Nach den Rechten sehen (Sammelthread)

  • Das war eine Kritik an Utan weil er sich wie Lenin aufführt

    Du spinnst Doch.


    Erst bin ich ein radikalliberaler "radlib". Dann schreibe ich alles von Dir ab. Gestern habe ich dann das Forum nach rechts agitiert, und heute hat "noch nie" einer Marx so "missbraucht" wie ich, aber ich führe mich auf wie Lenin, weil ich Marx genau so missbrauche wie der. :S


    Du lügst hier einfach hemmungslos einen hahnebüchenen Scheiss nach dem anderen zusammen anstatt irgendein richtiges Argument zu machen.

    Was soll das werden - einfach so viel Dreck werfen, dass hoffentlich irgendwas hängen bleibt?


    Was bist Du für ein Psycho?

  • Warum kann man nur gegen die AfD sein, wenn man für eine der anderen Parteien ist, und warum sollen Leute, die "den Mumm haben", gegen die Gefahr aufzustehen, sie plötzlich weniger gefährlich finden, nur weil irgendein linker "Spinner" ihnen erzählt, dass sie nicht nur von rechtsaußen droht?


    Wer so mutig gegen den Faschismus aufsteht, der wird doch auch aushalten können, dass Leute andere Meinungen darüber haben, wo er herkommt und wie er zu bekämpfen ist.

    Soll man Leuten nach dem Mund reden, auch wenn man überzeugt davon ist, dass sie unrecht haben, und damit genau das tun, was die "Altparteien" mit ihrer Agitation gegen "Asyslbetrüger", "Wirtschaftsflüchtlinge", "Terrorsympathisanten", "importierten Antisemitismus" etc. bisher getan haben, um sich bei genau dem Teil der WählerInnen anzubiedern, der dann doch lieber gleich ganz nach rechts gewandert ist?

  • Hier, bester Beitrag bisher.


    Aha, dann danke dafür. Mich würde aber viel mehr interessieren warum

    Oder hab ich das auch falsch verstanden?

    Wenn du mit "paar die es gerafft haben" Utan meinst, dann stimmt das halt nicht. Er hat überhaupt nix verstanden.


    Und ich schlage mich nicht auf die bürgerliche Seite (das ist auch so ein inflationär benutzter begriff). Mir missfällt nur diese naive Auffassung von einigen hier, dass wir angeblich in der freiesten aller Welten leben würden, in der absolut besten Demokratie, die Politiker einfach nur per Gedankenübertragung den Willen der Bevölkerung verkörpern würden und jeder den ganzen Tag einfach nur das macht, was er/sie will und die Probleme kämen dann nur daher, weil jeder selbst Schuld ist, falsch wählt, falsch konsumiert usw.


    Hier mal ein Zitat aus einem Buch über Macht und welche Gründe es geben kann, warum Menschen gegen ihr eigenes Interesse handeln:


    If this constitutes a mega-instance of ‘hegemony’, an adequate understanding of its impact would seem to require, among many other things, an appropriate way of thinking about power and, in particular, of addressing the problem well posed by Charles Tilly: ‘if ordinary domination so consistently hurts the well-de¢ned interests of subordinate groups, why do subordinates comply? Why don’t they rebel continuously, or at least resist all along the way?’ Tilly most helpfully provides a checklist of the available answers to the problem:


    1 The premise is incorrect: subordinates are actually rebel-ling continuously, but in covert ways.


    2 Subordinates actually get something in return for their subordination, something that is sufficient to make them acquiesce most of the time.


    3 Through the pursuit of other valued ends such as esteem or identity, subordinates become implicated in systems that exploit or oppress them. (In some versions, no. 3 becomes identical to no. 2.)


    4 As a result of mystification, repression, or the sheer un-availability of alternative ideological frames, subordinates remain unaware of their true interests.


