Nach den Rechten sehen (Sammelthread)


  • In einer gebildeten Leistungsgesellschaft gibt es keinen Rassismus. Farin Urlaub mit einer elaborierten Gesellschaftsanalyse.

    Im Kontext der Stadtbild-Äußerungen von Merz find ich das ziemlich lustig. Hätte sich unser ungebildeter Bundeskanzler mal mehr angestrengt, dann wär vielleicht was aus ihm geworden.


    Währenddessen gesellschaftliche Elite Wiens :

    10-- 1-01 10=- 1-00 1--2 10=0 1-2= 1-01 10=0 1-01 1-20 10=1 10=2 10=1 1-10 10=0 10=1 1-00 1-21 1-21 1-02

  • Ich packe das mal hier rein, damit der Precht-thread nicht auch noch so vermüllt.

    Ich habe eine zweite zusätzliche Frage gestellt (Fragezeichen) und mir nichts selber beantwortet.

    Du hast eine Frage gestellt, und dann direkt eine Suggestivfrage nachgeschoben, die man nur mit Ja oder Nein beantworten kann und die nicht wissen will was der Befragte denkt, sondern von ihm die Bestätigung eines Vorurteils einfordert, das Du offenbar bereits über ihn - oder über das wofür Du ihn hältst - gefällt hast.


    Zur Anwendung bringst Du Dein bereits gefälltes Urteil über "Linke", bzw. über Leute, die Du als "links" identifizierte Gruppe zusammenfasst, indem Du ihnen pauschal unterstellst, sie würden nicht begreifen, oder es gar willentlich ignorieren, dass immer mehr Menschen in Deutschland ein Problem mit der Migration muslimischer Ausländer haben. Mit dieser offenbar bereits gefestigten Meinung kommst Du dann hier in ein linkslastiges Forum, um sie Dir bestätigen zu lassen, und Dich selbst als nüchterner Beobachter und Analyst der politischen Lage der Nation hervorzutun.


    Nicht in den Sinn kommt Dir dabei offensichtlich, dass Du damit genau jener Propaganda in die Hände spielst, die von Rechtsdemagogen, für die alles "links" ist, was nicht auf ihrer Seite steht, mit enormem Eifer betrieben wird, um muslimische Ausländer als Bedrohung der nationalen Sicherheit und "Linke" zu realitätsverweigernden Traumtänzern oder gar zu Verschwörern des "großen Austausches" zu erklären, die daran schuld seien, dass angeblich ungebremst Millionen von muslimischen Ausländern den deutschen Kulturraum mit ihrer barbarischen Zwangsheirats-, Kopftuchmädchen- und Messermord-Kultur überfluten, bis von der zivilisierten deutschen Kultur nichts mehr übrig bleibt.


    Niemand der bei klarem Verstand ist - und das ist auch bei Linken durchaus mal der Fall - bestreitet, dass es Probleme mit Einwanderern aus anderen Kulturkreisen gibt. Und es gibt in Deutschland und anderen westlichen, historisch christlich geprägten Ländern mit hohem Anteil an muslimischen Geflüchteten und Einwanderern auch Probleme mit radikalen Islamisten, die sich ein Kalifat wünschen und darin die göttliche Erlösung von ihren eigenen Ängsten sehen.


    Es gibt hier allerdings eine ganze Reihe noch viel wichtigerer Probleme, die es dem deutschen Staat und seiner Bevölkerung sehr schwer machen, Einwanderer so zu integrieren, dass die gar nicht auf die Idee kommen, sich religiösen Fanatikern anzuschliessen, oder mit dem Küchenmesser in der Fußgängerzone Amok zu laufen.


    Und gerade für Linke, die sich tatsächlich noch in einer linken Tradition sehen und sich mit linken Gesellschaftsanalysen beschäftigen, ist das größte Problem in Deutschland - genau wie in jedem anderen kapitalistischen, bürgerlichen Staat - nicht die Zuwanderung (die im Übrigen auch im heutigen Deutschland überhaupt nicht ungebremst ist), sondern die private Aneignung der Produkte kollektiver menschlicher Arbeitskraft, die - ganz gleich welchen Geschlechts, welcher Religions- oder Kulturzugehörigkeit die arbeitenden Menschen sind - aus der Existenz und Konzentration von privatem Eigentum an den Produktionsmitteln in den Händen einer kleinen Minderheit resultiert, die nach den Gesetzen des bürgerlichen Staates das gute Recht haben, die eigentumslose Mehrheit zu ihrem privaten Vorteil auszubeuten.


