Technik & Ges(t)ellschaft

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  • https://de.wikipedia.org/wiki/Soziotechnisches_System

    „Ein Computer wird erst wirklicher Computer, wenn er zum Teil einer Mensch-Maschine-Einheit geworden ist. Wenn Text geschrieben wird, tut das nicht allein der Mensch, aber es ist auch nicht allein der Computer, der den Text schreibt; erst die Arbeitseinheit von Mensch und Computer bringt die Textverarbeitung zuwege. Da freilich im benutzten Computer immer schon die Arbeit Verwendung anderer Menschen verkörpert ist, da also die Mensch-Maschine-Einheit nicht nur durch den einzelnen Nutzer gebildet, sondern auch von anderen Menschen mitgeprägt wird, bezeichne ich sie als soziotechnisches System.“

    – Günter Ropohl 2009[1]

    Anders als Luhmanns soziologische Unterscheidung von Technik und sozialen Strukturen, die auf die Möglichkeit zur Herrschaft fokussiert, folgt Ropohls technikphilosophischer Ansatz der Frage nach der expliziten und impliziten Macht der Technik insbesondere im Feld der Arbeit und Industrieproduktion, wie sie schon von Karl Marx gestellt wurde.

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  • https://thereboot.com


    Sehr gute Analysen zum Internet. Erinnert mich auch daran, mal ein Buch zur Geschichte des Internet zu lesen.


    @Technaeis

    Um nochmal zum Technikdeterminismus zu kommen:

    Klar, die Theorie ist widerlegt, aber es stimmt ja schon, dass Technologie, sobald sie eben existiert, zu gesellschaftlichen Veränderungen führt. Es gibt ja einige Theorien des Technikdeterminismus, die auch etwas freier sind. Leider hab ich keinen Überblick dazu, du müsstest halt mal dich damit beschäftigen. Würde für dich Sinn machen (in jedem post von mir kommt der spruch "...Sinn machen" vor), weil du dich ja für Technologie interessierst und der Blickwinkel ja auch interessant ist. Gut, dass du kein Transhumanist bist, die sind sehr nah am rechts-libertarismus und anderen kranken Ideen. Aus dem Technikblickwinkel ist halt auch gut, weil es mehr ein gesellschaftlicher Blickwinkel ist, und nicht wie hier im Forum so oft, oder sonst überall in den Medien immer stark ein mich ankotzender methodologischer Individualismus bemüht wird. Da lob ich mir halt auch Marx, weil er genau diesen ablehnt. Ist mir übrigens auch schon aufgefallen, dass du den Marxismus nicht als Technikdeterminismus am Anfang verstanden hast, weil man ihn eben so interpretieren kann, jedenfalls nur wenn man die Ideen von Marx nur oberflächlich kennt. Produktionsmittel/Produktivkräfte sind ja weit mehr als nur Technologie.

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  • Interessant. Gerade weil es auch eine neoliberale Form von dezentralen Netzwerkstrukturen gibt. Ich guck mir mal das pdf an 👍

  • "Diese Zurichtung des Individuums durch die Maschine erfasste auch Herbert Marcuse. Wie Horkheimer war er der Auffassung, der ursprünglich kritische Impetus des liberalen Individualismus sei verschwunden, und das Handeln des Individuums habe sich völlig den Zielen angepasst, die vom Apparat vorgegeben werden. Die ›individualistische Rationalität‹ war also zu einer ›technologischen Rationalität‹ degeneriert: »It grew into the rationality of competition in which the rationalinterest was superseded by the interest of the market, and individual achievement absorbed by efficiency. It ended with standardized submission to the all-embracing apparatus which it had itself created.« Insgesamt teilten diese Autoren die Verfallsdiagnose einer De-Humanisierung durch Heteronormierung. Der Mensch trete sich selbst nur noch als künstliches, verformtes Produkt seiner eigenen Produktionsweisen gegenüber, und er werdeselbst wieder nur zum Mittel dieser Produktionsweisen. Da er nicht mehr in der Lage sei, auf die Zwecke seines eigenen Handelns zu reflektieren und die Technik darüber auf ihren Platz zu verweisen, werde die Technik durch nichts weiter begrenzt als durch »its own calculus of efficiency« und könne sich ungehindert auf Kosten des Menschen ausbreiten. Mit der Fähigkeit, Sinn- und Zweckfragen zu entscheiden, verliert der Menschalso seine Autonomie und lebt unter der Herrschaft der Technik. Der technisch verformte Massenmensch reagiere auf Stimuli, aber er regiert nicht mehr übersich selbst: »[H]is share of autonomy and individual initiative becomes smaller and smaller. He is constrained and repressed in thought and action«. Die Emanzipation der Technik, so der kritische Tenor, führt zum Verlust von Sinnfragen und zur Irrelevanz ethisch substanzieller Entscheidungsfähigkeit." (S. 121)

  • Interessant. Gerade weil es auch eine neoliberale Form von dezentralen Netzwerkstrukturen gibt. Ich guck mir mal das pdf an 👍

    ich habe mir gestern nacht ca. die hälfte durchgelesen: knaller. er zeichnet die karte der landschaft welche ich seit ca. 3 jahren versuche zu erkunden...genial. und ehrlich gesagt balsam für meine seele, da ich seit 3 jahren von wirklich allen (wissenschaft, medien, soziales umfeld) mit scheisse und steinen beworfen werde...jetzt liegt eine doktorarbeit vor, in welcher genau diese inhalte wiedergegeben werden, nice.


    JonnyBadFox hast du ggf. lust auf dicord sich über das dokument auszutauschen? jeder könnte ein kapitel vorbereiten und es (ggf. mit ewas mehr hintergründen) vorstellen und drüber diskutieren.

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