    5 Force and inertia hold subordinates in place.


    6 Resistance and rebellion are costly; most subordinates lack the necessary means.


    7 All of the above. (Tilly 1991: 594)


    Hier die deutsche Übersetzung:


    Wenn es sich dabei um einen Fall von „Hegemonie“ handelt, erfordert ein angemessenes Verständnis ihrer Auswirkungen neben vielen anderen Dingen offenbar eine angemessene Denkweise über Macht und insbesondere die Auseinandersetzung mit dem von Charles Tilly gut formulierten Problem: „Wenn gewöhnliche Herrschaft so konsequent die Interessen untergeordneter Gruppen verletzt, warum gehorchen Untergebene dann?“ Warum rebellieren sie nicht ununterbrochen oder leisten zumindest unterwegs Widerstand?‘ Tilly liefert am hilfreichsten eine Checkliste der verfügbaren Antworten auf das Problem:


    1 Die Prämisse ist falsch: Untergebene rebellieren tatsächlich ständig, aber auf verdeckte Weise.


    2 Untergebene erhalten tatsächlich eine Gegenleistung für ihre Unterordnung, etwas, das ausreicht, um sie in den meisten Fällen zum Nachgeben zu bewegen.


    3 Durch die Verfolgung anderer wertvoller Ziele wie Wertschätzung oder Identität werden Untergebene in Systeme verwickelt, die sie ausbeuten oder unterdrücken. (In einigen Versionen wird Nr. 3 mit Nr. 2 identisch.)


    4 Aufgrund von Mystifizierung, Unterdrückung oder der schieren Unverfügbarkeit alternativer ideologischer Rahmen sind sich Untergebene ihrer wahren Interessen nicht bewusst.


    5 Gegenkräfte und Trägheit halten Untergebene an Ort und Stelle.


    6 Widerstand und Rebellion sind kostspielig; Den meisten Untergebenen fehlen die nötigen Mittel.


    7 Alles oben Genannte. (Tilly 1991: 594)


    Es muss eine Mischung aus 4,5 und 6 sein, die am Werk sind. Insbesondere angesichts jahrelange Dämonisierung linker Politik, Einschränkung des Meinungsspektrums, Schwächung und Institutionalisierung der Gewerkschaften, hohe Arbeitsbelastung, Beschränkung von Demokratie durch ein repräsentatives System, das im Grunde gar keine Demokratie ist, Beseitigung von Alternativen usw.


    Gerade auch entdeckt, eine Kritik an dem Konzept des falschen Bewusstseins:


    Lukes resurrects the spectre of false consciousness which many had thought exorcized from contemporary social and political theory. The problem with such a formulation is the deeply con-descending conception of the social subject as an ideological dupe that it conjures up. Not only is this wretched individual incapable of perceiving her/his true interests, paci¢ed as s/he is by the hallucinogenic e¡ects of bourgeois indoctrination. But rising above the ideological mists is the enlightened academic who from his/her perch in the ivory tower may look down to dis-cern the genuine interests of those not similarly blessed. (Hay 1997: 47^8


    Deutsch:


    Lukes lässt das Gespenst des falschen Bewusstseins wieder auferstehen, von dem viele glaubten, es sei aus der zeitgenössischen sozialen und politischen Theorie verbannt. Das Problem bei einer solchen Formulierung ist die zutiefst herablassende Vorstellung des sozialen Subjekts als eines ideologischen Betrügers, die sie heraufbeschwört. Diese elende Person ist nicht nur unfähig, ihre/seine wahren Interessen wahrzunehmen, da sie/er von den halluzinogenen Wirkungen der bürgerlichen Indoktrination beruhigt ist. Aber aus den ideologischen Nebeln erhebt sich der aufgeklärte Akademiker, der von seinem Sitz im Elfenbeinturm herabblicken kann, um die wahren Interessen derjenigen zu erkennen, die nicht gleichermaßen gesegnet sind. (Hay 1997: 47^8)


    Wobei ich nicht sagen würde, dass ein "falsches Bewusstsein" gar keine Rolle spielt. Schon, aber nicht nur.

  • Wenn du mit "paar die es gerafft haben" Utan meinst, dann stimmt das halt nicht. Er hat überhaupt nix verstanden

    Ich meinte die Redner auf den Demos, die teilweise hier gepostet wurden, die die Frechheit besassen, die Mainstreampolitik mitverantwortlich zu machen und die dafür von den bürgerlichen Medien, Politikern, Mitprotestierenden und scheinbar auch Foristen hier kritisiert und angefeindet werden. Keine Ahnung ob einer davon Utan war aber sie decken sich mit seiner und auch meiner Kritik.


