Sprachen: Kulturträger oder "nur" Kommunikationsmedium

  • Ich kann zwar nur den kleinen Ausschnitt lesen, aber sein modus operandi gleicht auch dem vieler rechter, die idpol kritisieren (und dabei ein zerrbild produzieren):


    Auf bestimmte Weise gleichen sie damit Anhängern einer fundamentalistischen

    Religion ...

    ... in der Geschichte haben schon häufiger Bewegungen, die glaubten, letztgültige Wahrheiten gefunden zu haben, viel Unglück über die Menschheit gebracht. ...

    ... identitätspolitischen Truppen, die mit dem rhetorischen Baseballschläger durch

    das Internet ziehen und jeden als Rassisten niederknüppeln, der ihnen widerspricht.

    ... es geht nicht darum, sich seines Verstands zu bedienen, sondern Glaubenssätzen zu folgen.


    Idpol sei eine fundamentalistische Religion, sie glauben, die letztgültige Wahrheit gefunden zu haben, "jeder wird als Rassist" bezeichnet, Glaubenssätze ect. Könnte von Jordan Peterson stammen. Sehr nuanciert ist es jedenfalls nicht. Aber vielleicht gehts ja gar nicht darum. Man kann ja mit Kritik von rechts übereinstimmen, wenn man das dann gut findet und diese Beschreibungen gut und richtig findet.

  • Endlich kommt mal Vernunft in die Angelegenheit. Packt eure Geschlechtsidentität in die Schublade liebe Mitforentys. Ab heute nutzen wir das generische Neutrum.

    ... Aus »der/die Schüler*in« wird »das Schüly«, aus »der/die Lehrer:in« »das Lehry«, aus »der/die ProfessorIn« »das Professory«. Um den Plural zu bilden, kommt einfach noch ein »s« hinzu: »die Schülys«, »die Lehrys«, »die Professorys«. ...


    ... Ein Wortungeheuer wie »Bürger*innenmeister*innengehilf*innen« schnurrt auf »Bürgymeistygehilfys« zusammen. Man spart drei Kunstpausen beim Sprechen und beim Schreiben fast die Hälfte der Anschläge und hat womöglich sogar ein paar Lachys auf seiner Seite.

    Kronschläger macht auf weitere Vorteile aufmerksam. Ein »Drucky« zum Beispiel sei jetzt ohne Zweifel eine Person, die in einer Druckerei arbeitet, »ein »Drucker« hingegen das dort verwendete Gerät.

    ^^ Drucky Duck und die Impflingys


    Kinder haben das in ihrer Sprache schon immer intuitiv gemacht. Würde nicht wundern, wenn von dort die Inspiration kam. So eine Regel würde super zur Kompliziertheit der deutschen Grammatik passen, ohne zu gekünstelt zu wirken.

    Millionen von Schülys, welche Deutsch als Fremdsprache lernen wollen, werden sagen: Das ist typisch Deutsch. Das ist keine Reform, das ist eine Plural-Revolution.

  • Damit hört sich die Sprache derer die entgendern auch endlich so infantil an, wie der Glaue daran sie würden etwas damit verändern ist.


    Die Politik begrüßt das (Ent-)Gendern ja sehr, weil es bei geringen Kosten große Aufmerksamkeit und hohes Unterdrückungspotential besitzt, als virtue signal dient und, das beste dabei, alles beim Alten bleibt.


  • https://www.nzz.ch/meinung/von-steuerinnenzahlern-und-rassisten-beim-gendern-geht-es-vor-allem-darum-sich-selbst-als-den-besseren-menschen-zu-inszenieren-ld.1625793?mktcid=smch&mktcval=fbpost_2021-05-25&fbclid=IwAR3FQE74ts7nt6yMCzAWeC0zsYLDkDMDGvd2_j-Apra1eUzDFlQN4eNdWNA



    --


    ....


    Dabei geht offensichtlich vergessen, dass das generische Maskulinum ein Generikum ist. Dessen Funktion besteht darin, dass es absichtlich nicht auf das Geschlecht einer lebenden Entität verweist. Maskuline Generika sind etwa «der Mensch», «der Fan» oder «der Säugling». Feminine Generika sind «die Person», «die Leiche» oder «die Geisel». Generika bezeichnen in einem gewissen Kontext eine Gruppe von Personen, bei denen das Geschlecht keine Rolle spielt. Die Behauptung, dass das generische Maskulinum Frauen oder sexuelle Minderheiten «nicht mitmeine» oder ausschliesse, ist also Unsinn (statt: Blödsinn). Ein Generikum kann prinzipiell kein Geschlecht ausschliessen oder mitmeinen.