    Aus diesem Verhältnis und seiner staatlichen Beförderung und Aufrechterhaltung resultiert eine Gesellschaft, in der alles was Menschen zum Leben brauchen Geld kostet, an das man auf legalem Wege nur herankommt, wenn man entweder für den Profit anderer Leute arbeitet, oder wenn man andere Leute für den eigenen Profit arbeiten lässt, und deren Mitglieder sich auf diversen Märkten (Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt, Heiratsmarkt, etc) nicht als Gemeinschaft mit gemeinsamen Interessen sehen, sondern als KonkurrentInnen um Arbeitsplätze, Mietwohnungen, Arzttermine, oder um die letzte Kartoffel bei der Tafel, usw., und die stets auf der Hut davor sein müssen, nicht von ihren Mitmenschen übervorteilt zu werden.


    Das latente Gefühl, zu kurz zu kommen, wenn man nicht aktiv um den eigenen Vorteil kämpft, beschränkt sich in einer solchen Gesellschaft nicht auf die "sozial Abgehängten". Es beherrscht, vom Obdachlosen, der mit andern Obdachlosen um einen Platz auf der Parkbank konkurriert, bis zum Unternehmer, der mit anderen Unternehmern im harten Wettbewerb um knappe Marktanteile steht, sämtliche Individuen.

    Verschlechtert sich die wirtschaftliche Gesamtlage, so kommt es in einer solchen Gesellschaft auch ganz ohne Zuwanderung schon zur Konkurrenz der verschiedenen Interessen um staatliche Zuwendung.

    Und je geiziger die Staatsführung mit der Bedienung der jeweils eigenen Interessen ist, umso größer wird die Wut der sich dadurch vernachlässigt fühlenden BürgerInnen auf jene Anderen, die aus ihrer Sicht unrechtmäßig vom Staat - womöglich noch mit Schulden, oder mit ihrem hart erarbeiteten Steuergeld! - beschenkt werden, und umso mehr sind sie dazu bereit, sich eine politische Führung zu wählen, die endlich mal mit den ganzen Faulenzern und Schmarotzern aufräumt, und dafür sorgt, dass niemand etwas bekommt, dass er sich im allgemeinen Wettbewerb nicht hart erarbeitet und redlich verdient hat


    Und weil das alles innerhalb eines, irgendwann mal nach einem großen Gemetzel von irgendwelchen Feldherren auf eine Landkarte gemalten Nationalstaates geschieht, lässt sich dieses mehr oder weniger latente Gefühl des zu-kurz-gekommen-seins besonders leicht zur Festigung eines Nationalgefühls umdeuten.

    Da wird der, ansonsten im mühsamen Alltag in kleinteilige Konkurrenz gegeneinander gezwungenen Bevölkerung plötzlich ein Weg eröffnet, sich endlich mal als Teil einer großen, nationalen Gemeinschaft zu fühlen, die ein gemeinsames nationales Interesse daran hat, dass sie als Nationalvolk gegenüber den Völkern anderer Nationalität nicht zu kurz kommt.


    Dazu braucht es gar keinen offenen Rassismus oder irgendwelche Nazi-Herrenrassetheorien, denn es wird dem Volk ja auch von Christ- und Sozialdemokraten, von Liberalen und Grünen, und selbst von Teilen der "sozialistischen" Linkspartei täglich vorgebetet, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Nation in der Konkurrenz mit anderen Staaten im Interesse all ihrer NationalbürgerInnen zu sein habe, und dass Deutschland "Verantwortung" in der Welt übernehmen müsse, um zu verhindern, dass der Russe, der Chinese, der Amerikaner, oder wer halt sonst gerade gegen die Interessen der deutschen Nation arbeitet, Uns nicht Unseren Markt, Unseren Wohlstand und Unsere #Freiheit wegnimmt.


    Vom demokratischen zum völkischen Nationalismus ist der gedankliche Weg dann gar nicht mehr so weit und man kann ja auch live dabei zusehen, wie demokratische Konservative ihn beschreiten, indem sie versuchen, die rechte Konkurrenz rechts zu überholen.

    Viel weiter und schwieriger ist hingegen der Weg, den man als Linker gehen muss, um diesen furchtbaren Popanz des Nationalismus in seine Einzelteile zu zerlegen und aufzuzeigen, dass dadurch nichts besser und alles nur noch schlimmer wird.


    Auch diese Textwand hier wird diesen Zweck mit Sicherheit nicht erfüllen, aber ich will es wenigstens mal wieder versucht haben.