    Und ich schlage mich nicht auf die bürgerliche Seite (das ist auch so ein inflationär benutzter begriff). Mir missfällt nur diese naive Auffassung von einigen hier, dass wir angeblich in der freiesten aller Welten leben würden, in der absolut besten Demokratie, die Politiker einfach nur per Gedankenübertragung den Willen der Bevölkerung verkörpern würden und jeder den ganzen Tag einfach nur das macht, was er/sie will und die Probleme kämen dann nur daher, weil jeder selbst Schuld ist, falsch wählt, falsch konsumiert usw.

    Wo wurde das von mir oder Utan behauptet? Beste Demokratie? Freieste aller Welten? Das ist doch ganz genau der Bullshit, der von denen behauptet wird, die ich kritisiere.


    Hier mal ein Zitat aus einem Buch über Macht und welche Gründe es geben kann, warum Menschen gegen ihr eigenes Interesse handeln:

    Ja, eben. Und diese Trägheit ist auch eine forcierte Denkfaulheit. Die Mittellosigkeit ist politisch gewollt. Die Mystifizierung und Unterdrückung ideologischer Alternativen ist obligatorisch im politischen Tagesgeschäft. Das alles wird kritisiert - auch von Utan. ... Wie kannst Du schreiben, was Du schreibst und dann sowas

    als

    bester Beitrag bisher.

    bezeichnen. Das ist doch Irre.

  • Lukes lässt das Gespenst des falschen Bewusstseins wieder auferstehen, von dem viele glaubten, es sei aus der zeitgenössischen sozialen und politischen Theorie verbannt. Das Problem bei einer solchen Formulierung ist die zutiefst herablassende Vorstellung des sozialen Subjekts als eines ideologischen Betrügers, die sie heraufbeschwört. Diese elende Person ist nicht nur unfähig, ihre/seine wahren Interessen wahrzunehmen, da sie/er von den halluzinogenen Wirkungen der bürgerlichen Indoktrination beruhigt ist. Aber aus den ideologischen Nebeln erhebt sich der aufgeklärte Akademiker, der von seinem Sitz im Elfenbeinturm herabblicken kann, um die wahren Interessen derjenigen zu erkennen, die nicht gleichermaßen gesegnet sind. (Hay 1997: 47^8)


    Wobei ich nicht sagen würde, dass ein "falsches Bewusstsein" gar keine Rolle spielt. Schon, aber nicht nur.


    Du wiederholst einfach immer den selben Unsinn, indem Du behauptest, die Kritik am "falschen Bewusstsein" würde die davon Betroffenen so sehen, wie Verschwörungsideologen die "Schlafschafe": als dumpfe, indoktrinierte Masse, die sich der Obrigkeit nicht nur wehrlos ergeben habe, sondern sich von ihr auch noch bereitwillig an der Nase herum führen lasse.


    Genau das ist aber überhaupt nicht der Fall, wenn man verstanden hat, dass die Menschen im Kapitalismus durchaus ganz bewusst, überlegt, und rational eigene Entscheidungen treffen. Aber sie treffen sie eben innerhalb der Grenzen, die ihnen von den kapitalistischen (Eigentums-)Verhältnissen aufgezwungen werden, die natürlich auch Machtverhältnisse sind, weil der kapitalistische, bürgerliche Staat, die politische Herrschaft, das Recht auf privates Eigentum und seine Verwertung per Staatsgewalt garantiert und sich das durch ein Grundgesetz und demokratische Wahlen legitimieren lässt.


    Wenn man das allerdings - so wie Du ganz offensichtlich - nicht verstanden hat, und sich statt dessen einbildet, die Menschen hätten das doch längst erfasst und seien eigentlich alle innerlich schon am rebellieren, und man müsste ihnen jetzt nur endlich mal eine richtige linke Alternative präsentieren, dann muss man schon erklären können, warum es in Deutschland seit hundert Jahren keine Revolution mehr gab, dafür aber eine demokratische Übernahme der Staatsgewalt durch eine Faschistische Partei, eine Übernahme eines sozialistischen durch einen kapitalistischen Staat, und eine neoliberale Reform, die den letzten Rest der linken Arbeiterbewegung so dermaßen zerstört und delegitimiert hat, dass sich die halbe Republik jetzt schon wieder über einen konservativen Gewerkschaftschef aufregt, als wollte der hier den Kommunismus einführen, nur weil er konsequent seinen Job macht, und für seine Mitglieder bessere Bedingungen durchsetzen will.