    Zu viel Männlichkeit

    Aber die Grammatik interessiert die Sprachaktivisten nicht wirklich. Sie behaupten einfach tapfer weiter, dass das generische Maskulinum nur Männer anspreche. Das geschieht mit einem kruden «Beweis»: Bei dem Wort «Arzt» oder «Lehrer» denke man etwa automatisch an einen Mann. Dadurch gebe es dann eine «Überrepräsentation des Männlichen» in der Sprache. Damit hat man dann auch den Grund gefunden, wieso Frauen seltener im Bundestag, in Führungspositionen oder in gewissen Berufsbranchen vertreten sind: Wir haben alle «zu viel Männlichkeit» im Kopf. Also gibt es nur eine Lösung: Man muss den Mann aus der Sprache canceln!

    Noch einmal: Wissenschaftliche Studien, die belegen, dass man durch die Veränderung der Sprache auch das Handeln der Menschen beeinflussen könne, gibt es nicht. Wenn diese Kausalität wahr wäre, müsste in Ländern mit genuslosen Sprachen wie der Türkei und Ungarn bereits ein queeres Matriarchat herrschen. Das ist nicht der Fall.


    ...


    Grammatische Regeln können nicht einfach so ausser Kraft gesetzt werden. Wenn, dann müsste die gesamte deutsche Sprache reformiert werden, was man nur mit einer bundesweiten Reform erreichen könnte. Das wiederum wäre – angesichts der Tatsache, dass die Gender-Sprache die komplette Auslöschung von Geschlecht und Männlichkeit fordert – ein zutiefst totalitäres Vorhaben. Kommt hinzu, dass sich das Gendern der Sprache gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung richtet und damit im Kern demokratisch nicht legitimiert ist.


    ...


    Unfreiwillig komisch wird es dann, wo die eigenen Regeln für eine bessere Welt sogleich wieder aufgeweicht werden müssen. So erzählte eine Moderatorin neulich im Deutschlandfunk (DLF), dass es nur richtig sei, wenn man Wörter wie Terrorist und Verschwörungstheoretiker nicht gendere. Denn: Diese Gruppen beständen hauptsächlich aus Männern, und man wolle das Geschlecht «gerecht abbilden». Das Sternchen übernimmt so eine willkommene Nebenwirkung: Es markiert die Dinge, die moralisch gut sind. Ironischerweise brachte der DLF daraufhin einen Beitrag, in dem die Wörter Bürger*innen, Erb*innen und Demonstrant*innen vorkamen. Die Wörter Rassisten, Kolonialisten oder Sklavenhändler wurden dagegen nicht gegendert.


    ...

    Die Social-Justice-Bewegung hat mit ihrem Populismus die Moral komplett für sich gepachtet: Nur wer gemeinsam mit Feministinnen «The future is female!» ruft und Sternchen setzt, ist auch ein guter Mensch. Jeder, der die Bewegungen und ihre Massnahmen kritisiert, ist indes ein schlechter Mensch, ein Nazi oder «rechts». Damit wird aber nur eines erreicht: die Spaltung der Gesellschaft.


    ...


    achso eine Autorin hat dies geschrieben nicht ein pöhse Mann

  • ...und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt. Sowas ist schon unverschämt.


    Zitat

    Liebe Leser:innen, das hier ist ein durchgegenderter Text. Damit müssen Sie leben, auch wenn Sie zu den 65 Prozent der Menschen in Deutschland gehören, die laut Meinungsforschungsinstitut infratest dimap eine gendergerechte Sprache ablehnen. Sie können natürlich sofort aussteigen aus diesem Text, aber

    oder einfach das Add-on "Binnen-I be gone" in den Browser holen, der filtert das Zeugs schön auf Standarddeutsch.


    Auch in dem Text darf wiedermal nicht vergessen werden. dass Gleichstelluung sich auch sprachlich ausdrücken muss. Was ich davon halte dass LGBxyz+-:# nur mitgemeint sind wenn sie ein eigenes Zeichen oder eben eine Auslassung bekommen, ist bekannt, sicherheitshalber nochmal, nicht viel. Heute hab ich mich am Gleichstellen gestoßen. Was heißt denn das "gleich gestellt werden"? Im eigenen Umfeld kenne ich nur Menschen (Frauen und Männer verschieden -farbig, -herkünftig, -sexuellorientiert...; Diverse noch nicht) die sich als Gleichberechtigte ihre Stelle in Arbeit, Verein,... gesucht haben, wer stellt denn jetzt wen mit wem gleich und wohin? Ist dann die eigene Position verdient oder wurde man da dann hingestellt?


    Zitat

    All das können Sie natürlich ablehnen. Ob Sie weiterhin das generische Maskulinum verwenden, bleibt ganz Ihnen überlassen. Es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, wie Sie zu sprechen haben. Sie könnten aber auch versuchen, die Neuerungen anzunehmen und damit zeigen, dass Sie gerecht und inklusiv sind.

