftskritik. Und von dieser Kritik können nur Menschen profitieren, die noch nicht gesellschaftlich konform gehen. Und die brauchen keine Anerkennung ihrer inhumanen Ressentiments, die brauchen Fakten, dialektischen Geist und insbesondere die Erfahrung, dass sie nicht ganz allein sind.

  • Linker Populismus scheint mir so oder so der Weg zur dunklen Seite der Macht zu sein. De Masis Arbeit ist meiner Ansicht nach nicht für den intuitiv weisen Arbeiter wertvoll, sondern für mich, als Prüfung und Material der Gesellschaftskritik. Und von dieser Kritik können nur Menschen profitieren, die noch nicht gesellschaftlich konform gehen. Und die brauchen keine Anerkennung ihrer inhumanen Ressentiments, die brauchen Fakten, dialektischen Geist und insbesondere die Erfahrung, dass sie nicht ganz allein sind.

    Was heißt Denn für Dich "nicht gesellschaftlich konform gehen"?


    Wer kann im Kapitalismus leben, ohne sich - zumindest zum Zweck des Broterwerbs - den kapitalistischen gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen?


    Wenn Linke so etwas wie die Aufdeckung des Wirecard-Skandals nur als "Prüfung und Material" für ihre eigene elaborierte Gesellschaftskritik nützlich finden, aber daraus keine auch in der breiten Masse "populäre" und somit mehrhreitsfähige Gesellschaftskritik machen wollen, was ist dann Sinn und Zweck des "links"-Seins - jenseits einer ebenso fatalistischen (bis zynischen) wie eitlen Selbstbeweihräucherung als jene, welche hinterher ja schon immer vorher gewusst haben, dass alles den Bach runter gehen werde, aber leider, leider nichts dagegen tun konnten, weil das gemeine Volk einfach zu geistesfaul, zu verroht, oder anderweitig zu hoffnungslos verdorben war, um das kritische linke Elaborat nachzuvollziehen?


    Natürlich darf man von der "Weisheit einfacher Leute" nicht erwarten, dass man ihnen nur endlich den großen, nonkonformistischen Gegenentwurf zum profitgetriebenen Gesellschaftsmodell zu präsentieren brauche, um sie zur revolutionären Klasse umzuformen. Aber man braucht weder Marx noch Freud, weder Bourdieu noch Foucault und weder Zizek noch Chomsky (und um Himmelswillen nicht Luhmann!) studiert zu haben, um zu kapieren, dass dieses System auf Sand gebaut ist, und dass jeder der heute noch das Gefühl hat, davon zu profitieren, schon morgen bei der nächsten Krise zu den Verlierern im großen Casinobetrieb gehören kann.


    Ich würde sogar die steile These aufstellen, dass diese Erkenntnis vor allem eher unter den "einfachen" Leuten eigentlich längst common sense ist. Nicht so überzeugt von der Hirnlosigkeit der herrschenden kapitalistischen Verwertungslogik ist eher das gebildetere Bürgertum, bis tief hinein ins "links"-Liberale Lager, wo man sich mit den diversen ökonomischen Theorien und allerhand sozialdemokratischer bis neoliberaler Stellschraubenmechanik befasst, um sich einreden (lassen) zu können, dass man aus dem ganzen Zirkus am Ende doch noch ein gepflegtes Bildungstheater mit Ermäßigung für Schlechterverdienende machen könne, wenn die politische Klasse nur endlich mal den oder die richtige Führungslichtgestalt dazu hervorbrächte.


    Was den "einfachen" Leuten, bei denen es mit der Theroiebildung nicht so weit her ist allerdings fehlt, ist die Solidarität all jener Besserinformierten - und oft auch -Verdienenden -, die eigentlich dazu in der Lage wären, den Frust und die Wut in eine für die gesamte Gesellschaft vorteilhaftere, transformative Bewegung zu kanalisieren, indem man ihnen nicht mit kategorischer Ablehnung begegnet, sondern dafür Erklärungsansätze bietet, die sich eben nicht in der oberflächlichen Symptomkritik und anschliessender Schuldsprechung irgendwelcher elitären Verschwörer erschöpft, die man bei der rechten "Alternative" oder beim florierenden Konspiratistikgroßhandel zu hören bekommt.


    Es ist allerdings hingegen eher eine von der eigenen idealistischen Moralität über Gebühr überzeugte Haltung, welche die linke Intelligenzia in ihrer eigenen Wagenburg einmauert, und all jenen, die sich der gleichen humanistischen Ethik nicht bereitwillig mit Haut und Haaren verschreiben zu unterstellen, sie würden nicht nur "billigend" - also mit voller Absicht - dabei zusehen,...

    , wie andere Menschen anderswo ertrinken, als Sklaven verkauft, in Minen gequält werden. Jene Menschen sind nämlich schwer krank und charakterlich gepanzert, da reichen ein paar Aperçus von Gregor Gysi wohl leider nicht.

    ...wie anderen Menschen zu ihrem eigenen Vorteil Leid zugefügt werde, sondern sie seien auch noch zu "schwer krank" und von irgendwie zu schlechtem, weil "gepanzertem" Charakter, um sich ihrer eigenen Schlechtigkeit tatsächlich bewusst zu werden.