    Wer von uns beiden hier den Menschen mehr eigene Initiative und selbständiges Denken zutraut bleibt natürlich dem Publikum überlassen, aber ich bin nicht derjenige, der hier behauptet, ich hätte mir in meinem Studierzimmer zusammengelesen, wie eine bessere Gesellschaft auszusehen hätte, die man den Leuten dann nur endlich mal "von seinem Sitz im Elfenbeinturm herab" zu präsentieren habe, damit sie sich vom Joch der Eliten befreien.

  • 😂😂Wieder Utan in Reinform. Die sind soooooo denkfaul und träge, dass es ihre natur ist, sind halt selbst schuld, wenn sie nicht so schlau wie du und utan sind, was? 😎

    Du antwortest nicht auf meine Fragen oder gehst überhaupt irgendwie auf geschriebenes ein. Zum wiederholten Male, Jonny. Da kannst Du so viele Smileys hier reinkloppen, wie Du magst. Es bleibt Schwach. Schade.

  • Du wiederholst einfach immer den selben Unsinn, indem Du behauptest, die Kritik am "falschen Bewusstsein" würde die davon Betroffenen so sehen, wie Verschwörungsideologen die "Schlafschafe": als dumpfe, indoktrinierte Masse, die sich der Obrigkeit nicht nur wehrlos ergeben habe, sondern sich von ihr auch noch bereitwillig an der Nase herum führen lasse.

    Jetzt wo du es sagt. Das Narrativ der Schlafschafe passt ganz gut zu dem, was du sagst.


    Du antwortest nicht auf meine Fragen oder gehst überhaupt irgendwie auf geschriebenes ein. Zum wiederholten Male, Jonny. Da kannst Du so viele Smileys hier reinkloppen, wie Du magst. Es bleibt Schwach. Schade.

    Welche Frage? Deine Fragen habe ich schon beantwortet.


    Und haha, wie euch aufregt wegen den smilies😂😂🤦🤦


    Du antwortest nicht auf meine Fragen oder gehst überhaupt irgendwie auf geschriebenes ein. Zum wiederholten Male, Jonny. Da kannst Du so viele Smileys hier reinkloppen, wie Du magst. Es bleibt Schwach. Schade.

    Ich geh da nicht drauf ein, weil es bisher keine Antwort gab auf das, was ich geschrieben hab. Bzw. das Thema ständig gewechselt wurde und darauf antwortete ich nicht. Abgesehen davon, glaube ich kaum, das da irgendwas ernsthaftes kommt, außer wieder sowas wie: "Mein Bekannter will aber Auto fahren, oder Bekannter XY will aber die AfD und deswegen ist es so." irgend ne Anekdote halt, die zum Naturgesetz erhoben wird

  • Welche Frage? Deine Fragen habe ich schon beantwortet.

    Na zb ob und wenn ja warum du die Redner kritisierst, die auf den Demos andere Parteien für ihr Mitwirken am erstarken der Rechten kritisieren?


    Und haha, wie euch aufregt wegen den smilies😂😂🤦🤦

    Das missverstehst du. Ich rege mich nicht auf. Du machst dich nur ein bissl zum Nappel und das finde ich schade, weil ich dich eigentlich für eine Bereicherung bei den Diskussionen gehalten hatte und jetzt nichts weiter von deiner Seite zu kommen scheint. 🤷🏻‍♀️ stattdessen mokierst du dich ohne weiteren Inhalt über Vokabeln, die ich aus deinen eigenen Beiträgen übernommen habe.

  • Abgesehen davon. Ich glaube kaum, dass es notwendig ist, den Kapitalismus bis ins kleinste Detail verstehen zu müssen. Die radikalsten und größten Revolutionen gingen von Leuten wie Bauern aus, die nicht mal lesen konnten und die dann Betriebe und ihr Land kollektiviert haben und die noch nicht mal wussten, was Anarchismus/Sozialismus/Marxismus oder Kapitalismus ist.