    Man kann durchaus gerecht sein ohne gleich jede Sprachmarotte die selbsternannten Beauftragten für das Gute, Schöne, und Richtige mitzumachen. Man weiß ja eh nicht welche, Sternderl, Doppelpunkte Binnen-I, Unterstriche, Mißbrauch anderer grammatischer Formen...





    Als Gegenpol ein Tagesspiegelinterview



    Geht unter anderem darum, dass eben nicht jede Behörde, Schule, Uni etc. nach Gutdünken ein eigenes Deutsch erfinden und einfordern darf.

  • 😂 Ich frage mich immer, wie es eigentlich sein kann, dass manche Leute simple Vorschläge von Gendersprache als Bedrohung ihrer Männlichkeit und als Untergang des Abendlandes und als Aufbau ein Genderdiktatur oder sonst was sehen. Bei solchen Leute stimmt innerlich irgendetwas nicht. Wahrscheinlich sehr geringes Selbstbewusstsein oder genereller Hass auf Minderheiten oder Gruppen, zu denen sie nicht selbst gehören. Übrigens werden grammatikalische Regeln ständig über den Haufen geworfen, Sprache ist etwas dynamisches, dass in konstanter Veränderung ist.

    Für mich bedeutet Männlichkeit übrigens nicht irgendeine Form von härte oder autorität oder sowas (wie das ja meist gedacht wird. Für mich bedeutet es, dass man weiß, was man will, determiniert ist, selbstbewusst ist. Was wäre männlicher als wenn es einem am Arsch vorbei geht, ob jemand Gendersprache benutzt oder nicht.

  • 😂 Ich frage mich immer, wie es eigentlich sein kann, dass manche Leute simple Vorschläge von Gendersprache als Bedrohung ihrer Männlichkeit und als Untergang des Abendlandes und als Aufbau ein Genderdiktatur oder sonst was sehen. Bei solchen Leute stimmt innerlich irgendetwas nicht. Wahrscheinlich sehr geringes Selbstbewusstsein oder genereller Hass auf Minderheiten oder Gruppen, zu denen sie nicht selbst gehören. Übrigens werden grammatikalische Regeln ständig über den Haufen geworfen, Sprache ist etwas dynamisches, dass in konstanter Veränderung ist.

    Für mich bedeutet Männlichkeit übrigens nicht irgendeine Form von härte oder autorität oder sowas (wie das ja meist gedacht wird. Für mich bedeutet es, dass man weiß, was man will, determiniert ist, selbstbewusst ist. Was wäre männlicher als wenn es einem am Arsch vorbei geht, ob jemand Gendersprache benutzt oder nicht.

    Das Problem könnten aber wieder irgendwelche übereifrigen Individuen sein, die gleich mit der Mistgabel hantieren, wenn man es mal vergessen sollte korrekt zu gendern.

    Auf der anderen Seite habe ich den Eindruck, als sollte Gendern vom eigentlichen Problem ablenken.

  • Auf der anderen Seite habe ich den Eindruck, als sollte Gendern vom eigentlichen Problem ablenken.

    Jap. Linke Sozialpolitik ist in der Zeit des hegemonial gewordenen Neoliberalismus nicht sehr beliebt unter den herrschenden Machtstrukturen. Da ist es für linke Parteien eine ansprechende Strategie sich über Idpol den Anschein von links zu geben, während Umverteilungspolitik aber aufgegeben wird. Weil sich auch Parteien wie die CDU oder FDP Idpol leisten können, besteht hier ein Schnittpunkt mit linker Politik (der einzige wahrscheinlich) damit können Parteien wie Die Linke wenigstens auf eine Gemeinsamkeit zeigen, wovon sich einige das Potential zur Annäherung erhoffen, schäftze ich, weil andere linke Positionen ja so dermaßen marginalisiert werden.

  • Ich würde es besser finden, mal die Anredeform "Sie" abzuschaffen. Gibt keinen Grund, warum "Du" nicht universell benutzt werden soll. Aber dann fühlen sich wohl einige Chefs angegriffen 🥴

    Chefy/Chefens brauchen das Sie aber noch für Momente, in denen sie ihre Autorität ausspielen. Immer schön duzen, dann wirkt der Anschiss um so besser, plötzlicher Distanzschock. :evil:

  • Ich würde es besser finden, mal die Anredeform "Sie" abzuschaffen. Gibt keinen Grund, warum "Du" nicht universell benutzt werden soll. Aber dann fühlen sich wohl einige Chefs angegriffen 🥴

    Nee, bitte nicht. Das Sie wirkt nicht nur in die eine Richtung, ich möchte weder jeden duzen, noch von jedem geduzt werden. Da schafft das förmliche Sie oftmals einen Abstand, den ich sehr schätze.

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