    Tatsächlich kann sich selbst ein noch so linker Mensch nicht permanent bei vollem Bewusstsein der kolossalen Ungerechtigkeit gewahr sein, welche täglich die materiellen Ressourcen des Planeten zu seinen und seiner Mitmenschen im goldenen Westen Gunsten umverteilt, ohne darüber seelisch krank zu werden - weshalb die "Panzerung" der Seele gegen ein "richtiges" Leben im Falschen eben nicht bloß die ungebildeten niederen Schichten ergreift, sondern eigentlich in besonderem Maße uns linke KapitalsimuskritikerInnen, denen die ganze Misere ja eigentlich viel präsenter, aber eben gleichzeitig insofern erträglicher ist, als wir sie systemischen, gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen zuordnen können, für die man kein einzelnes Individuum, welches in ihnen leben muss ernsthaft verantwortlich machen kann.


    Genau diese Verantwortung wollen identitäre Linke aber auf andere gesellschaftliche Gruppen abwälzen. Ob das jetzt die "alten weißen Männer", AfD-WählerInnen, die ewig gestrigen "Jammerossis", oder sonstwelche feindlichen Identitäten sind, von denen man sich mit ganz "harter Kante" aufs schärfste abgrenzt, um anhand der social media-befeuerten Reibung an ihnen vor allem sich selbst die eigene moralische wie kritisch-theoretische Überlegenheit zu beweisen, und dies dann final - weil innerhalb der üblichen linken Diskurse eigentlich unanfechtbar! - damit zu legitimieren, dass man gegen "Faschisten" keinerlei Toleranz üben dürfe.


    Linker Populismus würde vor allem bedeuten, dass wir Linke von unseren hohen Rössern steigen müssen. Aber das ist natürlich einigermaßen unbequem, weil man dann selbst laufen und sich die sensiblen Füße schmutzig machen muss.

  • er hat luhmann gesagt :)


    [/edit] so rein funktional hätte ich zum populismus noch eine frage: sind das nicht eher mediale kommuikative techniken (zunehmend auch digital) die dem zweck dienen eine person ins bewusstsein zu rücken anstatt einer idee (diese sind da doch eher mittel zum zweck)?

  • Ein interessanter Aspekt den Herr de Masi angesprochen ist der Kontrolle und des Betrügens von Anfang an.


    Im Rahmen meines Studiums habe ich auch Bilanzanalyseverfahren kennengelernt, die die Buchführung auf Unregelmäßigkeiten im Vergleich zu Vorjahren bzw. Zu anderen Unternehmen dieser Branche prüft.

    Wenn ein Unternehmen sich neu gründet und von Anfang an die Zahlen manipuliert ist Vorjahresvergleich natürlich trügerisch, da die Zahlen dann natürlich in sich konsistent sind.

    Die einzige Möglichkeit ist dann die direkte Kontrolle einzelner Buchungen.

    Was natürlich extremen Arbeitsaufwand darstellt.

    Zu mal wenn es nicht möglich ist, die Gegenseite zu prüfen Belege auch gefälscht werden können und dies nur schwer bewiesen werden kann.



    Ich finde den Vorschlag richtig und wichtig die BaFin so auszustatten, dass sie Unternehmen ab einer gewissen Größe selbst prüfen können.


    Die Konzentration auf die Big 4, die auch als Steuerberater auftreten seh ich ebenfalls als sehr problematisch an.

  • Linker Populismus würde vor allem bedeuten, dass wir Linke von unseren hohen Rössern steigen müssen. Aber das ist natürlich einigermaßen unbequem, weil man dann selbst laufen und sich die sensiblen Füße schmutzig machen muss.

    Den schätzungsweise 90% der Bevölkerung, die keinerlei politische Konsequenzen aus dem Umstand ziehen, dass ihre Regierungen in Brüssel und Berlin im Mittelmeer und anderswo Massenmord begehen, zu bescheinigen, sie seien krank, ist meiner Ansicht nach so ziemlich das Zärtlichste, was sich an der Stelle sagen lässt. Wer krank ist, dem wünscht man doch Genesung, oder? Ich tue es. Ich sehe nur nicht, wie ich helfen kann, da die Patient*innen doch keinerlei Krankheitseinsicht zeigen: „Ja, die Wiederkäuer stoßen viele Treibhausgase aus, ja, die Ackerflächen sollten Lebensmittel hervorbringen statt Tierfutter, komm doch am Samstag zum BBQ, du kannst Dir ja Gemüse mitbringen.“ Das sind die Linksliberalen. Die Proletarier sind meiner Erfahrung nach nur ehrlicher. Sie schütteln den Kopf, lassen dich stehen und grillen alleine ihr Nackensteak für 99 Cent.


    Für Deine „steile These“, die Untauglichkeit des Kapitalismus sei „unter den ‚einfachen‘ Leuten eigentlich längst common sense“ hätte ich gern empirische Belege. Sicher, auch ich höre ab und zu diffuse Lippenbekenntnisse, aber bei der letzten Bundestagswahl hatte die einzige kapitalismuskritische Partei 9,2%. Wie kommst Du auf Deine These?