  • Ich glaube industrieller hat Jonny gehackt und sucht Vergeltung für alte Zeiten.


    JonnyMadFox


    Auch wenn ich deine Einschätzung teile, dass die Fokussierung auf die Aufklärung der kapitalistischen Verhältnisse vom Affen etwas ermüdend ist, wenn er die anderen Ansätze des Handelns kritisiert, so kann ich nicht verstehen woher deine Annahme kommt, er würde es von oben herab tun, bzw die Leute für doof oder selbst schuld erklären.


    Wenn er dies täte, würde er nicht den Ansatz der Aufklärung fokussieren.


    Vielleicht können wir ja wieder von interpersonellem Schlagabtausch auf inhaltliche Ebene kommen

  • Abgesehen davon. Ich glaube kaum, dass es notwendig ist, den Kapitalismus bis ins kleinste Detail verstehen zu müssen. Die radikalsten und größten Revolutionen gingen von Leuten wie Bauern aus, die nicht mal lesen konnten und die dann Betriebe und ihr Land kollektiviert haben und die noch nicht mal wussten, was Anarchismus/Sozialismus/Marxismus oder Kapitalismus ist.

    Ja komm, Jonny. Raus auf's deutsche Land und die Bauernbetriebe kollektiviert!.


    Das klappt bestimmt, wenn denen nur mal so ein richtiger Student der Geschichte erklärt, wie eine Genossenschaft funktioniert.


    Ein paar von den radikalsten Nazis sind allerdings auch eher germanische Blut-und-Boden-Bauern. Aber die kriegst Du schon zum Herrschafts- und Grundeigentumslosen Anarchosyndikalismus konvertiert, wenn Du genug lustige Emojis benutzt während Du sie beschimpfst. Die können das ab, das sind ja nicht solche Weicheier wie wir hier.

  • Auch wenn ich deine Einschätzung teile, dass die Fokussierung auf die Aufklärung der kapitalistischen Verhältnisse vom Affen etwas ermüdend ist, wenn er die anderen Ansätze des Handelns kritisiert

    ja das mag ermüdend sein, wenn man meint, man weiß das sowieso schon alles, aber es ist leider überhaupt nicht so, dass alle Leute das sowieso schon alles wissen. Und manche von denen, die es eigentlich schon wissen, fürchten sich davor, es öffentlich zu sagen, weil sie um ihre schönen, gutbezahlten Expertenpositionen fürchten, weil sie dem ungebildeten Pöbel nicht zutrauen, dass er es auch versteht, und weil sie selbst nicht dazu fähig sind, es ihm so zu erklären, dass er es tut.


    Und der beste Beweis dafür, wie wichtig es für Linke eigentlich wäre, das alles zu verstehen und andere darüber aufzuklären, sind solche Gestalten wie Jonny, die als Teenager mal Noam Chomsky gelesen haben und seitdem in ihrer Uni-Bibliothek sitzen und sich irgendwelche Bücher aus den letzten Jahrhunderten reinziehen, um sich selbst zu beweisen, dass die libertärsozialistische herrschaftsfreie Gesellschaft auch möglich ist, ohne dass man dafür eine Massenbewegung bräuchte, weil irgendein anarchistischer Anthropologe heraus gefunden hat, dass es das bei nordamerikanischen Urvölkern vor tausend Jahren auch schon mal gab.

  • Vielleicht können wir ja wieder von interpersonellem Schlagabtausch auf inhaltliche Ebene kommen

    Ich will hier ja keine Ansage machen, aber genau das machen jetzt bitte alle Beteiligten, irgendwie eskaliert das hier nämlich schon wieder...und alles andere kann dann bei Bedarf im Mülleimer weitergehen.

  • Gegen Rechts, aber bitte nicht zu links: Anti-AfD-Demos und der liberale Meinungskorridor

    Nach den Großdemos: Das Demokratieverständnis mancher Ampel-Anhänger ist bedenklich. Soll die linke Opposition unsichtbar werden? Ein Kommentar.