  • Viel weiter und schwieriger ist hingegen der Weg, den man als Linker gehen muss, um diesen furchtbaren Popanz des Nationalismus in seine Einzelteile zu zerlegen und aufzuzeigen, dass dadurch nichts besser und alles nur noch schlimmer

    Gestern hier in der Heimat versucht. Auch mit dem Disclaimer, dass es doch wirklich wichtigeres gäbe, womit man sich politisch beschäftigen könnte, um ggf. auch mal konstruktive Bilder für die Zukunft zu zeichnen. Dann kriegt man einen Kommentar à la "Da muss ich dir leider zustimmen", und das war es dann auch.


    Auch diese Textwand hier wird diesen Zweck mit Sicherheit nicht erfüllen, aber ich will es wenigstens mal wieder versucht haben.

    Du kämpfst nun mal gegen die konsequente und selbst (vom Algorithmus) ausgesuchte Dauerbeschallung aller möglichen Plattformen an. Ich bin überzeugt davon (und du sagst es ja auch), dass inhaltliche Diskurse nichts bringen. Irgendwie muss die Linke gewaltätiger werden...

  • Ich bin überzeugt davon (und du sagst es ja auch), dass inhaltliche Diskurse nichts bringen.

    Ich glaube eigentlich schon, dass die (ein bisschen) was bringen. Das reicht nur leider nicht, um den Rechtsruck aufzuhalten, weil es die rechte Demagogie so ungleich leichter hat, öffentliche Diskurse zu usurpieren, die sowieso schon sozialdarwinistisch und nationalistisch sind.


    Vielleicht bringt's mehr für die Zeit, wenn auf den Rechtsruck der unvermeidbare Zusammenbruch folgt (so lange der nicht den nuklearen Weltkrieg bedeutet).

  • Blabla, wenn wir nur hart genug mit Rechten reden, lösen sich ihre Motive einfach auf, blabla... Ne Bruder, der rechte Affekt ist kein uninformiertes Missverständnis, das sich mit pädagogischer Geduld wegmassieren lässt. It's the economy, bitch, es ist politisch emotionalisierte Scheiße in einem Verteilungskonflikts. Jeder Appell hier und sonstwo ist null effektiv und dann bin lieber ein nützlicher Idiot, als ein rassistisches Arschloch.

  • OK du willst also wem genau aufzeigen wie schlimm Nationalisismus ist?
    Die eigene Blase kann es nicht sein, die weiß das bereits.
    Bleiben ja eigentlich nur die 20%+ AfD Wähler.

    Denen willst du also aufzeigen wie schlimm es im Nationalsozialismus war, richtig?

    Du musst echt mal lernen keine Suggestivfragen zu stellen. Das Wort "Nationalsozialismus" habe ich kein einziges mal verwendet. Und wenn Du aufmerksam gelesen hättest, was ich schrieb, hätte Dir eigentlich auffallen müssen, dass ich die Gesellschaft nicht in 20%+ AfD-Wähler auf der einen, und meine "eigene Blase" auf der anderen Seite eingeteilt habe, sondern dass ich eigentlich auch dem gesamten, sich selbst als "die demokratischen Parteien" sehenden Parteienspektrum attestiere, mehr oder weniger nationalistisch zu sein, und damit seinen Teil dazu beizutragen, dass ausländerfeindliche Demagogen so erfolgreich sind.

    Wenn du nicht zwischen Nationalismus und Nationalsozialismus unterscheiden kannst, ist das nicht mein Problem.

    Da ist halt dein Denkfehler, um das zu tun, musst du mit den Menschen denen du das aufzeigen willst in den Diskurs gehen, und genau das ist ja mein Kritikpunkt an der "linken™" *hust* "Kommunikationsfähigkeit".

    Dein "Denkfehler" scheint hingegen zu sein, dass Du einfach nicht davon los kommst, Leuten mit denen Du angeblich "in den Diskurs gehen" willst, erst mal zu erklären was sie denken und ihnen dann vorzuhalten, dass das wovon Du denkst, dass sie es denken falsch sei, anstatt mal zu kapieren, dass Du Dir einfach ein völlig falsches Bild davon machst, was Leute denken sobald Du sie als "Linke™" identifiziert hast.


    Im übrigen weißt Du überhaupt nicht, mit wem ich sonst noch "in den Diskurs" gehe und wie ich dabei kommuniziere. Auch das denkst Du Dir nur aus - und zwar genau so, wie es Dein offenbar unverrückbar gefälltes Vorurteil gegen "Linke" vorschreibt. Und damit hat dann der "Diskurs" mit Dir tatsächlich keinen Sinn.