    Zu Ross und Reiter möchte ich anmerken, dass ich nie ein Pferd besessen habe, allerdings aber über zwanzig Jahre lang auf meinem Landwirtschaftsbetrieb Staub gefressen und mir Hände und Füße gehörig schmutzig gemacht habe. Die bei white collars weit verbreitete Hochachtung vor Schwielen und markigen Sprüchen ist mir dabei vergangen. Und zwar gründlich.


    Allzu leicht ersetzt der patzige Vorwurf, der andere mache es sich im Elfenbeinturm gemütlich, die inhaltliche Auseinandersetzung mit der schlechten Nachricht. Wem ist damit geholfen? Wie sieht denn nun der ‚linke Populismus‘, der hilft, aus? Butter bei die Fische, Waldmensch. Stänkern gildet nicht.

  • so rein funktional hätte ich zum populismus noch eine frage: sind das nicht eher mediale kommuikative techniken (zunehmend auch digital) die dem zweck dienen eine person ins bewusstsein zu rücken anstatt einer idee (diese sind da doch eher mittel zum zweck)?

    Ich habe das mit dem "Populismus" jetzt nicht in einem soziologisch oder politikwissenschaftlich korrekten Sinn gemeint, sondern eher mit dem Blick auf populäre, mehrheitsfähige Positionen, die sich - propagandistisch - mehr an konkreten Bedürfnissen ausrichten, und nicht so sehr an abstrakten Werten oder Idealen.

    Deshalb habe ich ja auch den neueren amerikanischen Linkspopulismus erwähnt, der meiner Auffassung nach von Leuten wie Bernie Sanders (jedenfalls vor seiner Kapitulation vor dem demokratischen Establishment) und vielen seiner AnhängerInnen vertreten wird.

    Allerdings sehe ich nicht, dass das zwingend mit irgendeiner bestimmten Person verbunden sein muss. Wer auch immer die "populistischen" Positionen vertreten soll, muss natürlich glaubwürdig sein. Die "Idee" wäre da jedoch wesentlich wichtiger, als die Person - nur eben nicht als abstraktes, hehres Ideal, sondern als konkrete, materielle Änderung der Verhältnisse im Sinn der arbeitenden Bevölkerung.


    Natürlich setzt das auch die Betonung eines gewissen Antagonismus zwischen dem Populus ("Volk" ist leider zu rechtslastig besetzt) auf der einen, und den etablierten kapitalistischen und politischen Eliten auf der anderen Seite voraus. Immerhin sind es Letztere, die aktiv verhindern, dass sich Politik nach den Bedürfnissen der Menschen ausrichtet, und statt dessen alles dafür tun, sie den Profitinteressen des Kapitals unterzuordnen.

    Deshalb halte ich es ja auch für so wichtig, das Ganze durchaus mit einer theoretisch unterfütterten, aber eben verständlich gemachten Benennung systemischer Ursachen zu verbinden und nicht einfach nur Wut gegen "die da Oben" zu schüren und zu hoffen, dass die dann nicht von völkischen Demagogen aufgegriffen und gegen Minderheiten, und letztendlich auch gegen Linke instrumentalisiert wird.

  • Für Deine „steile These“, die Untauglichkeit des Kapitalismus sei „unter den ‚einfachen‘ Leuten eigentlich längst common sense“ hätte ich gern empirische Belege. Sicher, auch ich höre ab und zu diffuse Lippenbekenntnisse, aber bei der letzten Bundestagswahl hatte die einzige kapitalismuskritische Partei 9,2%. Wie kommst Du auf Deine These?

    Die These ist eigentlich, dass die Leute zwar durchaus verstanden haben, dass "Das System" nicht zu ihren Gunsten funktioniert, und dass sie zumindest eine Ahnung davon haben, dass es so nicht mehr lange gut gehen wird, aber natürlich können sie nicht benennen was konkret daran falsch läuft. Deshalb wählen sie ja auch keine kapitalismuskritischen Parteien, sondern solche, welche die Ursache für die Schieflage überall sonst verorten - zu wenig Marktregulierung, zu viel Marktregulierung, zu viele Ausländer, zu alte Inländer, zu wenig privates Aktien- und Wohneigentum, zu niedige zinsen, zu wenig Bildung, zu viele gierige Banker, zu wenig kreative Unternehmer, etc. pp - nur halt genau nicht da wo sie eigentlich herkommt: aus dem Kapitalismus und seinem unbändigen Wachstumszwang.


    Aber das lernen die halt nicht, wenn es zwar irgendwo im Linken Parteiprogramm steht, das sowieso kein Schwein liest (wie ja auch alle anderen Parteiprogramme) der nicht ohnehin schon ein gesteigertes politisches Interesse hat, oder in dicken alten Büchern, die erst recht kein Mensch liest, der nebenher noch arbeiten und sich um eine Familie kümmern muss. Und sie lernen es schon gleich gar nicht, wenn Linke die es gelernt haben es ihnen nicht so erklären können, dass man es auch kapiert, ohne die ganzen dicken Bücher gelesen zu haben.

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