  • A propos Ideologie...


    GEuBJYmW8AAbCq4?format=jpg&name=medium


    [...] in der Nähe des Allerwertesten eines russischen Despoten wie Rolf Mützenich, antikapitalistisch wie Carola Rackete, staatsfixiert wie Kevin Kühnert, kollektivistisch wie Lisa Paus, antiamerikanisch wie Annika Brockschmidt. Bemerkenswert ist in dem Essay von 2011, dass er die Energiewende als Abkehr von der Atomkraft sehr verständnisvoll begleitet. Und auch in Sachen ökologische Militanz hat sich im ideologischen Zentrum der AfD längst eine Verschiebung hin zum hypergrünen Aktivismus ereignet. Wer die Zeitschrift „Die Kehre“ liest, findet dort nicht nur ein kleines liebevolles Lexikon der „ökologischen Militanz“, das man gut auch der „taz“ beilegen könnte.

    „Die Kehre“ feiert den Degrowth-Fanatiker Niko Paech und die Öko-Terroristen der Earth Liberation Front. „Den Kapitalismus zu ‚überwinden‘ ist ein hehres Anliegen“, doch auch im Stalinismus und in China gab und gebe es das Ideal des Wirtschaftswachstums, beklagt „Die Kehre“: „Sich folglich bewusst zu sein, dass bei der ‚Postwachstumsökonomie‘ das utopische Moment immer mitschwingt, ist der erste Schritt. Viele weitere müssen folgen.“

    Sellner und Kaiser feiern das ökologische Erbe der Neuen Rechten beim Kampf um Brokdorf und gegen die Kernkraft. Wer „Die Kehre“ liest (benannt nach Heideggers zentralem Technikkritik-Essay), findet unfassbar viele Zitate, die er so nur aus der „taz“, von Ulrike Herrmann oder Bernd Ulrich kennt. Der Chefredakteur Jonas Schick klingt oft wie Jonas Schaible vom „Spiegel“ (um mal einen schlappen Namensgag zu bringen). Der Hass auf den Westen, den Massenkonsum, den Liberalismus, die Marktwirtschaft und das Wachstum eint links und rechts. Alain de Benoist, das Idol der Rechtsradikalen in der Partei, hat die vermeintliche Ideologie des Wachstums längst als Feindbild erkannt.

    Die AfD ist auch eine grüne und linke Partei. Was sie zusammenhält, ist ein Sammelsurium antibürgerlicher Haltung, gegen Freiheit und Marktwirtschaft. Sie hat nichts anzubieten für die Gegenwart der Bundesrepublik in einer globalisierten Ökonomie – außer Verbot und Verzicht. Ihr eigentlicher Bündnispartner wären am ehesten die Grünen der frühen 80er-Jahre, dort gab es Antisemiten, Antiamerikaner, Altnazis und Pädophile wie Werner Vogel.

    Die AfD-Fraktion von Björn Höcke inseriert in der „Kehre“ auf der Suche nach Referenten im Bereich „Energie- und Umweltpolitik“. Auch hier ist die Partei ohne jeden Kompass. Da geht es munter gegen Pkw und Atomkraft. Dagegen wirkt selbst Jürgen Trittin gemäßigt. Die AfD ist weniger ein „gäriger Haufen“ als eine zynische Mogelpackung. Genau das, was sie nie sein wollte – und was sie den bürgerlichen Altparteien stets vorwirft.

    Freier politischer Wettbewerb schön und gut, aber der Extremismus der bürgerlichen Mitte duldet keine Konkurrenz! Und wenn Linksextreme wie Kevin Kühnert (SPD) oder Bernd Ulrich (ZEIT) jetzt den liberalen demokratischen Widerstand gegen die AfD für sich vereinnahmen wollen, dann muss der oberste Liberator doch einfach mal klarstellen, dass die AfD eigentlich selbst linksextrem ist. Eigentlich sind alle extrem und links, die nicht Ulf Poschardt sind. Deshalb darf man jetzt auf Demos gegen linsextreme Rechtsextreme auch auf keinen Fall mit Kapitlismuskritik ankommen, denn das ist antibürgerlich und linksextrem, also rechts.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!