  • Dein reiner Diskurs ist halt kein Zaubertrick, wo man mit genug Geduld plötzlich den ökonomischen Grundkonflikt wegatmet. Du tust so, als wäre das alles primär ein Kommunikationsproblem, dabei ist es ein Interessenkonflikt.

    Und jetzt mach du dich bitte auch mal ganz ehrlich: Was genau stellst du dir eigentlich vor, was "wir Linken" "den Rechten" sagen müssten? Welche magische Formulierung, welcher Satz soll sie wovon überzeugen? Dass ihr Leben stressig ist? Das wissen sie. Dass die Lage unfair ist? Das fühlen sie jeden Tag. Dass ihre Wut materiell begründet ist? Die Wut IST materiell begründet. Hier einen Strohmanndiskurs rund um den Diskurs zu pflegen „wie reden wir noch netter“ ist doch fernab jeglichen Inhalts.

  • schon lustig wie du einerseits große Teile der Gesellschaft als rechts framest,

    Ich habe mit keinem Wort "große Teile der Gesellschaft als rechts" ge-"framed", sondern ich habe den im Bundestag vertretenen Parteien attestiert, nationalistische Positionen zu vertreten.


    Schon lustig, wie Du schon wieder nicht verstehst, was ich geschrieben habe, und Dir statt dessen irgendwas ausdenkst, das besser zu Deinem Ressentiment gegen Linke™ passt.


    Stellst du Dich eigentlich mit Absicht dumm, oder kommt das aus Deinem "inneren Dialog"?

  • Du weißt leider nichts über meine Einstellung zum Ukrainekrieg, daher erübrigt sich auch meine Beispielhaftigkeit für alles, was du im Sinn hast. Schönen Sonntag noch.

    Als hinweis für die anderen: mein Kommentar ergibt im Kontext natürlich wenig sinn, wenn der beitrag, auf den ich einging, nachträglich 5 mal editiert wurde. das fühlt sich an wie das Excel sheet in der cloud, was von fünf Achims bearbeitet wird.

  • Umgang mit der AfD - Wer Lügner überführen will

    Warum schützt die Union sich und die AfD vor den Zumutungen der Wirklichkeit? Zeit, dass die Konservativen in diesem Land die Rechtsextremen in die Verantwortung nehmen.


    Das Schreckbild für jeden wahren Konservativen und die kategorische Verneinung jener bürgerlichen Tugenden, die Mäßigung, Verzicht und womöglich sogar Verfeinerung heißen, darf man sich so vorstellen: dass da ein Mensch ist, der in jede Wurst, die man ihm hinhält, hineinbeißen muss. Der so gierig auf Hamburger, Döner und Leberkas ist, dass seine Bewunderer unruhig werden, wenn er zwei Wochen lang kein Fleischfoto gepostet hat. Und der, während er die riesigen Portionen noch verdaut, all jene als Spaßverderber und Verbotsfetischisten beschimpft, die daran erinnern, dass solche Fleischmengen ungesund sind, für den Esser und für eine Umwelt, deren Ressourcen man vernünftiger bewirtschaften könnte.

    Der Mann, der auf die konservativen Tugenden pfeift, ist allerdings bayerischer Ministerpräsident und Vorsitzender einer in Teilen gesichert konservativen Partei. Jeder Big Mac, in den er öffentlich beißt, ist Politik. Jede Wurst soll den Gegner provozieren. Weil genau hier, zwischen dem Hendl und dem veganen Brotaufstrich, angeblich die Front in einem viel grundsätzlicheren politisch-kulturellen Konflikt verläuft: in dem das Hendl für die Freiheit steht, für Verbrennermotoren, Atomkraft, konsequente sogenannte Rückführungen und ein ordentliches Stadtbild. Während der vegane Aufstrich zugleich Wokeness symbolisiert, den Hang zum Gendern, unregulierte Migration sowie die Absicht, den Leuten vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. [...]



    [...] Solche Bilder und dazu die Sprüche, die Markus Söder besonders laut, aber nicht als Einziger verbreitet (Gillamoos, Stadtbild, et cetera), wollen Stärke, Selbst- und Traditionsbewusstsein demonstrieren. Sie bringen aber, wie Umfragen zeigen, die Union kein bisschen weiter. Sie illustrieren, wenn man ihre Effekte betrachtet, geradezu die Schwäche der Union und deren nahezu unlösbares Dilemma: Man ist auf dieser Seite der Front nicht allein. Mit der AfD, hat aber der Bundeskanzler neulich nach dem Strategiewochenende gesagt, wolle man nicht zusammenarbeiten, nichts zu tun haben, gar nichts. Markus Söder hat die AfD den eigentlichen Gegner der Union genannt. Und wenn Karin Prien, die stellvertretende CDU-Vorsitzende, daran erinnert, dass man ganz andere geistige Grundlagen habe, ein anderes Menschenbild, ein stabiles Ethos, dann glaubt man genau dieser Politikerin unbedingt, dass sie das auch selbst glaubt. Auch dem Kanzler und dem Ministerpräsidenten möchte man gern glauben. Im Handgemenge des politischen Alltags sieht es aber anders aus. [...]

    [...] Wenn Söder vom „Tofu-Terror“ spricht, ist der Unterschied zu Alice Weidels „sie wollen uns das Schnitzel wegnehmen“ nicht zu erkennen, auch wenn Söders Schnitzel einen anderen ethischen Hintergrund [:S] hat. Wenn Unionspolitiker auf „Gendergaga“ und „Klima-Ideologie“ schimpfen, haben sie hoffentlich genauer darüber nachgedacht als die Leute von der AfD. Sie zielen aber auf denselben Gegner. Die Leute von CDU und CSU mögen ihre Gründe haben, gegen den Gesinnungskitsch der Öffentlich-Rechtlichen zu wettern, gegen identitätspolitische Überempfindlichkeiten, gegen linke und grüne Bevormundung. Sie können sogar Grenzen schließen und die Migration halbieren. Es wird ihnen nur, wie jede Umfrage zeigt, wenig nützen: weil die AfD das Gleiche fordert. Und dabei immer härter und radikaler auftreten wird, völlig unkorrumpiert von den Zwängen praktischer Politik.[...]

    Man könnte fragen, was eigentlich hinter der Brandmauer liegt; und ob es wirklich stimmt, dass diese Mauer nur die Guten von den Bösen trennt. Man könnte also überlegen, ob die Mauer nicht eine Linie ziehe zwischen der anstrengenden, nervigen und zu bewältigenden Wirklichkeit. Und dem Terrain der Fiktion und Illusion, der leeren Versprechen und der hässlichen Lügen. Man kann dort ja viel behaupten und alles verheißen und wird doch nicht zur Rechenschaft gezogen. Man könnte also fragen, ob, wenn man die Lügner überführen und die Leerheit der Versprechen demonstrieren wollte, es wirklich hilfreich wäre, die Mauer noch ein bisschen höher zu bauen. Oder ob man die Fiktion besser dadurch zerstört, dass man sie mit der Realität konfrontiert.

    Das wäre, wenn Rödders Annahmen stimmten, nicht die Aufgabe der Linken. Es brauchte dafür Konservative, strenge, disziplinierte Politiker, die Tugenden wie Anstand, Pflichtgefühl, Selbstbeherrschung gut genug verkörperten, um sie bei anderen glaubhaft einzufordern. Und die bereit wären, Regelverstöße sofort zu sanktionieren. [...]

    Ja wenn doch die Rechtsnationalkonservativen nur endlich wieder streng, tugendhaft und diszipliniert genug wären...:love:


  • Es ist wirklich herzzeirreißend, wie Amann ganz offensichtlich ernsthaft glaubt, hier stellvertretend für den Pöbel, den sie mit ihrer Miete abzockt, eine Erkenntnis über den zugekoksten Poschardt offenbart zu haben. Der ist intolerant! Mein Gott das ist alles so dumm, ich schäme mich ein bisschen zu viel, dass ich das hier teile.... fast so schlimm wie das Somuncu-Interview von Ben Ungescripted

  • Es ist wirklich herzzeirreißend, wie Amann ganz offensichtlich ernsthaft glaubt, hier stellvertretend für den Pöbel, den sie mit ihrer Miete abzockt, eine Erkenntnis über den zugekoksten Poschardt offenbart zu haben.

    Also nicht dass ich ein Fan der Qualitätsjournalistin Amann oder sonstiger KleinvermieterInnen wäre, die sich den Kredit für ihre Betongold-Kapitalanlagen von anderer Leute Arbeit finanzieren lassen, aber mit dem Vorwurf, der rechtslibertäre Qualitätspublizist und paranoide Verschwörungstheoretiker Poschardt, der hinter jedem Baum einen Agenten der geheimen linken Meinungspolizei vermutet, sei selbst gar kein Freund der Meinungsfreiheit, hat sie doch erst mal vollkommen recht.

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